Angelus Silesius’ Gedicht „Die Unruh kombt von dir“

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ANGELUS SILESIUS

Die Unruh kombt von dir

Nichts ist das dich bewegt / du selber bist das Rad /
Das auß sich selbsten laufft / und keine Ruhe hat.

um 1650

 

Konnotation

Die Alexandriner des Angelus Silesius (1624–1677) markieren Schnittpunkte, an denen sich die mittelalterliche Mystik mit der Metaphysik der Neuzeit verbindet. Die Entwicklung zum geistigen Wesen dieser Zweizeiler führte den eigentlich als Johannes Scheffler geborenen Silesius vom Protestantismus seiner Herkunft über die Schriften des Theosophen Abraham von Franckenberg und Jakob Böhmes zum Katholizismus. Nach längerer Krankheit starb der Engel Schlesiens 1677 in Breslau und wurde in der Matthiaskirche beigesetzt.
Angelus gibt ein Bild für das Bewusstsein, das in seinem Ich das ganze All umfasst. Doch damit wird nicht allein ein Bild für Gott als unbewegten Beweger gegeben. Dem Mystizismus des ebenfalls in Schlesien beheimateten Jakob Böhme verpflichtet, spiegelt sich die Präsenz Gottes in der Schöpfung als Ganzem wie in jedem ihrer Teile wieder und bewirkt damit den Lauf der Welt.

Norbert Lange (Gedichtkommentar) Michael Braun, Deutschlandfunk-Lyrikkalender 2011, Verlag Das Wunderhorn, 2010

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