N. N.

Das Werk schließt den Autor, indem es ihn ermöglicht, aus. »Autor, Schöpfer, Dichter … diesen Menschen hat es niemals gegeben«, meint dezidiert Rimbaud, Inbegriff genialischen Wollens und Könnens; und Mallarmé soll sich einst, vor Freunden und Kritikern, dagegen verwahrt haben, mit »jenem Herrn« verwechselt zu werden, »der diesen Namen trägt«.
In solchem Verständnis kann der Autor immer nur ein Anderer sein, nämlich der, der dem Werk seinen Namen gibt und eben dadurch ihn verliert.


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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