Hilde Domin: Nur eine Rose als Stütze

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Hilde Domin: Nur eine Rose als Stütze

Domin-Nur eine Rose als Stütze

VADEMECUM

Der Tote ist unser sichrer Verlaß.
Er sitzt in uns,
in sich gerollt
wie ein geschmeidiges Knäuel
oder ein Embryo
oder so wie ein kleines Tier,
das man in einer Büchse
mit Luftlöchern
in seine Tasche steckt,
nur viel bequemer.
Er verdrängt keinen Raum
und kostet keine Fahrkarte
und kein Extragepäck
in den transkontinentalen Flügen.
Er ist immer da.
Er beantwortet alle Fragen
und fragt nicht.
Er sieht uns an, wenn wir hinsehn,
und dreht sich um, wenn wir wegsehn,
er verlangt nichts,
er enttäuscht nicht,
und er beklagt sich kaum,
wenn wir ihn einen Tag
oder eine Woche vergessen.
Und wenn wir einsam sind
und ihn anstrahlen,
leuchtet er Wärme zurück
wie ein Radiator aus Nickel.
Der Tote lügt nicht
und wird nicht belogen
und nimmt nicht teil
an den Kompromissen
Er ist nicht Verkäufer
noch Ware
in den Ausverkäufen der Angst
Bist du die Hand,
bist du der Arm,
bist du das Herz
eines andern Lebenden,
stirb schnell.
Dem Toten ist Ganzheit erlaubt
Beeile dich ein Toter zu sein,
dem Toten
wird das Versprechen gehalten.

 

Trennzeichen 25 pixel

 

Als Hilde Domin 1959

diesen, ihren ersten Gedichtband veröffentlichte, schrieb Walter Jens: „Der Höhepunkt des Apokryphen ist überwunden, man schreibt wieder Gedichte, die klar und präzise, einfach und vollkommen sind… Man nimmt zur Kenntnis, man konstatiert und beschwört, man stammelt nicht mehr und man schreit nicht.“ Und so ist Hilde Domins Lyrik: beispielhaft in Rhythmus und Struktur. Äußerer wie innerer Erlebniswelt entlehnt sie ihre Themen und verschlüsselt sie leicht in klangstarken Metaphern; sie erkennt und benennt die brennenden Fragen der Zeit. Sie macht ihre Leser zu Partnern. „Es kommen keine nach uns, / die es erzählen werden, / keine, die was wir / ungetan ließen / in die Hand nehmen und zu Ende tun.“

Fischer Taschenbuch Verlag, Klappentext, 2012

 

Hilde Domin: Nur eine Rose als Stütze

Die Rheinländerin Hilde Domin verlieh ihren, zum größten Teil in Deutschland entstandenen, Gedichten etwas von der Atmosphäre ihrer transkontinentalen Erfahrungen.

Der Apfelbaum steht neben dem Oelbaum.

Weniger von einem Erschaffen von, als einem Verfügen über Welten wäre bei ihr zu reden. In der mit Akribie gesehenen Welt der Naturdinge kann es jedoch zu einem plötzlichen Uebergang in den Zustand des Traumes kommen, oder in den des Schwebens in einem zärtlichen Leeren. Oder ein ganzes Gedicht erweist sich am Ende als inniger Wunschtraum („Ich lade dich ein“). Das erschaute Naturgeschehen stellt sich in seinen Einzelheiten immer wieder als verständliches Symbol dar, unabweisbar, überzeugend, und bleibt doch im Leser haften als reines Bild. – Hilde Domin lebte in Italien, Spanien, England, Lateinamerika, den Vereinigten Staaten, bis 1954 „stets wandernd, weggezogen, nirgends eingetragen“. Von der Betrachtung der Schönheiten dieser Erde aufblickend gesteht sie „Ich habe Heimweh nach einem Land / in dem ich niemals war“. Der Tod ist für sie eine stille Gegenwart, verborgen im Menschenleib, in der Blume. – Durch keine Besonderheiten der Sprache wollen ihre Gedichte, die einem Ergriffensein vom Leben entstammen, überreden: sie entfernen sich in ihrer freien Form oft kaum von Prosa-Mitteilungen – allerdings Mitteilungen voller Kostbarkeiten.

IM REGEN GESCHRIEBEN

 

Wer wie die Biene wäre,
die die Sonne
auch durch den Wolkenhimmel fühlt,
die den Weg zur Blüte findet
und nie die Richtung verliert,
dem lägen die Felder in ewigem Glanz,
wie kurz er auch lebte,
er würde selten weinen.

L., Die Tat, 10.12.1960

Erster Erfolg: Nur eine Rose als Stütze

In München wurde der Verleger Klaus Piper auf Palms Übertragungen, die bereits von verschiedenen Radiosendern vorgestellt worden waren, aufmerksam und erklärte sich bereit, unter dem Titel Rose aus Asche eine Anthologie zu veröffentlichen. Das schmale Bändchen wurde ein großer Erfolg und ist seit seinem ersten Erscheinen im Frühjahr 1955 viele Male neu aufgelegt worden. Domin erklärt sich den außergewöhnlichen Zuspruch, den das Buch beim deutschen Publikum fand, mit dem Nachholbedarf der Deutschen:

Deutschland war hungrig auf die Welt, die ihm vorenthalten worden war.

 

(Gesammelte autobiographische Schriften, Neuausgabe 1993, S. 58)

Rose aus Asche sollte der erste von mehreren Bänden sein, die das heimgekehrte Ehepaar in den nächsten Jahren veröffentlichte. Palm publizierte außerdem Übertragungen der lyrischen Werke von Lope de Vega und Rafael Alberti, Domin gab 1963 im S. Fischer Verlag den 27 Erzählungen umfassenden Band Spanien erzählt heraus. Domins Rolle als Vermittlerin spanischer und iberoamerikanischer Literatur in Deutschland ist bisher wenig bekannt. Ihre Verdienste sind um so höher einzuschätzen, als ihr Anteil an den allein unter Palms Namen veröffentlichten Übertragungen vermutlich erheblich ist. Lange nach deren Publikation gesteht sie Walter Boehlich, dem Lektor des Suhrkamp Verlags, dass sie zumindest an den Übertragungen der Lyrik Rafael Albertis großen Anteil gehabt habe, aber zu Gunsten des Ehemanns zurückgetreten sei:

Ich habe es Erwin geschenkt, er wäre unglücklich gewesen, „unter Mitarbeit…“ zu schreiben.1

Auch in umgekehrter Richtung wurde Domin als spanisch-deutsche Literaturvermittlerin tätig: Sie nutzte ihre freundschaftliche Beziehung zu dem Dichter und Franco-Gegner Vicente Aleixandre zugunsten einiger der in Spanien noch ganz unbekannten deutschen Nachkriegslyriker. Neben Übertragungen eigener Gedichte („Herbstzeitlosen“, „Gleichgewicht“, „Apfelbaum und Olive“, „Bau mir ein Haus“, „Abschied aus Andalusien“) veröffentlichte sie in der von Aleixandre mitbetreuten Literaturzeitschrift Caracola Gedichte von Günter Eich und Hans Magnus Enzensberger. Darüber hinaus übertrug sie Gedichte von Ingeborg Bachmann, Christine Busta, Christine Lavant, Karl Krolow, Nelly Sachs und anderen ins Spanische und sorgte für deren Veröffentlichung.
Wie das Schreiben selbst sei ihr auch das Veröffentlichen ihrer Gedichte „zugestoßen“, hat Domin später berichtet:

Ich tat nichts dafür. Es passierte in München. Dr. Schöningh fragte mich, die ich nur mitgekommen war: „Und was tun sie?“ Auf seinen Wunsch schickte ich ihm ein Gedicht, ein einziges.

