Michael Krüger: Ins Reine

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Michael Krüger: Ins Reine

Krüger-Ins Reine

2009
für Remco Campert

Die Ernste ist abgeschlossen
im Versmaß des Sommers,
der Wind spricht schon leiser
mit der Stimme der Krähen.
Die Birke, mit schmächtigen Schultern,
diktiert ihr Journal dem ausgemergelten Licht:
Heut trug ich den Habicht!

Nichts wird ersetzt. Auch der Abend
verwandelt sich nicht mehr in Wissen.
Wir gehen auf Abwegen,
wo nur noch die Steine grüßen,
und jeder Stein erinnert sich heftig,
als wäre er nichts ohne uns.
Das wollte ich dir sagen,
bevor du von andern es hörst.

 

Michael Krüger liest „2009“.

 

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Inhalt

In diesen Gedichten ist von seltsamen Dingen die Rede: von Dämmerungen und vom Gras, von Flüssen, die nicht fließen wollen, von Briefen ohne Absender, von Mücken, Krähen, Wasserläufern und vom Tod. Es ist eine einfache Welt, die darauf besteht, in ihrer Besonderheit wahrgenommen zu werden, diesseits und jenseits der Begriffe, die sie verstellen.
Die poetischen Augenblicke und Notate in diesem Buch wollen weder eine verlorengegangene Welt der Vergangenheit aufscheinen lassen noch eine katastrophische Welt der Zukunft imaginieren. Sie geben sich mit dieser zufrieden, obwohl sie dem Jetzt mißtrauen.
„Michael Krüger“, bemerkt die Süddeutsche Zeitung, „läßt nicht die Natur dichten. Es gelingt ihm aber immer wieder scheinbar mühelos, die Worte anzuheuern, welche Natur, Welt und ihn und uns selber zur Sprache bringen. Das ist stärkend –“

Suhrkamp Verlag, Ankündigung

 

Iris Radisch empfiehlt Ins Reine.

 

Ins Reine gekrakelt

– Michael Krügers späte Gedichte. –

1
Kaum noch jemand schreibt heute von Hand und schon gar nicht von Hand ins Reine.
Ins Reine heißt der Titel zu Michael Krügers jüngstem Lyrikbuch, auf dessen Umschlag die Abschrift seines gleichnamigen Gedichts säuberlich faksimiliert ist. Sieht gediegen aus; und da eben dieses Gedicht den 115 Seiten starken Band auch abschließt, ergibt sich daraus eine sinnige Parenthese zwischen handschriftlicher Ouvertüre und druckschriftlichem Finale – das Titelgedicht soll als Schlüsseltext gelesen werden.
Der mit Klappen- und Rückentext geschickt bestückte Buchumschlag bietet diverse Lesehilfen zur Einführung und soll natürlich auch gewisse Erwartungen provozieren. Das Verfahren – obzwar primär auf Werbung angelegt – ist berechtigt. Die dem Buchtext lose beigeordneten „Paratexte“ liefern explizite Informationen zum Verständnis des Werks und eröffnen damit die Prämissen, von denen her es zu lesen ist und an denen es letztlich auch gemessen werden sollte. Darüber hinaus hat aber die kritische Lektüre auch all jene impliziten, im Text selbst angelegten Verweise zu berücksichtigen, die der Autor gewollt oder ungewollt als poetologische Spurenelemente einstreut.
Eine Besprechung – jede ernstzunehmende Besprechung – hat auszugehen von dem, was ein Autor offenkundig sich vorgenommen und was er tatsächlich geschafft und geschaffen hat. Nach seinen eigenen Worten und Werken ist er zu beurteilen. Man würde den Dichter Michael Krüger verfehlen und täte ihm Unrecht, wollte man auf seine Arbeit die poetologischen Kriterien eines Oskar Pastior oder Robert Schindel anlegen. Das kritische Interesse liegt in seinem Fall freilich nicht darin, dass er einen unverwechselbaren Personalstil ausgebildet hätte, sondern umgekehrt darin, dass sein Werk für eine lange lyrische Tradition repräsentativ ist, die sich seit rund hundertfünfzig Jahren – sagen wir: seit dem späten Gottfried Keller und dem frühen Detlev von Liliencron – allen Literaturrevolutionen zum Trotz kaum gewandelt hat und die bis heute (von einigen formalen Lockerungen und thematischen Weiterungen abgesehen) für das Gros aller lyrischen Dichtung bestimmend geblieben ist.
Auch in jüngerer und jüngster Zeit steht für diese machtvolle Tradition (die nicht zuletzt in der DDR standhaft hochgehalten wurde gegenüber den Versuchungen einer apolitischen „Poesie um der Poesie willen“) die überwiegende Mehrheit aller praktizierenden Autoren ein – von Erich Arendt und Johannes Bobrowski über Michael Krüger und Walter Helmut Fritz bis hin zu Nico Bleutge, Steffen Jacobs oder Daniela Danz. Selbst die minderen Gelegenheits- und Freizeitdichter orientieren sich so gut wie ausnahmslos an dieser alten verlässlichen Tradition, die mit einem Minimum an Neuerungen so lange produktiv geblieben ist, derweil die Wortkunst des europäischen Modernismus und deren Protagonisten – Apollinaire, Chlebnikow, Zwetajewa, Pound, Nezval, Tuwim u.a.m. – bestenfalls marginal wahrgenommen werden und heute ohne erkennbaren Einfluss sind.

