Øyvind Berg: Poesiealbum 258

Berg/Kachold-Poesiealbum 258

FREUNDFLUNDERN

Der Mund ist blitznaß.
Gottes Zunge überwintert im Licht.
Selbst bin ich aufgeleckt von einem anderen.
Versprecher hat dem Verstand ein Schnippchen geschlagen.
Onkel bat mich mal zu träumen von Mutter.
Da alle schliefen wurde jeder Name eine Rose.
Ich bin mein sexy Tod.
Ich bin mein sexy Tod.

Übertragen von Eberhard Häfner


Bergs Gedichte

behandeln die Rücksichtslosigkeit flüchtiger Zustände. Ihre unbewußte Abstimmung mit seinem radikalen Pessimismus zur Klärung der Frage „wer-wen“ bleibt untergründigem Humor überlassen. Humor, der den Erfahrungsterror der Gefühle im Niemandsland der „reinen Existenz“ übersteigt. Licht und Nichts erscheinen identisch, mancher Einblick ist Blendung, Ursache für das Schwarzsehen und die Entschlossenheit, das Diktat der Selbstbeschränkung mit surrealen Zeichen zu korrigieren.

Andreas Koziol, Klappentext, 1989

Fakten und Vermutungen zum Poesiealbum
Fakten und Vermutungen zum Autor
shi 詩 yan 言 kou 口

Naheliegendes:

  1. Bob Kaufman: Solitüden
  2. Arseni Tarkowski: Auf der anderen Seite des Spiegels
  3. Gerard Manley Hopkins: Pied Beauty / Gescheckte Schönheit
  4. SLAM!POETRY
  5. Gerhard Falkner & Orsolya Kalász (Hrsg.): Budapester Szenen

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