PROLOG
Der Samen des Lebens fällt
in eines Weisen Auge
und blendet ihn.
Doch führt
an seinen Ursprung er ihn zurück,
wo ein Kind er war.
Wohin er ging,
wohin er sich gewendet,
hat er sich von dort entfernt
und auf seines Denkens Schwingen
mächtig sich erhoben.
Adler suchte er und Schlangen,
geheimer Riten seltene Ekstase
und gemeiner Leute einsame Befriedigung.
Folgte er der Sonne Strahl,
ist er in ihr verbrannt.
Keines seiner vielen Worte fiel auf ihn zurück,
so blieb er leer.
Keines Regens Tropfen vermochte ihn zu löschen
Keines Windes Atem kühlte seine Pein.
Nur der Erde sanfte Wölbung,
in die erschöpft er sank,
fing ihn auf.
Diese Geschichte
wurde vor langer Zeit geschrieben
und ging verloren.
Und doch wob ihr Faden sich ewiglich
durch des Menschen Geschick.
Zurück, zurück
sollte er sich wenden,
um durch seine eigene Welt hindurch
in des Phoenix Auge zu sehen.
Doch er wählte die Blindheit
und forschte unverdrossen
nach seinem höheren Plan.
Sich fand er jedoch nicht.
Nicht im Gestern, nicht im Heute, nicht im Morgen.
Die Sehnsucht blieb,
sich zu erheben.
Keine seiner Taten folgte diesem Sinn.
Keiner seiner Träume trug ihn dorthin,
wo seine Seele war.
Die Schatten, die er vermeinte wahrzunehmen,
täuschten ihn über seine Tatsächlichkeit.
Der Geruch, der sein Gehirn berührte,
gab keinen Wechsel zu verstehen.
Sein Geschmack verdorrte in seinen Lenden.
Er weinte und brach
das Schwert über die Erde.
Und dennoch blieb sie ihm treu.
Weil er im Außen suchte,
was er nur im Inneren finden konnte,
wandte er seine Augen himmelwärts
und fluchte.
Erst fiel der Regen,
dann der Hagel,
aber er verstand noch immer nicht.
Glaubte sich bestraft
und fand einen Schuldigen,
obwohl der Fluch ihm längst verziehen.
Seine Ungeduld muß erst erklären,
daß er des Fluches Ursache sei;
dann wird er das folgende Ungemach vergessen,
das ihn dem Untergang geweiht.
Diese Verwirrung zu entfernen
liegt in des Weisen Hand.
Das Dunkel zu erhellen ist seine ganze Last,
bevor er sich verliert
im Reiche selbsgeschaffener Dämonen.
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