Menschenwürde

»Gibt es«, fragt rhetorisch der Schriftsteller D. in seinem Essay über »Die Literatur und das Leben«, »zum Schreiben einen bessern Grund als die Schmach, ein Mensch zu sein.«
Die Schmach, ein Mensch zu sein, kann hier, vom Schreibgrund einmal abgesehen, nur begriffen werden als die Schmach, zur Menschwerdung unfähig zu sein.
Denn eher wird der Affe Maler, als daß der Mensch Mensch würde; nämlich ein anderer.


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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