Helga M. Novak: chaque pierre orpheline

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Helga M. Novak: chaque pierre orpheline

Novak/Layre-chaque pierre orpheline

ERINNERUNG AN EINEN

Erinnerung an einen
der gab mir die Hand
und überredete mich zur ersten Flucht
Erinnerung an einen
der mich über Wasser und Schneewehen trug
der meine Sprache konnte
und mich nicht verstand
noch ist Zeit aber eines Tages
steche ich wieder in See
und gehe mit losen Leinen an Land
oder gehe in die Wüste aus Steinen
zweihundert Vulkane
einer hat immer gebrannt
irgendwo daneben liegt mein Schuh

 

 

 

Beitrag zu diesem Buch:

Dirk Uwe Hansen: Stimme aus dem Fuchsbau
fixpoetry.de, 8.4.2014

 

Diese Poesie ist Ordnung und Anarchie

– Laudatio von Rita Jorek zum 10. Christian-Wagner-Preis. –

Hundert Jahre liegen zwischen den Lebensläufen von Helga M. Novak und Christian Wagner. Es lässt sich trotzdem Vergleichbares finden in Werk und Wesen der beiden. Als Dichter müssen wir sie begreifen, als Dichter betrachten sie sich selbst.
Gedichte schreiben können viele, vielmehr lassen die Kunst unbeachtet, schilpen wie die Spatzen daher, für die das Lied der wenigen Lerchen fremd bleibt. Dazu passt ein sarkastischer Kommentar Wilhelm Raabes, der vor hundert Jahren starb. „Was wirklich was taugt, kauft kein Mensch“. Und wenn Kurt Tucholsky zu Hermann Hesses Auswahl von Gedichten des von diesem verehrten Christian Wagner anmerkt: „Nur, die Deutschen lesen solche deutschen Gedichte nicht“, so wünschen und hoffen wir, dass es heute anders sei.

Eine dichterische Existenz wagen, sich dem Leben aussetzen, das ist ein existentieller Drahtseilakt. „Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens“ (Rilke), darf der Wissende, der Fühlende, der Mitfühlende nicht schweigen und hat die Worte zu wägen, zu finden, neu zu finden und zu vertiefen, in Urgründe zu tauchen. Diese Poesie ist Ordnung und Anarchie.
„Ja, für den Rest meiner Zeit gestatt ich mir eigens die Freiheit / Wahr, aufrichtig zu sein bis zur Schroffheit“, verkündete trotzig Christian Wagner, eine Maxime, die Helga M. Novaks Schaffen bestimmt wie kaum das eines anderen, es deshalb in seiner ganzen Ausdrucksstärke zu einem bedeutenden Zeitzeugnis gerinnen lässt. Sie ist für Wolf Biermann „die zärtlich-schroffeste Dichterin“. Die Begriffe Freiheit und Schroffheit tragen ihr Werk.
Nicht nur Widerspruch, auch Verzweiflung und Enttäuschung bedingen das Aufbegehren und die Wut über herzlose Bürokratie, die den Menschen hinter die Paragraphen setzt. „ich bin frei“, schleudert uns, im Tiefsten und Innersten verletzt, aber auch stolz Helga M. Novak entgegen:

bloß weg von Provinz Terrain und Tümpel
ich bin frei
mein Status nun verbrieft und besiegelt
als „erwerbslose Ausländerin“ verwirkt
mein Aufenthalt im heimatlichen Distrikt
ich bin frei

Um 2004/05 geschrieben, sind das die letzten Verse der zweibändigen Ausgabe ihrer Gesammelten Gedichte und die Quintessenz ihrer Bemühungen, die deutsche Staatsbürgerschaft wieder zu erlangen, die mit Ablehnungen endeten. 
Ein Treppenwitz der Weltgeschichte: eine deutsche Dichterin, als eine der bedeutendsten erkannt, muss als Ausländerin, als Heimatlose ihre Existenz irgendwie bewerkstelligen.

ich war frei
über Land zu fahren
durch Gegenden vieler Länder
ich war frei
jetzt haben sie mich von meinem
eigenen Land befreit

Dazu passt die bittere Erkenntnis Christian Wagners: „Kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande.“
Die Situation ist fast ausweglos, wie so oft in diesem Leben. Da beruft sie sich auf das Meer, dem sie manchmal nahe war und deutet an, was ihr noch bleibt: 
„die hohe See kennt mich sie wartet“
Der Freitod, von Christian Wagner bereits Ende des 19. Jahrhunderts als Ausdruck des eigenen Willens und der Freiheit, des Lossagens von jeder Knebelung und jedem Joch besungen, verbindet sich für Helga M. Novak ebenfalls mit dem Begriff der Freiheit, nämlich bereits in der Erzählung „In einem irren Haus“.
„Nach einem kurzen Ausflug in den Himmel aus allen Wolken gefallen und hier gelandet“, heißt es da, gelandet in einer Anstalt, wo jegliches Nachdenken verboten und die Auseinandersetzung mit dem Thema tabuisiert wurde. Als eine der ersten nahm sie sich dieses Themas an und anderer, wie das Wirken der Staatssicherheit in der DDR und die Situation von Opfer und Täter. Und so fordert sie „das Recht… sich selbst den Hals umzudrehen“.

Dichter sind Visionäre. In dem frühen Band mit dem Titel Balladen von der reisenden Anna, 1965 bei Luchterhand erschienen, – das meiste davon bereits in dem vorher in Island im Selbstverlag als Ostdeutsch herausgegeben – dort verdichten sich bereits Leben, Selbsterfahrung , Beobachtung, Erzählungen und Schicksale anderer nicht nur mit Fragen und Protest, sondern auch mit Empathie für Betroffene und dem Vorausahnen des eigenen Schicksals, das beispielsweise im „Traum des Emigranten“ alle Trostlosigkeit der Welt evoziert:

Der Emigrant
schreibt Gedichte und macht
Weltverbesserungspläne

das Vaterland winkt schon.

„Das Vaterland winkt schon“ – eine zweideutige Aussage: Will es ihn und seine Weltverbesserungspläne wiederhaben? oder winkt es ab: Brauchen wir nicht! oder will es ihn vernichten?
Wir kannten ja die Emigranten und wussten aus ihren Büchern: Viele Schriftsteller waren darunter, die zur Zeit des „Dritten Reiches“ aus Deutschland flohen – nach Westen (England, USA) die einen, nach Osten (Sowjetunion) die anderen. Von der Rolle, die sie spielten, den Auseinandersetzungen erfuhren wir ebenfalls. Da gab es die Kontroverse zwischen Johannes R. Becher, aus Moskau zurückgekehrt, Kulturminister geworden und Bert Brecht, der aus den USA in die DDR kam. Es war 1956, Brecht starb bald danach, daran, und in Ungarn gingen die Menschen auf die Straße und wurden zusammengeschlagen.
„Das Exil ist eine Wüste, wenn es keine Alternative gibt“. Von Per Olov Enquist stammt diese Feststellung, einem Autor, der wie viele aus Island und Skandinavien, zu den Geistesverwandten Helga M. Novaks gehört.
Bertolt Brechts Lyrik und seine Theaterstücke, die wir im Berliner Ensemble oder wie die Oper „Die Verurteilung des Lucullus“ in Leipzig sahen, übten großen Einfluss auf die aufsteigende Dichtergeneration aus. Und getrost dürfen wir in Novaks alter Bohemienne eine Schwester von Brechts Mutter Courage sehen.
Nebenbei bemerkt, Brecht könnte auch als Zwischenglied zu Christian Wagner führen;
denn dessen Vierzeiler „Winternacht“ erscheint in Versmaß und -melodie, aber auch inhaltlich Brechts „Von der Freundlichkeit der Welt“ vorausgegangen: 
Christian Wagner:

WINTERNACHT

Kalt und strahlend stehet Stern an Stern:
Fremde Augen, doch unsagbar fern;
Teilnahmslos und ohne Liebespflicht
Steht des Himmels Funkenangesicht.