 

(Gesammelte autobiographische Schriften, Neuausgabe 1993, S. 26)

Franz Joseph Schöningh, der Herausgeber der katholischen Kulturzeitschrift Hochland, war der erste, der Domin eine regelmäßige Publikationsmöglichkeit bot. Nach dem Gedicht „Schale im Ofen“2 veröffentlichte er immer wieder einzelne Gedichte. In der Folge bemühte sich Domin, wie die im Nachlass erhaltenen Korrespondenzen belegen, zielstrebig um weitere Publikationsmöglichkeiten. Erst 1957 gelang es ihr jedoch, einzelne Gedichte in den führenden Literaturzeitschriften unterzubringen: Die von Rudolf Hirsch geleitete Neue Rundschau veröffentlichte „Wen es trifft“, „Wo steht unser Mandelbaum“ und „Herbstzeitlosen“, die von Walter Höllerer und Hans Bender herausgegebenen Akzente brachten „Abschied aus Andalusien“. Danach, so erinnert sich Domin später, „öffneten sich mir alle Redaktionen und alle Arme.“ (Gesammelte autobiographische Schriften, Neuausgabe 1993, S. 27) Weitere Gedichte erschienen um 1958/59 im Merkur, in den Neuen Deutschen Heften, in Westermanns Monatsheften, in der Süddeutschen Zeitung und in der Zeit. Der Name Hilde Domin wurde allmählich in der literarischen Welt bekannt. Es war, so erinnert sich die Autorin, „eine euphorische Heimkehr“. (Gesammelte autobiographische Schriften, Neuausgabe 1993, S. 27)
Wie sie zu ihrem Autorennamen kam, hat Domin später oft erläutert:

Ich wollte gar nicht existieren. Da hat man sich überlegt, wie und was für ein Pseudonym. Da sagte Weyrauch: „Warum nicht Domin?“, wo ich ja in Santo Domingo meine zweite Geburt hatte. Und da nannte ich mich Hilde Domin […]. Um keine Schatten zu werfen auf meinen Mann.3

Als Ableitung verweist „Domin“ allerdings nicht nur auf Santo Domingo, sondern indirekt auch auf den lateinischen Ursprung dieses Städtenamens: „dominus“ – der Herr. Der von ihr gewählte Künstlername ist somit explizit männlich konnotiert, was die philologisch versierte Autorin sicher nicht nur billigend in Kauf genommen hat. Schließlich war die „zweite Geburt“ für sie mit einem symbolischen Wechsel der Geschlechtsidentität einhergegangen: Im Jahr 1951 war sie, so stellt sie es selbst dar, durch „Parthenogenese“ ihr „eigener Sohn“ geworden. (Gesammelte autobiographische Schriften, Neuausgabe 1993, S. 28) Aufgrund dieser Gleichsetzung von Autorschaft und Männlichkeit attestiert die feministische Literaturwissenschaftlerin Regula Venske Domin mangelndes Geschlechtsbewusstsein. Dieses zeige sich zudem in einer auffälligen Gleichgültigkeit gegenüber grammatikalischen Geschlechtsmarkierungen:

Auch wenn es explizit um sie oder andere schreibende Frauen […] geht, benutzt sie maskuline, als ,geschlechtsneutral‘ postulierte Formulierungen über den Autor und seinen Text, den Sprechenden im Gedicht.4

Es wäre allerdings verfehlt, Domin aufgrund dieser irritierenden Indifferenz eine konservative Auffassung zu unterstellen. Bereits als Mädchen hatte sie ihre Schule auf dem Deutschen Frauentag vertreten5 und verstand sich seitdem, wie vor allem ihr polemischer Essay „Über die Schwierigkeiten, eine berufstätige Frau zu sein“ (1974) deutlich macht, als emanzipierte Frau. „Wir sind alle Hermaphroditen“ (Gesammelte Essays, Neuausgabe 1993, S. 73) wird dort als Maxime formuliert – nicht, um die historischen Unterschiede der Geschlechter einzuebnen, sondern um die Forderung nach Überwindung der tradierten Rollenmodelle zu unterstreichen.
Nach dem längeren Aufenthalt in Süddeutschland brach Domin zusammen mit ihrem Mann zu ihrem ersten längeren Spanienaufenthalt (1955–1957) auf. In San Rafael de la Sierra und La Verdad, wo sie sich vornehmlich aufhielt, entstanden zahlreiche Gedichte. Nach der Rückkehr aus Spanien ergab sich in Frankfurt ein persönlicher Kontakt zwischen dem Ehepaar Palm und dem Lektor des S. Fischer Verlags, Rudolf Hirsch, der, ebenfalls jüdischer Herkunft, die NS-Zeit in einem Amsterdamer Versteck überlebt hatte. Die Begegnung mit Hirsch bewirkte bei Domin, deren psychischer Zustand sich nach der Ehekrise der letzten Jahre wieder etwas stabilisiert hatte, eine erneute heftige Erschütterung. Die im Nachlass aufgefundenen Briefe an den Ehemann sowie auch an Hirsch lassen darauf schließen, dass sie erwog, die Lebensgemeinschaft mit Palm endgültig zu beenden.6 Trotz der problematischen Überschneidung von privaten und beruflichen Angelegenheiten blieb Hirsch, der zum Zeitpunkt der Begegnung verlobt war und 1959 heiratete, Domins Lektor, bis er 1962 den S. Fischer Verlag verließ. Im Herbst 1958 hatte er mit Domin einen Vertrag über die Veröffentlichung eines Gedichtbandes abgeschlossen.7 Um Abstand zu gewinnen, aber auch um die Gedichte für den geplanten Band zu überarbeiten, zog sich Domin von Februar bis Mai 1959 in das Tessiner Bergdorf Astano zurück. Die Briefe, die sie von dort an ihren Mann richtete, zeugen von Verzweiflung angesichts der erschreckenden Bilanz ihrer Ehe, aber auch von dem Bedürfnis, eine Wende zum Guten herbeizuführen. In einer großen Abrechnung wirft sie Palm vor, ihre Rechte immer wieder in tiefgreifender Weise missachtet zu haben, vor allem ihr Recht auf ein „Fortleben im Kind“. Das Schreiben sei in der Verzweiflung der „Ausweg“ gewesen, den ihr „die Natur zur Verfügung gestellt“ habe.8 Domin stellt hier ihre Kinderlosigkeit und ihr Schreiben in ein Substitutionsverhältnis: Gedichte seien für sie „Kindersatz“,9 schreibt sie in einem Brief an den Bruder, in dem sie ihr Leben mit Palm bilanziert. Diese Austauschbeziehung beschwört sie viel später noch einmal in dem Gedicht „Geburtstage“ (Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 312), das die eigene Geburt aus dem Schoß der Mutter zum Anlass der Selbstreflexion nimmt:

Ich habe niemand ins Licht gezwängt
nur Worte
Worte drehen nicht den Kopf
sie stehen auf
sofort
und gehn.

