Hans Bender: Wie es kommen wird

Bender-Wie es kommen wird

ERINNERUNG AN DIE AUTOREN
DER GRUPPE 47

Behaltenswert die Orte, wo sie
Jahr um Jahr sich trafen.
Sie lasen vor. Sie kritisierten.
Sie wollten mit der Bachmann schlafen.

 

 

Der Schriftsteller, Dichter und Gründungsherausgeber

der Akzente Hans Bender hat mit haikuähnlichen Vierzeilern seine ideale Form gefunden.

Vertraute Wörter, Rhythmen, Reime,
vier Zeilen, leicht zu verstehn.
Schön, meine Freundinnen und Freunde
bei der Lektüre lächeln zu sehn.

Elegant und witzig, kritisch, melancholisch und manchmal bissig – und immer darauf bedacht, daß sich kein überflüssiges Wort einschleicht: die eng bemessenen Vierzeiler sind der Spiegel, in denen Hans Benders Welt zur Sprache kommt. „Du wirst alt sein / und wie Hiob klagen“, heißt es einmal. Aber schöner als in diesem Gedichtband war die Klage nie.

Carl Hanser Verlag, Klappentext, 2009

Mit Sicherheit weiß ich nicht zu sagen,

wann und wo ich auf den Namen Hans Bender stieß. Spätestens 1956. In jenem Jahr erschien die von Jens Gerlach herausgegebene Anthologie 56. Gedichte aus Ost und West im Verlag Neues Leben (Ost)Berlin. Neben Gedichten Ingeborg Bachmanns, Wolfgang Bächlers, Paul Celans, Walter Höllerers, Werner Riegels, Peter Rühmkorfs ist darin Hans Bender mit drei Gedichten vertreten. Eingeprägt hat sich mir „Im Tabakfeld“. Der zu offensichtlich ungleichgewichtige Kontext (oder „Mix“) aus ost- und westdeutscher Literatur war späterhin nicht mehr möglich. Da wurde auf strikte Abgrenzung gepocht. Aber ich hatte ab Herbst 1957 das Glück, Leser der Deutschen Bücherei in Leipzig sein zu können. Zu den Entdeckungen gehörte Walter Höllerers Lyrikbuch der Jahrhundertmitte. TRANSIT. Dort fand ich Hans Bender wieder. Von da an verband sich für mich mit seinem Namen das Gedicht „Der junge Soldat“. Da ich mich von früh an von Lyrikanthologien anregen ließ, weiterzulesen, lernte ich Hans Bender als Herausgeber schätzen.

Wulf Kirsten, in: Autoren sehen einen Autor. Hans Bender, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1999

Fakten und Vermutungen zum Autor

Einen Kommentar schreiben