Bertolt Brecht:

VON DER FREUNDLICHKEIT DER WELT

Auf die Erde voller kalten Wind
Kamt ihr alle als ein nacktes Kind.
Frierend lagt ihr ohne alle Hab
Als ein Weib euch eine Windel gab.

Und wenn Helga M. Novak „von sehr großer Not“ berichtet, geht es ebenfalls um menschliches Schicksal, um das Ausgeliefertsein, das bei Wagner ganz allgemein und universell bleibt, während Brecht den Menschen, Kind und Weib, betrachtet. Die Dichterin artikuliert spezielle Frauenqual:

der Spätsonne sag ich dem Aar
dem Ren dem eisigen Wind
zweimal verschenkte ich ein Kind
das ich aus meinem Schoß gebar

In dem frühen Trinklied von der alten Bohemienne, die das Land Atlantis umsonst sucht, spiegelt sich das eigene antizipierte Leben. Im Galgenhumor endet es mit der Apotheose:

und wenn sie einst gestorben ist
macht sie den Himmel hell
sie wird die erste Lady sein
im göttlichen Bordell.

Jahre um Jahre später lesen wir in Silvatica:

die Rumtreiberin hat ihre Laubhütte
verlassen zieht Leine und hängt Netze auf
mit Federn getarnte und extragrüne Lappen
rund um ihren Jagen flattert das Blendzeug
bis sie selber verblendet geblendet
einer Meute auf den Leim gegangen ist

Silvatica, diese Sammlung von Wald- und Jagdgedichten wird zur Metapher eines Außenseitertums eines melancholischen, desillusionierten Rückzuges aus der Gesellschaft in die Natur und zum verkappten Hymnus einer späten Liebe. Zauberhaft verwunschen und doch zeitnah stellt diese Dichtung westliche Zivilisation in Frage.
Heimatlosigkeit, Leben in der Fremde, im Exil durchziehen das ganze Werk.

ich schrei es in die Tagfrüh ich bin
in sehr großer Not und kein Weg
führt daraus trennt das Geheg
und heilt meinen verworrnen Sinn

zweimal verließ ich mein Land zu Fuß
Abzeichen von Belang vermochten nicht
mich zu beugen mein Gesicht
versagte Götzendienst und ehrvoll Gruß

seitdem beherbergt mich kein eigen Dach
die Sprache meiner Leute klingt fern
fremd Schulterzucken salzt das Brot

mein Kleid erregt Spott und Gelach
mich bedecken Nordlicht und Stern
ich bin in sehr großer Not

Nicht weniger erschüttert die „Bittschrift an Sarah“, in den 70er Jahren die Freundin Sarah Kirsch beschwörend, Nachricht über Bekannte und heimische Orte zu geben. Die elfte, die letzte Strophe endet:

Sarah geht los – schaut ob ich noch Freunde habe
sagt ihnen – ich lebe ich sterbe ich lebe
um Himmels Willen
schreibt mir einen Brief von zu Hause

Die Sehnsucht durch die Welt zu reisen, die in unseren DDR-Jugendjahren Utopie bedeutete, transportierte Helga Novak damals in die Begegnung mit einem ihr wichtigen Dichter, der an Deutschland litt, wie kaum einer. Wieder ist es kalt und alles hoffnungslos „an einem deutschen Wintertag“:

ich sagt ich hätt einen deutschen Pass
und könnte doch nicht reisen
da hatt er mich nur ausgelacht
sein Blick ließ mich vereisen

dann meinte er nebenbei zu mir
– sei nur ein Narr und weine
wie ichs vor hundert Jahren tat
ich heiße Heinrich Heine –

