Leonhard Lorek: Daneben liegen

Lorek/Wellmer-Daneben liegen

wir werden juenger
mit gewalt
verschiedene
gestalten
zwischen gut & gern

werden wir
uns entsinnen oder

kreuzweise vorab
beginnen
mit etlichen
marienliedern
auf der zunge

sterben wir knapp

bin ich das &
der trick
mit dem genick
nach vorn
ist zeitlos begehbar

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Im Dezember letzten Jahres bekam ich von einer langjährigen Freundin

den liebevoll verarbeiteten Lyrikband „Daneben liegen“ von Leonhard Lorek mit Illustrationen von Gösta Wellmer in einer Berliner Taverne geschenkt. Gestern Abend wurde der Band in der „Lettrétage“ in der Methfesselstrasse 23-25 vorgestellt. Jörg Sundermeier – mir eher als der Autor des „letzten linken Studenten“ in der jungle-world bekannt – ist es als Verleger der Verbrecherei gelungen, Leo Lorek zur Veröffentlichung seiner Gedichte zu bewegen. So kommt das lyrische Debut des bekannten Künstlers mit 52 Lebensjahren möglicherweise nicht gerade früh, ein Beweggrund für die jetzige Veröffentlichung war wohl die Diagnose der aktuellen Krisenhaftigkeit der Gesellschaft.
In einer prekären Phase ist die beste Zeit für Gedichte, es kann wieder neu über Zeit und Wert nachgedacht werden. Für Leo Lorek „haben Gedichte in etwa so zu wirken wie Calgon: Kalk lösend und Verkrustungen aufhebend“. Damit meint er aber nicht, den Leser oder Lesungszuhörer mit allerlei kunstfertiger lyrischer Vortragsakrobatik betören zu müssen. Er überlässt die therapeutische Wirkung seiner Lyrik viel lieber dem geneigten Leser, der den Klang der Buchstaben und Worte im eigenen inneren Selbst zum schwingen bringen möge – quasi als Möglichkeit zum entkalken vermeintlicher Sicherheiten und störender Anhaftungen. Es geht also um ganz praktische Ontologie.
Der Einleitungsessay „Wirtschaft, Tod und zehn Gedichte“ gibt dem Leser einen Kompass in die Hände. Es wird über die Gestalten der Krise, Rimbaud und Brecht die biographische Route zum Erlebnis von Dichtung beschrieben. Den Weg dahin sollte der Leser aber immer selbst beschreiten. Dichtung kann auch nur schön sein, den Bücherschrank vollstellen, den Klang von Smörebröd Rompömpöm annehmen, taubgrüner Ginst im Musenhain. So würde sie aber nichts weiter zur eigenen Beförderung beitragen. In Krisenzeiten brechen Sicherheiten schneller weg, die Seele ist verletzlicher aber auch eher offen für neue Ansichten.
Ein Mensch kann mit seinen Ansichten, Haltungen und Sicherheiten auf zweierlei Weise daneben liegen. Entweder, man hat sich über eine ganze Zeit über etwas hinweg getäuscht und möchte das abändern oder man liegt daneben und ist nur passiver Zuschauer und beweint vielleicht noch seine Opferrolle. Beiden Grundhaltungen kommen die verdienten Gedichte zu. Die Entscheidung trifft natürlich immer der Leser.

Einen geradezu sympathischen Bonus hat Leo Lorek noch in der anschliessenden Diskussion erworben. Es wurde kritisch nachgehakt, warum er seine Gedichte denn nicht vorlesen möchte? Die Lesung bestand aus der Rezitierung des Eingangsessays und eines Gedichts.
Ganz einfach: Die längere Vorleserei von Lyrik ist 1. ermüdend und 2. nicht zielführend. Wenn ein Gedicht beim Leser nicht anklingt, hat entweder der Leser oder der Autor etwas falsch gemacht – oder Beide. Die Vorgabe über eine Autorenvorlesung kann beide Punkte nicht heilen, eher vernebelt sie die eigentliche Vergnügung oder Erschütterung des Lesers. Also: Lorek Lesen, lesen, lesen … sonst rieselt ganz schnell oder schlimmer, ohne dass man es merkt, der Kalk.

