Franz Fühmann: Vor Feuerschlünden

Fühmann-Vor Feuerschlünden

Als ich Trakls Erscheinung zum ersten Mal wahrnahm, im photographischen Abbild, Erinnerungspose, den walzigen Körper leicht vorgeneigt, eine Strickmütze schief über dem rechten Ohr, und verbindliches Lächeln neben seinen Begleitern, erschrak ich auf eine unglaubliche Weise: nicht zuerst, daß es diese Gestalt war, sondern überhaupt eine, überhaupt eine Leibhaftigkeit. – Dann auch, daß es diese war. – du sollst dir kein Bild machen; ich hatte keines, nur seine Gedichte, und die blieben im Wechsel fast zweier Jahrzehnte Offenbarungen einer Feuergottheit: niederfahrende Flamme in Finsternissen; lodernder Dornbusch; Föhn und Fackel; düsterer Glanz aus Höllentiefen; mitunter die Milde von Abendröten, und noch unter den Krusten des Verdrängens die weiterschwelende Glut einer Lava, die unvermutet in Bruchstellen droht.
Ich brauchte kein Bild, und ich wehrte es, da es mir aufgedrängt wurde, wie übrigens auch biographische Einzelheiten, so lange ab, bis ich schmerzhaft zu begreifen begann, daß ein Dichter auch ein Mensch ist, und nicht nur ein Mund.
Diese Erkenntnis, die mir übrigens noch nicht lange zuteil ist, fordert eine Summe von Erfahrung, und eben von ihr möchte ich erzählen.

 

 

Vorbemerkung

Am Anfang dieser zweihundert Seiten stand ein Auftrag des Verlags Philipp Reclam jun. zu Leipzig; er trug mir, nachdem ich schon vor Jahren für ihn eine Auswahl der Dichtungen Georg Trakls besorgt, nunmehr deren Gesamtherausgabe an, und zu so einem Unterfangen gehört ja bei uns unabdingbar ein Nachwort. Ich willigte ein und dachte an zwanzig, der Verlag an vierzig Seiten; es wuchs sich aus. Dem Einwand des überraschten Verlegers, daß ein Nachwort von zweihundert Seiten in keinem recht glücklichen Verhältnis zu den achtzig Seiten des Dichtungstextes stehe, konnte ich mich nicht verschließen, und so einigten wir uns auf Auszüge.
Daß der gekürzten Fassung des indes ja gedruckten Nachworts baldmöglichst die unverkürzte folge, stand für mich dabei außer Zweifel. Da ist sie nun, doch nun fehlt ihr wieder ihr ursprünglicher Bezug und Ort, und ich habe nicht mehr die Kraft gefunden, den Charakter des Nachworts zu tilgen: Diese zweihundert Seiten umzuschreiben hätte bedeutet, sie neu zu schreiben, und dazu war ich zu erschöpft.
So möge denn der freundliche Leser vor allem die nunmehr befremdliche Apostrophierung als „Leser“ in Kauf nehmen: „Der Leser wird…“ – „Der Leser hat sicher…“ – „Dem Leser wird nicht entgangen sein…“ – es ist damit der Leser Trakls gemeint. So mache er aus meiner Not seine Tugend und lese tatsächlich das Werk Trakls, zumindest jene der Gedichte, auf die mein Bericht immer wieder zurückgreift.

Franz Fühmann, Vorwort

 

Menschheit vor Feuerschlünden
aufgestellt…

Das Werk des frühexpressionistischen österreichischen Lyrikers Georg Trakl (1887–1914) war im Mai 1945 wie ein Feuerstrom in Franz Fühmanns Bewußtsein getreten: ein zufällig erworbener Gedichtband; das letzte Gespräch mit dem Vater, der Trakl kurz vor dessen tragischem Ende begegnet war, ohne von Größe und Not dieses Dichtung gewordenen unlebbaren Lebens etwas zu ahnen; der Aufbruch des jungen Soldaten, der schon Gedichte schrieb, ins Ende des zweiten Weltkriegs, in Kriegsgefangenschaft und Neubeginn vorm Höllenlicht der Öfen von Auschwitz, vor dem sich Fühmanns radikaler Bruch mit allem vergangenen vollzog. – Doch die Flammengestalt Traklscher Dichtung wirkte weiter, wenn auch lange Zeit nicht wahrgenommen oder gar zurückgedrängt, und so wurde erst ein Auftrag zur Herausgabe und Kommentierung von Trakls Gesamtwerk zum Anlaß, dieses Wirken bewußt zu machen und mitzuteilen – als Erfahrung mit Dichtung, in der sich nun freilich ein Leben rundet, mit allen Widersprüchen und Brüchen. Statt des geplanten Nachworts entstand in mehrjähriger Arbeit ein faszinierender Text ganz eigener Gestalt (am vorgegebenen Ort nur als Torso zu veröffentlichen): ein weitausgreifender autobiographischer Essay, in dem Franz Fühmann die ästhetische Summe aller seiner bisherigen Bemühungen zieht, Wesen und Wirkung von Dichtung zu bestimmen und erlebbar zu machen, über die genaueste Interpretation ausgewählter Gedichte Trakls wie über die Darstellung dessen, was ihm mit diesen Versen geschah. Auf dem spannungsreichen Wechsel von erzählenden und von erörternden Passagen, die Wege zur Gewinnung eines Gedichts zeigen wollen, ohne je Anspruch auf ausschließliche Gültigkeit zu erheben, beruht nicht zuletzt die Ausstrahlungskraft des Essays; auch abgelöst vom Werk Trakls vermag er so dem noch ungeübten Leser von Gedichten den Zugang zu jener modernen Lyrik (oder Lyrik der Moderne) zu erleichtern, die sich herkömmlichem Verstehen-Wollen entzieht.
„Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht“ ist aber vor allem ein Buch Fühmanns über Fühmann, ein Buch der Selbstfindung, des Nachdenkens über Wandlungen, an dessen Ende die Erkenntnis steht: „Ich hatte das Werden eines Menschen bislang als ein Nacheinander, wenn auch in seiner Entfaltung gesehen; nun… begriff ich, daß dies Werden auch ein zugleich ist: Du verlierst nichts von dem, was du einmal warst, und bist gewesen, was du erst wirst.“