Als dieses lapidare Gedicht um 1956 wohl entstand, dessen tragische Aspekte sich aus dem liedhaften Singsang der Reime erst nach und nach ganz erschließen – wie ja viele der Werke von Helga M. Novak einen doppelten und dreifachen Boden besitzen – lag die Zukunft noch vor ihr. Sie studierte an der Fakultät für Journalistik der Leipziger Universität – Kaderschmiede der SED, Rotes Kloster genannt, und wollte – wie ich auch, wir lernten uns dort kennen – Kulturredakteurin / Kunstkritikerin werden.
Es sollte anders kommen. Die Staatssicherheit (Stasi) versuchte sie zu erpressen, weil sie mehr oder weniger vogelfrei zu sein schien. (Aus ihren autobiographischen Romanen Die Eisheiligen und Vogel Federlos ist bekannt, wie es einem Adoptivkind erging, das sich von den Stiefeltern lossagte, um studieren zu können.) 
Nach einem großen Autodafé, das sie bedrohlich an den Pranger stellte, flüchtete sie mit ihrem isländischen Freund auf seine nordische Insel – es war wie jetzt Ende November und dort sehr kalt und dunkel.
Mit der baldigen Heimkehr nach Berlin war sie zur Arbeit in einer Fabrik verdonnert. Das konnte auch nicht von Dauer sein. Die nächste Ausreise, wieder nach Island war 1961, Jahr des Mauerbaus. In kurzen knappen Erzählungen – zusammengestellt in dem Band mit dem Titel In einem irren Haus, findet sich die Quintessenz von Situationen, die zu meistern waren, von Begegnungen und Reisen. Sie war weit herumgekommen in Europa, von Nord nach Süd gefahren bis nach Palermo, von Island bis Barcelona getrampt, viele Stecken zu Fuß gegangen. So bewarb sie sich dann mit jenem Band Ballade von der reisenden Anna, der bei Luchterhand in Vorbereitung war, am Leipziger Literatur-Institut „Johannes R. Becher“ und wurde angenommen, trotz Gedichten wie „Faustregel“, das den Widerspruch zur Lebensmaxime erklärt, oder solchen. die den „Kehricht im Lande Sta“ aufdecken, in der großen Ballade über Annas Schicksal in sibirischer Verbannung oder durch die provokative Frage: „wem gehört eigentlich das Volkseigentum“.
Es war – wie wir sagten – mal wieder „Tauwetterzeit“ in der DDR.
Wir trafen uns auf Leipzigs Straßen. Ich war Redakteurin bei der Leipziger Volkszeitung, freute mich über die Wiederbegegnung und bot ihr an, bei uns zu wohnen. Wir hatten drei kleine Kinder, der jüngste kein Jahr alt und vier kleine Räume, davon bekam sie einen.
Aber auf Tauwetter folgten Regen, Schnee und Eis, ein berüchtigtes Parteiplenum rechnete mit Künstlern, Schriftstellern, Kulturschaffenden ab; Helga M. Novak, die Weitgereiste, Aufmüpfige mit ihrer Freundschaft zu Robert Havemann und Wolf Biermann, kam wieder in die Bredouille, was vielleicht ein zu leichtfertiges Wort ist für die Situation. Vom Staatssicherheitsdienst beobachtet und verfolgt, wurde sie genötigt, die DDR im Frühjahr 1966 zu verlassen und die isländische Staatsbürgerschaft anzunehmen. (Sie war unterdessen mit einem Isländer verheiratet). Aber ihre Heimat war nicht jene ferne, kalte Insel, ihre Heimat – und auf allen Wanderungen zog es sie dorthin zurück – blieben immer Berlin und seine Umgebung, diese Märkischen Wälder und Seen, wo sie als Kind zu Hause herumstöberte. Immer und immer hat sie davon ergreifend geschrieben, ob in den Eisheiligen, in Vogel federlos, in dem Gedichtszyklus „Grünheide, Grünheide“, in „Märkische Feemorgana“ – hier in archäologischen Tiefen grabend – und vor allem in Silvatica. Das von Ulrich Keicher so einfühlsam gestalteten Heft mit dem Prosastück „Lebendiger Fund“ bietet einen kleinen Einblick in die Schreibwerkstatt der Dichterin. Entstand es doch aus Notizen, aus Versuchen auf Zetteln verteilt, in eine Mappe verbannt, Fingerübungen gleichsam zu den Silvatica-Gedichten.
 Groß war die Sehnsucht nach dem Osten. Als Ausgebürgerte durfte Novak die DDR nicht mehr betreten, erhielt deshalb auch kein Transitvisum, um ihren Traum zu verwirklichen, einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn zu fahren. Imagination und Phantasie beflügelten ihre Fingerreise über Landkarten, die das Versepos „Legende Transsip“ entstehen ließ, um mehr und Eindringliches über russische und sibirische Weiten mitzuteilen als manch tatsächlich Gereiste erfahren können.
Dichtung ist viel mehr als Autobiographie. Auch wenn rücksichtslos aufrichtig um äußerste Wahrhaftigkeit gerungen wird, das Leben, selbst das bittere, besitzt allemal eine poetische Seite. Schon als Kind beschrieb Helga Novak „die roten Ränder der Abendwolken, den Kiefernwald, meine Lieblingsplätze und die Stelle mit den unbekannten Pflanzen“. Die ersten Gedichte verbrannte die Stiefmutter – Kaltesophie in den Eisheiligen genannt. Die über Zeiten sich hinspannende Verwandtschaft zu Christian Wagner, den Dichter der Landschaft, der Blumen und Schmetterlinge zeigt sich in diesem Hinwenden zum Alltäglichen, zum Wald, zum Wacholder, zur Kaiserkrone oder zum weißen Alttier mit roten Augen und deshalb verstoßen, denn „ein jedes soll seine Farbe tragen / wer keine hat ist dem Tode geweiht“.

Den Dichter unterscheidet vom Literaten die Konzentration auf Geist und Form. In den gelungensten Stücken bildet Reife des Ausdrucks die Vollkommenheit des Gedankens. Aus einer Frage von Gustave Flaubert eine Behauptung aufstellend, konstatieren wir: Wer sein Denken zusammenpresst, gelangt immer zum Vers. Und Dichterin ist Helga M. Novak auch in ihren prosaischen Werken. So gehört sie zu jenen, von denen Hermann Hesse in einem seiner Aufsätze über Christian Wagner sagt: „Manche sehen wir in der Flamme verbrennen und verloren gehen.“ 
Um das Verlorengehen von Dichtern, von Künstlern zu verhindern, sind alle – zuförderst die Kundigen, die Fühlenden, die Mitfühlenden – aufgerufen. Die Christian-Wagner-Gesellschaft und die Christian-Wagner-Stiftung, die ohne begeistert engagierte Mitstreitende nicht existieren würden, machten sich das zur Aufgabe. Dass der Preis, der den Namen des eigenwilligen Dichters aus Warmbronn trägt, in diesem Jahr Helga M. Novak zugedacht ist, gereicht allen Beteiligten zur Ehre; denn auf beider Werk fällt dadurch das Licht der Erkenntnis und lässt ihre Bedeutung einmal mehr in das öffentliche Bewusstsein steigen.
Hier ist es denn Zeit, den Dank der Jury und den Preisstiftern von der mit dem Christian-Wagner-Preis geehrten Dichterin Helga M. Novak zu überbringen. Gern wäre sie selbst anwesend, ist aber sehr, sehr krank.
Christian Wagner, der an die Wiedergeburt glaubte und dabei in Tier, Mensch, Pflanze und Unbelebtem gleichberechtigte Wesenheiten erkannte, wünschte am Ende „Lichtwellen neu zu werfen in den Tag, / Lichtsonnen neu zu streuen in das Nichts.“
Ironisch hält Helga M. Novak, ganz Mensch unserer aufgeklärten Zeit, dagegen, indem sie unsentimental feststellt:

nach meinem Tod die Seele
von der ich nicht weiß
wo sie sich augenblicklich befindet
(ich habe sie noch nie gesehen)
wohin sollte sie sich wenden wohin
wenn ich sterbe wenn ich umfalle
dass mein Herz aufhört zu schlagen
ist gewiss auch dass es zu Erde wird
wieviel Herzen habe ich pochen hören
Seelen keine und ich wünsche niemand
erlitte die Qual eine Art Herberge
meiner Seele später zu werden solche
Strafe hat wirklich keiner verdient
mein Herz aber wird zerfallen schade

Solche Gedanken münden bei Christian Wagners in verwandtschaftliche, doch hoffnungsvollere Fragen:

Und wer wir künftig, wann dereinst ich sterbe,
Als neues Ich wohl sein mein Geisteserbe?
Wer in der Fernzeit, wenn das Grab mich schattet,
Erstehn, mit meinen Liedern ausgestattet?

Christian Wagner, dem es nur selten vergönnt war, aus der Fron des Warmbronner Landlebens auszusteigen – gleich Helga M. Novak war er allerdings auch in Italien und beide schrieben ihre Gedichte über die Stätten, an denen sie sich aufhielten – versuchte von hier aus den Weltgeist zu erhaschen. Helga M. Novak setzte sich ganz und gar dem Zeitgeist aus, diesem 20. Jahrhundert mit seinen Kriegen und der Teilung Deutschlands. Früh schon begriff sie die Divergenz zwischen sozialistischer Theorie und Realität, stellte sie in Frage. Zwischen Ost und West wandelnd, schrieb sie ein gewichtiges Stück deutscher Literatur.