http://augenzuppler.wordpress.com, 17.1.2010

DANEBEN LIEGEN oder GLEICH IM GEDICHT WOHNEN

-Nö mal Nö ist gleich Nö.-

Er ist über fünfzig Jahre. Er sieht aus wie ein Musiker. Bassgitarre denkt man sofort, Schlagwerk. Er könnte gut und gerne in der Band Einstürzende Neubauten spielen. Aber nein, Dichter ist er geworden. Dichtet seit nunmehr dreißig Jahren. Hat jung begonnen. Ist mit der Dichtung jung geblieben. Dichtet wie andere Leute von ihren Hunden auf Trab gehalten werden, Gassi laufen müssen. Er trägt Parka mit großer Kapuze, in die hinein sein Jungenkopf verschwindet. Hermetischer Abschluss zur Außenwelt kann das bedeuten, konsequent nach außen hin zum Ausdruck gebracht: Wer da etwas von mir will, komme mir frontal.
Zur Dichterlesung in der Methfesselstrasse sitzt er an einem Tisch im Vortragsraum eines Kleinverlages, das oder die Lettrétage ausgesprochen, je nach dem, ob man sich sprachlich deutsch oder französisch positioniert. Die Crew ist ein blutjunges Unternehmen im Auftrag der Schrift. Die Räume sind flüchtig geweißt, an die Wände bunte Autorenbilder gepinnt, über dem Kopierer reihen sich ein paar Zeitungsartikel, sieben, acht an der Zahl. Nicht sonderlich inhaltsreiche und viel zu auffällig kurze Texte. Erwähnung im Stadtmagazin. Programmhinweise. Randnotizen. Was halt so über einen erst im Jahre 2009 aus der Programmarbeit des Literaturhauses hervorgegangenen Verlag zu schreiben geht, der aus Unvermögen oder in Absicht keine Pressearbeit verrichtet. Der erste verlegerische Streich betitelt sich COVERING ONETTI.I. Zwischen den Deckeln des Sammelbandes versucht sich das Dutzend Jungautoren an dem uruguayischen Großmeister Juan Carlos Onetti, zwingt sich getreu nach dessen Arbeitsanleitung Klaut, wenn nötig. Lügt immer Text ab. Das stolze Buch liegt nun als Ergebnis zum Verkauf auf dem improvisierten Kassentisch aus. In einem Aufsteller daneben sind kleine gelbe Heftchen versammelt, nicht viel größer als Zigarettenschachteln mit schwarzen Bildchen darauf. So an die fünfzig Stück von Wagner über Kapielski zu Winkler. Aber es geht an diesem Abend nicht um die gelbe Serie, sondern um Leonhard Lorek, den über fünfzigjährigen Dichter, der sein wahrhaft spätes Debüt begeht. Titel seines ganz frischen Bandes DANEBEN LIEGEN, für den der Verbrecher Verlag, Berlin die Verantwortung trägt. Er hat die Räume des Jungverlages für die Lesung genutzt. Der Chef höchst persönlich hält eine kurze Rede. Deren Inhalt im Grunde eine Ode an die ihm ins Gesicht geschriebene Freude, es geschafft zu haben. Nach Jahrzehnten. Gegen das bizarr anmutende, permanente Nö des Autoren, der alle ihm entgegengebrachten Angebote von Seiten verschiedener anderer, durchaus renommierter Verlage, strikt ausgeschlagen hat.
Dreißig Jahre Nö und nix als immer wieder Nö zu einem eigenen Buch. Nö zu den daraus erwachsenden Konsequenzen. Ein deutliches Nö an die Vermarktungen. Ein Nö der Eile, weil Dichtung braucht Zeit. Ein Nö dem Sein in der Gegenwart. Gute Gedichte wirken, wenn überhaupt, erst nach dem Ableben der Dichter. Und dabei ist noch nicht einmal raus, ob es je eine günstige Zeit für Gedichte gegeben hat, nach Lorek für Lorek geben wird. Ein dreifaches Nö an den gängigen Literaturbetrieb. Ein weiteres Nö wider den Zwängen. Nö, nö, nö also. Jahrein. Jahraus. Und gleich zu Beginn der Lesung dann auch an das Publikum, das seiner ersten öffentlichen Lesung aus dem Debütexemplar beiwohnt.
Wer etwa von den Anwesenden zu einer Dichterlesung vom Dichter vorgetragen Verse erwartet, sieht sich enttäuscht. Der Dichter beschränkt sich. Der Dichter wird im Verlauf der Lesung höchstens ein Poem vortragen. Darauf hat er sich begrenzt. Das Gedicht, das in sich den Titel für den Gedichtsband birgt, wird am Ende der Übung als Nachspeise serviert, verspricht der Dichter. Das Hauptaugenmerk bei seiner Buchpräsentation widmet der Nöhilist dem Anfangstext des Buches Wirtschaft, Tod und zehn Gedichte. Zwanzig fehlerlos vorgetragen Seiten. Vier-, fünfmal Mittun und Lachen des Publikums, danach Ruhe und Einkehr zu den vielen essayistischen Aussagen. Es geht um Engel, Ordnung, Struktur, dem Vertracktem, dem Aufwand und Nutzen, Depression, Wirtschaft, Krise, Seele, Elend, Seelenelend. Und natürlich um Rimbaud, Liebe, Kummer, Anspruch, Verlaine, Bronnen, Brecht, wie Bonbons, verschwitzte Körper, Seemänner. Die Revolution ist ein Gedöns. Höhen und Niederungen münden in Musikalität. Am Schluss weiß der Zuhörer sicher, dass Matrosen heutzutage keine Attraktion mehr darstellen, das Meer jedoch der Katalysator Nr. 1 für unsere Sehnsucht bleibt (Zitat) seiner Weite wegen, die, anders als die des Universums, für uns als Entfernung fassbar ist, und wegen seiner Tiefe, der Abgründe wegen.Mehrfach bekennt sich der Dichter zu dem, was ein gutes Gedichte seiner Ansicht nach ist: Calgon, Kalk lösend, Verkrustungen aufhebend.
Der Dichter hat schließlich fertig, aus, basta. Es rumpelt im Hirn wie Waschmaschine. Der Dichter sitzt an seinem Lesetisch mit dicken Stummelbeinen, die ans Brandenburger Tor erinnern. Sitzt steif und erwartungsvoll wie eine Quadrigafigur. Das Publikum steift mit. Was das zuvor abgegebene Versprechen anbelangt, ist Leonhard Lorek ihm noch was schuldig. Der Dichter bleibt im Wort, durchsucht nach dem Gedicht im Buch, von dem er meint, es könne von ihm öffentlich vorgelesen werden. Findet eins. Sagt von ihm, dass es anginge. Liest es. Bedankt sich. Flicht ein, dass vierzig Minuten Lesung eine Zumutung sind. Die anderen Gedichte soll sich der Leser bitte sehr allein antun. Er biete sie an und werde sich der an seinen Gedichten interessierten Person nie aufdrängen. Sich dergestalt einmischen: Nö. Jemanden mit dem ihm eigenem Tonfall und Stimmpotential vorbestimmen: Nö. Das müsse einer/eine sich schon selbst abringen. Dafür stünde er als Autor nicht zur Verfügung.
Nö als Haltung immerhin, Nö als etwas Seltenes unter Dichtern obendrein, wird ihm in der anschließenden Diskussion vom Publikum bestätigt und dann sofort ordentlich dagegen moniert. Die große Leserschaft erscheine zu Lesungen, um eben die Interpretation, Modulation des Dichters zu vernehmen. Man möchte doch hören, fühlen, aufnehmen, sich erschrecken oder einlullen lassen. Man habe ein Recht darauf, beim Vortrag in Sprache zu versinken, beharrt eine Frau aus der Zuhörerschaft. Man will eine Stimmung insgesamt mit nach Hause bringen. Man möchte Daheim angelangt doch das Erlebte ins Verhältnis zur eigenen Interpretation setzen können. Die Dichter dürfen sich verdammt nicht so eitel zieren, kokettieren, sondern sollen artikulieren, intonieren, flüstern, tönen, die Zunge führen.
Nö, sagt Lorek abermals. Darum gehe es ihm eben nicht.
Und betet wie gehabt, dass ein Gedicht zu wirken habe wie beispielsweise Calgon. Man müsse nur genügend Calgon in Gedichtsform zu sich nehmen, um genügend Gedichtscalgon parat zu haben, wenn die Verkrustungen nach Calgon und Dichtung schreien. So geht die Lesung schließlich aus. Herzlicher Beifall für all das schöne Drumherum um die lorekschen Nös. Der Frau steht nach Lesung und Diskussion noch eine Weile die Frage ins Antlitz geschrieben, wie ein dichtender Mensch nur so hartnäckig und stur daneben liegen kann. Dann gibt sich das bei der Frau sehr rasch. Ein Buch mehr ist in dieser Welt. Eines mit Gedichten, als ob die es nicht so schon schwer genug haben. Empfohlen von Ihrem Apotheker oder dem Lit-Arzt Peter Wawerzinek

Leonhard Lorek
daneben liegen
144 Seiten
Hardcover
für 19,00 €
Verbrecher Verlag Berlin

So viel wie ich weiß, hat Fontane erst mit viel mehr Jahren auf dem Buckel angefangen. Aber wer ist Fontane, bitteschön.

sc.HAPPY, 2010

Lorek, Jahrgang 1958, ist zwar nicht mehr ganz so jung,

dafür legendär. In den Achtzigern gehörte er zu den wichtigsten Exponenten der Dichterszene vom Prenzlauer Berg, außerdem war er Autor für und Musiker von Bands, die so schöne Namen wie „teurer denn je“, „fett“ oder „la deutsche vita“ trugen.

Andreas Schäfer, Tagesspiegel

„Daneben liegen“ – poetische Prosatexte.