Hinstorff Verlag, Klappentext, 1982

„Schreiben ist doch im Grunde die Erfahrung des Scheiterns“

(…)

Klaus Antes: Herr Fühmann, ihr großes Thema, so haben Sie es schon wiederholt gesagt, ist die Sie quälend beschäftigende Frage: Was ist mir geschehen, was habe ich erfahren, was ist mein Weg? Mehr als zwanzig Jahre lang haben Sie mit dieser Fragestellung an ihrem Trakl-Buch gearbeitet. Was hat Sie zu Trakl geführt, ausgerechnet zu Trakl, warum hat gerade dieser Dichter Sie so sehr interessiert?

Franz Fühmann: Ja, also, ich hab nicht zwanzig Jahre daran gearbeitet, sondern in dem Buch sind zwanzig Jahre Erfahrung mit Trakls Gedichten verarbeitet. Gearbeitet habe ich an diesem Buch dennoch mehrere Jahre, das ist schon richtig.
Wie ich dazu gekommen bin? Ich hatte Genesungsurlaub, kam aus dem Lazarett. Was an und für sich schon Wahnsinn ist, so einen Schein gekriegt zu haben. Jeder Feldgendarm, wäre ich einem in die Hände gefallen, hätte mich am nächsten Baum aufgehängt. Aber ich hatte diesen Schein – und überhaupt keinen Begriff von der Gefahr, in der ich schwebte. Ich war zu Hause, der letzte Abend, der Urlaub ist abgelaufen, dann kam der Marschbefehl, es war – glaube ich – der 5. Mai 1945. Ich saß am Abend zu Hause und las ein Buch mit Gedichten, die mich tief bewegten und erschütterten; in einer Weise, wie das Dichtung vordem noch nie bei mir bewirkt hatte. Da fühlte ich wirklich den Boden unter den Füßen beben, das war eine existentielle Erschütterung: Das waren Gedichte von Georg Trakl!
Und plötzlich fragte mich mein Vater, der mir gegenübersaß und in einem pharmazeutischen Fachbuch herumstöberte (wir tranken eine Flasche Wein zusammen), nach meiner Lektüre. Er nahm mir das Buch aus der Hand, zeigte sich erstaunt – und es stellte sich dann heraus, daß mein Vater ein Stubenkamerad von Trakl gewesen ist, derselbe Jahrgang. Und Trakl war ja auch Militärapotheker gewesen. Sie waren zusammen im Felde – und mein Vater hatte Trakl als Stubengenossen immer nur den „spinnerten Schorschel“ genannt. Er wußte nicht, daß er ein bedeutender Dichter geworden ist; er hatte ihn schlicht für einen Wahnsinnigen gehalten und nie etwas von den Umständen seines Todes erfahren.
Und mein Vater begann, mir mehr vom „spinnerten Schorschel“ zu erzählen, wie sie ihn gequält und gehänselt haben. Das war das letzte Gespräch im übrigen, das ich mit meinem Vater hatte.
Mit Trakl im Kopf geriet ich später in die Kriegsgefangenschaft. Später hörte ich Vorträge über die marxistische Kultur- und Literaturtheorie. Trakl stand hier plötzlich vor mir als Inbegriff der Dekadenz, als Gegenpol zum sozialistischen Realismus. Trakl, das war der absolute Tiefpunkt, der Teufel. Trakl, mein Erschütterer.
Und so kam es nun zu einem zwanzig Jahre lang währenden Kampf, in dem ich natürlich nicht Tag für Tag stand, der aber an gewissen Brennpunkten in der öffentlichen Kultur- und Literaturdebatte immer wieder aufbrach. Es war ein Kampf zwischen der Poesie und – ich formuliere es einmal schonend – falsch verstandener Ideologie; ein Kampf, den die Poesie gewonnen hat.