Rita Jorek, 2010

„Ich war anders verletzt…“

– Über Helga M. Novak. Der Essay beruht auf einem Vortrag, der am 28. November 2013 bei der Vorstellung des dritten Bandes von Helga M. Novaks Autobiographie, Im Schwanenhals, in der Akademie der Künste gehalten wurde. –

Leute, die sie früher kannten, als junge Frau, werden sich mit den Nachrichten, die von ihren Krankheiten durchdrangen und jedes Mal schlimmer klangen, schwergetan haben. Es war kaum möglich, sie sich hinfällig vorzustellen, gebrechlich, auf Hilfe angewiesen, denn zu ihr gehörten das Ungestüme, Frische, trotz aller Melancholie Vorwärtsdrängende, aber auch die mit einer gehörig Portion Unvernunft ausgestattete Kompromißlosigkeit, die sich, ohne dafür bestraft zu werden, eigentlich nur sehr junge Mädchen leisten können, denen man ihre Unbotmäßigkeit, ihre große Klappe, ja, auch ihre Rücksichtslosigkeit auf Grund ihres jugendlichen Charmes eine Weile nachsieht. Wenn sie älter werden, wird es (auch für sie) Zeit, sich zurückzunehmen, die Worte abzuwägen, das Rauchen einzustellen, den Alkoholkonsum auf das abendliche Glas Wein zu beschränken, bloß keinen Schnaps mehr. Schon weil die Gesundheit nicht mehr mitmacht, halten sich die meisten an diese Regel. Sie tat das nicht oder erst, als kein Weg mehr daran vorbeiführte, und so nimmt es beinahe wunder, daß ihr Körper so lange durchhielt.
Was sie aber praktizierte, war der Rückzug: erst nach Polen, dann, nach ihrer vor allem der Krankheit geschuldeten Rückkehr nach Deutschland, in das Abseits ihres Kindheitsorts am östlichen Stadtrand von Berlin. Kaum einer wußte, daß sie wieder in Erkner wohnte; die meisten, auch die wenigen verbliebenen Freunde, vermuteten sie noch in Polen, zumal sie sich bei fast niemandem meldete. Wenn es nicht anders ging, ließ sie über Rita Jorek, ihre Freundin und Vertraute aus Studienzeiten, die sich in den letzten Jahren um sie kümmerte, etwas ausrichten. Oder Jorek rief in Stellvertretung Helgas an und redete so mit einem, daß man oft nicht wußte, ob es deren Wünsche und Ansichten waren, die verhandelt wurden, oder die der Anruferin.
Daß sie das Erscheinen des dritten und letzten Bandes ihrer Autobiographie, Im Schwanenhals, noch erlebte, ist keineswegs selbstverständlich. Obwohl das Buch über einen langen Zeitraum hinweg entstand und große Teile davon viele Jahre fertig in der Schublade lagen, wäre es ohne die Hilfe der Freundin und die Geduld und das ständige Nachfassen ihres Verlegers Klaus Schöffling wohl nicht zum Abschluß gekommen.

*

Eine Bekannte, Malerin naiv-phantastischer Bilder, erzählte einmal, daß sie in einem regen Briefwechsel mit Helga gestanden habe, so daß sie jetzt ein ganzes Konvolut von Novak-Briefen besitze, und klagte dann, daß sie sich nicht traue, sie im Krankenhaus zu besuchen, aus Furcht, ihr Gesichtsausdruck könnte sie verraten. Sie glaubte, die Kranke könnte an ihrer Miene ablesen, wie schlecht es um sie stehe. Sie fürchtete Helgas Reaktion darauf, einen Wutausbruch, zumindest aber ihren spöttischen Blick, der einen – „wie du weißt“ – völlig vernichten könne. Andere, Kolleginnen, versicherten, daß sie größte Hochachtung vor dem Werk hätten, mit der Frau, die es geschaffen habe, aber nicht warm geworden seien. Sie seien ihr bei der einen oder anderen (meistens lange zurückliegenden) Gelegenheit begegnet, aber nicht mit ihr ins Gespräch gekommen. Sie empfanden sie als hart, abweisend, unverbindlich, während Männer, wenn es nicht ums Schreiben ging, vor allem ihr Aussehen kommentierten und häufig mit einem (interpretierbaren) Unterton des Bedauerns ihre Schönheit hervorhoben. Im übrigen fehlt, soweit ich das sehe, in keinem der über sie erschienenen Porträts der Hinweis auf ihren Eigensinn, ihre Schroffheit, die als Beleg für ihre Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit angeführt werden, wohingegen die Zuwendung, Zärtlichkeit, ja, Fürsorglichkeit, zu der sie ebenfalls fähig war, kaum jemals Erwähnung finden. Trotz der wunderschönen Liebesgedichte, die sie geschrieben hat, bleibt dieser Teil ihres Charakters, auf den die Gedichte einen Hinweis geben, unberücksichtigt.

*

Geboren in Köpenick, aufgewachsen in Erkner, gestorben in Rüdersdorf – das klingt nach den Eckdaten eines beschaulichen Lebens, tatsächlich aber ist keine dieser mit biographischen Brüchen geschlagenen Generation der jetzt Ende Siebzigjährigen so sehr umhergetrieben worden wie die Dichterin Helga M. Novak, die erst in den letzten Jahren, bedingt durch Alter und Krankheit, zu einer fragilen Ruhe gefunden zu haben schien.
Eine wie sie wird es nicht wieder geben, schon deshalb nicht, weil sich die Bedingungen, die sie hervorgebracht haben, nicht wiederholen werden. Dafür bräuchte es, neben der enormen Begabung, einen Geburtsort am südöstlichen Rand von Berlin, da, wo die Stadt in die Mark übergeht und sich mit ihren Seen und Kiefernwäldern tief in die Seele einbrennt, so daß er für die von dort Vertriebenen ein Leben lang Sehnsuchtsort bleibt; bräuchte es eine Kindheit im zu Ende gehenden Zweiten Weltkrieg, Bombenhagel und brennende Schulen, bräuchte es die mit Neugier durchsetzte Angst vor den mit Panzern und Panjewagen in die Stadt einrückenden Soldaten der eben noch bei den Seelower Höhen kämpfenden und vor Haß auf alles Deutsche glühenden Sowjetarmee; bräuchte es zwei aufeinanderfolgende Diktaturen, wobei die zweite eine Weile als Überwindung des die erste hervorbringenden Gesellschaftssystems mißverstanden werden kann, so daß Wut und Scham um so größer sind, wenn man erkennen muß, einer Chimäre aufgesessen zu sein, einer Täuschung, einem Fremd- und Selbstbetrug; und bräuchte es nicht zuletzt das Unglück der unehelichen Geburt und die niemals heilende Wunde, die durch die Freigabe zur Adoption geschlagen wird.
„Namenlos aufgetaucht ohne Vorfahren / lege ich mich nieder in märkischen Sand / nun wieder verschwindend in den Dünen“ – heißt es in einer Art Grabspruch zu Lebzeiten, wobei das „Namenlos“ wörtlich zu nehmen ist. Wie wenig sie über ihre Abkunft wußte, wie verzweifelt sie etwas darüber zu erfahren versuchte und wie vergeblich diese Anstrengung blieb (so daß immer etwas Irrlichterndes in ihrem Reden darüber war), läßt sich im ersten ihrer drei großen autobiographischen Bücher, Die Eisheiligen, nachlesen, aber auch, verklausulierter, immer wieder in den Gedichten:

Ich bin eine Brut, die in anderem Nest wuchs

Daß auch Mystifikation dabei war, erfährt man in dem schon erwähnten dritten autobiographischen Band, Im Schwanenhals, in dem sie, ohne daß das Unglück damit geringer würde, einige der Geheimnisse aufklärt.