 

2
In einem knappen Eintrag auf der vorderen Klappe zu seinem Buch vermerkt Krüger, was seine Gedichte wollen und was sie nicht wollen – sie wollen lediglich „poetische Augenblicke und Notate“ sein, haben also keinen allzu hohen Kunstanspruch, und sie wollen weder als Abgesang auf die Vergangenheit noch als Menetekel für die Zukunft Geltung haben; vielmehr geben sie sich zufrieden mit „dieser“ Welt, wiewohl sie „dem Jetzt misstrauen“.
Erklärend heißt es dazu:

Es ist eine einfache Welt, die darauf besteht, in ihrer Besonderheit wahrgenommen zu werden, diesseits und jenseits der Begriffe, die sie verstellen.

Auffallend ist hier zunächst, dass der Welt als solcher und dass auch dem Gedicht als solchem ein Eigenwille zugestanden wird, dem der Autor nur folgen, den er nicht lenken, schon gar nicht aufhalten kann: Die Welt selbst besteht darauf, vermittels der Dichtung in ihrer Gegenwärtigkeit wahrgenommen zu werden, so wie die Dichtung gleichsam selbstredend sich in den Dienst eben dieser Welt stellt.
Und der Autor? Schreibt er also lediglich nach, was die Welt ihm eingibt und was die Dichtung ihm abverlangt? Dazu zitiert der Klappentext ein süddeutsches Qualitätsfeuilleton mit der wohlgesetzten Sentenz:

Es gelingt ihm [d.i. Krüger] immer wieder scheinbar mühelos, die Worte anzuheuern, welche Natur, Welt und ihn und uns selber zur Sprache bringen.

Und auf der Rückseite des Umschlags sekundiert eine namhafte Kritikerin:

Schreibend die Natur schreiben zu lassen, das verstehen nur wenige. Zu ihnen gehört Michael Krüger.

Diese durchwegs als Lob gemeinten Sätze sind dem Buch sicherlich nicht ohne das Einverständnis des Autors mitgegeben worden, und man darf folglich annehmen, dass er sich mit deren Aussage identifiziert. Das Höchste, was der Dichter heute vermag, ist nach Krüger eben dies – mühelos Worte anheuern; die Welt, sich selbst und gleich auch den Leser zur Sprache bringen; oder eben einfach die Schrift fließen lassen.
Solchermaßen eingestimmt, lässt man sich erwartungsvoll auf die Michael-Krüger-Lektüre ein, und tatsächlich bekommt man etwa das zu lesen, was die Begleittexte zu seinem Buch versprechen oder jedenfalls andeuten – gediegene Naturlyrik in unprätentiöser Diktion; die sich von gepflegter Alltagssprache nur durch ihren Reichtum an poetischen Bildern und Vergleichen abhebt, dabei jedoch durchweg leicht verständlich bleibt, Gedichte, in denen schlichte Wahrnehmungsdaten aus den Bereichen Haus und Garten, Landschaft und Fauna, Reise und Freundschaft sich locker, bisweilen fast beliebig verbinden mit gängigen Philosophemen, mit privaten Reminiszenzen, Bedenken und Befindlichkeiten, vorrangig freilich mit Skepsis und Trauer.
Soviel Traurigkeit wie bei Krüger schlägt in zeitgenössischer Lyrik selten durch, er selbst zählt sich, von fern mit dem Vagantenvolk sympathisierend, zu den „Experten für Traurigkeit“. Traurigkeit sieht er sogar „verrührt / in den Mörtel“ des Mauerwerks, weshalb denn auch in so manchen Häusern „keine Bleibe auf Dauer“ mehr sein kann. Der gestandene Autor gibt hier, nicht ohne Selbstmitleid, den sentimentalen Melancholiker, der über „die immer lichtloser werdende Welt“ räsoniert und dabei – im Nachgang zu Rückert – zum desolatesten Fazit kommt:

Es trauern Berg und Tal, wo ich
viel tausendmal bin drüber gegangen.

