Verschieden

Nur im Raum findet der Tod statt, in der Zeit gibt es ihn nicht. Wer stirbt, der segnet das Zeitliche, lebt weiter im Gedächtnis derer, die ihn überleben, in den Spuren oder auch nur in der Leere, die er hinterläßt; die Tatsache, gelebt zu haben, ist stärker als die Tatsache, tot zu sein.
Unsterblichkeit setzt Sterblichkeit voraus; nur wer stirbt, gestorben ist, kann Unsterblichkeit gewinnen.


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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