VOR EINER REALITÄT
Wie sich auf dem Leuchtschirm die Punkte addieren! Wenn
du den richtigen Abstand hast, erkennst du, wie wenig
die Gestalten dich meinen. Trittst du näher heran, betörst
du dein Herz, den alten Taumel der Neugier frisch zu
taktieren. Rausch und Liebe der Jugend, wären sie nicht
seit je als greise Analphabeten gestorben? Entfernst du
dich schließlich zu weit, siechst du an Keimfreiheit hin,
von Heimweh umringt.
Die Lider schließt du vergeblich, Es bleibt der sandige
Geschmack der Fremde. – Du sollst keine andern Götter
haben.
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Diese Gedichte, Vor- und zeitweiliges Gegenspiel zu dem Gedichtband Wagnis und Passion (Verlag Günther Neske, Pfullingen 1960), werden hier nachgereicht, weniger um ihre Spur zu sichern, als um einen Weg neu zu markieren.
Verlag Friedrich Nolte, Klappentext, 1977
IM TRÜBEN
Urtümliche Stunde,
ein Graumorgen,
intermittierend diesig,
Zeit fürs eigentliche Tun:
teilnehmen am Leben
der Bäume, Steine.
Erde, die losgelöst steigt,
Waagschale der Tage,
einseitig geleert.
Siehst du in den Bäumen
des Nebels Blindprägung, Herz,
das jubelnd schweigt, Atem, der weht?
Worte, die zerfallen, ins Bild gerückt,
Leitern aus Gras und Teer,
Monodie & Monoxyd.
Dunkle Energie,
die Galaxien expandieren läßt,
Multiversum und Strings:
am Ende sind wir doch alle
auf ein paar Funken
Liebe reduziert.
(i.m. Lothar Klünner, 1922–2012)
Jürgen Brôcan
Maximilian Barck, Andrew Niedermeiser und Matthias Zarbock führen am 15.9.1996 ein Gespräch beim Dichter Lothar Klünner.
Maximilian Barck, Andrew Niedermeiser und Matthias Zarbock führen am 15.9.1996 ein Gespräch beim Dichter Lothar Klünner.
Maximilian Barck, Andrew Niedermeiser und Matthias Zarbock führen am 15.9.1996 ein Gespräch beim Dichter Lothar Klünner.
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Nachruf auf Lothar Klünner: Der Tagesspiegel
Lothar Klünner liest am Rande eines Gesprächs aus unveröffentlichten, frühen Gedichten. Hier: „Im Krankenrevier“ aus dem Jahr 1944.









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