-Leonhard Lorek veröffentlicht erstmals seine literarischen Texte.-

Ostberlin in den 1980er Jahren: Im Bezirk Prenzlauer Berg trifft sich die alternative Künstlerszene der Hauptstadt der DDR. Literaten, Musiker, Theaterleute und Bildende Künstler finden sich in subkulturellen Nischen zusammen und suchen nach neuen, experimentellen Ausdrucksformen. Zu den dichtenden Protagonisten der jüngeren Generation zählt neben Johannes Jansen, Bert Papenfuß und Sascha Anderson auch Leonhard Lorek.
1958 im polnischen Zabrze geboren, machte sich Lorek in jenen Tagen (zudem als Mitherausgeber der Untergrund-Zeitschrift schaden sowie als Texter und Musiker von Bands wie teurer denn je, fett, la deutsche vita oder Deut) einen Namen. Ihre Songs nahmen die Bands auf Kassetten auf. Die Zeiten haben sich geändert. Heute ist Lorek 52. Aktuelle Stücke seiner Avantgarde-Popband Mendelsson laufen auf MySpace. Literarische Texte von ihm sind erstmals in einem eigenen Band erschienen: „Daneben liegen“ heißt die Sammlung aus Gedichten und Prosatexten, die der Berliner Verbrecher Verlag im Herbst 2009 veröffentlichte.
Ein spätes Debüt, dessen Texte zum Großteil im Ostberlin der 1980er Jahre entstanden sind. Die Gedichte nehmen den meisten Platz ein. Weder alltagsspezifisch noch auf den Zeitgeist ihrer Jahre fixiert, wirken sie nicht in ihrer Entstehungszeit verhaftet. Die Lebensumstände in der DDR werden nicht beispielhaft-situativ thematisiert. Stattdessen gleicht Loreks bildhafte, lesenswerte Lyrik einer reflexiven, poetischen Standortbestimmung, die den fragilen Formen des Daseins nachspürt.
Besonders deutlich wird dies im Gedicht „statement zum flugversuch mit sonett tausendundeins“ aus dem Okober 1983: „die standorte unseres vergrenzens bedingen die grenzorte un/seres verstandes. und unser ich ist ein kommissarisches. und/das kommissarische ich bewegt sich in etueden echt./statisch ist der rahmen der öffentlichkeit. innerhalb dieses rahmens/sich die möglichkeit einer eigenen dynamik zu verschaffen,/ist das ich ein kommissarisches (…)“. Angesichts der übermächtigen Präsenz festgelegter gesellschaftlicher Regeln scheint es unmöglich, eine Identität jenseits dieser Vorgaben dauerhaft zu behaupten und zu entwickeln. Mit nüchterner, fast wissenschaftlich anmutender Gewissheit wird Kritik an den Verhältnissen geübt.
Andere Gedichte ähneln vielmehr einem assoziativen Sog, dem der Reiz des Rätselhaften anhaftet. So heißt es in „statement zur abfertigung von herz und knochen“ (1984): „(…) weise genug mir/ein skalpell zum geburtstag von thomas geschenkt/zu wuenschen das raetsel der platzangst vertikal/aus dem unterarm zu loesen um von amsterdam/aus nicht nur die wolkenkratzer auszumachen wel/che den stoff zum leben hergeben koennten fuer 1/statement zur abfertigung von herz und kochen“.
Im Text „Wirtschaft, Tod und zehn Gedichte“, der den Band eröffnet, bekennt Lorek, dass Gedichte für ihn in etwa so zu wirken hätten wie Calgon: Kalk lösend und Verkrustungen aufhebend. Ein Anspruch, der nicht leicht einzulösen ist. Wer sich auf seine Lyrik einlässt, den erwarten vielschichtige Impulse, sich mit Grundfragen der Existenz auseinander zu setzen.

Lutz Steinbrück, Die Berliner Literaturkritik, 28.6.2010

Spätes Debüt, mit Papierflugzeug in der Tasche

In einem Prosagedicht von Leonhard Lorek, das, in der gedruckten Version, gleich von zwei weiteren Personen unterzeichnet wurde und noch heute wie eine Absichtserklärung klingt, finde ich überraschenderweise eine Floskel wieder, die im Ostberlin der Achtziger (oder auch nur am Prenzlauer Berg) in der Luft gelegen haben muss und von Lorek und seinen Mitstreitern (zwei imaginären Protagonisten?) aufgegriffen wurde: den Begriff eines „kommissarischen Ich“.
Was ein „kommissarisches Ich“ um diese Zeit auch bedeutet haben mag: Sieht einer den Humor an der Sache, denkt er zuerst vielleicht an einen schrägen Popsong von Falco und die Refrainzeile „Der Kommissar geht um“, Ironi­sierungen amerikanischer Fernsehserien wie „Columbo“ oder „Einsatz in Manhattan“ – oder den Detektiven Leonhard Lorek, der besagte Floskel spannend und aufregend gefunden haben muss und umgehend in ein Gruppen-Gedicht oder gedichtähnliches Statement einbaute. Eine gewisse Vorsicht ist dabei jedoch geboten. Betrachtet man es nicht so wertfrei wie es zu dieser Zeit noch möglich war und im literatur- bzw. zeitgeschichtlichen Kontext der Neunziger, fällt einem sofort Wolfgang Hilbig ein, der diesen Gemeinplatz als Zitat seinem Roman „Ich“ voranstellt.
Einen Exkurs, bevor ich mich weiter in Loreks Buch hineinbewege, möchte ich der besseren Verstehbarkeit halber hier unternehmen. Denn die Querelen, in welche das Ich (ohne die Anführungszeichen, als Stilfigur) nach dem Erscheinen von Hilbigs Roman geriet, waren gravierend und führen bis heute zu Irrtümern und Diffusionen, die fast schon wieder zum Fundus der Literaturgeschichte gezählt werden können. Hilbig – und seinem Erfahrungshintergrund nach ist das verständlich – mochte das postmoderne Ich nicht, wenn damit ausschließlich Mummenschanz betrieben wurde und jemand nicht zu dem stehen musste, was er schrieb. Er torpedierte diesen Ansatz gelegentlich auch vor Erscheinen des Romans Ich – doch wenn die Öffentlichkeit bis dahin so gut wie keine Notiz davon nahm, so geschah das um so heftiger, als zwei Autoren der Prenzlauer-Berg-Szene als informelle Mitarbeiter der Staatssicherheit enttarnt wurden. Mit einem merkwürdigen Nebeneffekt: Das Kunstprodukt „Ich“ wurde auf einmal generell mit einem Dokument verwechselt. Autoren, die sich im Umfeld von Hilbig befanden oder befunden hatten, schließlich auch Schriftsteller, die aus dem Osten kamen und mit einem poetischen Ich ausdrückten, gerieten plötzlich, wenn auch nur unter dem halbseidenen Siegel der Verschwiegenheit, gleich mit unter Verdacht, wenn nicht für das System als Spitzel gearbeitet zu haben, so doch wenigstens unter einem blasierten Ego zu leiden.
Und dazu noch etwas. Nach dem Fall der (innerdeutschen) Mauer, schon kurz nach dem Erscheinen des Romans Ich, als Hilbig in der Kleinstadt, aus der wir seinerzeit stammten, wieder regelmäßig zu Besuch war, kam es bei einem gemeinsamen Freund einmal zu einer Gesprächssituation, in der ich ihn darauf hinzuweisen versuchte, dass er mit dem (für die Öffentlichkeit und in der Öffentlichkeit) zu wenig austarierten Blick auf die Stilfigur auch für alle nachfolgenden Autoren, die dasselbe Recht darauf haben, mit ihrem poetischen Ich so spielerisch umzugehen wie er das als junger Mann für sich selbst eingefordert hatte, die Tür mit verschloss. Zwischen uns war nie ein lautes Wort gefallen, es fiel auch in dem Moment keines, und von meiner Seite her kann ich den ihm neuerdings nachgesagten Jähzorn auch nicht bestätigen. Auf das, was ich zum Ausdruck brachte, reagierte er eher mit Verwunderung, da er wusste, dass ich schon während meiner Armeezeit ähnliche Beschädigungen hinnehmen musste wie er sie selbst zur Genüge erfahren hatte, und mir das, was er mit diesem „Ich“ beschrieb, auch nicht annehmen musste, da es mit mir nichts zu tun hat. Ob das Gesagte in ihm etwas in Bewegung brachte, lässt sich für mich nur schwer bzw. überhaupt nicht sagen. Was ich meinte, galt in einem gewissen Sinn jedoch ebenso für ihn und sein eigenes Handwerkszeug. Er musste in Betracht ziehen, dass der theoretische Hintergrund, den er beim Schreiben mit im Blick hatte, von der Öffentlichkeit so nicht geteilt wird, es ihm auch selbst geschehen kann, dass die Öffentlichkeit (oder Teile des Feuilletons) sich einen seiner Texte nimmt, diesen ganz und gar nicht in den von ihm angedachten Kontext überträgt, die Inhalte den Bedürfnissen der Zeit entsprechend anpasst, wie es seinem Roman Das Provisorium zwei Jahre nach seinem Tod widerfahren ist.
Auffällig ist, dass die Schlingerbewegungen, in die das lyrische Subjekt / poetische Ich in der Literatur der Nachwendezeit geriet, bei vielen Lyrikern nicht zu übersehen sind, und bei den meisten interessanterweise erst durch das interkulturelle Großereignis Jahrhundertwende langsam wieder auflösen. Die Möglichkeiten, die sich die Autoren zur Selbstbefragung oder Reflexion noch zugestanden, blieben (mit Ausnahme derer, die verstummten) beschränkt auf eine gewisse Engführung der Stilfigur, so zum Beispiel das permanente Monologisieren, den Kunstgriff, sich mit dem Zweiten Personalpronomen im Singular als Du anzusprechen, das Ich bzw. lyrische Subjekt vollkommen zum Verschwinden zu bringen und dabei mehr oder weniger zum Medium zu erklären. Für den ein oder anderen (in der Vermischung der genannten Möglichkeiten) führte das zur rigorosen Abwendung vom Ästhetizismus; andere (und auch das gehörte, wenigstens in Ex-Ost-Deutschland, während der Hoch-Zeit postmoderner Ausdrucksformen zum Machbaren) verfolgten weiterhin die relativ risikofreie Variante, den Mummenschanz zu bedienen, frei nach der Devise: Ich ist irgendwer, den ich nicht kenne. Die einfachste Möglichkeit indessen war auch der schwierige Weg: die entsprechenden inneren Spannungen auszuhalten, bis das poetische Ich durch und durch reflektiert war.