Noch in Astano fand Domin nach längeren Überlegungen einen geeigneten Titel für ihren Lyrikband: „Die Lösung heisst: Nur eine Rose als Stütze“, vermeldet sie im März 1959.10 Im Herbst desselben Jahres erschien der Gedichtband, der die Dichterin bekannt machen sollte. In den Feuilletons der großen Zeitungen wurde der Band vorwiegend positiv, manchmal geradezu hymnisch besprochen.11 Von besonderer Bedeutung war für Domin die Besprechung von Walter Jens, einem der einflussreichsten Literaturkritiker der jungen Bundesrepublik, in der Zeit. Jens stellt Domin in eine Reihe mit den bereits anerkannten Lyrikerinnen Nelly Sachs, Marie-Luise Kaschnitz und Ingeborg Bachmann und feiert die Debütantin euphorisch als Protagonistin einer Wende in der deutschsprachigen Lyrik nach dem Krieg:

[D]er Höhepunkt der Apokryphen ist überwunden, man schreibt wieder Gedichte, die klar und präzise, einfach und vollkommen sind.12

Dass auch in anderen Rezensionen die kunstvolle Simplizität der Gedichte Domins hervorgehoben wird, erklärt sich vor dem Hintergrund der allgemeinen Tendenzen in der Lyrik der 1950er Jahre: Neben einer ästhetisch rückwärtsgewandten Naturlyrik, die „Verdrängungswunsch und Restaurationswillen“ in der „Projektion eines irgendwie Dauerhaften und Festen“ zusammenführte,13 dominierten im ersten Nachkriegsjahrzehnt Formen hermetischer Lyrik, die vom Publikum und teilweise auch von der professionellen Kritik häufig vorschnell als „verrätselt“ und „artifiziell“ abqualifiziert wurden. Wo man die Simplizität der Debütantin rühmt, wird sie also indirekt gegen Autoren wie Paul Celan, Ernst Meister, vor allem aber Gottfried Benn ausgespielt, Lyriker, denen man ein Übermaß an Intellektualität vorwarf. Irmgard Hammers hat in ihrer kritischen Analyse der frühen Rezeption der Dominschen Lyrik mit Recht darauf hingewiesen, dass die Kritik den von Jens ins Spiel gebrachten „Topos von der Überwindung der apokryphen Lyrik“ unreflektiert aufgenommen habe, so dass er bald zu einem „Etikett ihrer Lyrik“ wurde und die Erwartungshaltung der Kritiker bestimmte.14 In der Tat hat die Kritik die „gedanklich präzise Lyrik“15 Domins in der Folge häufig einseitig als „naive“ Dichtung wahrgenommen, die sich weiblicher Intuition und Empfindsamkeit verdanke.
Der Band Nur eine Rose als Stütze umfasst in der Erstausgabe insgesamt 46 Gedichte, die in zwei Abteilungen angeordnet sind: Unter der Überschrift „Aufbruch ohne Gewicht“ stehen 21 Gedichte, nochmals unterteilt in drei mit römischen Ziffern bezeichnete Untergruppen. Die Gedichte der ersten beiden Untergruppen entstanden in Seeshaupt, in San Rafael de la Sierra sowie in La Verdad. Bei den Gedichte der dritten Untergruppe handelt es sich um vor der Rückkehr, also in Santo Domingo, New York und Vinalhaven entstandene Texte; es folgt in isolierter Position und somit als Scharnier zwischen den beiden großen Gedichtgruppen das Gedicht „Wen es trifft“. Weitere 24 Gedichte stehen ohne Binnenuntergliederung unter der Überschrift „Nur eine Rose als Stütze“. Sie sind zwischen dem Frühjahr 1957 und dem Frühjahr 1959 in Frankfurt und im Tessin entstanden und verdanken sich, wie Domin ihrem Mann gegenüber äußert, teilweise „der Spannung dieses Winters [gemeint ist 1957/58, V. V. ]“.16
Bei der Lektüre des ersten Gedichtbandes fällt dem Leser Domins Vorliebe für paradoxe Formulierungen und Bilder ins Auge. So stehen bereits die den beiden Abteilungen vorangestellten Motti in offenem Gegensatz zueinander: Das Lope de Vega entlehnte Motto der ersten Abteilung, „Aufbruch ohne Gewicht“, lautet: „Dando voy pasos perdidos / por tierra, que todo es aire“ („Verlorene Schritte tu ich / auf Erden, denn alles ist Luft“, Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 7), das Motto der zweiten Abteilung ist als Antwort der Dichterin auf die Verse Lope de Vegas zu verstehen:

Ich setzte den Fuß in die Luft,
und sie trug.

 

(Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 111)

Das lyrische Ich verkündet hier seinen Sieg angesichts der ,Bodenlosigkeit‘ menschlicher Existenz. Paradoxerweise findet es dort Halt, wo es ihn am wenigsten erwarten konnte: in der Luft. Domin selbst hat das Paradox als eines ihrer wichtigsten lyrischen Gestaltungsmittel angesehen. Das Paradox sei, so erläutert sie später in ihrer Mainzer Poetikvorlesung Das Paradox als Stilmittel (1989), der „Widerspruch gegen den ,Anschein‘, die ,doxa‘ […], also die allgemeine Meinung“. Diese werde durch das Paradox entkräftet, ohne dass jedoch eine „absolute Gültigkeit beanspruchende Alternative“ geboten werde:

Wer zum Paradox greift oder wem es sich sozusagen als Ausweg offeriert, der steht jenseits aller Ideologien, in einem der Tröstung dieser Allheilmittel baren Raum.

 

(Gesammelte Essays, Neuausgabe 1993, S. 222)

Das im Titel des ersten Gedichtbandes exponierte Bild der Rose als Stütze ist programmatisch, weil es die Aufmerksamkeit des Lesers für diese widersprüchlichen Konstellationen schärft. Als ein ins Bild gesetztes Paradox birgt es „die immanente Behauptung, es könne das Zarte, Biegsame ein Halt sein, der einzige und nicht einfach ein trügerischer“.17 Paradoxien wie diese prägen Domins gesamtes Werk.
Das Gedicht „Ziehende Landschaft“ (Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 13), das die Abteilung „Aufbruch ohne Gewicht“ eröffnet, spielt im Titel auf ein alltägliches visuelles Erlebnis an: Wenn ein Zug durch die Landschaft fährt, erscheint es dem Passagier irritierenderweise oft so, als sei nicht das Gefährt, in dem er sitzt, in Bewegung, sondern die Außenwelt. Diese illusionäre Erfahrung wird in den ersten Versen als paradoxe Aussage aufgenommen, die Allgemeingültigkeit beansprucht:

Man muß weggehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden,
als zöge die Landschaft und wir ständen fest.

Die Möglichkeit, das Paradox der Gleichzeitigkeit zu realisieren, wird als Resultat einer „bewussten Selbsttäuschung“,18 – Ariane Huml spricht von einer „Umdeutung der real existierenden physikalischen Gesetze mit den Mitteln der Kunst“19 – gekennzeichnet, als ein Akt des Fingierens: Man muss so tun, als ob. Diese „Willensanstrengung“20 wird im Bild des Atem-Anhaltens ausgedrückt:

Man muß den Atem anhalten,
bis der Wind nachläßt
und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt,
bis
[…] wir zuhause sind,
wo es auch sei
und niedersitzen können und uns anlehnen,
als sei es an das Grab
unserer Mutter.

