Schriebsal

Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Gegengabe“

Doch immer wieder die Frage nach der Bedeutung, Wichtigkeit, Unvermeidlichkeit des Schreibens – warum opfern so viele Autoren dem Schreiben nicht nur den Grossteil ihrer Lebenszeit, sondern auch ihres Lebens? Nach dem Motto scribere necesse est, vivere non est, hört oder liest man von Dichtern immer wieder das Geständnis, wonach sie bereit seien, für ihre Bücher «über Leichen» zu gehn. Für Pasternak kam das offizielle Schreibverbot einem Todesurteil gleich. Handke: «Mitten im Schreiben sind wir mitten im Tod, aber auch mitten im Leben, wie bei nichts sonst vielleicht.» Das mag esoterischer Schmarren sein, aber in seiner Vagheit ist der Satz präzis genug; auch wenn er als Antwort nicht taugt.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Gegengabe
zusammengetragen aus kritischen, poetischen und privaten Feldern

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