2015-07-24

Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Endnoten“

Bericht auf Espace 2 aus Locaron vom Filmfestival – eine Kritikerin bespricht den neuen Film von Chantal Akerman, ein Gedächtniswerk für deren Mutter, bestehend aus lauter Leerstellen; man sieht die alte Frau von hinten, geredet wird kaum und wenn, dann bloss (scheinbar) Triviales; keine erkennbare Komposition des Bildmaterials, kein konsequenter Schnitt, weshalb schon bald gähnende Langeweile aufkomme; der Vorführsaal habe sich nach einer halben Stunde und reichlich Murren im Publikum bis auf wenige („zwölfelf“) Unentwegte geleert: „Am Ende war es so, dass ich begriff“, merkt die Kritikerin dazu an, „dass dies ein Film nur für ein Dutzend Leute ist, und eine von denen bin ich gewesen – da gehörte ich dazu, und ich kam mir überhaupt nicht elitär vor, das ist – so ist eben Kunst.“
Gäbe es von solchen Kritikern mehr!

 

aus Felix Philipp Ingold: Endnoten
Versprengte Lebens- und Lesespäne

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– Ein Glossar –

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