Antes: Ist es möglich, dem Verständnis von Dichtung – wie Sie es mit Trakls Dichtung versucht haben – durch eine so intensive Auseinandersetzung wirklich näher zu kommen? Sie haben sich das abschließend im Sturz des Engels doch auch gefragt.

Fühmann: Im Sturz des Engels habe ich notiert: „Wir wollen es hoffen und fürchten zugleich, daß sie in dem Maß, daß wir ihr nahten, sich uns auch entzogen hat. Die erste Begegnung ist zumeist die innigste, aber sie ist unwiederholbar; sie zwingt uns, das Gedicht verstehen zu wollen, um es ganz als das unsere zu haben, doch je mehr wir von einer Dichtung verstehen um so strahlender, ein dunkles Feuer, tritt ihr unerhellbares Geheimnis hervor.“ Ja, so ist es wohl. Es bleibt immer noch alles zu sagen. Schreiben ist qualvoll. Schreiben ist doch im Grunde die Erfahrung des Scheiterns… Mit dem Rücken an der Wand.

die horen, Heft 128, Winter 1982

Franz Fühmanns Trakl-Essay Vor Feuerschlünden

Der aufmerksame Fühmann-Leser war auf dieses Buch längst eingestellt. Bereits in seinem „Brief an den Minister für Kultur“ vom 1. März 1964, in dem Franz Fühmann erstmals öffentlich die Bedingtheit seiner Möglichkeiten und seines schriftstellerischen Wegs erörterte, hatte er Georg Trakl als einen der bedeutenden Expressionisten genannt, die wir nicht „dem Feind“ überlassen dürften und deretwegen er forderte:

Wir sollten uns… mit wichtigen Persönlichkeiten, Werken und Entdeckungen der spätbürgerlichen… Kultur ernsthaft wissenschaftlich auseinandersetzen, anstatt sie mit billigen Sentenzen abzutun.

Anfangs der siebziger Jahre bekannte er im Interview mit Josef-Hermann Sauter:

… ein großes, tiefgreifendes Erlebnis war Trakl, den ich erst in den letzten Kriegswochen kennenlernte, das war für mich eine echte Erschütterung gewesen, da wurde viel bewegt.