Leonhard Lorek war von den Zerwürfnissen der Neunziger als Autor möglicherweise schon nicht mehr betroffen. Soweit sich sein Lebensweg anhand der spärlich zur Verfügung stehenden Lebensdaten nachvollziehen lässt, hatte er Dederanien schon zwei Jahre vor dem Mauerfall verlassen und lebte in Westberlin. Es ist anzunehmen, dass er sich von der Literatur verabschiedet hatte, denn die Verbindung zu den meisten Weggefährten aus dem Prenzlauer Berg scheint bis weit in die Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer vollständig abgerissen gewesen zu sein. Zumindest sucht man seine Arbeiten vergeblich in den beiden wichtigen, in den Neunzigern bei Galrev erschienenen Anthologien Vogel oder Käfig sein und Abriss der Ariadnefabrik, die bis heute als eine empfehlenswerte Zusammenfassung der Samisdat-Literatur gelten können, allerdings nur einen Einblick in den Großraum Ostberlin zulassen – und so soll an dieser Stelle, gerechterweise, wenigstens auf die Tatsache hingewiesen sein, dass die Wirkung der Prenzlauer-Berg-Literatur (mit Ausnahme von Papenfuß und Schedlinski) durch das Nord-Süd-Gefälle, das im Osten vorherrschte, ziemlich begrenzt war, nicht jeder jüngere Autor im Inland, der mit Sprache experimentierte und laborierte, den Samisdat-Zirkeln angehörte oder dem Fußvolk des Prenzlauer Bergs zugeschlagen werden kann.
Die ersten Arbeiten von ihm bekam ich zufällig zu lesen, bei Jayne-Ann Igel, die ich damals hin und wieder in ihrer Leipziger Wohnung besuchte, und bei einem Glas Palinka (einem Obstler, den wir seinerzeit gern tranken) in den raren Westbüchern blättern durfte. Zwei davon, die Anthologie Berührung ist nur eine Randerscheinung (Kiepenheuer & Witsch 1985) und Sprache & Antwort (Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1988) gehören heute ebenso zu den Standardwerken der ehemals hochgelobten (und schon damals nur teilweise unabhängigen) neuen Literatur im Osten der Achtziger. Es waren beides Veröffentlichungen, denen bereits durch die Tatsache, dass es zeitgenössische Literatur war, der Hauch des Gefährlichen stärker anhing als den weitgehend vom Hörensagen her bekannten modernen Autoren Burroughs und Lautreamont – die der gewöhnliche Leser im Osten genauso wenig zu lesen bekam wie die Zeitschriften der Samisdat-Szene.
So wenig Gelegenheit damals war, die Bücher genauer anzuschauen, reichte die Zeit, eine Reihe der Texte wenigstens anzulesen. Loreks Arbeiten fielen zunächst durch ihre Machart auf oder, genauer gesagt, durch das experimentierfreudige Verfahren, mit dem das Schriftbild eines Textes organisiert wird. Trotz der Flüchtigkeit, mit der ich die Texte von ihren Inhalten her wahrnehmen konnte, überzeugte mich das, wenn ich heute auch einräumen muss, dass die formalen Aspekte durch ihre leichte Kopierbarkeit von späteren Lyrikern oft unreflektiert übernommen worden sind und dahingehend vielleicht eine gewisse Stereotypie mitbringen. So passiert es mir heute zuweilen, dass ich Texte, die von der experimentellen Seite her an die von Lorek erinnern, mit einem leichten Schulterzucken wahrnehme, weil die Form sehr oft aufgesetzt wirkt und als avantgardistisches Element durch das, was dort sprachlich geschieht, nicht unterstützt wird.