*

Wie zum Ausgleich für den Haß auf die Adoptiveltern, vor allem auf die nur „Kaltesophie“ genannte Adoptivmutter, die sich in ihrem hysterischen Zurichtungswahn von ihren Generationsgenossinnen vermutlich nicht sehr unterschied, entwickelte sie eine starke Liebe zur Natur, die nicht nur Anschauungsobjekt war, sondern auch Gefährtin, Trösterin, Verbündete, wobei Natur alles war, auch der Ort, die Straße, der Bahnhof, ja, die gesamte, vom Kind bei Bedarf beseelte Welt der Gegenstände.

Zwischen den Winterbäumen, unter Krähen liegen wir auf dem glasklaren Teich und beobachten die Wasserpflanzen. So schwarz ist das Grün unter dem Eis in Inderans Garten. … Dumpfes Rollen, wenn oben ein Zug vorüberfahrt. Der Graben hat eine Gänsehaut, das Wasser muß gezittert haben, als es gefror.

Den Einmarsch der sowjetischen Truppen empfand das junge Mädchen als doppelte Befreiung: vom Faschismus und von der Erziehungsgewalt der Adoptiveltern, deren kleinbürgerliches Regelwerk durch die Turbulenzen des Zusammenbruchs und, wie es glaubte, sozialistischen Neuanfangs außer Kraft gesetzt wurde. Mit fünfzehn meldete sie sich selbst auf einem Internat an, das zugleich Kaderschule war. Einer lupenreinen DDR-Karriere hätte nichts im Weg gestanden, wäre das trotzige Kind nicht mit jener scharfen Beobachtungsgabe geschlagen gewesen, die es den Widerspruch zwischen Propaganda und Wirklichkeit rasch erkennen und bald auch spitzzüngig kommentieren ließ.
Wer wissen möchte, wie junge Menschen, die nach der Erfahrung mit dem Nazifaschismus ihre Hoffnung auf den Sozialismus setzten, die ersten DDR-Jahre erlebten, lese Vogel federlos, das zweite ihrer autobiographischen Bücher, das eine solche Fülle von Material enthält, daß ich mich beim Wiederlesen fragte, wie es ihr gelungen ist, das alles über die Zeit zu retten. Parteitagsbeschlüsse, Lehrpläne, Zeitungsauszüge, Reden und Flugblätter, alles hat Eingang in dieses verrückte Buch gefunden.
Ähnlich materialreich ist das dritte Buch, Im Schwanenhals, das sich ebenfalls auf eine Fülle von Unterlagen stützt, vor allem aber auf alte Briefe, Tagebücher und – Ironie der Geschichte – die aufgefundenen Spitzelberichte der Stasi.
Häufig ist es, das merkt man vielleicht am deutlichsten in diesem Buch, nicht der Privatmensch, der spricht, sondern das soziale Wesen, der für das Ganze Verantwortung empfindende Gesellschaftsmensch, wobei ihr, unerwartet bei diesem zum Widerspruch neigenden Temperament, die Rolle des Staats als Loyalität einfordernder Übervater so selbstverständlich ist, daß der Liebesentzug durch seine Hofschranzen zur persönlichen Tragödie wird. Nur so ist die quälende, fortgesetzte (fast möchte ich sagen: bis zum Schluß anhaltende) Selbstfragung zu erklären, dieses Leiden an einer nicht näher definierten Schuld. Wo der gelernte Westmensch die Ansprüche des Staates wütend zurückweisen oder sich achselzuckend seinen eigenen Geschäften zuwenden würde, gerät das von seiner Notwendigkeit überzeugte Zoon politikon kommunistischer Prägung beim ersten größeren Konflikt mit ihm in eine tiefe Sinnkrise.
Als sie 1957 zum ersten Mal in Island ankommt, wohin sie sich nach einer ekelerregenden Treibjagd der Partei auf sie und ihre Kommilitonin Brigitte Klump („Das rote Kloster“) mit ihrem Geliebten Steinar, einem isländischen Mitstudenten, eingeschifft hat, ist sie nicht etwa erleichtert über die geglückte Flucht, sondern hadert mit sich und kehrt schließlich, bereit, sich den staatlichen Sanktionen zu unterwerfen, in die DDR zurück, so daß der Tragödie zweiter Teil seinen Anfang nehmen kann, der acht Jahre später mit ihrer Ausweisung und erneuten Flucht nach Island enden wird.

