Wir

Ich: »Es ist zum den Verstand verlieren.«
Sie: »Es ist am Verstand, zu verlieren.«

*

Ich: »Wenn ich schlafe wovon schlafe ich.«
Sie: »Wenn ich träume wer mich träumt.«

*

Ich: »Trüg ich dich auf
Händen, übertrüg ich deine Masse
und Gewichte in den Raum
der Zeit.« Sie: »Pro Zoll ein Stündchen
im Massagesalon und pro Gramm
ein Arbeitstag.« Ich: »So
würde ich fast ewig, jedenfalls
sehr lange leben.« Sie: »Denk mal an
die Spanne zwischen Knie
und Kinn. Welche
Mitte. So nah am Kind.« Ich:
»Aber dieses Ziel
bewegt sich auf den Weg zu. Milli-
meterweise. Und immer
von oben.«

*

Ich: »Steck dir die Rose rechts ans Ohr.«
Sie: »Eros schließt die Rose aus.«

*

Sie: »Der Stimme ist’s egal, was sie sagt.
Die Stimme fragt nie.«
Ich: »Nein; sie weiß nicht, was sie sagt.«


aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand.
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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