Ingolds Tagesblock 28

31 x 13 Zeilen über alles und noch viel mehr

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gereimten Versen komponierte Langgedicht „Ausgespielt“ von 2015 ist ein Beispiel dafür.

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Für mich sind Träume eine unschätzbare, ja, unverzichtbare Bereicherung, aus der ich nicht
zuletzt beim Schreiben … für das Schreiben immer wieder produktive Impulse beziehe,
abgesehn davon, dass Traumzeit keineswegs nur verlorne Lebenszeit ist, sondern zugleich
ein wundersamer, dabei ganz und gar realer Gewinn an Lebensraum, nicht euklidisch,
versteht sich, aber als eine mögliche Welt mit eignem Wirklichkeitsstatus. Um so mehr war
ich erstaunt, wenn nicht befremdet, als Oskar Pastior einst bei einem privaten Gespräch in
seiner Berliner Wohnung auf einen Traumbericht (oder ein Traumgedicht?) von mir mit
einem zornigen Ausbruch reagierte: Der Traum, das Träumen sei für ihn „das Letzte“, er
hasse Träume, und er verachte alle Kunst, vorab die des Surrealismus, die mit Träumen
arbeite und daraus einen „völlig unkünstlerischen“ Nutzen zu ziehn versuche. Pastiors
Ausbruch war so heftig, dass ich damals annahm, er hasse Träume nicht nur, er fürchte sie
auch. Ich stellte ihm keine Fragen dazu, vermied es konsequent, von eignen Träumen zu

 

Felix Philipp Ingold, 23.11.2017

Ingolds Tagesblock bis zum 31.12.2017 nun in täglicher Fortsetzung.

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