Lücke

Das Gespräch … jedes Gespräch lebt von der Lücke; nur dort, wo das Sprechen unterbrochen, ausgesetzt wird, kommt es zum Gespräch.
Der Abbruch der Kommunikation ist Voraussetzung des Dialogs. Ja … sagt Lorenz: »Dem Menschen ist es versagt, sich in seiner Individualität unmittelbar auszusprechen; er muß hoffen, daß er zwischen seinen immer vergeblichen Worten wahrgenommen wird … von einem, der ihn sprechen sieht
Nein: »Das Subjekt kann sich nicht direkt aussprechen; es findet sich nie in dem, was es sagt, sondern nur in dem, was es nicht sagt.«
Ja: »Der Ort des Subjekts ist die Leerstelle zwischen den Worten.«


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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