Das „Zuhause“ liegt im Inneren des Individuums, es wird von ihm selbst hergestellt. Margret Karsch zufolge lässt sich das kollektive „Wir“ des Textes, das in Vers 4 und 11 an die Stelle des unpersönlichen „Man“ tritt, auf die Exilanten beziehen.21 Ebenso könnte man es als das „Wir“ eines im gemeinsamen Schicksal verbundenen Liebespaares verstehen. Die erste Lesart wird allerdings durch die letzten drei Verse gestützt, die auf eine allgemeine, besonders schmerzliche Erfahrung exilierter Menschen anspielen: die Trennung von den Gräbern der Angehörigen. Der Ort, an dem das Grab der Mutter ist, kann als Inbegriff der Herkunft und der Heimat gelten. Für den Exilanten ist er nur noch im Modus des Konjunktivs verfügbar: Er kann sich nur anlehnen, „als sei“ es an das mütterliche Grab. Der Konjunktiv lässt keinen Zweifel daran, dass das Grab dem Exilanten als realer Ort unverfügbar bleibt.
Auch in dem Gedicht „Herbstzeitlosen“ (Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 17) ist das Subjekt ein „Wir“, das sich ebenso auf ein Liebespaar beziehen lässt wie auf das Kollektiv aller aus der Heimat Vertriebenen und Exilierten. Das Gedicht umfasst vier vierzeilige und zwei fünfzeilige Strophen und lässt sich, obwohl die ersten vier Strophen jeweils mit einem Punkt enden, als ein einziger, weitgespannter Satz lesen. Jede Strophe bildet eine syntaktische Einheit. In den ersten vier Strophen, die jeweils durch „Für uns, denen / die“ beziehungsweise elliptisch durch das Relativpronomen „die“ eingeleitet werden, konturiert das Gedicht einmal mehr die Existenzbedingungen der permanenten Flucht: Was für andere selbstverständlich (noch) besteht, die Verbindung zur eigenen Kindheit, zu Haus und Garten, gibt es für die aus der Heimat Vertriebenen nicht mehr: Für sie ist „der Pfosten der Tür verbrannt […], / an dem die Jahre der Kindheit / Zentimeter für Zentimeter / eingetragen waren“, sie konnten „keinen Baum / in unseren Garten pflanzen, / um den Stuhl / in seinen wachsenden Schatten zu stellen.“ Als nomadisch lebende „Hirten“ richten sie ihren Blick auf die „blaue Weide“ des Himmels und auf die „Wolkenschafe“, die nicht einzufangen sind. Das Leben der Exilanten erscheint als ein ständiges Unterwegssein, eine „lebenslängliche Reise“. Die Herbstzeitlosen, die wegen ihrer späten Blüte im Herbst eine botanische Besonderheit darstellen, werden den Exilanten zugeordnet. Für sie scheinen diejenigen Lebensbedingungen nicht zu gelten, die für andere Pflanzen lebensnotwendig sind. Sie stehen so einerseits für eine „Existenz ohne Bindung an Raum und Zeit“,22 andererseits für Trost und Hilfe, die die Natur trotz aller widrigen Umstände gewährt: „Für uns / stehen die Herbstzeitlosen auf / in den braunen Wiesen des Sommers“, heißt es in einer anthropomorphisierenden Formulierung in der fünften Strophe, die den Fluchtpunkt des Gedichtes bildet. Der Schlusssatz – „Damit wir in den Spiegel sehen / und es lernen / unser Gesicht zu lesen / in dem die Ankunft / sich langsam entblößt“ – hat unterschiedliche Deutungen erfahren: Winfried Woesler versteht das Gesicht als das des Alternden, aus dessen „Gesichtszügen der Knochenbau allmählich hervorscheint, der Totenschädel des Skeletts sich bereits abzeichnet“.23 Die „Ankunft“ bezöge sich somit auf das Erscheinen des Todes. Michael Braun hält eine optimistischere Deutung dagegen: Am Beispiel der Herbstzeitlosen, deren späte Blüte eine „Ausnahme von der Naturregel des Werdens und Vergehens“ darstellt, zeige Domin, „daß eine verspätete Heimkehr wider Erwarten möglich […] ist.“24 Die „Ankunft“ fällt in dieser Deutung mit dem „neuen Beginn“ zusammen, den die vierte Strophe als Ziel des Unterwegsseins benannt hatte, und bezieht sich auf die Rückkehr als das Ende der Emigration.
Beide Gedichte, „Ziehende Landschaft“ und „Herbstzeitlosen“, säkularisieren das aus dem theologischen Kontext bekannte Bild des Menschen als Homo viator. Befindet sich dieser als „Gast auf Erden“ auf einer lebenslangen Reise zur „ewigen Heimat“ bei Gott, so ist der Wandernde bei Domin ohne weltliche, aber auch ohne metaphysische Heimat. Heimat existiert nie in einem Außen, sondern muss vom Menschen selbst geschaffen werden. Zahlreiche weitere Texte des Bandes nehmen das Wanderermotiv auf, so etwa das Gedicht „Apfelbaum und Olive“ (Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 14–16), in dem das Du des Textes als „Wanderer / von Tag zu Tag / und von Land zu Land“ apostrophiert wird, oder das Gedicht „Gleichgewicht“ (Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 18), in dem es heißt:

Wir gehen
jeder für sich
den schmalen Weg
über den Köpfen der Toten
– fast ohne Angst –
im Takt unsres Herzens,
als seien wir beschützt,
solange die Liebe
nicht aussetzt.

Das wahrscheinlich bekannteste Gedicht Domins ist das Titelgedicht „Nur eine Rose als Stütze“ (Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 113), das im März 1957 in Frankfurt entstand und in Astano überarbeitet wurde.25 Das Gedicht besteht aus vier jeweils fünfzeiligen Strophen, von denen die ersten drei anaphorisch mit dem Pronominalsubjekt „Ich“ beginnen. Die letzte Strophe setzt insofern einen deutlichen Kontrapunkt, als sie mit einem einschränkenden „Aber“ beginnt. In den ersten beiden Strophen wird beschrieben, wie das Ich sich „unter den Akrobaten und Vögeln“ ein „Zimmer“ einrichtet:

mein Bett auf dem Trapez des Gefühls
wie ein Nest im Wind
auf der äußersten Spitze des Zweigs

In der zweiten Strophe setzt das Ich seine Aktivitäten der „Einrichtung“ fort:

Ich kaufe mir eine Decke aus der zartesten Wolle
der sanftgescheitelten Schafe die
im Mondlicht
wie schimmernde Wolken
über die feste Erde ziehn.

Fast unmerklich wird hier das Klischee der „Schäfchenwolken“ als Merkmal der Idylle umgekehrt: Nicht die Wolken sehen aus wie Schafe, sondern die Schafe wie Wolken. Die Angabe „im Mondlicht“ gibt der Szene eine fast surreale Beleuchtung und macht sie als Traumsequenz lesbar. Das Traumhafte wird in der dritten Strophe noch deutlicher:

Ich schließe die Augen und hülle mich ein
in das Vlies der verläßlichen Tiere.

