Ingolds Tagesblock 8

31 x 13 Zeilen über alles und noch viel mehr

8

 

eingeschlossen polemische Interjektionen ad personam oder generell gegen die Vertreter
gewisser Berufe, Konfessionen und, nicht selten, des weiblichen Geschlechts wie auch – eher
unerwartet bei einem „aufgeklärten“ Denker vom Rang eines Lichtenberg – der jüdischen
Rasse. Dazu kommen Witze, Kalauer, Paradoxien aller Art. Weitgehend unbeachtet sind
anderseits jene Lichtenbergschen Notate geblieben, deren Zweck und Sinn dahinstehn, weil man
sie auf keinen eruierbaren Gegenstand, auch keinen eruierbaren Adressaten beziehen
kann − sie stehn einfach da, schwarz auf weiss, und sprechen, da sie keine nachvollziehbare
Bedeutung freigeben, gewissermassen für sich selbst. Es handelt sich dabei um mehrheitlich
sehr kurze, bisweilen abstrus, aber doch auch poetisch wirkende Texte, die rein formal
durchaus mit Aphorismen zu vergleichen wären, nur dass ihnen die notwendige
aphoristische Schärfe − die Pointe − und damit die wesentliche Qualität des Genres abgeht,
nämlich unmittelbar einzuleuchten und zu erhellen. − Hier ein paar Beispiele für diese

 

Felix Philipp Ingold, 23.11.2017

Ingolds Tagesblock bis zum 31.12.2017 nun in täglicher Fortsetzung.

Share on Facebook0Email this to someoneShare on Google+0Tweet about this on TwitterPin on Pinterest0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.