Das kurz danach entstandene Buch 22 Tage oder Die Hälfte des Lebens (1973) nahm zwar nirgends ausdrücklich auf Georg Trakl Bezug, diskutierte aber Selbstverständnis und Wirklichkeitsverhältnis, Geschichtserfahrung und Literaturauffassung Fühmanns mit neuartiger Offenheit, behandelte Themen wie Tabu und Schema, Selbstzensur und Ehrlichkeit, fixierte wichtige Maximen für die eigene Arbeit, diente ganz offensichtlich der Vorbereitung auf Künftiges. Daneben lief schon die Besorgung der Trakl-Auswahl für Reclams Universal-Bibliothek, erst 1975 (mit Verzug) erschienen und ohne das anfangs geplante Nachwort von Fühmann, für den hier Stephan Hermlin einsprang. Gegen Ende der siebziger Jahre, in deren Verlauf seine Essayistik eindrucksvoll wuchs und reifte, schrieb Fühmann dann schließlich seinen Trakl-Essay, der zunächst als Nachwort einer umfangreichen Werkausgabe bei Reclam gedacht war, für diesen Zweck aber beschnitten werden und ein Eigenleben als selbständiges Buch bekommen mußte: Von diesem Buch, das der Rostocker Hinstorff Verlag 1982 vorlegte, soll hier gesprochen werden. Denn es ist nicht nur ein Werk von seltener Ausstrahlungskraft, sondern vereinigt in sich bei aller Eigenständigkeit bezeichnende Tendenzen der jüngeren DDR-Literatur: es bereichert den seit Jahrzehnten andauernden Schriftsteller-Dialog über Wesenheiten und Möglichkeiten der Literatur, es folgt dem ausgeprägten Zug zum Authentischen, zu bekennendem Lebensbericht und öffentlicher Beichte, es kritisiert frühere Stadien eigenen Denkens und Handelns, scheut nicht die unerwartete Entdeckung, führt menschliche Gewissenhaftigkeit vor und fordert sie heraus.
In einer Vorbemerkung erklärt der Autor, er habe am Ende nicht mehr die Kraft gefunden, seinem Essay für die Separatausgabe den Nachwort-Charakter zu nehmen. Eine notwendige Entschuldigung? Mir scheint, hier täuscht sich Fühmann über die weite Entfernung seiner Arbeit von allem, was man sonst als Nachwort zu Werkausgaben kennt. Zweifellos hat er den ursprünglichen Auftrag des Verlags nie aus dem Sinn verloren, ihn vielmehr nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt. Unbestreitbar leistet er mit seinem Essay sehr vieles, was man vom Verfasser eines solchen Nachworts erwartet: Er führt den Leser in die Lebenswirklichkeit Georg Trakls ein, unterbreitet ihm wichtige Selbstzeugnisse des österreichischen Expressionisten, zitiert zeitgenössische Dokumente zur Person, greift Ergebnisse der Trakl-Forschung auf und weist unangemessene Deutungen der bürgerlichen Sekundärliteratur zurück. Er unternimmt weitläufige Detailuntersuchungen, wortgeschichtliche Exkurse, statistische Beobachtungen an Trakls Lyrik. Er demonstriert an exemplarischen Gedichten stilistische Eigenarten und charakteristische Verfahren des Dichters Trakl, verdeutlicht sie durch Vergleiche mit Texten von Liliencron bis Georg Heym, informiert selbstverständlich auch über die große Bedeutung Rimbauds für den nachgeborenen Österreicher. Das alles aber geschieht weitab vom üblichen: im Rahmen eines autobiographisch-bekenntnishaften Essays und nach dessen eigenen Gesetzen. Nicht nur, daß dieser vieles andere enthält, was vom gewohnten Nachwort einer Werksammlung nicht erwartet wird. Das unerwartete Zusätzliche erweist sich durchaus nicht als eine bloße Zutat, die sich entbehren ließe; nein, es ist nichts Geringeres als die unverzichtbare Bedingung des Ganzen, seines Inhalts wie seiner Form. Der Untertitel des Buches gibt in aller Kürze tatsächlich denkbar genaue Auskunft über seine Anlage und Ausführung: Es handelt zuerst und zuletzt von Franz Fühmann selbst, weil eben von seiner „Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht“.
Ist der Essay dann aber, so könnte nun leicht gefragt werden; nicht doch dem ursprünglichen Auftrag wie dem eigentlichen Gegenstand unangemessen? Nein: gerade durch das Darbieten der eigenen Erfahrung mit Trakls Lyrik vermag Fühmann als überzeugender Mittler zu wirken zwischen seinem Leser und dem dunklen Dichter aus Salzburg. Indem er vorführt, wie Trakl ihm selber wichtig, vertraut und unentbehrlich wurde, hilft er auch dem Leser am allerbesten, sich eigene Wege zum gleichen Poeten und dessen Dichtung zu bahnen. Das klingt allerdings sehr schlicht und geradezu behaglich, bedarf also schnellstens der Korrektur; denn so einfach der besagte Grundgestus des Buches auch sein mag, so kompliziert und spannungsreich ist, seine Ausführung (ohne darüber den einleuchtenden Charakter zu verlieren). Mit dem persönlichen Verhältnis zu Trakls Gedicht und Gestalt stehen für Franz Fühmann brennende Fragen seiner moralischen und dichterischen Existenz zur Debatte, und so ist der Trakl-Essay unbeschadet seiner dienenden Absicht eine Selbstdarstellung seines Verfassers.