Worin der Unterschied zu Loreks Gedichten besteht, kann ich aus seinen Arbeiten erst heute langsam herauslesen, die – wenn auch als sehr spätes Debüt – unter dem verzweigten Titel daneben liegen vor gut einem Jahr im „Verbrecher Verlag Berlin“ erschienen sind. Freilich ist es nach wie vor der aus der Seitenbreite herausgenommene und auf Spaltenbreite gebrachte Blocksatz, der dem Leser ganz zuerst auffällt und (in etwa / der Einfachheit halber) so beschrieben werden kann, dass dabei nicht zwangsläufig das letzte Wort am Ende einer Gedichtzeile in die entsprechende Formatierung des Blocksatzes gezogen wird. Hin und wieder bleiben einzelne Buchstaben oder halbe Worte aus dem weitgehend interpunktions­freien, in sich fortlaufenden Text ohne Trennzeichen stehen, und der Rest des (in sich zerschnittenen) Wortes ergibt durch den abenteuerlichen Umbruch auf der nächsten Zeile manchmal einen überraschend neuen Sinnzusammenhang.
In der Publikation lässt Lorek an der ein oder anderen Stelle jedoch etwas genauere Einblicke in bestimmte Formen der von ihm bevorzugten Montagetechniken zu. So erweisen sich manche seiner Gedichte und Prosagedichte als Konglomerate von eigenen Aussagen und fremden Statements, die er auf eine Art überblendet und miteinander verschleift, dass sie noch heute wirken, als spricht dort jemand, der nicht eine Sekunde Zeit zu verlieren hat, sein Gegenüber zu überrumpeln gedenkt oder ihm gar nicht erst die Möglichkeit zu einer Antwort lassen möchte.
Angenehm ist, dass Lorek auf Lyrismen und allzu viel technisches Bumm-Bumm verzichtet und dem Anspruch Rimbauds, man müsse absolut modern sein, nicht in marktschreierischer Variante, sondern mit selbstironischer und humorvoller Attitüde nachgeht. Man kommt bis heute ins Schmunzeln, wenn zum Beispiel Volker Braun als Dichter unter seiner Telefonverbindung, quasi nur noch als Nummer und Ziffernfolge bzw. als Soundsovielter vorkommt, die Entdeckerfreude sich aber ohnehin dermaßen zu überschlagen scheint, dass (unkenntlich gemachte) Zitate von Oskar Schlemmer bis hin zu unbekannteren (oder erfundenen Protagonisten) des Prenzlauer Bergs eingearbeitet werden. Einsprengsel, von denen man an keiner Stelle sagen kann, sie würden sich dem Textfluss nicht inhaltlich unterordnen. Das Verfahren funktioniert nur im Zusammenspiel der größtmöglichen Ansammlung von Unwägbarkeiten und erinnert bei denen, die es darin zur Meisterschaft gebracht haben, kaum an die Arbeitsweise der Surrealisten, Textschnipsel durch die Luft zu werfen und sie neu zusammenzusetzen. Bei Lorek wird die anarchische Grundhaltung höchstens noch dadurch gesteigert, indem er auch davor nicht Halt macht, einen Querstrich unter die jeweils vorletzte Zeile vieler Texte zu ziehen und diesen Querstrich zu unterbrechen. Die Schlusszeile erinnert dann an die Ausformulierung eines mit arithmetischen Mitteln gewonnene Ergebnis, das der Lösung einer Rechen­aufgabe in Sprache gleicht. In einer weiteren Variante wird der halb geöffnete Querstrich aber schon wieder unter die erste Zeile des Gedichts gezogen, dass man sich fragt, ob das Gedicht in dem Fall nicht vielleicht sogar aus einer zuvor errechneten oder anderweitig entstandenen Summe heraus entwickelt wird.
Insofern erreicht auch der Buchtitel daneben liegen, der einem der zuletzt entstandenen Gedichte entlehnt ist, eine gewisse Fächerung. In seiner Vieldeutigkeit verleiht er der Publikation nach außen hin Statik, während das gleichnamige Gedicht (das monologisch als auch dialogisch gelesen werden kann) die Statik eher verneint. Das „daneben liegen“ bildet den Schluss des Gedichts, das jedoch schon vor dem halb durchgezogenen Querstrich der letzten Zeile in der Aufforderung mündet: „dreh dich mal / vom meer zum sand / und zurück / vom sand zum meer / und bleib daneben liegen“. Für mich als Rezensenten fast schon ein Alibi, mich innerhalb der Besprechung des Buches mit keinem der Texte Loreks näher zu beschäftigen, zumal im daneben liegen nicht nur die Facetten stecken, die durch die monologischen und dialogischen Bezüge abgedeckt sind, sondern auch die Nebenbedeutung, dass einer mit dem, was er sagt, daneben liegen, seine Interpretation völlig daneben sein kann und die vom Autor anvisierte Bandbreite der möglichen Konnotationen und Assoziationen vielleicht zu wenig hervorhebt. Grund genug auch, den Leser (und das durchaus im Sinne Loreks) zu ermutigen, zur Bedeutungsfülle der Texte zu meditieren und sich dabei von keinem sagen zu lassen, so und nur so könne ein solcher Text gelesen werden.

Ein geringfügiges Manko sehe ich darin, dass die Zusammenstellung im letzten Drittel des Buches Lücken in der Kontinuität aufweist und der Abstand von Gedicht zu Gedicht extrem sichtbar wird. Zwar beschreibt Lorek im einleitenden Essay die Gründe und Beweggründe für seinen zeitweiligen Abschied vom Schreiben so präzise wie nachvollziehbar und verweist darauf, dass das Schreiben von Gedichten an den Faktor Zeit gebunden ist – in dem Sinn, dass einer viel Zeit mitbringen und investieren muss, wenn er ein gutes Gedicht bzw. einen poetischen Text zustande bringen möchte. Nur lässt mich dabei der Eindruck nicht los, der Autor hat unter der Prämisse weniger ist mehr bei der Auswahl der vorhandenen Texte zu häufig selbst die Schere angesetzt.
Mehr als interessant (und auf ihre Art offen und aufschlussreich) sind hingegen die deutlich ausformulierten Haltungen, die Lorek im begleitenden Essay zum Leben und Schreiben, zum Leben mit und ohne das Schreiben äußert und ihn als einen Zeitgenossen charakterisieren, der zu den Lektionen, denen er nachgeht und nachging, auch reflektiert. Haltungen, über die man gewiss geteilter Meinung sein kann, und die dennoch nicht leicht von der Hand zu weisen sind.
Mit einer Ausnahme. So würde ich der Ansicht, Brecht und Rimbaud als Egomanen zu bezeichnen, doch widersprechen wollen. Bei Rimbaud ganz einfach durch die Tatsache, dass er die Literatur fast noch als Jugendlicher hinter sich zurückgelassen hat und es während der Adoleszenz ganz sicher zur Normalität im Verhalten von jungen Menschen gehört, davon auszugehen, dass sich die Welt um sie zu drehen hat. Es sei denn, man betrachtet Rimbauds Fortgehen aus der Literatur tatsächlich nur als Produkt einer früh abgeschlossenen Selbstfindung, und nicht gleichermaßen als Konsequenz auf die Liaison mit Verlaine oder auch eine ganze Reihe von Befindungen, die in der Summe vielleicht zu einer seelischen Schieflage geführt haben, dass ihm nur dieser eine Ausweg geblieben war / möglich schien. Nur ist es dann auch leicht möglich, das Fortgehen (den Fakt an sich!) als Ausdruck von Egomanie zu werten, und noch leichter, per Kurzschluss eine Analogie zwischen Egomanie und der Berufung zum späteren Waffenhändler herzustellen.
Bei Brecht verhält sich die Angelegenheit noch schwieriger. Es ist kaum in Abrede zu stellen, dass er über weite Strecken Integrationsfigur war und seinen Mitbewerbern und Zeitgenossen gegenüber fair verhielt. Doch vielleicht ist es tatsächlich nur eine Frage, wie unterschiedlich man einen Begriff definiert, oder aus welchem Blickwinkel die Brechungen einer anderen Künstlerbiografie gesehen werden. Lege ich das Gewicht auf die hässliche Bemerkung, mit der Brecht sich in seinem letzten Lebensjahrzehnt über den in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit gerade aufstrebenden Benn hermachte (der doch so viel menschliche Größe bewies, manche der Prosti­tuierten, die zu ihm in die Arztpraxis kamen, kostenlos zu behandeln, ihnen im ein oder anderen Fall noch die Kohlen für den Winter bezahlte), entsteht sofort ein anderes Bild. Ein Bild, das eine Facette von vielen darstellt oder auch eine der Nachtseiten Brechts ausstellt – wie jeder einzelne Schriftsteller sie zur Genüge mitbringt (als etwas, das man nicht ausschließlich unter dem Storybord Menschliches, Allzumenschliches abhaken kann).

