Hermann Hesse: Wege nach Innen

Hesse-Wege nach Innnen

GLASPERLENSPIEL

Musik des Weltalls und Musik der Meister
Sind wir bereit in Ehrfurcht anzuhören,
Zu reiner Feier die verehrten Geister
Begnadeter Zeiten zu beschwören.

Wir lassen vom Geheimnis uns erheben
Der magischen Formelschrift, in deren Bann
Das Uferlose, Stürmende, das Leben
Zu klaren Gleichnissen gerann.

Sternenbilder gleich ertönen sie kristallen,
In ihrem Dienst ward unserm Leben Sinn,
Und keiner kann aus ihren Kreisen fallen
Als nach der heiligen Mitte hin.

 

 

 

Lieber Martin!

Ich lege Dir die letzte Fassung des neuen Gedichtes bei.1 Ja, das ist komisch: während die ganze Welt sich in Gräben und Bunkern etc. bereit hält, um unsre bisherige Welt vollends in Splitter zu schießen, war ich tagelang damit beschäftigt, dem kleinen Gedicht eine bessere Fassung zu geben. Es hatte zuerst vier Strophen und hat jetzt nur noch drei, und ich hoffe, es sei dadurch einfacher und besser geworden und habe nichts Wesentliches verloren. In der ersten Strophe störte mich die vierte Zeile schon von Anfang an, und beim öfteren Abschreiben für Freunde begann ich dann Zeile um Zeile und Wort um Wort zu beklopfen und zu prüfen, was entbehrlich sei und was nicht.
Neun Zehntel meiner Leser merken es überhaupt nicht, ob das Gedicht diese oder jene Fassung hat. Von der Zeitung, die das Gedicht drucken wird, kriege ich, wenns gut geht, etwa zehn Franken dafür, einerlei ob es diese oder jene Fassung sei. Für die Welt ist eine solche Beschäftigung also ein Unsinn, etwas Spielerisches, Komisches, eher schon Verrücktes, und man kann sich fragen: wie kommt der Dichter dazu, sich um seine paar Versehen solche Sorgen zu machen und so die Zeit zu vertun?
Und man könnte antworten: erstens ist das, was der Dichter da tut, vermutlich zwar wertlos, denn es ist nicht wahrscheinlich, daß er grade eins von den ganz wenigen Gedichten gemacht habe, die nachher für 100 und 500 Jahre am Leben bleiben – aber dennoch hat dieser komische Mann etwas Besseres, etwas Unschädlicheres, Harmloseres und Wünschenswerteres getan als die Mehrzahl der Menschen heute tut. Er hat Verse gemacht und Worte aufs Schnürchen gereiht, aber er hat weder geschossen noch gesprengt, noch Gas gestreut, noch Munition fabriziert, noch Schiffe versenkt etc. etc.
Und man könnte auch antworten: Daß der Dichter so seine Wörtchen klaubt und setzt und auswählt, mitten in einer Welt, die morgen vielleicht zerstört sein wird, das ist genau das Gleiche, was die Anemonen und Primeln und andern Blümchen tun, die jetzt auf allen Wiesen wachsen. Mitten in einer Welt, die vielleicht morgen mit Giftgas überzogen ist, bilden sie sorgfältig ihre Blättchen und Kelche, mit fünf oder vier oder sieben Blumenblättchen, glatt oder gezackt, alles genau und möglichst hübsch.

Hermann Hesse, Brief an seinen Sohn, April 1940

Wege nach Innen

– 25 Gedichte von Hermann Hesse. –

Schmale Gedichtbücher haben den Dichter Hesse immer gekennzeichnet. Es begann 1899 mit den Romantischen Liedern und den Prosastücken unter dem Titel Hermann Lauscher (1901). Hesse war zu dieser Zeit ein junger Mensch von 21 bzw. 23 Jahren. Er arbeitete als Gehilfe in einer Buchhandlung mit einem monatlichen Gehalt von 110 Schweizer Franken. Seine frühesten Gedichte ließ er auf eigene Kosten drucken. Nach seiner zweiten Publikation Eine Stunde hinter Mitternacht veröffentlichte Rainer Maria Rilke eine sehr freundliche Besprechung, die ihm die Verbindung zu Carl Busse einbrachte, der 1902 den Band Gedichte, mit der lyrischen Ernte aus den Jahren 1899–1902, bei Grote in Berlin herausgab.
Hesse hat sich immer wieder zu der Art und Bedeutung seiner Gedichte geäußert, er machte sich Gedanken über ,gute‘ und ,schlechte‘ Gedichte. Natürlich wußte er, daß Gottfried Benn einmal geschrieben hatte, ein Autor könne nur sechs „vollkommene“ Gedichte verfassen, aber er wußte auch, daß die Unterscheidung zwischen guten und schlechten, zwischen gelungenen und nicht gelungenen Gedichten sehr schwierig ist. Der Grund wäre leicht zu finden, meinte er:

Ein Gedicht ist in seinem Entstehen etwas ganz Eindeutiges. Es ist eine Entladung, ein Ruf, ein Schrei, ein Seufzer, eine Gebärde, eine Reaktion der erlebenden Seele, mit der sie sich einer Wallung, eines Erlebnisses zu erwehren oder ihrer bewußt zu werden sucht. In dieser ersten, ursprünglichen, wichtigsten Funktion ist überhaupt kein Gedicht beurteilbar. Es spricht ja zunächst lediglich zum Dichter selbst, ist sein Aufatmen, sein Schrei, sein Traum, sein Lächeln, sein Umsichschlagen. („Über Gedichte“, GW 11, S. 197)

Und es kommt noch eine andere Erfahrung hinzu: Je nach einer Lebensempfindung findet man ein Gedicht gut oder schlecht, und es kann sein, daß man Gedichte, die man lange Zeit für schön gehalten hat, in einer späteren Lebensphase als nicht gelungen beurteilt oder umgekehrt. Es kommt im Leben eines Menschen immer wieder vor, daß ein lange als schön empfundenes Gedicht einem plötzlich unwert wird oder die schönen Gedichte einem wie künstlich vorkommen. „Aber auch hier lauert Enttäuschung“, schreibt Hesse, „das Lesen schlechter Gedichte ist ein überaus kurzfristiger Genuß, man hat schnell genug davon. Aber wozu denn lesen? Kann nicht jedermann selber schlechte Gedichte machen? Man tue es, und man wird sehen, daß das Machen schlechter Gedichte noch viel beglückender ist als sogar das Lesen der allerschönsten Gedichte.“
Mich haben eine Handvoll Gedichte von Hesse durch mein Leben begleitet – frühe Gedichte, wie „Dorfabend“, „Im Nebel“, „Der Blütenzweig“ oder „Die Birke“ –, aber auf besondere Weise fühlte ich mich zu jenen Gedichten Hesses hingezogen, in denen er seinen Dichterberuf ausdrückt. Diese Gedichte sind hier gesammelt, so z.B. das 1927 entstandene achtzeilige Gedicht „Blauer Schmetterling“.
Sanft bewegt schweben die Daktylen dahin, die Reime sind rein gehalten, das Reimschema klar durchgeführt, im gewagten Enjambement wird der „Falter“, der entscheidende Träger der Gleichnisbeziehung, hervorgehoben. Der Autor sagt nichts über die Empfindung aus, die ihn bewegt, er läßt sie „sich selber sagen“. In der Ambivalenz des Wortes „Schauer“ liegen Wehmut und Freude zugleich. Mit dem anaphorisch gebrauchten „so“ setzt die Gleichnisbeziehung ein; beide Teile gehen fugenlos ineinander über. Die Epiphora, die in einer Antiklimax vom Glitzern zum Vergehen angeordnet ist, hebt eindrucksvoll das Vergängliche alles Schönen und allen Glücks hervor. Der Dichter vertieft sich nicht „erinnernd in das Vergangene“, wie Emil Staiger die Gestaltungsweise des lyrischen Dichters bestimmen will. Das lyrische Dichten ist nicht „unwillkürlich“, der Dichter steht seinem Erlebnis deutlich gegenüber: Er „leistet“ das Festhalten einer augenblicklichen Stimmung; er erinnert nicht an das Vergangene, sondern beschwört den gegenwärtigen Augenblick. Dies zeigt auch die letzte Strophe des Gedichtes „Flötenspiel“ von 1940:

Es war der Welt geheimer Sinn
In seinem Atem offenbart,
Und willig gab das Herz sich hin
Und alle Zeit ward Gegenwart.

