Geglückt

Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Gegengabe“

Man kann, so sagt’s die Sprache selbst, ausser sich sein vor Glück. Aber ob man das anstreben sollte? Wissend, dass der baldige Rückfall in die Gewöhnlichkeit und damit ins Desolate unausweichlich ist! Jedes Glück ist Täuschung und zugleich macht’s, auf Zeit, der Täuschung ein Ende, kann also nichts andres sein als Enttäuschung. Wer das Glück will oder auch nur erhofft, betrügt demnach sich selbst; Glück ist eine Scheuklappe, die momentweise die unglückliche Normalität ausblendet, sie vielleicht aber doch auch – und das wäre ein valables Gegenargument – erträglich macht. Das Glück würde dann ähnlich wie eine Droge wirken, würde ein Hochgefühl produzieren, dabei aber alles andre, die schlechte Alltäglichkeit, die Unzufriedenheit, den Stress, die Frustration, den Neid, den Kleinmut, den Dünkel, die Lebens- und die Todesangst momentweise ausblenden. Das Ausblenden würde zur Voraussetzung des Ausser-sich-Seins; und ausser sich zu sein hiesse dann, wieder einmal bei sich zu sein.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Gegengabe
zusammengetragen aus kritischen, poetischen und privaten Feldern

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