Gemein

Das Schlichteste, auch Unerheblichste, was einer in Worten äußern kann, ist eine Meinung; die Meinungsäußerung, die ja doch für den, der spricht, eigentlich alles Wesentliche besagen sollte und die für die Mehrheit aller Zeitgenossen die übliche, oft die einzige Art sprachlicher Selbstbehauptung ist, bleibt stets das schlechterdings Nichtssagende, ist unerheblicher noch als ein Fluch, ein Gebet.

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Die Meinung, die ich allenfalls habe, ist nichts anderes als das, was ich sagen will und … aber nicht sagen kann.

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Jemandem die Meinung zu sagen und dabei auch noch zu meinen, man sage die eigene Meinung, ist Ausdruck nur von Ohnmacht, Einfalt.

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aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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