Harald Gerlach: Poesiealbum 56

Gerlach/Roessler-Bullert-Poesiealbum 56

BERGBACH

Die Quelle
liegt im späten März,
von da
folgt er dem Jahr;

gut für
Osterwasser und Leichenwäsche,
lehrt Klippen nehmen
mit der Maske des Gewöhnlichen

und langsam
der Ebene zu
durch satte Wiesen gehen.

Zeigt dem Leben,
wie man sich
was
aus dem Sterben nimmt.

 

 

 

Das ehemalige Schlesien

und das thüringische Grabfeld sind die geographischen Pole der Landschaftsgedichte Harald Gerlachs. Landschaft ist für Gerlach nicht tote, auf Lyrik abzuziehende Natur, sondern Raum des Menschlichen. Der Rückgriff auf die Zeiten der Verschuldung, der Blick auf den tätigen Menschen, die eigene Standortbestimmung bei der Entdeckung Land geben der mit großer Empfindungstiefe und eindringlicher Bildhaftigkeit gestalteten lyrischen Biographie ein beziehungsreiches Gefüge. Das in Sprache aufgehobene Landschaftserlebnis wird so zu einem glaubwürdigen Beitrag zum Weltverständnis.

Wulf Kirsten, Verlag Neues Leben, Klappentext, 1972

 

Fakten und Vermutungen zum Poesiealbum + wiederentdeckt

Zum 75. Geburtstag des Autors:

Henryk Goldberg: Harald Gerlach und die Geister seiner Thüringer Geschichten
Thüringer Allgemeine, 7.3.2015

Fakten und Vermutungen zum Autor
shi 詩 yan 言 kou 口
Nachruf auf Harald Gerlach: Der Freitag

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