Die irritierend profan „gekaufte“ Decke ist zum magischen Gegenstand geworden, mit dessen Hilfe sich das Ich in eine Traumwelt zaubern und sich selbst in ein „über die feste Erde ziehendes“ Schaf verwandeln kann. Der Begriff „Vlies“ spielt ebenfalls auf das Element Luft an, ist das „Goldene Vlies“ doch in der griechischen Sage das Fell des fliegenden Widders Chrysomeles, der als Retter bedrohter Kinder auftritt. Mit geschlossenen Augen imaginiert das Ich einen Gegen-Ort, der Merkmale der Stabilität und Dauer trägt. Die allabendlich sich schließende „Stalltür“ evoziert eine bäuerliche Welt, in der der Ablauf der Tage festen Rhythmen folgt und Schloss und Riegel nicht für Unfreiheit, sondern für Sicherheit und Geborgensein stehen. Diese ersehnte Welt ist dem Ich jedoch nur im Traum zugänglich, denn die Wirklichkeit hält statt eines magischen Vlieses nur Federn bereit:

Aber ich liege in Vogelfedern, hoch ins Leere gewiegt.
Mir schwindelt. Ich schlafe nicht ein.
Meine Hand
greift nach einem Halt und findet
nur eine Rose als Stütze.

Schwindel und Schlaflosigkeit signalisieren, dass das Ich außerhalb seiner eigenen Träume weder einen festen Grund noch Ruhe finden kann. Den einzigen „Halt“, der ihm geboten wird, gewährt ausgerechnet die zarte, zerbrechliche und zudem mit Dornen ausgestattete Rose.
Walter Jens hat in seiner Rezension die Halt gebende „Rose“ als eine Metapher für die rettende Sprache gedeutet: Diese sei, „als Gegenpol der stummen Klage, vielleicht die letzte Stütze, schwebendleicht wie eine Rose, und die geheimste Zuflucht der aus dem Paradies Vertriebenen“.26 Domin hat dieser Deutung später ausdrücklich zugestimmt, freilich mit der Bemerkung, Jens habe „mehr über den Titel [gewußt]“ als sie selbst (Das Gedicht als Augenblick von Freiheit. Frankfurter Poetik-Vorlesungen, Taschenbuchausgabe 1993, S. 32). In der Tat ist Jens’ Auslegung keineswegs zwingend, besitzt doch gerade die Rose in der abendländischen Tradition ein überaus vielgestaltiges Deutungsspektrum. Einerseits steht sie traditionell für Liebe, Erotik, Schönheit und Reinheit, andererseits auch für Tod und Vergänglichkeit. Die Vergänglichkeitssymbolik ruft Alberto Baeza Flores in dem von Palm übertragenen Gedicht „Irdisches Paradies“ auf, dessen Schlussverse lauten:

Rose im Herbst, du, meine Freundin.
Du, Winterrose, meine Taube.
Rose aus Asche du, Geliebte.

Diese melancholische Akzentuierung der traditionellen Rosenmetaphorik überwiegt auch in der deutschsprachigen Lyrik der Nachkriegszeit, etwa bei Nelly Sachs („Windrose der Qualen“) und Paul Celan („Niemandsrose“).27 Braun verweist im Zusammenhang mit Domins Gedicht auf Gertrude Steins berühmten Vers „A rose is a rose is a rose“, der als Absage an symbolische Deutungen, an Hermeneutik überhaupt verstanden werden kann. Er deutet den Text optimistisch als „Programmgedicht der euphorischen Rückkehr in das Vaterland und in die Muttersprache“.28 Ruth Klüger dagegen interpretiert das Ende des Gedichts skeptisch:

Das „nur“ im letzten Vers stellt die Tragfähigkeit dieser meistbesungenen Blume der Lyrik in Frage und rettet das Gedicht vor einem sentimentalen Einschlag.29

In formaler Hinsicht weisen die Gedichte des Bandes Nur eine Rose als Stütze einige wiederkehrende Charakteristika auf. Besonders auffällig ist die häufige Verwendung von Wiederholungs- und Vergleichsfiguren. Diese Figuren gehören seit Jahrhunderten zum festen Inventar lyrischer Gestaltungsmittel, in Domins Gedichten gewinnen sie aber eine neue Funktion als „kunstvolle Gestaltungsmittel der biographischen und sprachlichen Paradoxien des Exils“.30 Während Wiederholungsfiguren in der deutschsprachigen Lyrik der Nachkriegszeit häufig zu finden sind, wurden Vergleichsfiguren von vielen Lyrikern bewusst gemieden. Spätestens seit Gottfried Benns berühmtem Marburger Vortrag Probleme der Lyrik (1951) galten Wie-Vergleiche als der zeitgenössischen Lyrik nicht mehr angemessen, denn, so formulierte Benn kategorisch:

Dies Wie ist immer ein Bruch in der Vision, es holt heran, es vergleicht, es ist keine primäre Setzung.31

Domin scherte sich um dieses Verdikt wenig: Wie-Vergleiche finden sich in ihrer Lyrik in großer Zahl: „Ich liege / in deinen Armen Liebster, / wie der Mandelkern in der Mandel“ („Wo steht unser Mandelbaum“, Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 25); „Wie ein lidloses Tier […] liegt Angst vor dir mir im Herzen“ („Wie ein lidloses Tier“, Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 65); „Mein Segel ist wie ein Spinnweb im Wind“ („Auf Wolkenbürgschaft“, Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 131). Neben Wie-Vergleichen verwendet Domin häufig mit „als ob“ oder „als“ eingeleitete Nebensätze: „Wir gehen / jeder für sich / […] als seien wir beschützt, / solange die Liebe / nicht aussetzt.“ („Gleichgewicht“, Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 18); „Schwaden von Lindenblüten / und sonnigem Heu, / süß vertraut, / stehen und warten auf mich / als umhüllten mich Tücher“ („Windgeschenke“, Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 99). Konjunktivische Formulierungen wie die hier zitierten lenken die Aufmerksamkeit des Lesers auf das Irreale der jeweiligen Aussage und entlarven das Defizitäre des Status quo: Das Ich ist eben nicht beschützt, es ist nicht von einem „Zuhaus“ umhüllt. Die bergende „Wohnung“ existiert nur im Modus des Irrealis. In dem erzählenden Gedicht „Abschied aus Andalusien“ (Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 34f.) wendet die Dichterin die utopische Sehnsucht nach Heimat ins Märchenhafte: In seiner Ungeborgenheit bittet das Ich einen einfachen grauen Stein um Hilfe und erhält von ihm, als es Nacht geworden ist, „eine kleine gelbe Margerite / als Hausschlüssel“:

Damit schloß ich den Hügel auf,
den nächsten
der vielen spitzen Hügel am Meer,
und ging hinein
und hatte eine Wohnung
bei den Wurzeln
der Blumen.