Wie das übereingeht, zeigt ein Blick auf die Struktur des Essays. Seine acht Kapitel ungleicher Länge enthalten allesamt autobiographische Aussagen in grundsätzlich chronologischer Folge, freilich nicht als zusammenhängende epische Mitteilung. Jedem der acht Kapitel sind aber auch Aussagen über die Dichtung bzw. die Persönlichkeit Trakls zugeordnet; manche davon wachsen organisch aus dem autobiographischen Material heraus, andere werden einfach in den Gedankenfluß des Essayisten hineingezogen, der ja das Ganze gleichsam vor den Augen des Lesers verfertigt. Der Essay ist ein Prozeß in mehrfacher Hinsicht: zum einen als sukzessive Darstellung des Trakl-Lesers Fühmann an verschiedenen Punkten seiner Lebensbahn von der ersten Begegnung in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart mit der Erledigung des Verlags-Auftrags, zum anderen als der im Schreibvorgang verwirklichte Versuch, den erreichten Stand des eigenen Trakl-Verständnisses durch die entschieden kritische und selbstkritische Abrechnung mit allen früheren Behinderungen dieses Verständnisses als ein produktives Angebot an den Leser heranzubringen. Die eigenartige geistige Spannung des Buches ergibt sich aber nicht einfach aus dieser Mehrschichtigkeit, sondern vor allem daraus, daß die Trakl-Aneignung Fühmanns ein von schweren Konflikten begleitetes Ringen und nicht etwa eine sanft gleitende Annäherung an Georg Trakl oder ein allmähliches Eintauchen in die Welt jenes Dichters ist.
Formelhaft und doch mit Worten Fühmanns ausgedrückt, steht im Zentrum des Essays der Konflikt zwischen Dichtung und Doktrin, der Konflikt zwischen der unwiederstehlichen Anziehungskraft und poetischen Evidenz Traklscher Lyrik auf der einen und dem als verbindlich genommenen, als absolutes Verdikt gegen Trakl verstandenen Dekadenz-Begriff, wie er noch im Kulturpolitischen Wörterbuch gefaßt ist, auf der anderen Seite. Daß sich dieser Konflikt aufbaut und zu einem existentiellen Problem für den Autor wird, hat Voraussetzungen, die der Essay vollkommen verständlich macht. Dem in der Nazi-Ideologie befangenen Soldaten Fühmann, der noch in den letzten Kriegstagen auf den deutschen Endsieg hoffen zu können glaubt, vermittelt die Lyrik Trakls die deutliche Ahnung vom wirklichen Ausgang des Krieges, und so wird ihm die Entdeckung dieses Dichters zur Sternstunde, dessen Dichtung zum kostbarsten, tief im Innersten wirkenden Eigentum. Die Zeit der Kriegsgefangenschaft im Kaukasus bekräftigt das insofern, als Verse von Trakl dort als gültiger Ausdruck eigenen Lebensgefühls erfahren werden. Die Kriegsgefangenschaft aber leitet zugleich einen Prozeß ein, in dessen raschem Verlauf Fühmann einen entschiedenen Klassenwechsel zu vollziehen trachtet. Er lernt sich als Sozialisten begreifen und übernimmt dabei Denkmuster, die seine andauernde Liebe zu Georg Trakls Dichtung als ein Zeichen bekämpfenswerter Verhaftung im Alten, als auszurottenden Rest seines früheren Ichs erscheinen läßt. Aber weder gelingt es ihm, auf diese Liebe zu verzichten, sie rational aufzuheben, noch vermag er seine Trakl-Texte zu vernichten. Es bildet sich und bleibt ein tiefer Riß zwischen Denken und Fühlen, der so quälend wird, daß verzweifelte Versuche der Verdrängung zum Alkoholismus führen, zum bedrohlichen Persönlichkeitsverlust, der ihn schließlich zum Patienten einer psychiatrischen Klinik werden läßt. Von hier aus gesehen, ist der Trakl-Essay die bewundernswerte Bewältigung einer tiefen Krise oder zumindest ein zwingender Beweis ihrer Bewältigung; ein Akt der Selbstbefreiung, Selbstreinigung, Selbstfindung, den vollzogen zu wissen ein jeder begrüßen muß, der den Menschen Fühmann und seine Bedeutung für die Literatur des sozialistischen Deutschland kennt. Wieweit bedeutet nun aber Franz Fühmanns jüngstes Buch einen Beitrag zu eben dieser Literatur, die sich besonders heute, unter den Bedingungen des schweren Kampfes gegen die durch imperialistischen Rüstungswahn ungemein verschärfte Kriegsgefahr, als dem Menschen in unserem Lande hilfreich zu bewähren hat? Eine derart große Frage darf gestellt, aber keinesfalls leichtfertig beantwortet werden. Niemand sollte aus dem Essay herauslesen, der Autor entziehe sich seiner politischen Verantwortung als Schriftsteller der Deutschen Demokratischen Republik, wenn er seine Erfahrung mit Georg Trakl unbeschönigt mitteilt und dabei kritische Wertungen von Tatsachen unseres Lebens und von Erscheinungen aus der Geschichte des Sozialismus vorbringt. Fühmanns leidenschaftlicher Einsatz für die Anerkennung Trakls als eines großen Dichters bliebe ohne die scharfe Abgrenzung von dogmatischen Fehlurteilen samt deren Prämissen inkonsequent und entbehrte dann auch seiner Überzeugungskraft. Doch wie der Autor nicht auf Kritisches verzichten mag, um produktiv sein zu können, es darf sich der Leser auch nicht auf einen unkritischen Nachvollzug des Essays einstellen, wenn dessen Produktivität voll wirksam werden soll. (Übrigens setzt das Buch den kritisch mitarbeitenden Leser voraus und verfolgt nicht das Ziel, zu überreden.) Ich selbst muß z.B. den Eindruck festhalten, daß Fühmann dazu neigt, die aus einem Stichwort Stephan Hermlins, entwickelte Formel „unlebbares Leben“, die zunächst nur auf Trakls Existenz bezogen ist, mehr und mehr als allgemeingültig zu nehmen. Ich muß, einigermaßen befremdet, feststellen: Fühmann bezweifelt entschieden, daß „der Kinder blasser Todesreigen“ (eine Trakl-Metapher, die er ins Soziale zurücktransportiert) jemals aufhören werde. Ich kann nicht davon absehen, daß der Essay einen fatalistischen Zug erhält, wenn sein Autor die Determiniertheit des individuellen Daseins mit auffälligem Nachdruck herauskehrt und aus dem Baudelaire-Wort, die Poesie wirke wie das Verhängnis, einen Leitgedanken macht: „Doch auch der Alltag wirkt so.“ Ich erschrecke, wenn ich lese, daß Fühmann jenes gegen den Gedanken dichterischer Teilnahme an der Weltveränderung gesetzte Diktum von Gottfried Benn annimmt, der Dichter sehe dem Elend der Welt zu. Und unter welchem Horizont der Autor die heutige Welt sieht, wird mir von vornherein deutlich spürbar, da er das aktuelle Menetekel seines Titels aus dem Trakl-Vers gewinnt:

Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt…

Kann ich aber aus all dem schließen, daß Fühmanns Buch desorientierend und entmutigend wirken muß? Das schiene mir abwegig und unzulässig. Sein Thema ist nicht die Zukunft der Menschheit und nicht die Frage ihrer Garantien. Der Verfasser ist ein Dichter, kein Politiker. Sein Buch ist ein notwendiges Kunstwerk, das von der eigenen Erfahrung mit Georg Trakls Gedicht handelt und durch die eindringliche Behandlung dieses Gegenstandes etwas sehr Hilfreiches leistet: Es vermittelt dem empfänglichen Leser eine stark anregende Vorstellung davon, daß und wie es dem Menschen möglich ist, noch mit schwersten Belastungen und ärgsten Gefährdungen fertig zu werden. Der von diesem Buch vorgetragene und mit ihm eingelöste Anspruch an den Menschen ist nach meiner Überzeugung im sozialistischen Humanismus restlos aufzuheben. Und auch ohne ausdrückliches und bedingungsloses Bekenntnis zur heutigen Politik der Deutschen Demokratischen Republik und trotz seines – mit Respekt gesagt – weltanschaulichen Eigensinns zeugt Fühmanns Buch vor aller Welt unmißverständlich für die Gesellschaft, in der er lebt und arbeitet.
Ich vermöchte das nicht mit solcher Entschiedenheit zu verfechten, wenn ich nicht durch immer neues Lesen immer tiefer erlebt und begriffen hätte, daß es nichts anderes als die ungemein hohe Moral des Autors ist, die den kräftigen Kern des Buches ausmacht, es durch und durch prägt und alle seine anderen Qualitäten erst eigentlich hervorbringt. Diese Moral besteht für mich nicht einfach in der unerhörten Offenheit und Ehrlichkeit, die allein schon bewundernswert genug ist und an berühmte Beispiele der Weltliteratur erinnert. Dazu gehört auch das Pflichtgefühl gegenüber dem erniedrigten und beleidigten, verfemten und verkannten Dichter Trakl. Dazu gehören Fühmanns Aufmerksamkeit, Bescheidenheit und Sensibilität gegenüber dem Leser. Vor allem anderen aber gehört dazu die unerbittliche Strenge der Selbstanalyse, die den Autor noch vor der geringsten Versuchung bewahrt, das eigene Bild zu beschönigen und anderen ungebührliche Anteile der Schuld an erlittenen Leiden und bösen Nöten zuzuweisen. Wenigstens einer von vielen menschlich großen Sätzen aus Fühmanns Buch stehe hier als Beleg:

Der Konflikt zwischen Dichtung und Doktrin war unvermeidlich; beide waren in mir verwurzelt, und beide nahm ich existentiell. Es war mir ernst mit der Doktrin, hinter der ich noch durch die verzerrtesten Züge das Gesicht: der Befreier von Auschwitz sah, und es war mir ernst mit der Dichtung, in der ich jenes Andere ahnte, das den Menschen auch nach Auschwitz nicht aufgab, weil es immer das Andere zu Auschwitz ist.

