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Jetzt erinnere ich mich wieder an den Traum vom 14. März im Waldhaus. Der Dichter M. ist tot, er spricht sehr laut aus einem offenbar ganz nahen Jenseits; da steht er Kinn an Kinn mit mir … ein auffallend kleingewachsener, auffallend feingebauter Mann mit grauer Haut und ohne Hände; mit einem kleinen innern Ruck bin ich auf sein Format zusammengeschnurrt, ich sehe mich in seinen winzigen blinden Augen gespiegelt; ich trete einen Schritt zurück, warte, bis mein Atem auf der Glaswand, die uns trennt, verdunstet ist, stelle fest, der Dichter hat sehr große Ohren; ich höre noch immer deutlich von drüben seine Stimme und verstehe doch kein einziges Wort. Also übersetze ich das Unverständliche zurück in einen Text.
»Dann verlor ich meinen Körper in einem seltsamen Mittelgefühl von Ich und Fremdheit. Ich sprach«, sagte M., »und die Worte kamen pelzig wie ungereifte Früchte aus mir heraus und schienen erst, wie ihr letzter Buchstabe mich passiert hatte, in der fremden Atmosphäre zu dem zu werden, was sie sagten.« An dieser Stelle begann M. plötzlich laut zu lachen; ich wachte auf.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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