*

Wir haben uns im Sommer 1967 kennengelernt. Ich arbeitete, gerade von der Schule gekommen, bei Luchterhand. Im Frühjahr war ihr zweiter Gedichtband erschienen, Colloquium mit vier Häuten. Und nun machte sie auf dem Rückweg von Griechenland nach Island in Berlin Station, um mit Klaus Roehler (bei dem ich wohnte) an ihrem ersten Prosabuch zu arbeiten, Geselliges Beisammensein, für das sie später den Bremer Literaturpreis erhielt, dessen Preisgeld ihr die Rückkehr nach Deutschland ermöglichte. Braungebrannt, schlank und, da mit kleinem Gepäck reisend, immer im selben, aus eine hellgrauen Wollstoff geschneiderten Minikleid, das einen Querstreifen über Brust und Ärmeln hatte, tänzelte sie durch die von der Studentenrevolte aufgeheizte Halbstadt.
Sie war ebenfalls bei Roehler untergekommen, zog aber, um dessen Eifersuchtsattacken zu entgehen, nach ein paar Tagen wieder aus und stellte ihre Sache in einer kleinen Galerie unter, die in der Friedenauer Wielandstraße beherbergt war; die Galeristin, eine schon ältere Frau, zeigte ihr das Hinterzimmer, in der eine Matratze lag, und überließ ihr den Schlüssel. Die Kopfbilder zeigen uns in eben dieser Galerie, im Verlag an Reifferscheids riesigem Schreibtisch, den mir Elisabeth Borchers zugewiesen hatte und auf den Helga eines Tages das Roehler weggenommene Manuskript von Geselliges Beisammensein warf, in Gesellschaft von Vagelis Tsakiridis, der vor der griechischen Militärdiktatur nach Berlin geflüchtet war und später unbegreiflicherweise von der Bildfläche verschwand, bei einem Jazzkonzert im Garten der Akademie der Künste und immer wieder in der S-Bahn zum Grenzübergang Friedrichstraße.
Erst jetzt, das heißt bei der Lektüre von Im Schwanenhals, ist mir klargeworden, daß ihre Ausweisung aus der DDR noch nicht einmal zwei Jahre zurücklag. Das heißt, ich wußte es damals natürlich auch, habe aber keinen Moment daran gedacht, welche Turbulenzen der Umstand in ihr auslösen mußte, wieder in Berlin zu sein, wenn auch im falschen Teil der Stadt, im kapitalistischen, während ihr der Zutritt zum anderen Teil, zu dem es sie mit jeder Faser hinzog, verboten war. Diese Sehnsucht war es sicherlich, die sie, als ich irgendwann sagte, ich müsse in den Osten, dazu bewog zu sagen: Ich komm mit.
Ich traf mich regelmäßig mit Kurt Bartsch, mit dem sie, noch von Leipzig her, befreundet war. Manchmal fuhr ich zu seiner damals in der Nähe des Strausberger Platzes gelegenen Wohnung, manchmal wartete er im Pressecafé auf mich, gegenüber vom Bahnhof Friedrichstraße, und wir liefen, immer im Gespräch über Literatur vertieft (oder besser: herumblödelnd), einfach bloß durch die Straßen, bis wir uns irgendwo hinsetzten und das Zwangsumtauschgeld vertranken oder Freunde von Kurt trafen, bei denen er uns angemeldet hatte.
Da Helga mit ihrer Ausweisung auch die Staatsbürgerschaft der DDR verloren hatte, reiste sie mit einem isländischen Paß und nahm dann in Friedrichstraße den Ausländerübergang, während ich den für Bürger der BRD benutzte. Es war unwahrscheinlich, daß ihr die Einreise gelingen würde, eher rechneten wir mit ihrer Zurückweisung (wenn nicht Festnahme), doch als ich auf die Friedrichstraße hinauskam, wartete sie schon an der Weidendammer Brücke, dem vereinbarten Treffpunkt. Es war das erste Mal, daß sie den Ostteil der Stadt wieder betrat, und das erste, was wir taten, war, von einer Telefonzelle aus Kurt Bartsch anzurufen, der es übernahm, die Freunde zusammenzutrommeln. Nach einer Weile kam er angefahren und brachte uns zu Biermann, wo nach und nach auch die anderen eintrafen: Sarah und Rainer Kirsch aus Halle, Fritz Rudolf Fries aus Petershagen, Robert Havemann.
Nicht an diesem Tag, sondern an einem der späteren, an dem wir das Treffen wiederholten, ist das nach dem Untergang der DDR immer wieder abgedruckte Foto von Roger Melis entstanden, ein Gruppenbild, auf dem sie hinten sitzt, etwas erhöht auf einer Sessellehne, in der Hand eine Zigarette, an der sie gerade zieht, so daß der untere Teil ihres Gesichts verdeckt ist, neben ihr die lachende Sarah, vor ihr auf dem Fußboden Havemann. Hierher, in diesen Kreis, denke ich heute, wenn ich das Bild sehe, gehörte sie, hier empfand sie, die lebenslang unter dem Gefühl der Fremdheit, der Unsicherheit und des Mißtrauens litt, wie vielleicht später nie wieder das Glück der Zugehörigkeit.
In meiner Erinnerung blieb sie den ganzen Sommer über, aber das stimmt nicht. Sie kehrte vorher nach Island zurück, und zwar nicht, wie sie hergekommen war, mit dem Flugzeug, sondern mit dem Zug und dem Schiff. Vor ihrer Abreise gab sie mir, aus Furcht vor einer Kontrolle, ihren ungültig gestempelten DDR-Paß; sie hatte ihn, aus welchem Grund auch immer, dabei und wollte nicht, daß er bei einer auf der Transitstrecke immer möglichen Durchsuchung gefunden wurde. Ich legte ihn zwischen meine Papiere und vergaß ihn, und da sie ihn ebenfalls vergaß (oder jedenfalls nicht daran dachte, wenn wir uns irgendwo sahen), vergingen Jahre, bis sie ihn zurückerhielt.

*

Daß sie später im Westen nicht so bekannt wurde, wie es möglich gewesen wäre oder wie ihre Freundin Sarah Kirsch es wurde, hat seinen Grund darin, daß sie sich von Anfang an immer wieder entzog. Oder sich selbst im Weg stand. Mit ihrer Trinkerei, ihren Schroffheiten, ihren Fluchten, ihrer Unzuverlässigkeit war sie mit dem Ehren und Pfründe verteilenden, auf Konsens und Wohlverhalten angelegten Betrieb nicht kompatibel. Und wußte es. „Ich wurde“, schrieb sie nach ihrer Trennung von der Partei, „ungebunden, unbeherrscht, unwillig, ungläubig, unhöflich, unzuverlässig, unverblümt, unzugehörig, unverantwortlich, ungenießbar, unverbesserlich, undiszipliniert, ungezügelt, unberechenbar usw.“
Diese auf die junge Dichterin gemünzte Selbstbeschreibung gilt in mancher Hinsicht auch für die ältere, wobei ein Begriff in dieser Liste fehlt, das Wort „unversöhnlich“. Sie machte keinen Frieden. Weder mit sich noch mit ihren (gelegentlich nur vermeintlichen) Verfolgern, dafür waren die Verletzungen zu groß. Und tatsächlich: Liest man jetzt nach, mit welcher höhnischen Selbstgefälligkeit sich ein später im Westen als Regimekritiker gefeierter Dichter, der in den fünfziger Jahren als Assistent an der Journalistischen Fakultät der Karl-Marx-Universität Leipzig unterrichtete, über unbotmäßige Studenten und speziell sie, Helga Novak, erhob, versteht man die Bitterkeit, die sich in ihr eingenistet hatte. Mit dem (und denen) wollte sie nichts zu tun haben, lieber hielt sie es mit den Außenseitern und armen Hunden, die sich an der Welt wundgerieben hatten.
Andererseits war das, was wie Wurstigkeit, Gleichgültigkeit oder zur Schau gestellte Regelverachtung aussah, nicht selten der Scham geschuldet, einer unheilbaren Schüchternheit und tiefen Menschenfurcht, zu denen man sich in dieser Generation freilich nur in äußerster Not bekannte, eher wurden sie weggelacht oder wie die Trauer, das Unglück, die Einsamkeit mit Alkohol betäubt.