Manches Wichtige, wünschte ich wenigstens, ist damit schon gesagt oder immerhin angedeutet. Vieles aber, allzu vieles, bliebe noch herauszustellen und anzumerken. Authentizität, das Wort hat durch häufigen Gebrauch leider stark gelitten, kann als ein hervorstechendes Merkmal des Fühmannschen Essays gelten. Schließt das ein, daß er im vollen Sinne des Wortes eine Kunstleistung ist? Franz Fühmann erweist sich hier, und ich meine: gerade hier, als ein wirklicher Meister. Sein Essay ist vielschichtig, erfaßt vielerlei Material, darunter manches spröde, und dennoch präsentiert er sich als eine Einheit, als ein Ganzes. Dazu tragen souverän eingesetzte Leitmotive von großer Integrationskraft wesentlich bei: wichtige Verse und Worte Trakls; die ins Philosophische greifende Formel „unlebbares Leben“; das bedeutungsträchtige Wort Auschwitz, das neben seinem weiten politisch-historischen Horizont aus früheren Arbeiten Fühmanns einen besonderen autobiographisch-bekenntnishaften Sinn mitbringt; das vom Dozenten der Antifa-Schule mitgegebene strikte „tertium non datur“; das sich wandelnde Bild des Vaters Fühmann; vor allem aber das von Trakl übernommene Engel-Motiv, als lebensbegleitende Vision des Autors in ergreifenden Wandlungen gestaltet. Der Essay ist ein geschlossenes Werk, das sich doch offenhält, nicht nur im Sinne anspruchsvoll-einladender Zugänglichkeit, sondern auch durch anregendes Hinausweisen über sich selbst. Die Kunstform des Tagebuchs hatte dem Autor von 22 Tage oder Die Hälfte des Lebens Raum zur experimentellen Entfaltung, zu vielfältiger Selbsterprobung gewährt und zugleich den sicheren formalen Rahmen dafür geboten. Hier nun mußte Fühmann dem disparaten Material mit erheblicher synthetisierender Kraft beikommen, mußte er das Ineinander von Eigenem und Fremdem, das Miteinander von Erzählen, Vorweisen und Reflektieren auf bislang nicht gekannte Weise als einen Ablauf organisieren. Die sprachliche Eleganz und Evidenz des Buches bestätigt das Gelingen.
Schlechthin rühmenswert ist das Vorführen des eigenen Umgangs mit dem Gedicht, dem Vers, dem Wort Trakls. Nicht daß hier jede Einzelheit unanfechtbar wäre. Die tiefsinnige Erklärung der Traklschen Vorliebe für substantivierte Adjektive sächlichen Geschlechts zum Beispiel? geht an der Tatsache vorbei, daß sein Dichter diese auffällige Eigenart bereits bei Hölderlin voll entwickelt vorgefunden hat (wo übrigens auch schon das Wortbildungsmuster „Lieblingin“ vorgegeben war). Aber Franz Fühmanns suchend-bewegliches, nachdenklich-selbstkritisches, entdeckend-erkennendes und mitreißend-erlebendes Lesen des Georg Trakl ist, einmal als Darbietungsprinzip und dann als verwirklichte Möglichkeit, eine wunderbar werbende Alternative zum trockenen Kommentar bzw. zum zünftigen Germanisten-Aufsatz der doch immer unter dem Zwang steht, objektiv zu sein und Fertiges zu servieren. Indem Fühmann mit seiner Belesenheit und theoretischen Bildung das eigene intensive Bemühen um Trakls Gedichte vorführt, teilt er natürlich auch viel von seinem Dichtungsverständnis mit und liefert dem Leser dadurch zusätzlich reichen Stoff zum Nachdenken. Was Wunder, daß aller platter Rationalismus abgewiesen, die enge Frage nach der Abbildtreue verworfen, der Dichtung ihr kardinales Recht auf das Geheimnis zugesprochen wird. (Dabei will Fühmann keineswegs auf Idealismus hinaus; das offenbart sich besonders deutlich, wenn er, am Ende spontan materialistisch beschreibt, wie er das Salzburg aus der Traklschen Dichtung 1977 als Besucher der Stadt in der Realität wiederfindet.) Manche Fühmannschen Sätze zum Thema Dichtung kristallisieren sich jedoch zu Sentenzen, die aus ihrem Kontext unversehens hinausstreben, wie allgemeingültige Definitionen erscheinen möchten und dabei durch Einseitigkeit zur Diskussion reizen. Die wiederholt aufgestellte These, Gedichte seien eine andere Art Träume, trifft auf das reife Trakl-Gedicht ganz sicher zu, schon nicht mehr aber gilt es für die „Urworte“ Goethes (die gelegentlich vollständig zitiert werden) und am allerwenigsten für jene antifaschistische Lyrik Brechts, die immerhin punktuell berührt wird. (Oder habe ich einen zu pedantischen Begriff vom Traum?) Und die Überlegung, daß Trakls Gesamtwerk, aber vielleicht auch alle Dichtung „der weltweiten Moderne ein einziges großes Gedichtganzes darstellt, die Summe unserer Epoche, darin die Menschheit gezwungen ist, sich als Menschheit zu konstituieren, und eine Brüderschaft der Dichtung und Kunst geht ihr voran“?
Franz Fühmann behauptet hier nichts, sondern fragt; aber diese Frage kann dem aufmerksamen Leser nicht als beiläufiger Einfall gelten, verweist sie doch zu deutlich auf Grundvorstellungen dieses Dichters, die seinen Essay weithin durchwirken. „Literatur geht in Ideologie nicht völlig auf“, hatte er in seinem Beitrag zum VII. Schriftstellerkongreß der DDR formuliert. Wer den Trakl-Essay im vollen Bewußtsein der Tatsache liest, daß Literatur (und deutschsprachige zumal) heute, ob sie will oder nicht und über welche Vermittlungen auch immer, unweigerlich in heftige ideologische Kämpfe integriert ist, der wird vermuten müssen, daß der Autor inzwischen über seinen fast zehnjährigen Satz weit hinausgegangen ist. Zwar sieht er in der Rückschau auf seine Erfahrungen mit Trakls Gedicht selbstverständlich die nazistische Verblendung des früheren Ichs mit aller erdenklichen Schärfe, zwar markiert er auch hart die aus seiner forcierten Hinwendung zu untief gefaßten marxistischen Lehren folgende ideologische Befangenheit gegenüber dem geliebten Dichter. Aber die dritte Möglichkeit, wie der Essay als Ganzes sie positiv vorführt, beruht samt ihren starken Reizen und ihrer oben gewürdigten Ausstrahlungskraft auf einer kühnen Vereinfachung komplizierter Realität. Fühmanns Essay bietet ein Modell voraussetzungslosen Lesens. Ich vereinfache nun selbst, um in aller Kürze zu verdeutlichen: Franz Fühmann setzt sich Georg Trakl gegenüber, als gehe Literatur an Ideologie völlig vorbei und als gehe Ideologie völlig an Literatur vorbei. Der Essayist behauptet und bewährt sich gegenüber Trakl sozusagen als ein utopischer Leser. Er liest nicht aus der politisch-weltanschaulichen Sicht der revolutionären Arbeiterklasse, deren Standpunkt zu erreichen er wegen seiner (mangelnden) Erfahrung im Grunde nicht für möglich hält. Er liest aber selbstverständlich erst recht nicht aus der Sicht kapitalistischer Bürgerlichkeit, mit der er schaudernd für immer gebrochen haben will. Also begegnet uns plötzlich eines der Leitmotive aus dem Buch: Gibt es denn ein Drittes? Wenn ich recht sehe, so entwirft sich der Dichter des Trakl-Essays die ihm wünschenswerte dritte Position, die sich von den politischen und sozialen Grundtatsachen der Gegenwart poetisch (in den Grenzen des Buches) emanzipiert, den Standpunkt einer ungeteilten Menschheit, deren mögliche Brüderlichkeit durch das sie betreffende Dichterwort Wirklichkeit wird. Eine solche Utopie, die mich mit ihrer humanen Intention tief anrührt, kann freilich in unserer Ideologie nicht aufgehen, und sie geht, was schwerer wiegt, eben in der Wirklichkeit der gegenwärtigen Welt nicht auf.
Diesen Versuch kritischen Verstehens auszusprechen, dazu forderte mich die Offenheit und Ehrlichkeit des Trakl-Essays heraus, für die dem Autor wohl auch ein solcher Dank gebührt. Glättendes Lob, wie es ihm bisher von unserer Kritik zuteil wurde, wird ihm nicht gerecht.