Das „Happy End“ dieses Gedichts ist jedoch insofern nur ein scheinbares, als deutlich wird, dass die unterirdische „Wohnung“ dem Reich des Traums angehört.
Nach ihrer Rückkehr aus Astano war Domin gemeinsam mit Palm zu einem zweiten längeren Spanien-Aufenthalt aufgebrochen. Im September 1960 erhielt Erwin Walter Palm nach längeren Bemühungen eine unbefristete Stelle als wissenschaftlicher Rat an der Universität Heidelberg, im Oktober ernannte man ihn zum außerplanmäßigen Professor.32 Man hatte eigens für ihn einen Lehrstuhl für iberische und ibero-amerikanische Kunst- und Kulturgeschichte eingerichtet, den einzigen seiner Art in Deutschland. Während Palm deshalb bereits im Herbst 1960 endgültig nach Deutschland zurückkehrte, blieb Domin zunächst allein in Madrid zurück. Dort hielt sie sich auf, als ihr erster Gedichtband erschien.
Von Spanien aus bemühte sie sich nicht nur um Kontakte zu den maßgeblichen Personen im deutschen Literaturbetrieb, sondern versuchte auch Beziehungen zu etablierten Schriftstellerinnen anzuknüpfen. Bereits in München hatte sie sich mit Ingeborg Bachmann getroffen, die Begegnung mit der berühmten Kollegin war jedoch enttäuschend verlaufen. Dem Ehemann berichtet sie:

Ein einsames, unglückliches Geschöpf, etwas schmuddelig. Merkwürdig unvital, irgendwie. Auch unzugänglich, obwohl auftauend. Nichts Glänzendes. Nichts Charmantes. Sehr österreichisch33

Zu Bachmann entstand keine engere Beziehung.

In einer Enttäuschung endete auch der Versuch, mit der in New York lebenden Philosophin Hannah Arendt ein Gespräch über Fragen der Literatur und der Politik zu beginnen. Als Arendt im September 1958 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Jaspers die Laudatio gehalten hatte, waren Domin und Palm, die einst zu seinen Hörern gezählt hatten, unter den Zuhörern gewesen. Die Rede beeindruckte Domin nachhaltig, wie sie in ihrem ersten Schreiben an Arendt gesteht.34 Nachdem sie ihr bereits im Herbst 1959 ohne weiteres Anschreiben ihren Gedichtband zugesandt hatte, sprach sie Arendt im Januar 1960, unter dem Eindruck einer Welle antisemitischer Ausschreitungen in Deutschland stehend, direkt als politische Intellektuelle an:

WAS können wir tun, um es [das Verantwortungsgefühl, V. V.] zu mobilisieren, wir die wir eine Stimme haben?35

Arendt reagierte erfreut auf das Kommunikationsangebot und lobte die ihr übersandten Gedichte als „die einzig wirklich schönen und wahren Emigrationsgedichte, die ich kenne“; Domins Hoffnung, dass sie in Deutschland öffentlich ihre Stimme erheben würde, versetzte sie allerdings einen Dämpfer.36 Als Dank für die Gedichte sandte sie Domin ihre Rahel-Varnhagen-Biografie zu, die für Domin besonders wichtig wurde, als sie vor der Entscheidung stand, ob sie endgültig nach Deutschland zurückkehren sollte oder nicht. Thomas Wild hat das Briefgespräch, das sich zu Beginn der sechziger Jahre zwischen den beiden Frauen entspann, ausführlich dargestellt und vielfältige Spuren der Auseinandersetzung Domins mit Arendt in den poetologischen Schriften wie auch in den poetischen Werken, so etwa in den beiden Gedichten „Fremder I und II“ (Gesammelte Gedichte, 1987, 11. Auflage 2006, S. 211f.), aufgezeigt.37 Er hebt die intellektuelle Nähe der beiden Korrespondentinnen hervor, die sich der gemeinsamen Exilerfahrung, einer in den Grundzügen ähnlichen Analyse der (post-)totalitären Gesellschaft sowie der beiderseitigen Bezugnahme auf die Philosophie Jaspers verdanke, markiert aber auch die Unterschiede der jeweiligen Positionen: „Domins politischer Wirkungswille“ habe „in Arendt kein Gegenüber“ gefunden, ihrem auf Intimität abzielenden Begriff der „Verschwisterung“ setze Arendt die stärker politisch konnotierten Kategorien der „Brüderlichkeit“ und der „Freundschaft“ entgegen.38 Zu einer persönlichen Begegnung zwischen Domin und Arendt kam es, als die Philosophin sich im Juli 1961 in Heidelberg aufhielt. Sie endete jedoch in einem Fiasko, da Domin, just an diesem Tag in desolatem psychischen Zustand, die Gelegenheit, mit Arendt „eine wirkliche Unterhaltung über die wirklichen Probleme zu führen“,39 ungenutzt verstreichen ließ. Weitere Gelegenheiten zum Austausch mit Arendt ergaben sich nicht.
Ebenfalls noch von Spanien aus nahm Domin Kontakt mit den Lyrikerinnen Christine Busta, Christine Lavant und Nelly Sachs auf. In allen drei Fällen entstanden Briefbeziehungen, keine der drei Dichterinnen lernte Domin jedoch persönlich kennen. Die Wienerin Christine Busta hatte mit den Lyrikbänden Der Regenbaum (1951), Lampe und Delfin (1955) und Die Scheune der Vögel (1958) Aufmerksamkeit erregt und galt seitdem als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen der Nachkriegszeit. Obwohl sie ein vollkommen anderes Leben führte als Domin, fühlte diese sich ihr als Dichterin verwandt:

Unsere Kreise überschneiden sich ja in mehr oder weniger grossen Segmenten. So verbinden Sie auf eine mir verwandtere Weise als andere Ratio und Gefühl.40

Auch in Christine Lavant, die mit den Gedichtbänden Die Bettlerschale (1956) und Spindel im Mond (1959) über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt geworden war, erkannte Domin eine Verwandte wider den äußeren Anschein:

Wir glauben doch beide – jeder auf seine Art – an das Wunder. […] Wir sind uns auch ganz einig über das, was zählt: nur das Innen. Der Traum.41

Der Briefkontakt, der von der durch die Pflege ihres viel älteren Ehemanns stark beanspruchten Lavant ohnehin nur mit großer Mühe aufrecht erhalten werden konnte, brach nach einer intensiven Anfangsphase bald ab.
Die wohl bedeutsamste und fruchtbarste Begegnung mit einer schreibenden Frau war jedoch für Domin die mit Nelly Sachs, die als Jüdin die Erfahrung von Verfolgung und Exil teilte. In Berlin war sie Opfer antisemitischer Drohungen und Repressalien geworden und hatte erst im Mai 1940 unter dramatischen Umständen nach Stockholm fliehen können. Die traumatischen Erlebnisse vor der Flucht machten ihr die Rückkehr nach Deutschland unmöglich. Im Jahr 1959 hatte Domin Gedichte von Nelly Sachs in der Zeitschrift Jahresring42 entdeckt und ihr den eigenen Gedichtband zugeschickt. Sachs reagierte auf Domins lyrisches Geschenk euphorisch:

Hilde Domin, liebe, liebe Schwester, die „Rose ist bei mir“. Wie lieb ich sie habe – lege sie auf den Schmerzenspunkt. Sie wanderte vom Süden nach Norden in den Polkreis, wo jetzt die halben Tage Nacht sind.43

Als Nelly Sachs 1960 psychisch zusammenbrach, setzte Domin alle Hebel in Bewegung, um in Deutschland Hilfe für die „Schwester“ zu mobilisieren.146 Zu Beginn des Jahres 1962 brach der Briefwechsel dann plötzlich ab und wurde 1965, nachdem ein Missverständnis zwischen beiden geklärt worden war, für kurze Zeit wieder aufgenommen, allerdings weitaus weniger intensiv. Domin setzte sich dennoch weiterhin für Nelly Sachs’ recht schwer zugängliches Werk ein: 1977 gab sie im Suhrkamp Verlag eine Auswahl ihrer Gedichte heraus, dem sie ein umfangreiches Nachwort beifügte, um die „hohe Schwelle“, die „von Anfang an zwischen ihr und den Lesern [lag]“, niedriger zu legen (Gesammelte Essays, Neuausgabe 1993, S. 100). In diesem Text charakterisiert sie Sachs indirekt noch einmal als ihre „Schwester“: eine „Exildichterin nicht nur in dem Sinne, daß sie das Exil erlitt und thematisierte. Sondern daß das Exil ihr buchstäblich zur künstlerischen Neugeburt wurde.“ (Gesammelte Essays, Neuausgabe 1993, S. 109)