Immer wieder gestaltet Hesse diese „Sinnbilder alles Schönen und Vergänglichen“. Er nennt „Blumen und Schmetterlinge, die unvergänglicher Dinge flüchtiges Gleichnis sind“. Seine Sehnsucht zum anderen Pol, zum Dauern ist allzeit rege:

Einmal zu Stein erstarren, einmal dauern.

In seinen späteren Jahren wird für Hesse das Gedicht immer deutlicher zu einer Metapher für den Beruf des Dichters. So etwa das Gedicht „Das Glasperlenspiel“:
Der Lyriker ist sichtlich um ein alternierendes Metrum bemüht. Seine fünffüßigen Jamben erreichen indes nicht die klassische Vollkommenheit des vers commun, wie sie etwa Wieland kennzeichnet, dessen Sprache für Hesse „stets etwas musterhaft Klares und Lebendiges“ hat. Hesse verzichtet hier auf den Einschnitt nach der vierten Silbe, wie der vers commun es erfordert, und versucht doch auf seine Weise das alternierende Metrum zu beleben und zu beseelen. Schon die Schlußzeilen der Strophe, die auf vier trochäische Füße gekürzt sind, enthalten ein belebendes Element. An ganz bestimmten Punkten der Verse werden Worte eindrucksvoll hervorgehoben, indem sie in die Doppelsenkung gestellt werden.
Immer wieder ist dieses Verfahren in Hesses Alterslyrik zu beobachten: Die alternierende Bewegung wird unterbrochen, dafür wird die Aufmerksamkeit des Lesers auf die in den Doppelsenkungen stehenden Worte gelenkt, die dann auch jeweils – wie hier die Adjektive „begnadet“, „magisch“ und „heilig“ – besonders bedeutsam sind. Der Dichter beschwört die Geister „begnadeter“ Zeiten, gotterfüllter Zeiten:

Alle Begnadungen, die ich erfuhr
Stunden von Liebe, Stunden von Geist beseelt,
Wurden Gestalten, stehen bewahrt und gezählt
Zeichnen mir durch mein Leben die Gottesspur.
(„Kranken-Nacht“)

Der Dichter verdichtet die Welt zu magischen Formeln. Durch die Magie der Worte gerinnt alles Geschehen zum Gleichnis, gerinnen Glück und Schmerz über vergängliche Schönheit zum Gleichnis des Falters, und die beiden Pole des Lebens berühren sich. Der Dichter ist der Wissende, der, selbst unerkannt, seine Weisheit in „magische Formelschrift“ bindet.
Hesse hat jene Stufe der Lebenseinsicht erreicht, wie sie Goethe formulierte:

Frömmigkeit, Ehrfurcht, Dienenwollen.

