Schreibrollen

Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Haupts Werk“

Von wem auch immer­ ­– über wen auch immer – geschrieben wird, das schreibende Subjekt nimmt männlichen, das beschriebene Objekt nimmt weiblichen Charakter an. Wer also schreibt, wer sich einschreibt, schreibt notwendigerweise als Mann. Auch die Frau, auch die Feministin tritt, wenn sie die Autorschaft antritt, in einer Hosenrolle auf; sie schreibt weder für sich noch fürs Ich, sondern für ein absolutes Femininum. Und wer – oder was zum Gegenstand der Beschreibung (des transitiven Schreibens) wird, ist weiblich, gehört der Mehrzahl an: Helden wie Heldinnen, Landschaften wie Innenräume, Gefühle wie Dinge; sogar das Buch selbst (hierin vergleichbar mit aller Architektur) ist weiblichen Geschlechts.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Haupts Werk Das Leben
Ein Koordinatenbuch vom vorläufig letzten bis zum ersten Kapitel.

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– Ein Glossar –

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