Felix Philipp Ingolds Skorpioversa – Kehraus mit Celan (Teil 1)

Kehraus mit Celan
Eine revisionistische Lektüre

 

Zu den nachhaltigsten Quellen meiner literarischen Schreibarbeit gehört ein schmales Lyrikheft von Paul Celan, das 1962, schlicht betitelt mit «Gedichte», als Schulausgabe herauskam. Die kleine Anthologie diente mir nicht nur als Einführung in Celans Frühwerk, sie begründete auch mein Interesse an seiner späteren Dichtung, der ich schon bald die Übersetzungen (aus dem Französischen, dem Russischen) als gleichrangige Texte zurechnete.
Aus seiner Originallyrik wie aus seinen Nachdichtungen bezog ich vielerlei Impulse für eigene diesbezügliche Versuche, und ebenso stark beeindruckten mich seine Grundsatzerklärungen zur Poetik wie zur Sprache allgemein, vorab «Der Meridian», das «Gespräch im Gebirg», dazu die vielen sprach- und dichtungstheoretischen Verlautbarungen in seinen privaten Korrespondenzen.
Allmählich erschloss ich mir (erschloss sich mir) Celans Gesamtwerk als ein einheitliches Ensemble, an dem ausser Lyrik und Prosa auch die Übersetzungen und die zahlreichen Briefe integralen Anteil haben – alles ist hier Dichtung, alles wirkt gleichermassen hochkarätig, dabei bleibt alles «ungemein», jeder Satz, jeder Vers irgendwie befremdlich und irgendwie interessant; vieles ist schwerverständlich, missverständlich, unverständlich, also kommentarbedürftig.

… Fortsetzung hier

© Felix Philipp Ingold & Planetlyrik

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