Nur nach der „heiligen Mitte“ hin kann der an den Bildern Dienende fallen. In dem Gedicht „Orgelspiel“ erschließt der Hinweis auf „kristallen“ noch einmal das Phänomen „heilig“ bei Hesse: Die Bilder durchlichten die Welt wie „Ein Kristall, in dessen klaren Netzen / Hundertfach nach reinlichsten Gesetzen / Gottes lichter Geist sich selber dichtet“. Dichtung ist Dienst an den Bildern, und nur durch diesen „Dienst“ „ward unserm Leben Sinn“. Dieser Dienst an den Bildern, in denen „Gottes lichter Geist sich selber dichtet“, führt zur „heiligen Mitte“ hin.
Diesen Dienst erweist auch das Gedicht aus dem Jahre 1937 „Chinesisch“:
Feierlich und demütig schreiten die Trochäen – der fünffüßige Trochäus klingt für das Ohr des modernen Lesers eigenartig fremd und doch reizvoll. Dieser „serbische“ Trochäus wurde in der deutschen Dichtung nur selten verwandt; Gottfried Keller und C.F. Meyer benutzten ihn. Goethe hat den „Klaggesang von den edlen Frauen des Asan Aga“ in dieses Maß gebunden; schon von diesem „Klaggesang“ her ergibt sich eine Affinität des fünffüßigen Trochäus mit der Stimmung stiller Traurigkeit. Bei Hesse indes wird der fremde Klang durch reine Reime dem deutschen Ohr vertrauter gemacht. Die Reime sind sorgfältig gegliedert. Das anfängliche Schema gekreuzter Reime (abab cdcd) wird in der dritten Strophe aufgegeben; die Spiegelreime dieser Strophe (effe) bringen eine neue Schwebung in das Gedicht und bereiten die folgenden Reime vor. Auch die Reime in der vierten Strophe sind sorgfältig gegliedert: die beiden ersten Reime als gekreuzte Reime (ghgh) und der dritte Reim als Paarreim (ii); dieser Paarreim wirkt gleichsam wie eine Fermate, die den Satzton hoch- und anhält. Es folgt eine einzeln stehende Zeile, deren Reimwort mit dem Verbum „schreiben“ aus dem vorhergehenden Strophenanfang eine wichtige Verbindung eingeht, gleichsam, als sollte schon auf dem Gebiet des Reims das Bleiben mit dem Schreiben verbunden und somit das Bleibende der Dichtung ausgedrückt werden. Wieder wird der alternierende Gang des Metrums an drei Stellen durch Doppelsenkungen unterbrochen, in denen sich das wie ein Opal Schillernde, das trunken Unruhige und das wehend Bewegte auch im Versmaß eindrucksvoll äußert. Von der vierten Strophe an, die nun nicht mehr in vier, sondern in sechs Zeilen gegliedert ist, beschleunigt sich – durch keine Doppelsenkung mehr aufgehalten – der alternierende Gang der Trochäen, bis er sich in der letzten Zeile, die gelassen dahinströmt, beruhigt. Ein gewisser Sog zur Schlußzeile äußert sich zudem in der Syntax der vierten Strophe: In die Absichtssätze, die jeweils durch „daß“ am Zeilenanfang polysyndetisch aufeinander bezogen sind, sind zwei Sperrungen eingelegt. Nach der sechsten Zeile vermag nun die durch diese drei verbundenen Satzteile kunstvoll aufgestaute Bewegung nicht mehr auszuschwingen. Wie in einer Fermate hält nun der gepaarte Reim in der Bewegung an. Die einzeln stehende Zeile am Schluß des Gedichts nimmt mit der Konjunktion „und“ nun diese Bewegung auf und läßt sie im Rhythmus ruhig ausschwingen. Das Gedicht „Chinesisch“ ist nicht die erste Gestaltung Hesses, in der das Bild der dichterischen Berufung chinesische Züge trägt. „Die Morgenlandfahrt“ Hermann Hesses, die Fahrt zum bewegenden schöpferischen Geist, besitzt nicht zufällig die Richtung nach Osten. Hesse meinte, in der Welt des chinesischen Geistes sei die Urheimat der Poesie. Der chinesische Dichter ist in doppelter Hinsicht ein Diener an den Bildern; er beschwört die Bilder ja nicht nur mit Worten, auch seine Schrift ist eine Schrift in Bildern. Diese Sehnsucht nach Bildern verspürte in Hesses 1913 entstandenem Märchen „Der Dichter“ der chinesische Poet Han Fook in sich, er versuchte, „die Welt so vollkommen in Gedichten zu spiegeln, daß er in diesen Spiegelbildern die Welt selbst geläutert und verewigt besäße“. Oft trägt die Gestalt des Dichters im Werk Hesses chinesische Züge. Im „Klingsor“ etwa hat Hesse in Li Tai Pe den trunkenen und glühenden Dichter gezeichnet, während er Thu Fu all das Scheue, Zarte, Ehrfürchtige und Fromme, all das Dienenwollende seines Wesens gegeben hat.
Immer wieder versuchte Hesse das Bild des Dichters als das eines Dienenden zu bringen, so auch im Gedicht „Dienst“ aus dem Jahre 1936:
Selten hat Hesse die „Sendung des Dichters“ so eindeutig ausgesprochen wie in diesem Gedicht: Das „Amt des Dichters“ ist es, „heiliger Ehrfurcht Mahnung fortzubewahren“. Wieder sind hier charakteristische Worte in Doppelsenkungen gestellt, denn auf dieses „heiliger“ kommt es dem Dichter an. Hesses Dichtung selbst ist dieser Dienst an den Bildern, in denen „Gottes lichter Geist sich selber dichtet“. 25 Gedichte von Hermann Hesse. Jeder, der eine solche Auswahl zu treffen hat, würde jeweils andere Gedichte bevorzugen, aber er weiß zugleich: Die Gedichte sind ein Hauptteil von Hesses Werk, sie sind nicht nur Begleitmusik zu seinem Leben und Wirken. Romantisches Erbe wirkt darin fort und Wahrhaftigkeit dem Leben gegenüber. Viele Kritiker haben das nicht verstanden; sie sehen Hesse als einen Nachahmer der Romantiker. Ich wählte solche Gedichte aus, die durchaus in der Nachfolge der Romantik stehen, aber es sind für mich die Gedichte, die für Hesse charakteristisch sind.
Wir können ja auch seinen Rat befolgen, selber Gedichte zu schreiben und einsam „Im Nebel“ zu wandern wie eine „Weiße Wolke“!

