Johannes Schenk: Die Genossin Utopie

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Johannes Schenk: Die Genossin Utopie

Schenk-Die Genossin Utopie

ICH BRING DIR EINEN FRIEDRICHSTADTPALAST MIT
Für Wolf Biermann, 1969

Wenn wir sonntags über die Grenze gehen
stecke ich meine linke Hosentasche
neben den Pfennig
neben die Schnapsflasche
oder in die Jacke einen Friedrichstadtpalast
mit 7000 Menschen für dich
den bauen wir auf bei dir
Deine Mutter macht Tee aus China
und die Leute aus meiner Hosentasche
setzen sich in deine Radleier
ein oder zwei auf die Ukulele
und deine Freundin in den Gitarrenbauch
wenn du singst
Wir freuen uns schon drauf Natascha
ich und die andern 7000
Hoffentlich wenn ich am Grenzer vorbeigeh
beult die Tasche nicht so
Mach schon mal die Tür auf für uns

 

 

 

Der zweite Gedichtband Schenks

handelt von dem, was wir vergessen: Vom Vergessen der Gefängnisse, Fabriken, Wärter, und vom Vergessen der Phantasie, die Veränderungen vorausträumt.
Was passiert bei den Leuten im Kopf? Oder: was halten Zeitungsleser von den drei Schuhen des Genossen Pinelli, warum hat man Angst bei Überfahrten und in der Nacht, warum fährt die S-Bahn mitten durch ein farbiges Bild von Cuba.
Die Gedichte sind brüderlich und kindsköpfig – sie erinnern an die „verschüttete Utopie im Kopf“.

Verlag Klaus Wagenbach, Klappentext, 1973

 

Beiträge zu diesem Buch:

Yaak Karsunke: Die Utopie als Genossin
Frankfurter Rundschau, 10. 10. 1973

J.P.W.: Arbeiterdichter heute
Der Tagesspiegel, 13. 1. 1974

 

Michael Wilke: Glaspyramide könnte Dichter-Boot schützen
Weser Kurier, 14.1.2012

Ein Abend für Johannes Schenk

 

Fakten und Vermutungen zum Autor + Archiv + KLG
Porträtgalerie

Nachrufe auf Johannes Schenk:

lmue: Hinter dem Meer
Süddeutsche Zeitung, 6.12.2006

sv.: Fast der Bürgermeister von Worps­wede
Berliner Zeitung, 6.12.2006

Hans-Christoph Buch: Seemann in Berlin: Zum Tode von Johannes Schenk
Die Welt, 7.12.2006

Viebahn, Fred: Johannes Schenk. Vig­netten der Erinnerung an einen alten Freund
März 2007

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