Arne Rautenberg: Nach Georg Trakls Gedicht „Im Winter“

Mashup von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Im Kern“

Im Kern

– Nach Georg Trakls Gedicht „Im Winter“. –

 

 

 

 

GEORG TRAKL

Im Winter

Der Acker leuchtet weiß und kalt.
Der Himmel ist einsam und ungeheuer.
Dohlen kreisen über dem Weiher
Und Jäger steigen nieder vom Wald.

Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.
Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.
Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten
Und langsam steigt der graue Mond.

Ein Wild verblutet sanft am Rain
Und Raben plätschern in blutigen Gossen.
Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.
Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.

 

Winterbogen 

einmal im eis
aein bambi lag
aaamit einem weißen
aaaapfeil im hals
aaaaanach dem abfall
aaaaaaader blätter
aaaaaaaaamag irgendwo
aaaaaaaaaaairgendwas
aaaaaaaaaaaaagestanden haben
aaaaaaaaaaaaaaamag irgendwo
aaaaaaaaaaaaaaaaairgendwer an
irgendwas gehangen haben was irgendwo gestanden haben mag
aaaaaaaaaaaa aaaawinter eben
aaaaaaaaaa. aaaund jaja die
aaaaaaaa  aaaverlorenen blätter
aaaaaa a aa(fern belln die
aaaa a aaglöckchen der märchen)
aaaa aaund ein weiterer
aaa aaweiser schritt
aaaains eisige ein
a amit einem
aeibenbogen warm
in der faust 

Arne Rautenberg, aus Mirko Bonné und Tom Schulz (Hrsg.): TRAKL und wir. Fünfzig Blicke in einen Opal, Stiftung Lyrik Kabinett, 2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0:00
0:00