Langeweile

Wenn ich nichts mehr mit mir anzufangen weiß; wenn ich vorm Spiegel wie vorm Fernseher mich langweile … kurz, wenn ich den Anfang vom Ende erreiche, also nichts mehr mir vornehme, nur noch abwarte, bis all die laufenden Bilder zum Testbild erstarren, und wenn dann, von den entzündeten Augenrändern her, plötzlich die Wirklichkeit hereinbricht, ist für mich plötzlich auch die Zeit zum Schreiben da.
Wo es nichts mehr zu sagen gibt.


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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