Vera Viehöver: Hilde Domin, Wehrhahn Verlag, 20210

 

Weitere Beiträge zu diesem Buch:

Walter Jens: Vollkommenheit im Einfachen
Die Zeit, 27.11.1959

Horst Bienek: Abkehr von der Metapher: Hilde Domin, Dagmar Nick, Christoph Meckel
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7.4.1960

Günther Busch: Gegenwärtiges Gedicht. Hilde Domin: Nur eine Rose als Stütze
Zeitwende, Heft 31, 1960

Franz-Norbert Mennemeier: Vier Bände Lyrik kritisch betrachtet. Hilde Domin, Dagmar Nick, Wolfgang Bovelet, Hans Neuenfels
Neues Rheinland, Nr. 16, Okt./Nov. 1960

Peter Stutzke: Gedichte aus dem Exil
Neue deutsche Hefte, Heft 70, 1960

 

Lesen Sie Gedichte?

Dieser Text ist verschwunden.

Hilde Domin liebte Griechenland. Seit 1991 verbrachten wir gemeinsam viermal Ferien dort. Wir wohnten im Südosten der Peloponnes auf einer kleinen Felsenhalbinsel in Monemvasia.44 Der Ort, hoch am Felsenabhang zum Meer hin gelegen, ist von einer mittelalterlichen Mauer umgeben. Kein motorisiertes Fahrzeug kommt – auch heute nicht – durch den einzigen Eingang. Maultiere und Handkarren zusammen mit der menschlichen Arbeitskraft leisten hier alles Notwendige. Dies liebte Hilde.
Wir stiegen täglich mit Sonnenaufgang zum Meer hinunter und tauchten ein in die Salzflut. Wir stiegen hinauf auf die Spitze des Felsens zur Kirche Hagia Sophia und genossen die grandiose Aussicht auf die Bucht von Epidavros Limera und auf das ägäische Meer. Wir lasen und lasen. Wir lasen uns vor. Wir machten Ausflüge.
Einmal fuhren wir hoch über die Berge von Ost nach Wiest zum Lakonischen Golf und von dort zur Insel Elaphonissos. Hilde ist stets hell sommerlich, meist in Weiß gekleidet, in bequemer lockerer Hose und Bluse, mit Strohhut der unter dem Kinn festgebunden ist. Denn wir fahren im offenen Citroen Jeep (einem sog. Pony). Einsame kleine Dörfer kleben an den Berghängen. Von Ferne sehen die weißen Kuben der Häuser aus wie von Stararchitekten angeordnet. In der Nähe wird die Ärmlichkeit der Dörfer verdeckt von einer Blumenpracht aus Bougainvilleas, Oleander und Geranien in Überfülle.
Die Straßen, die wir fahren, gibt es noch nicht lange. Erst ein Erschließungsprogramm der EU für den armen Süden Griechenlands hat sie möglich gemacht. In den Dörfern sieht man nur alte Menschen. Sie leben von den wenigen Schafen und Ziegen und dem Ertrag ihrer Ölbäume, von einer Arbeit, die sie gerade noch bewältigen können. Es begegnen uns Esel, beladen über und über mit frisch geschnittenen Ölbaumzweigen, es sind bizarr anzusehende wandernde Bäume. Manchmal sitzt auch ein Alter auf seinem Reittier. Sicher ist, dass diese Dörfler ohne die finanzielle Hilfe ihrer Kinder und Enkel im fernen Athen oder dem noch ferneren Amerika nicht überleben könnten.
Die Fahrt geht durch die gebirgige Landschaft mit einer immergrünen Gebüschformation, der Macchia. In den Tälern und auch an Hängen stehen silbrig glänzende Olivenbäume, oftmals dazwischen Zypressen als Windbremsen. Je höher wir kommen, desto eindrucksvoller sind die Aussichten. Es erschließen sich uns geradezu grandiose Panoramen mit dem blauen Meer im Hintergrund. Ich weiß nicht, ob die Dorfbewohner die Aussicht auch großartig nennen. Sie ist so alltäglich für sie, und das Leben da oben ist hart. Sie haben auch ihre Ruhebänke nicht in Richtung der Aussicht aufgestellt, sondern zur Straßenseite hin, um zu sehen, wer da kommt, vielleicht gar ein Auto mit Ξένοι, mit Fremden.
Jedes noch so kleine Dorf hat unbedingt eine Kirche und ein Kafenion. Das ist der zentrale tägliche Treffpunkt. Meist ist es zugleich auch noch der karge Gemischtwarenladen, wo man Zucker oder Streichhölzer kaufen kann. Wir haben auf der Insel köstlichen Hummer gespeist, unseren Retsinawein getrunken, vorneweg hatte es kleine Vorspeisen, μεζέδες, gegeben und hinterher griechischen Kaffee.
In bester Stimmung fahren wir zurück. Oben auf der Höhe, beim Dorf Lyra, meint Hilde, sie brauche etwas zu trinken. Am besten Wasser.
Es ist später Nachmittag. Kein Laut ist im Dorf zu hören. Hunde, Katzen, Hühner, alles schläft. Vor dem Kafenion, im Schatten, sitzen an der Hauswand entlang aufgereiht sechs alte Männer, der Pope, Πάπας, in ihrer Mitte. Sie schlafen, gestützt auf ihre selbstgeschnitzten Stöcke.
Unser Autogeräusch schreckt sie auf, denn ich parke nebenan, und wir gehen auf das Kafenion zu. Sofort wird für uns ein Tischchen mit zwei Stühlen in den Schatten gerückt und ich bestelle griechischen Kaffee (ohne Zucker). Zunächst werden wir schweigend scharf beobachtet. Unser Kaffee wird gebracht, dazu das köstliche kalte Wasser, um dessentwillen wir eigentlich hier sind.
Jetzt wagt der Papas einige Fragen. Hilde ist ganz aufgeregt in solchen Situationen, weil sie die griechische Sprache nicht versteht. Ich müsste unbedingt Griechisch sprechen können – wie oft habe ich diesen Satz von ihr gehört.
In mein harmloses Gespräch mit den Alten bricht plötzlich Hildes Frage wie ein Donnerschlag ein: Lesen Sie Gedichte? Ich bin kurz sprachlos, soll ich das übersetzen? Denn ich vermute, diese Alten hier lesen nicht, können es wahrscheinlich auch gar nicht. Aber Hilde drängt; also frage ich: „Lesen Sie Gedichte?“ Da kommt eine ebenso verblüffende Antwort beinahe wie im Chor: „Wir haben hier auch einen berühmten Dichter, den Jannis Ritsos“,
45 und sie summen sofort eine Melodie von Mikis Theodorakis, der Texte von Ritsos vertont hat. Dann meint der Papas zu Hilde gewandt:

Sie schreiben wohl Gedichte, wir haben gleich gedacht, dass Sie etwas Besonderes sind.