Eine Egomanie – darin sehe ich eher Verfestigungen (Verknöcherungen) der Art, wie Fritz Riemann sie in den „Grundformen der Angst oder die Antinomien des Lebens“ beschrieben hat. Seiner Beobachtung oder Definition nach (die ich hier nur sehr vereinfacht wiedergeben kann) ist ein Mensch seelisch dann weitgehend intakt, wenn es innerhalb seiner charakterlichen Grundmerkmale im Alltagsverhalten mental zu leichten Verschiebungen kommt und jemand auf eine Situation angemessen, manchmal aber auch emotional und sehr unterschiedlich reagieren kann. Gelingt ihm das nicht mehr, reagiert er oft immer gleich unangemessen und nähert sich innerhalb der Parameter eines der vier Grundcharaktere (des Melancholikers, Sanguinikers, Phlegmatikers, Cholerikers) nicht selten auch einem psychotischen Verhalten.
Ablagerungen wie Engramme (Erinnerungsinhalte, Gedächtnisspuren im weitesten Sinn) sind damit wohl eher nicht gemeint. Man könnte andernfalls das etwas burschikose Loreksche Statement „Für mich haben Gedichte in etwa so zu wirken wie Calgon: Kalk lösend, Verkrustungen aufhebend.“ auch so verstehen, dass neben den Menschen, die ein Traumata erlitten haben und dieses Trauma mit einem gut gemachten Gedicht aufgelöst haben wollen, bald auch Leute vor der Waschmaschine Schlange stehen, die sich durch den gepflegten Hang zur Verdrängung auszeichnen.
Möglicherweise habe ich an dieser Stelle jedoch eine Unschärfe aus dem Weg zu räumen, die ich vor einigen Jahren selbst erzeugt habe. Ich benannte die in der deutschen Literatur von Zeit zu Zeit aufflammende Subjektfeindlichkeit als Gegensatz zur Subjektbesessenheit in Form der Egomanie – wobei ich bei letzterem zwar die Verknöcherungen im Blick hatte, doch das nicht näher und genauer ausführen wollte. Ich muss mich dabei insofern korrigieren, dass mentale Verfestigungen nicht unbedingt etwas mit der Stilfigur Ich oder dem lyrischen Subjekt zu tun haben müssen, sondern nur dann, wenn sie darin zum Vorschein kommen / darin zum Ausdruck gebracht werden; und logischerweise können von den mentalen Borniertheiten ebenso sehr Menschen betroffen sein, denen eine Subjektfeindlichkeit eigen ist.

Von seinem Gesamteindruck her ist Leonhard Loreks Gedichtband eine gelungene Publikation, und das nicht einfach deshalb, weil damit das Bild von der Prenzlauer-Berg-Literatur um eine wichtige Facette erweitert und vervollständigt erscheint. Lorek ist durch und durch Poet, seine Gedichte sind durch­gearbeitete Gebilde und haben sich ihren angenehm frischen, in keiner Weise aufdringlichen Ton bis heute bewahren können.
Was mir darüber hinaus wichtig scheint: Es ist kaum anzunehmen, dass daneben liegen das letzte Buch aus den Achtzigern und Neunzigern war, das bisher keinen Verleger gefunden hat bzw. hatte. Die Gründe dafür mögen so vielfältig sein wie die Widrigkeiten, mit denen es Dichter zu tun bekommen, wenn sie den ästhetischen Vorstellungen des Marktes (als einer vorgeschobenen Illusion, denn es gibt diesen Markt für das Genre Gedicht schon seit zwanzig Jahren nicht mehr) weder entsprechen können noch entsprechen wollen.

Ein Dichter / Poet / Lyriker kann dabei so wenig auf die Entdeckung durch einen Talent-Scout setzen wie es sich für ihn lohnen wird, auf das Feuilleton zu warten. Manchmal besteht ein Funken an persönlichem Glück darin, dass einer nach der Zeit fragt mit der Ellipse: Warten, worauf? – Sich bemerkbar zu machen ist zur Realisierung eines Buches also unter Umständen die halbe Miete. Siehe Leonhard Lorek. Ein verspätetes Debüt? Sicher. Doch dafür eins mit Papierflugzeug in der Tasche, wie man es nachlesen kann, in einem seiner Gedichte.

Tom Pohlmann, poetenladen.de, 3.12.2010

Der knirschende Kiefer erzählt

Der Prenzlauer Berg war in den achtziger Jahren ein Widerstandsnest, in dem viele Dichter gegen das Regime anschrieben. Leonhard Lorek war einer von ihnen. Mit seiner Sprache versucht er sich kritisch auf die gesellschaftlichen Verhältnisse einzulassen, zugleich stöbert er in den Wortspeichern des Argots und des Slangs:

geh ueber kaltleim
& kohlen
die knochen
brechen
& recht
behalten denn

nur wer lack hat
kann
die puppen tanzen
lassen

Das Gedicht solle Verkrustungen lösen, Festes wieder flüssig machen, schreibt Lorek in einem kleinen poetologischen Essay. Allerdings wirkt ein Gedicht noch nicht lösend, nur weil in ihm Fäkalsprache ausgestellt wird. Und Loreks politischer Impuls erschöpft sich immer wieder in Texten, die das Politische mit Pointiertheit verwechseln:

Just in madeira
leben
im dax
zunge im arsch
und das ganze
noch mal

Besser sind jene Gedichte, in denen Lorek für seinen Stoff eine in sich bewegliche Form findet und davon träumt, seinem großen Dichtervorbild, „der ratte rimbaud zu begegnen“.