*

Beim Blättern in ihren Büchern fällt ein Weihnachtsgruß heraus, eine Faltkarte mit der „Anbetung der Könige“ des Renaissance-Malers Filippino Lippi, auf der Innenseite steht in ihrer weiten, sich nach rechts neigenden Handschrift mit braunem Filzstift: „Für G. – das soll Armagnac sein – aus Backpflaumen – von Helga“. Keine Jahreszahl, deshalb nehme ich an, daß die Karte Ende der siebziger Jahre geschrieben wurde, als sie mit Horst Karasek, dem sanften Anarchisten, in der Frankfurter Feldbergstraße in einer geräumigen Dachwohnung lebte und die Sommermonate manchmal in einem winzigen Rhön-Dorf nahe der deutsch-deutschen Grenze verbrachte, in einer Landschaft, die, wie sie spottete, so trostlos war, daß sie „selbst von den Römern gemieden“ wurde. Es war die Zeit, in der man noch am ehesten den Eindruck gewinnen konnte, daß sich ihr Leben beruhigt hatte, so daß sie den Kopf frei hatte für das Schreiben von Weihnachtskarten (mit christlichem Motiv!) und das Zubereiten alkoholischer Präsente. Der Frankfurter Häuserkampf, in den sie und Horst sich eingemischt hatten, lag ein paar Jahre zurück. Wohnhaft im Westend, in dem sie davon berichteten, war 1970 erschienen. In den späten Siebzigern begann sich die Stadt herauszuputzen, sie war nach ihren Kriegszerstörungen so unglücklich wiederaufgebaut worden, daß Wohlmeinende glaubten, ihre Häßlichkeit mit dem Epitheton „ehrlich“ kaschieren zu müssen. Nun begann sie sich den Nobelmetropolen München und Hamburg anzupassen. Auf den anfangs umstrittenen Wiederaufbau der Alten Oper folgten die Errichtung einer Anzahl von Museen am Mainufer und die Umgestaltung der Innenstadt. Das Leben veränderte sich. Ich erinnere mich, daß ich bei einem der sich häufenden Stadtfeste (die sich einem bei jedem Spaziergang aufdrängten) zum ersten Mal von dem Gefühl durchströmt wurde: Es ist Frieden. Eine Regung, die mir in Berlin nicht gekommen wäre.
Natürlich ist es nicht so, daß wir bis dahin im Krieg gelebt hätten, und doch war er auch noch für die Generation der nach 1945 Geborenen immer gegenwärtig: der das Land teilende Grenzzaun, der Schießbefehl, das Unglück der durch Vertreibung oder Flucht zerrissenen Familien, der kalte Krieg, der in Europa regelmäßig an die Schwelle zum heißen Krieg führende Krisen produzierte, die Folge- und Stellvertreterkriege in Asien und Afrika – das alles war, wenn man so will, noch in Hör- und Sichtweite, ebenso wie das Ende der Kolonialzeit, das erst wenige Jahre zurücklag. Der Kongo war 1960 unabhängig geworden, Algerien 1962, Angola erst 1975, im selben Jahr, in dem auch der Vietnamkrieg endete – die Bilder und Denkmuster hatten sich uns tief eingeprägt. Auch wenn es wirtschaftliche Interessen waren, die hinter der Aufteilung der Welt standen, war Krieg doch immer auch auf die menschenverachtende Spitze getriebene Auseinandersetzung zweier sich diametral gegenüberstehender Ideologien, und plötzlich machte sich, nur zehn Jahre nach dem Einmarsch der Russen in Prag und dem Pariser Mai, mit Zwiebelkuchen und Vin primeur das neue Biedermeier breit, in das sie nicht hineinpaßte, weshalb es nur logisch war, daß es sie (nach dem Ende ihrer Beziehung zu Karasek) nach Berlin zurückzog, wo die Kriegswunden länger erkennbar blieben als in Westdeutschland und die Entideologisierung erst nach dem Mauerfall eintrat.

Grenze bei jedem Wetter und ich denke
die ist längst durch mich hindurchgewachsen
ich fühle direkt die Spieße die Pfähle im Fleisch…
nein die Grenze die Pfähle…
die zieht mir
so schnell keiner

– heißt es 1978 in „Margarete mit dem Schrank“.

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Wie Armagnac und Backpflaumen zusammenpassen, ist mir entfallen, vielleicht handelte es sich einfach um mit getrockneten Gartenpflaumen aufgesetzten Korn, dem sie aus Jux den Namen des Edelgetränks gegeben hatte. Ebenfalls in einem ihrer Bücher, im Colloquium, findet sich noch ein anderes von ihr beschriebenes Stück Papier, ein eng zusammengefalteter Zettel, auf dem außen mein Nachname steht und innen die Nachricht:

Wir sind im ,Hesseneck‘ Bockenheim / Hessenplatz – H.

Wir – das waren immer sie und Horst Karasek. Vielleicht war das Lokal, in dem wir ursprünglich verabredet waren, geschlossen gewesen, weshalb sie den Zettel geschrieben und an die Tür geklebt hatte. Da ich neu in der Stadt war, glaubte sie anfangs vermutlich, sich um mich kümmern zu müssen, damit es mir nicht so erginge, wie es ihr ergangen war: Drei Wochen nach ihrer Ankunft in Frankfurt hatte sie vierzig Schlaftabletten geschluckt und war in der Psychiatrie gelandet. Oder wie es später Rolf Bossert erging, dem jungen rumänischen Lyriker, dessen Freitod sie in Im Schwanenhals erwähnt. Mehrmals betont sie, daß sie weit weg war, als er sich aus dem Fenster stürzte, so, als glaubte sie, ihre Anwesenheit hätte ihn davon abhalten können.
Kennengelernt habe ich Horst schon ein paar Jahre vorher, auf der Buchmesse 1971: Bei einer Lesung aus Gegenstände in den Räumen des Suhrkamp Verlags war mir schlecht geworden, so daß ich nach ein paar Gedichten abbrach und hinausging. Helga, von der ich nicht wußte, daß sie im Publikum saß, kam sofort hinterher, legte die Hand auf meine Schulter und fragte, was los sei, in ihrem Schlepptau ein kleiner, aus freundlichen Augen blinzelnder Mann, der mit seinen langen, auf der Stirn klebenden Haaren und den über den Mundwinkeln hängenden Bartspitzen wie ein Halbbruder von Dschingis Khan aussah: Horst Karasek, einer der liebenswürdigsten Menschen, die mir je begegnet sind. Sie brachten mich ins Café Laumer, um mich mit Hilfe einiger Wodka, die damals als Allheilmittel galten, wieder auf die Beine zu stellen. und nachdem das gelungen war, gingen wir nicht etwa in den Verlag zurück, sondern blieben da sitzen und erzählten. Später, nach meiner Übersiedlung nach Frankfurt, sah ich sie mal zusammen, mal jeden allein.
Eine Weile schien es, als seien sie unzertrennlich, doch dann zeigte sich, daß das ein Irrtum war. Er litt an einer schweren Nierenkrankheit, die ihn an die Dialyse fesselte, und führte, ohne jede sichtbare Verbitterung, ihre Trennung auch darauf zurück, daß sie die damit verbundenen Belastungen nicht mehr ertragen konnte.

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Klaus Schlesinger muß um die Zeit herum aufgetaucht sein, als sie Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim war, also wahrscheinlich im Spätsommer 1980, er wird sie im Stadtschreiberhäuschen besucht haben, jedenfalls erinnere ich mich daran, daß wir im Enkheimer Schwimmbad lagen und über ein Gras sprachen, das gerade blühte und juckende Ekzeme auf der Haut hinterließ, und abends in der Alten Post essen gingen. Man spürte, daß er sich unwohl fühlte, so, als witterte er überall Fallen. Sein Mißtrauen erstreckte sich auf alles und jeden, Helga ausgenommen. Wenn er über sie sprach, schwang eine gehörige Portion Stolz mit, während sie, wenn sie ihn erwähnte, immer etwas leicht Geniertes hatte, das möglicherweise gar nicht auf ihn zurückzuführen war, sondern auf den Umstand, wieder in einer Beziehung zu leben, so als paßte das nicht zu dem Bild, das sie von sich hatte und das auch andere von ihr haben sollten. Auf keinen Fall wollte sie als jemand erscheinen, der von jemandem abhängig war, und sei es aus Liebe oder Liebeähnlichem. Und so kommt es, daß es nur zwei Männer gibt, zu denen sie sich im nachhinein rückhaltlos bekannte: Boris Djacenko, der fast zwanzig Jahre ältere lettisch-deutsche Schriftsteller mit der abenteuerlichen Biographie eines durch Europa getriebenen Kommunisten, den sie als junge Studentin zufällig in der S-Bahn nach Erkner kennenlernte und später in seiner Schreibklause bei Fangschleuse besuchte, und der fünfundzwanzig Jahre ältere Robert Havemann, mit dem sie durch Vermittlung von Andreas Reimann bekannt wurde. Beide haben in der Nazizeit für ihre Überzeugung im Zuchthaus gesessen, Djacenko in verschiedenen Sammel- und Arbeitslagern, bevor er nach seiner Flucht aus einem Flensburger Gefängnis in Berlin als Illegaler untertauchte, Havemann, zum Tode verurteilt, im Zuchthaus Brandenburg. Beide stießen sich, nach anfänglichem Engagement für den neuen Staat, an dessen ideologischer Enge und wurden erneut zu Verfolgten, beide umgab der Ruch des Besonderen. Djacenko war, wie Novak ihn schildert, ein Idealist, dem möglicherweise gar nicht bewußt war, daß er gegen ein Tabu verstieß, als er die Vergewaltigung deutscher Frauen durch Soldaten der Sowjetarmee zum Thema seines dann verbotenen Romans machte, des zweiten Bands von Herz und Asche, weil er selbstverständlich davon ausging, daß die Wahrheit gesagt werden könne und müsse. Er hatte etwas von einem naiven Filmhelden, für den der polnische Schauspieler Zbigniew Cybulski die ideale Besetzung gewesen wäre, wie die ganze Szenerie, in der sich die Liebschaft abspielte, etwas Filmhaftes hatte:

