10. Mai

Aus einem Münchner Antiquariat erhalte ich heute, nebst einem von mir bestellten Buch, unverlangt als »kostenlose Zugabe« eine Broschüre aus der Reihe Volkswissenschaftliche Feldpostbriefe, Heft I, Februar 1944, mit Beiträgen über Volksbiologie und Völkerführung.

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In der Zeitung lese ich unter Vermischte Meldungen, es sei in Carpentras der jüdische Friedhof geschändet worden; nicht nur seien Grabsteine zerschlagen oder beschmiert, ein vor zwei Wochen bestatteter einundachtzigjähriger Mann sei freigegraben und gepfählt worden.


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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