Siegfried Unseld, Nachwort

 

Siegfried Unseld

stellt in diesem Band die ihm liebsten Gedichte von Hermann Hesse vor, also diejenigen Verse, von denen er im Nachwort sagt, dass sie ihn durch sein Leben begleitet haben. Neben den schönsten Naturgedichten und Hesses zeitloser Gedankenlyrik („Glück“, „Bücher“, „Sprache“, „Besinnung“, „Stufen“), enthält seine Auswahl auch Gedichte über die der Lyrik verwandteste Gattung, die Musik („Orgelspiel“, „Flötenspiel“). Hesses Gedichte lösen ein, was er über den Impuls sie zu schreiben sagte:

Alle Lyrik ist Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich, Antwort des ich auf die Welt, ist Klage, Besinnung und Spiel einer ganz und gar bewußt gewordenen Vereinsamung.

Wiedergaben der Handschriften und farbig reproduzierte Aquarelle des Dichters machen den Band zu einer bibliophilen Kostbarkeit.
Diese Auswahl von Gedichten Hermann Hesses erscheint zum Welttag des Buches 2001 in einer einmaligen, limitierten Sonderausgabe.

Suhrkamp Verlag, Klappentext, 2001

 

Wer je der Weisheit Kern geahnt…

Hermann Hesse wurde im betagten Alter oft um Rat gebeten. Den gab er gerne: Es gelte, in aller Ehrlichkeit den „Weg nach Innen“ zu beschreiten und immer wieder Neues zu wagen. „Stufen“, das Gedicht aus dem Glasperlenspiel von 1941, ist tatsächlich die bündige Summe von Hesses Lebensweisheit.
Der legendäre Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld stellt in diesem Band aus der Reihe der Insel-Bücherei diejenigen Gedichte von Hermann Hesse vor, die ihn in seinem Leben begleitet haben. Neben den schönsten Naturgedichten und Hesses zeitloser Gedankenlyrik („Glück“, „Im Nebel“, „Stufen“) enthält die Auswahl auch Gedichte über die Musik. Dazu sieht man Abdrucke der Handschriften Hesses und farbig reproduzierte Aquarelle des Dichters. Am Ende des Buches gibt es noch ein ausführliches Nachwort von Unseld.
Die schöne Gestaltung verleiht diesem Band der Insel-Bücherei (Nr. 1212) einen ganz besonderen, bibliophilen Charakter.

Jean F., amazon.de, 28.4.2017

Zeitlose Lyrik für Geist & Seele

Dieser wundervolle Gedichtband, zusammengestellt von Siegfried Unseld, dem Verleger des Suhrkamp Verlags und erschienen als Sonderausgabe zum Welttag des Buches 2001, bringt uns den Lyriker Hermann Hesse näher, der selbst einmal sagte:

Ein Gedicht zu lesen, ist von allen literarischen Genüssen der höchste und reinste.

Die enthalten 25 Gedichte bieten einen sorgfältig ausgewählten Einblick, unter anderem in die Natur- und Gedankenlyrik Hesses. Diese gebundene Edition ist mit Abdrucken der handschriftlichen Originalfassungen einiger Gedichte und mit reproduzierten Aquarellen Hesses darüber hinaus sehr schön aufgemacht.

Alle Lyrik ist Spiegelung der Welt im vereinzelten Ich, Antwort des Ichs auf die Welt, ist Klage, Besinnung und Spiel einer ganz und gar bewußt gewordenen Vereinsamung. (Hermann Hesse)

Seltsam, im Nebel zu wandern! Leben ist Einsamsein. Kein Mensch kennt den andern, Jeder ist allein. (aus: „Im Nebel“)

Ein Kunde, amazon.de, 25.6.2001

 

Fakten und Vermutungen zum Herausgeber
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shi 詩 yan 言 kou 口

 

Hermann Hesse: Im Nebel. Video von Serge Mustu.

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