Hans Richter, 1983, aus Hans Richter: Werke und Wege. Mitteldeutscher Verlag, 1984

 

Isabel Cole über Franz Fühmann und seine Ausführungen zu Trakl – Erfahrung mit Fühmanns Gedicht Vor Feuerschlünden: Übersetzungsprobleme Teil 1

IN RICHTUNG DER ERSATZTEILE
Nach Franz Fühmann

Sie waren zwei Rassehähne,
die hurtig die Hennen betraten.
Jetzt sind es zwei Wasserhähne –
das hat mir ein Klempner verraten.
Der zaubert: ein Laien-Magier,
und hatte Ersatzteile nötig –
da ging er kurz vor die Tür
und sagte: „Wartet, euch löt ich!“
Und zauberte, simsalabimm,
zwei Wasserhähne, die er ins Klo
montierte den Gebrüdern Grimm.

Das war die PGH aber froh.

Kurt Bartsch

 

MÜNDIG

Die Tränen der Plattform,
ehe sie verlaufen,
reden mit mir: wie die Meinung
mich reute.

Ruhe, Ruhe, zur Ruh
spricht die Buche mir zu.
Ja, lallt die Pappel?
Was verficht denn die Fichte?

Fingerhut? Füchse? Nichts
sagen Birken. Zum Ahorn! was
ist eine Ahorns-Antwort?
Und was lispelte die Linde?

Tränen und Berg und Tal.
Ehe sie verlaufen,
die Tränen der Plattform
reden mit mir wie die Leute. 

Dezember 1981
Für Franz Fühmann

Elke Erb

 

Zum 70. Geburtstag des Autors:

Hans Richter: Ein verlorener Sohn Böhmens
Sinn und Form, Heft 4, Juli/August 1992

Zum 95. Geburtstag des Autors:

Walter G. Goes: Versuche über Literatur
Ostseezeitung Rügen, 14.1.2017

Fakten und Vermutungen zum Autor + Archiv + KLG
Porträtgalerie
Gedenkartikel: Uwe WittstockUwe Kolbe + 2 + 3Max Walter Schulz,
Christa Wolf + Ulrike Almut Sandig + Dietmar Riemann
Interviews: mit LehrerInnen, mit Hans-Georg Soldat

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