Nico Bleutge, Stuttgarter Zeitung, 12.3.2010

 

gefahrenklasse a 1

− eine im nachhinein konkretisierte passage eines gespräches egmont hesse – leonhard lorek. −

spurensicherung

gespräche stellen, wo sie existentiell werden, den „prozeß und die verwirklichung eines werdens“ (gilIes deleuze, claire parnet) dar. nicht systeme und deren machtstrukturen werden geformt, sondern die ständige veränderung am objekt (oder des subjekts) wird aufgezeigt, um sinnzusammenhängen ausdruck zu verleihen. ohne den anspruch, grundsätzlich den beweis einer angenommenen vorstellung zu führen, werden, statt definitionen, formeln hypothetisch aktiviert. fühlen, wissen, anspruch; und die unbestimmtheit hat eine möglichkeit als fragment. dabei ist es problematisch, sich mit den mitteln des erkennens zu erklären, und dennoch notwendig, in einem gespräch, das den anspruch erhebt, sich ohne „standortmanifestation“ zu bewegen.
vom allgemeinen zum jetzt speziellen:
als ich mit leonhard lorek über dichtung und schreiben diskutierte, fiel in einem peripheren zusammenhang der begriff „gefahrenklasse a 1“ („vielleicht sollten wir frequenzen verursachen, die unsere sinne vorgeben, nicht erfassen zu können, ungewöhnliche frequenzen, die im zusammenspiel anders wirken; du weißt, was ich meine…“). mit dieser textindikation war der hinweis auf den brandsatz einer sache gefunden, die sich noch immer am deutlichsten durch ihre brisanz auszeichnet.
auf loreks texte und seine textauffassung, sowie die daraus resultierende abstrahierung allgemeingültiger ansätze zu einem eigenen sprachmodell, sind wir eingegangen, seiner sprache im gedicht adäquat, eine weitere zu schaffen, die eine verständigung hierüber ermöglicht. mit meinen fragen – in die richtung gestellt, in der ich ihre freisetzung erwartete – zielte ich letztendlich auf loreks ich(-verständnis) und dessen stellung im text, die ich für wesentlich halte, will man mit den gedichten eine begegnung, um zu verstehen. die sehr direkte „gangart“ des gesprächs trifft sich in dieser form mit loreks schritten, „übers eis zu gehen“.

Egmont Hesse: ist es schon wieder oder immer noch und jetzt besonders wichtig, über sprache zu sprechen?

Leonhard Lorek: das pathos dieser fragestellung geht mir nicht besonders nahe, aber eine diskussion um die substanz halte ich immer für angebracht; wir gehen doch in der und mit der sprache ganz unerläßlich um.

Hesse: seit mehreren jahren läßt sich ein erweitertes sprachbewußtsein feststellen. worauf ist das zurückzuführen?

Lorek: … wenn in den auslaufenden siebziger jahren gerade hier ein anderes (für uns damals neues) sprachbewußtsein lokalisiert werden kann, so hat das sicher mehrere ursachen (retrospektiv sind die vielleicht besser zu orten und zu verstehen). ohne simplifizieren zu wollen, scheint mir dabei ein aspekt besonders bemerkenswert…
womit wir uns so schwertun und was hier geläufig als gesellschaft verstanden wird, ist totalitär ambitioniert und bemüht, ebenso zu funktionieren. die hierzulande seit kriegsende bis dahin, im selbstverständnis konstruktive literatur war im spektrum ihrer mittel im allgemeinen konservativ (auch dann, wenn sie aggressiv war). daß so etwas situationsbedingt angebracht ist, kann durchaus sein; nur: wir haben eine andere beziehung zur situation. ich spreche vom wir eines teils der jüngeren autorengeneration, welches zu dem zeitpunkt im eigenen selbstverständnis noch zutrifft, inwiefern ein solches wir aber bis jetzt seine gültigkeit bewahrt hat, kann ich nicht schlüssig beantworten… der individualisierungsprozeß des wortes innerhalb der texte war ein, an und für sich, anarchischer akt der befreiung (komisches pathos), das resultierende sprachbewußtsein eine folge der wechselbeziehung zwischen verbalem anarchismus und den textstrukturen. das bedingte ebenso die ermittlung einer anderen stilistik… die problematik ist beständig, die beziehung aber, so hoffe ich, allgemein, weiterhin in der entwicklung begriffen. sprachbewußtsein – die naheliegende intensivierung von text und denkstrukturen – weniger momentabhängige texte – die selbstbewußte beanspruchung einer mondäneren gangart. vielleicht hatten wir etwas nachzuholen… es reicht aber perspektivisch nicht mehr, sich allein auf das wort zu konzentrieren; und wie suspekt mir der begriff vom logischen denken auch sein mag, ein lediglich philologisches hätte mich, und nicht nur als autor, in ein knock out arrogiert. eigentlich ist es auch falsch, von vornherein vom sprachbewußtsein zu reden; wir sollten davon ausgehen, daß das sprachbewußtsein aus einer wortbewußtheit resultiert, welche neben den traditionellen textstrukturen einherging. mir ist der text komplex wichtig (und seine entstehung). und da ist ein spektrum der bestandteile, und ich bin (mittlerweile) an einem demokratischen miteinander der komponenten interessiert.

Hesse: demokratisches miteinander“ – ein politischer terminus, der bisher in wohl jedem system, wo er verwendung fand, letztendlich versagte; wie ist das zu verstehen?

Lorek: … ein allgemein gültiges scheitern müßtest du mir schon beweisen. wenn die ursachen einer anders akzentuierten literatur auch politische sind, warum soll dann der prozeß nicht an einem politischen modell erörtert werden? für mich ist es uninteressant, allein um einen zustand, oder nur eine erscheinung, bemüht zu sein. der prozeß ist (retrospektiv, perspektivisch, in der analyse und in der praxis) ein wesentliches problem.

Hesse: gehen wir auf deine texte zu. beim lesen hatte ich oft den eindruck, daß sich mit jedem wort jeweils der gesamte text in seiner aussage dreht, ähnlich einer spirale.

Lorek: … drehen. sagen wir einfach: er bewegt sich. er / bewegt / sich. die spirale ist als bild nicht annehmbar, dann wäre das eine kanalisation; kanalisiert in eine bewegungsrichtung. und diese eineindeutigkeit ist nicht gegeben… die kettenreaktion wäre ein treffenderes modell. eine reaktion, die ich steuere, die aber nicht allein aus meinen, letztendlich subjektiven, manövern resultiert. ich setze den prozeß in gang (da ich erfahre, staune, verunsichert bin, vergesse, wahrnehme,… ), ich bewege mich mit dem material selbstverständlich, oder genauer: um ein selbstverständnis bemüht. das ist eine identitätsfrage, ohne daß der text immer eines frontalen ich bedarf (welches mir oft jeden zugang versperren würde).

Hesse: hängt das mit der art deines schreibens zusammen, die ja doch zum größten teil und im wesentlichen ein erschreiben ist?

Lorek: mit dieser komponente bestimmt. das ich ist dem verfahren oft so immanent, daß ich es gar nicht als solches einfügen brauche.

Hesse: innerhalb deiner texte existieren zwei bewegungen; die bis zu einem gewissen punkt vertauschbaren aussageinhalte und die genau durch den sprachstil festgelegte art ihrer anordnung. würdest du es als verfehlt ansehen, schreiben, ganz abstrakt, als ein ordnen von worten zu betrachten?