Boris hatte sich in einem kargen Dachzimmer eingerichtet. (…) In einer Ecke auf dem Fußboden versammelten sich eine kleine Kaffeekanne, eine Emailtasse mit zierlichem Tauchsieder, eine Kasserolle mit Wasser und zwei schartigen Tassen. Das Fenster in der Giebelwand lenkte den Blick in einen blumigen Garten.

Und Havemann, der promovierte Chemiker, Professor und zeitweilige Volkskammerabgeordnete, der ihre Gedichte gelesen und über die seines Freundes Wolf Biermann gestellt hatte, die des Mädchens aus Erkner, das sich (wie sie es selbst empfand) seine Bildung zusammengeschnitzt hatte? Er strahlte die Überlegenheit aus, die Ruhe und Autorität, an der sie sich ausrichten konnte.

Die Gespräche mit ihm haben mich wieder auf die Beine gestellt.

Die Dichter-Helden ihrer (und auch noch meiner) Generation hießen Lorca, Hikmet, Neruda, Achmatowa, Attila József, Majakowski – alles ihrer Ideale und Überzeugungen wegen Verfolgte, Ermordete, Verbannte, ins Exil oder in den Freitod Getriebene, in deren Tradition zu stehen als eine Art selbstverständlicher Verpflichtung galt, die die Bereitschaft zum Widerstand einschloß.
Etwas von dieser romantischen Haltung ist noch in der Nachsicht zu finden, die sich, anfangs jedenfalls, in der Beurteilung der RAF und ihrer Gewalttaten ausmachen läßt.

*

Wenn ich heute in meinem nur drei S-Bahn-Stationen von Erkner entfernt liegenden Wohnort ihren Namen nenne, ernte ich kaum mehr als ein Achselzucken. Jüngere Leute, selbst solche, die mit Literatur befaßt sind, antworten: Nee, nie gehört. Ein Grund dafür ist sicherlich, daß sie in der DDR totgeschwiegen wurde, kein einziges ihrer Bücher ist dort erschienen, so daß man noch nicht einmal sagen kann, sie sei vergessen worden. Nein, die Autorin Novak existierte und existiert einfach nicht: wenn man so will, ein Sieg der den Staat überdauernden Totschweigestrategie des MfS, und als nach dem Untergang der DDR ihre Bücher endlich erscheinen konnten, gab es an der, Erfahrungen der Ausgewiesenen und Weggegangenen, deren bloße Existenz ein stiller Vorwurf war, kein Interesse mehr. (Heute, da genug Zeit vergangen ist, mag sich das wieder ändern.) So jedenfalls kommt es, daß trotz des Brandenburgischen Literaturpreises, der ihr 1997 zugesprochen wurde, noch gar nicht ins Bewußtsein gedrungen ist, daß sie die große Dichterin der Mark ist, die einzige, die Peter Huchel das Wasser reichen kann. Wie er in der Havellandschaft verwurzelt ist, ist sie es in der Spreewelt rund um Erkner. „Löcknitz Werlsee Peetzsee Möllensee und Grünheide“, das ist ihr Revier, ihre Gegend, der sie die schönsten, fast immer aus Trennungsschmerz geborenen Gedichte gewidmet hat. Hierher ist sie, „ausgerüstet mit einem falschen Paß“, immer wieder zurückgekehrt, hier, schwor sie, „bleibe ich und weiche nur noch äußerer Gewalt“.
Der Fall ist nun eingetreten. Am Heiligabend des vorigen Jahres ist sie im Krankenhaus des nur wenige Kilometer von Erkner entfernt am Kalksee liegenden Örtchens Rüdersdorf gestorben. Beigesetzt wurde die Urne auf dem Friedhof von Erkner, in Sichtweite des Hauses, in dem sie aufgewachsen ist, gleich neben der Bahnlinie nach Fürstenwalde. Von hier aus ist es nicht weit nach Fangschleuse, wo sie sich mit Boris Djacenko traf, oder nach Grünheide, das nicht nur einer Gedichtsammlung den Titel gab, sondern auch der Wohnort von Havemann war.

Gert Loschütz, Sinn und Form, Heft 3, Mai/Juni 2014

 

PORTRAIT H. N.

Friseure nicht, die diesen Engel
Mit Kamm und Schere, einem Schnittmuster
In Gottes Ebenbild verwandeln.

Schwarz seine Spuren und das Wort
Nach Freiheit roch es und nach Pisse
Weil er es unterm Leinenhemd verbarg.
Verschrien der Engel, keine Fahne zählt

In seiner Hand mehr als fünf Finger
Mit denen er sich morgens flüchtig kämmt.

Kurt Bartsch

 

Lebenswege

Die Dichterin Helga M. Novak. Ein Feature von J. Monika Walther

Die verlorene Tochter. Ein Skandal: Helga M. Novak darf nicht nach Deutschland

Ulrich Schäfer-Newiger: Sprache. Freiheit. MelancholieÜber Helga M. Novak als Dichterin.

Utz Rachowski: Wie ich die große Dichterin Helga M. Novak verpasste

Bernd Markowsky: „Wenige haben so viele Grenzen hinter sich gelassen wie wir“

Andreas Reimann: DDR ausprobieren

Hannes Schwenger: „Ich wohne bei der Eule“

Hans Altenhein: Transsibirische Reise

 

 

Zum 70. Geburtstag der Autorin:

Michael Braun: Schöne Verwilde­rung
Neue Zürcher Zeitung, 8.9.2005

Fries, Fritz Rudolf: Versuch einer Liebeserklärung
Neues Deutschland, 8.9.2005

Thomas Poiss: Dichtermut, Dichterjubel
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.9.2005

Zum 75. Geburtstag der Autorin:

Ulf Heise: Anarchin in polnischer Klausur
Märkische Allgemeine Zeitung, 7.9.2010

Fakten und Vermutungen zur Autorin + Literaturport +
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Porträtgalerie
Nachrufe auf Helga M. Novak: FAZ ✝ Mitteldeutsche Zeitung ✝
Berliner Zeitung ✝ Die Welt ✝ NZZ ✝ Der Tagesspiegel

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