Und ich sage darauf, dass Hilde eine der bedeutendsten deutschen Lyrikerinnen ist. Da erheben sich alle Männer wie auf ein geheimes Kommando und verneigen sich Hilde zugewendet. Sie ist glücklich gerührt und meint:

Man sagt, die Griechen verehren ihre großen Dichter.

Den Kaffee dürfen wir nicht bezahlen. Weil wir „Xeni“, Fremde sind und etwas Besonderes. Wir danken und in Hochstimmung fahren wir nach Hause.

Ruth Alexandridis, aus Marion Tauschwitz (Hrsg.): Unerhört nah: Erinnerungen an Hilde Domin 55 Autoren schildern ihre Begegnung mit der berühmten Dichterin, Kurpfälzischer Verlag Heidelberg, 2009

Als die große Hilde Domin noch die kleine Frau Palm war

Dieser Text ist verschwunden.

Es ist nicht ganz einfach, Dichter, denen man zuvor noch nie begegnet ist, zu erkennen. Ich unterhielt mich in Aixen-Provence einmal höchst angeregt mit einem überaus geist- und gedankenreichen Herrn, ohne auch nur zu ahnen, dass es sich dabei um den Literaturnobelpreisträger Saint John-Perse handelte. Wie zur Wiedergutmachung kaufte ich mir anschließend sofort sein Gesamtwerk. Das war in einem anderen Fall leider noch nicht möglich.
Es muss gegen 1956 gewesen sein, da fuhr ich mit Freunden in den Süden Spaniens, um dem Osterfest mit seinen spektakulären Karfreitagsprozessionen in Malaga beizuwohnen. Wir quartierten uns an der Küste ein, in einer anmutigen, bescheidenen Kolonie. Im Nachbarhaus entdeckten wir ein deutsches Ehepaar mittleren Alters, das uns freundlich begrüßte. Es war bis über die Hutschnur an Kultur interessiert. Herr und Frau Palm waren uns hoch willkommen.
Wir schwärmten natürlich von Federico García Lorca, dessen frisch übersetzte Dichtungen wir uns aus den Händen rissen. Palm wies uns als erster darauf hin, wie unzureichend diese Nachdichtungen seien, und las uns einige seiner eigenen Übertragungen vor.
Die Palms waren deutsch-jüdische Emigranten gewesen. Es hatte sie nach Santo Domingo verschlagen, und nun kehrten sie heim. Wir waren für sie offenbar so etwas wie Appetithäppchen des Deutschseins. Sie waren sichtlich neugieriger auf uns als wir auf sie. Das aber sollte sich alsbald ändern.
Palm bekam einen Lehrstuhl in Heidelberg, und aus der kleinen Frau Palm, der sehr beredten Dame, die uns insgeheim immer ein wenig belustigt hatte, wuchs die große Hilde Domin. Wer hätte das gedacht! Sie hatte bis dahin noch keine Zeile veröffentlicht. Es geschehen eben immer noch Zeichen und Wunder, die sich nicht beim ersten Anblick enthüllen. Dichter sind und bleiben wunderbarerweise in Ewigkeit eine Klasse für sich.
Nun ist Hilde Domin tot. Ich habe sie nie wiedergesehen.

Klaus Geitel, aus Marion Tauschwitz (Hrsg.): Unerhört nah: Erinnerungen an Hilde Domin 55 Autoren schildern ihre Begegnung mit der berühmten Dichterin, Kurpfälzischer Verlag Heidelberg, 2009

 

 

WINDBRÜCHE
Hilde Domin zum 65. Geburtstag

sie braucht Ostwind
den Hochdruck
nicht unbedingt eine Rose
aber Ostwind
und einen freien Tisch

solang nur
der Tisch frei ist
unter dem Windkreuz
auf das die Richtungen
gespannt sind
auch die Hinrichtungen
unter diesem Himmel
im Freien

der Wind kommt von Osten

8-77

Rainer René Mueller

 

Margret Karsch: „Das Dennoch jedes Buchstabens“. Hilde Domins Gedichte im Diskurs um Lyrik nach Auschwitz

Hilde Domin spricht über Lyrik und ihr Werk. Erster deutscher Dichterabend an der Rice-University, Housten Texas, 1964. Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 2

Hilde Domin spricht über das Exil. Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 3

Nelly Sachs Preis an Hilde Domin 1983. Enthält Dankesrede Hilde Domins bei der Überreichung des Nelly-Sachs-Preises 1983 und Laudatio von Peter Rusterholz, anschließend tritt die Gruppe SOMA auf. Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 4

Offener Brief an Nelly Sachs 1966. Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 5

Mein Judentum. Hilde Domin erzählt. Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 6

Wozu Lyrik heute? Hilde Domin diskutiert mit Schülern, und liest das Gedicht „Postulat“, 1975. Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 8

Lesung Hilde Domin. (Enthält u.a.: „Ars longa“, „Wen es trifft“) Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 9

Lesung Hilde Domin. Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 12

Lesung Hilde Domin. (Enthält Auszüge aus Spiegel-Artikel zum Thema NPD). Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 13

Wortwechsel. Hilde Domin liest und im Gespräch 1977. Mitglieder des Arbeitskreises Literatur vom Weide-Gymnasium in Butzbach befragen Hilde Domin zum Wirklichkeitsbezug von Lyrik. Aus Nachlass Hilde Domin: Tonband 14

Zum 75. Geburtstag der Autorin:

Hans Jürgen Heise: Hilde Domin, Nachtrag zum 75. Geburtstag
Neue Deutsche Hefte, Heft 195, 3/1987

Zum 90. Geburtstag der Autorin:

Otto Friedrich: Wüste einsteckbar
Die Furche: 8.8.2002

Zum 100. Geburtstag der Autorin:

Beate Weber: Eine ungewöhnliche Bürgerin
Marion Tauschwitz (Hrsg.): Unerhört nah. Erinnerungen an Hilde Domin, Kurpfälzischer Verlag, 2009

Ulla Hahn: Schreiben war das Unverlierbare
Emma, 1.7.2009

Zum 20. Todestag der Autorin:

Wolfgang Kessel: Hilde Domin-Schau in Heidelberg: „Nicht müde werden“
SWR, 20.2.2026

 

Fakten und Vermutungen zur Autorin + Instagram + DAS&DKLGÖMIMDbArchiv + Internet Archive + Kalliope
Porträtgalerie: akg-images + Autorenarchiv Isolde OhlbaumBrigitte Friedrich Autorenfotos + deutsche FOTOTHEK + IMAGOKeystone-SDA
Nachrufe auf Hilde Domin: BZ ✝︎ FAZ ✝︎ Furche ✝︎ Spiegel ✝︎ Tagesspiegel

 

Hilde Domin – Wortwechsel (1991). Christa Schulze-Rohr interviewt Hilde Domin.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

„Suppe Lehm Antikes im Pelz tickte o Gott Lotte"

Schreiben

(Bierschnee); schreien mit b; reiben ohne sch; Scheiben ohne r; Brei in Breschen.

Michel Leiris ・Felix Philipp Ingold

– Ein Glossar –

lies Sir Leiris leis

Würfeln Sie später noch einmal!

Lyrikkalender reloaded

Luchterhand Loseblatt Lyrik

Planeten-News

Planet Lyrik an Erde

Tagesberichte zur Jetztzeit

Tagesberichte zur Jetztzeit

Freie Hand

Haupts Werk

Gegengabe

0:00
0:00