Andreas

Was … oder wer … heißt schon Ewigkeit; Ewigkeit, das ist alles andere, ihr gehört an, was keine Zeit hat.
Aber ich.
Ich bin’’s nicht; ich habe diesen Kerl da, der alles andere für mich tut, er lebt mein Leben, liebt die Frau, die ich liebe, träumt meine Träume, trägt meine Brille, meinen Bart, er schreibt auf, was ich erfahren, gelesen habe, was ich vergesse, was ich verdränge, daran erinnert er sich sofort und für immer. Er ist’’s.
Und wenn er dann jäh den Abschied nimmt, endlich mich aufgibt und alles andere mir überläßt, weiß ich, wo es geschlagen hat; aufs Ich genau. Ewig nein. Richtig tot.


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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