Lorek: wenn man schreiben letztendlich nur als das ordnen von wörtern verstehen würde, könnte bestenfalls ein synthetisches produkt entstehen, aber kein organisches gebilde. wilhelm fränger führt einen seltsamen vergleich, um die struktur der radierungen von hercules seghers begreifbar zu machen, und spricht vom rätsel der instinkt-geometrie, die (grundrißlos und ohne gliederung und mitte) architekturen wachsen läßt statt baut, die sich nach allen seiten endlos spannen, wenn nicht der zufall eines festen rahmens sie beschränkte. als ein organisches gebilde aber brauche ich meine texte, in ihrer störanfälligkeit, in ihrer aktions- und reaktionsfähigkeit.

Hesse: stört dich das wort „ordnen“, weil es in seiner bedeutung immer ein schubfachdenken assoziiert?

Lorek: ja, ein anderer terminus müßte für einen solchen bewegungskomplex gestellt werden; auch halte ich es nicht mehr für ausreichend, von inhalt und form in einem flächenmodell zu sprechen.

Hesse: … mallarmé sagt: „verse macht man nicht mit ideen, sondern mit worten“; kann ein wort gedanken ersetzen?

Lorek: verse…, da trifft es im detail zu. was aber deine frage angeht; in der totalität – nein. wörter können weder profan, noch in der konstellation, und selbst dann nicht, wenn sie eine veränderung ihrer gebräuchlichen substanz erfahren (ein metamorphes verfahren) gedanken ersetzen. aber sprache sollte so intensiv sein (zumindest die, die ich brauche), daß sie das, was denkbar sein könnte, ermöglicht. die sprache gibt gelegenheit, spannungsfelder (mit einer ihnen eigenen frequenz) zu schaffen, die nicht mehr mit sprache aufzufüllen sind (schon, weil wir die wörter nicht haben, und ich weiß gar nicht, ob sie notwendig sind…). und wenn schedlinski meint: „die diktatur der sprache über das denken ist nicht mehr zu brechen…“, bin ich zunächst einmal gar nicht von einer solchen absolutheit betroffen. die, wenn auch mittels sprache, geschaffenen spannungsverhältnisse, die entstehenden räume, sind nicht durch sprache ersetzbar. unser ganzes denken ist nicht von sprache okkupiert, denn die situationen, die zwischen den wörtern existieren, sind durchaus denkbar, nicht nur empfindbar, also auch außerhalb der sprache existent.

Hesse: aber noch einmal zurück zu deinen texten. daß worte mit ihrem selbstwert durch andere worte in ein aussagesystem gebunden sind, ist normal; nur, in deinen texten erfahren beide positionen auf engstem raum eine dimension, die voraussetzung für eine weitere dimension ist, die ich hier phantasie nennen möchte. nehmen wir zum beispiel „aufeinander verlassen“. hier treffen sich nicht nur zwei worte, sondern geraten in vielerlei hinsicht aneinander, wollen nicht zusammenpassen, aber trotzdem…

Lorek: eine suggestive kraft…, die mir wichtig ist. durch reagieren und agieren entsteht ein beziehungskomplex, dessen resultate assoziativ wirken. um all das, was zwischen und wegen „aufeinander verlassen“ möglich ist, in einem (zum beispiel) prosatext detailliert zu beschreiben, wäre ein aufwand nötig, der mich behindern und langweilen würde. es ist unmöglich, solche kombinationen in alle zulässigen einzelvarianten aufzuschlüsseln; das würde so vieles nehmen. als leser bliebe mir doch nur der nachvollzug meiner phantasie, der text wäre nicht mehr anregend. ich bin an beiden möglichkeiten der bewegung von phantasie interessiert (der passiven des nachvollzugs und der aktiven der kreativität auf grund, z.b., einer assoziation.). nur gibt es bei mir kaum texte, die rückwärtsgewandt sind, d.h. in denen ich mich ausschließlich erinnere. was ich hinter mir habe, kenne ich mehr oder weniger gut, und ich kann mich darin, bei bedarf, recht frei und auch sicher bewegen; ich habe kein interesse daran, solches zu vermitteln.

Hesse: du bist mehr er- als vermittler?

Lorek: das angebot hinkt, aber wenn ich vermittle, dann den ermittlungsprozeß. ja.

Hesse: du weißt also kaum, was dich beim schreiben erwartet?

Lorek: nein. ja. doch. ich habe angst vor der konsequenz des erstellten materials, vor dem eigenen text.

Hesse: zwingend wäre in diesem zusammenhang die frage: denkst du an leser?

Lorek: ich bin der leser. ich bin plural, obwohl in unserem denkmodell das absolute ein punkt ist.

Hesse: ein loch.?

Lorek: nein, ein brennpunkt, ein resultat einer selektiven verdichtung von punkten. (je mehr wir verdichten, um so weniger einzelpunkte sind zu lokalisieren) und bevor wir in diesem punkt ankommen (kommen wir nie! an), können wir die punktzahl komprimieren.

Hesse: ist bewegung für dich das thema?

Lorek: … wenn es das gibt, für mich, dann ist es eine sehr lebendige bewegung, eine konstruktive (ohne destruktive bestandteile überhaupt nicht denkbare). und ziele, gibt es, ein absolutes, nicht in der form erreichbares (das glück, und nicht auf kosten anderer).

Hesse: wir reden immer noch von deinen texten…

Lorek: ja, ich habe gesagt: es gibt keinen identitätsantagonismus „text – lorek“.

Hesse: aber du bist trotzdem nicht der text.

Lorek: quatsch… ich bin ich.

Hesse: und „ich ist ein anderer“.

Lorek: … das ist immer der fall, nur versuchen wir, einander näher zu kommen. und der reiz des näherkommens (nahe seins) ist viel größer, als die angst vor den strapazen unterwegs (gangart). dabei bin ich das „&“.

Hesse: seine quantitative dominanz in deinen texten gäbe dir mit baudelaire („um die seele eines dichters zu durchschauen, muß man in seinem werk diejenigen wörter aufsuchen, die am häufigsten vorkommen. das wort verrät, wovon er besessen ist.“) recht. das „&“ ist demnach ein schlüsselwort für dich?

Lorek: ja, und es gibt schlüssel (schlüsselwörter) zum „&“.

Hesse: dieses wort charakterisiert somit auch deine position innerhalb der verhältnisse, welche im text geschaffen werden, und kennzeichnet sowohl den standort des dazwischenstehens (-tretens, usw.), als auch den schritt des weitergehens… &… &… ?

Lorek: reden wir statt von einer position von der situation… dazwischen, und mehr dazwischen als inmitten, da es um bewegung geht und nicht um eine standortmanifestation…

Dieses Gespräch wurde im August 1985 geführt.
Erschienen in: Egmont Hesse (Hrsg.): Sprache & Antwort. Stimmen und Texte einer anderen Literatur aus der DDR, S. Fischer Verlag, 1988.

 

Fakten und Vermutungen zum Autor


Naheliegendes:

  1. Egmont Hesse (Hrsg.): Sprache & Antwort
  2. Sascha Anderson & Elke Erb (Hrsg.): Berührung ist nur eine Randerscheinung
  3. Michael Braun & Hans Thill (Hrsg.): Das verlorene Alphabet

1 Antwort : Leonhard Lorek: Daneben liegen”

  1. Johannes Jansen sagt:

    Es ist an der Zeit für Lorek!

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