Nichts als Schatten, so muss man daraus wohl folgern, vermag der Dichter ins lichtlose Jammertal zu bringen. Welche Vergeblichkeit!
Denn geschrieben wird hier nicht, um die Düsternis der Welt etwas aufzuhellen, geschrieben wird, um sie mit Tinten- und Druckerschwärze noch ein wenig dunkler zu machen. Oder sollte dies der Trost hienieden sein – der geringste wohl, aber doch ein Trost:

Ein Kreuz, aus Licht gegossen,
das tragen die Schafe zum Strand.

Schön! Aber wessen Kreuz? Welches Licht? Von wem gegossen? Und warum braucht es – am Strand! – Schafe dazu? Ist die Szene biblisch imaginiert? Das Kreuz, das Licht christlich gedacht? Das ginge nun allerdings über momentane Wahrnehmung hinaus, das Hier und Jetzt würde nicht mehr nur metaphorisch überlagert, sondern ins Symbolische gesteigert. Und doch löst sich das Leid an dieser Welt nicht auf. Weder Begriff noch Bild wird ihr gerecht. So hält es denn der Dichter mit den „Schwalben und hellgrauen Krähen“:

Nehmt doch meine Traurigkeit mit,
ruf ich ihnen nach, auf deutsch,
weil ich gerne die Gewissheit verdränge,
dass auch Vögel sterblich sind.

Der hochsensible Autor überlässt sich ganz seiner Neigung zu Resignation und Nostalgie, wo jüngere Semester cool mit Zynismen aller Art, mit Fäkaljargon, Zitaten oder Fachsprachen operieren, um der komplexen Gemengelage einer von Antiquiertheit und Hightech gleichermaßen geprägten Alltagswelt gerecht zu werden. Angesichts dieser unübersichtlichen, endzeitlich verdüsterten Welt zeichnet Krüger bei jeder sich bietenden Gelegenheit – im Büro, im Flugzeug, im Hotel, am Strand – seine „traurigen“ Beobachtungen und Empfindungen auf, um sie später „ins Reine“ zu bringen und daraus eine kleinlaute Ökolyrik ohne Mut, ohne Wut zu konzertieren.

 

3
Als obligate Begleiter des melancholischen Flaneurs, der bei Krüger als das wortführende lyrische Ich, bisweilen auch als ein intimes Wir auftritt, figurieren, einer weit zurückreichenden Überlieferung entsprechend, der Doppelgänger und der Schatten. Beide – Schatten wie Doppelgänger – stehen für ein gebrochenes, zumindest für ein prekäres Selbstbewusstsein, das durch Spiegelung und Spaltung in seiner Integrität gleichermaßen bedroht ist. „Ich sehe das, was ich nicht mehr bin“, heißt es dazu an einer Stelle: „Aber ich sehe mich nicht.“ Und an einer andern: „Aber ich sehe mich nicht.“ Und an einer andern:

Ich wollte nicht sein, wer ich war,
und will nicht sein, der ich bin.

Das lyrische Ich lässt das empirische Ich hinter sich und ist ihm doch immer voraus, so als wäre Ich tatsächlich ein Anderer:

Er ging durch mich hindurch
und nahm den letzten Zug,
der für mich bestimmt war.

Da sitzt dann gelegentlich einer „im Haus“, der des Andern Leben lebt, der „herzzerreißend“ die Impromptus von Schubert spielt und der außerdem „spricht wie ich, / wenn ich, des Lesens müde, / die Trauer zähmen will, / den Chor des Weltzerfalls“ – so wird freilich eher Kleinmut zelebriert denn Trauer getragen.
Naturgemäß gehören zur melancholischen Grundbefindlichkeit Erfahrungen von Verlust, Vergeblichkeit, Vergänglichkeit, mithin das bevorzugte Programm romantisch-intellektueller Schwarzgalligkeit, wie man es von Kunert, von Strauß oder auch (toute proportion gardée) von Joseph Brodsky kennt. Michael Krüger spielt dieses Programm auf einer von ihm schon immer privilegierten Ebene konsequent durch – auf der Ebene des anthropomorphen Vergleichs.
Kaum ein Gedicht ist bei ihm auszumachen, in dem er nicht irgendeinen Gegenstand, eine (meist unscheinbare) Pflanze, ein (meist sehr gewöhnliches) Tier oder auch eine Naturerscheinung (Wolken, Gewitter, Licht u.a.m.) vermenschlicht, indem er sie zum „Reden“ oder wenigstens zum Stöhnen, Singen, Zittern, Ahnen, Grüßen, Flüstern bringt.
So überlässt sich der Dichter mit frappierender Vorurteilslosigkeit – man könnte meinen, er sei naiv – der passiven Sympathie der Dingwelt und kann, als hätte er nie ein Stilleben von Cézanne gesehn, fast schon larmoyant notieren:

Ein Apfel rollt traurig vom Tisch
und bricht, wie Wörter brechen,
wenn man sie lang nicht benutzt.

Das Menschliche an diesem Apfel ist seine Traurigkeit; schon weniger menschlich die Tatsache, dass er vor lauter Traurigkeit „vom Tisch“ rollt, was der klassischen Physik eindeutig widerspricht, und dass er – als Apfel! beim Aufprall? – „bricht“, wird auch durch aufmerksamste Wahrnehmung nicht bestätigt, muss hier jedoch sein, weil danach der Vergleich mit dem Wort folgt, das bekanntlich sowohl brechen wie gebrochen werden kann.
Dem ist allerdings keineswegs so, wenn es „lang nicht benutzt“ wird, sondern im Gegenteil dann, wenn man es zu oft braucht und durch den Gebrauch abnutzt, es brüchig macht; wohingegen selten benutzte, sogar vergessene Wörter in aller Regel – gerade in der Poesie – eine staunenswerte Frische bewahren. Doch mehr als um die Poesie geht es Krüger um das Poetische.
Für ihn ist die Natur so etwas wie ein Buch mit menschlichem Antlitz – er blättert und stöbert darin, und willkürlich liest er daraus, was ihm (im eigentlichen Wortsinn) „entspricht“. Er begnügt sich also nicht damit, seine feinsinnigen Wahrnehmungen im Gedicht zu registrieren, er gibt ihnen immer auch eine Bedeutung oder jedenfalls eine Bedeutsamkeit, die über das Wahrgenommene hinaus auf etwas anderes – nicht selten auf ihn selbst – verweist.
Den Gedichten bekommt dies nicht immer gut, und die in ihnen dargestellte Gegenständlichkeit wird dadurch oft verwischt und ins Allzumenschliche verfremdet. Bei Krüger „handeln“ die Dinge, „wissen“ die Ameisen und „weiß“ das Alter, „erzählen“ die Blumen und die Schlüssel, „erlöst“ der Blitz, „überlisten“ Schnäpse den Koran, „seufzen“ die Eichen, „grübeln“ die Hummeln, „schreibt sich“ die Sonne, „freut sich“ der Tod; und so fort.
In den letzten Versen des Titelgedichts, die auch den Schlussakkord des Buchs bilden, heißt es in solchem Verständnis:

Überlass es den Vögeln, das Gekrakel
ins Reine zu schreiben, auf sie ist
Verlass.

Damit verabschiedet sich das lyrische Ich, das hier in einem Du sich spiegelt, vom Autor, und man erfährt endlich, wer da was „ins Reine“ geschrieben hat – es sind die verlässlichen Vögel, die des Dichters flüchtige Schrift auf den Punkt bringen, ihr zur lyrischen Gültigkeit verhelfen sollen. Wie das?
Man versuche, die Metaphernbildung nachzuvollziehen, und man wird sofort erkennen, dass sie in den reinen – sicherlich ungewollten – Nonsense führt: Das Scharren der Vögel wird mit der Geste des Schreibens (des Reinschreibens gar!) gleichgesetzt und auch noch als verlässlich gewürdigt. Das ist gut gemeint, aber schlecht gesehen und schwach gedacht.
Wo Krüger einen dichterischen Mehrwert anstrebt, kommt auch in manch andern Fällen bloß ein ruinöses Bild heraus. Zum Beispiel dann, wenn der Dichter im Baum einen „wundroten“ Apfel hängen sieht, sich damit aber nicht begnügen kann und deshalb gleich noch ein Bild nachschiebt („wie ein Herz in der Krypta / der Zweige“), das den ersten Blick bestätigen und veredeln soll, ihn jedoch bloß verunklärt. Oder dann, wenn er ein Kind „das Rad der Leere“ drehen, den Wind „mit abgewandtem Gesicht“ stolpern oder seinen Freund Parland „eine lose Seite / aus der Geschichte“ bekritzeln lässt.
An zahlreichen derartigen Stellen erweist sich eben doch, dass Krüger weit mehr im Sinn hat, als bloß das eine oder andere lyrische Notat in seinem Moleskinebuch festzuhalten. Nein, er kann’s nicht lassen, den jeweiligen Augenschein der rohen naturhaften Dinge durch kulturelle Vergleiche (aus Malerei, Musik, Literatur) zu überhöhen und damit oft auch – entgegen seiner eigenen Ambition – zu beschönigen:

Vor uns zwei Linden, die ein Denkmal bilden,
ein Denkmal mit Traum. Wir bleiben stehen.
Wir wachsen fest in einer dunklen Zeit.
Wir sind jetzt Schubert, einfürallemal.

Ein Denkmal mit Traum? Festgewachsen in der Zeit? Wir als kollektiver Schubert? Und all dies ein für allemal? – Das soll ein Naturgedicht sein (auch Wald und namenlose Bäume, Regen und Sonne kommen darin vor), gerät aber zur schwarzseherischen Klage eines Intellektuellen, der mit der Natur nur dann etwas anfangen kann, wenn sie ihm „Bedeutungen“ liefert, die er aus Büchern offenbar nicht mehr zu gewinnen vermag. Es sind in erster Linie die eigenen Ansprüche und Vorgaben, die für den Autor zum Problem werden und an denen er, da er sie nicht konsequent genug „zur Sprache“ bringt, des Öfteren scheitert.

 

4
Michael Krüger steht – nach und neben bewährten Autoren wie Piontek, Czechowski, Heise, Dürrson, Hamm, Aigner oder Ulla Hahn – für eine Dichtung ein, die vorab als transitive Rede praktiziert wird und die eben deshalb, festgelegt auf die Besprechung außersprachlicher Realien, notwendigerweise defizitär bleibt; denn kein Wort vermag seinem Gegenstand gerecht zu werden, ihn also voll und ganz zu vergegenwärtigen, und umgekehrt ist kein Gegenstand umfassend zu begreifen, vor dem das Wort versagt, „gebricht“.
Die traurigen Künder solcher Ohnmacht – George Steiner, Botho Strauss und andere mehr – pflegen a capella den Abgesang auf die verlorene Realpräsenz der Erfahrungswelt zu intonieren, verschließen sich aber der Tatsache, dass es auch eine intransitive dichterische Rede gibt (und stets gegeben hat), die sich jener Trauer dadurch enthebt, dass sie sich selbst zum Gegenstand macht, dass sie mithin die Sprache als solche in ihrer Realpräsenz ernstnimmt und kraft dessen die wechselseitigen Defizite zwischen Wort und Welt aufheben kann.
In allen Epochen und Literaturen hat sich die hermetische Dichtung, erwachsen aus mystischer Rede und formalistischer Wortkunst, für diesen Sprachrealismus stark gemacht, doch ist sie durchweg ein Randphänomen geblieben, von dem die zeitgenössische Plauderlyrik kaum noch berührt ist. Und so muss auch Krüger „die unerträgliche Last“ beklagen, „eine Sprache zu finden, die entspricht“. Aus diesem nicht einholbaren Defizit erwächst die weit verbreitete dichterische Melancholie, die sich in der Moderne zur programmatischen „Sprachskepsis“ verschärft hat.
Doch bis heute scheint die Lyrik mehrheitlich an diesem Defizit festhalten zu wollen, die Klage darüber gehört zum dichterischen Standard und mündet nicht selten in die wortreiche Beschwörung des Schweigens, das auf diese paradoxale Weise „beredt“ gemacht werden soll. Da geht es denn, noch einmal mit Krüger, darum, „Dinge, die nichts sagen / und dennoch nicht schweigen“, zur Sprache zu bringen. In einem seiner Gedichte schickt er – aufgepasst: Metapher! – ein Kind vor, das sich bei einem Sturz das Knie aufschürft, das aber (statt seinen Schmerz schreiend kund zu tun) tapfer schweigt:

Es will die Stille nicht stören.

Soviel Heroismus bringen auch Dichter nur ganz selten auf, ihn einem Kind aufzubürden, ist wohl eher eine Übertreibung denn eine „Übertragung“. Und davon gibt es im vorliegenden Band beliebig viele – viele, die durch ihre Schrägheit oder Inkohärenz irritieren, manche, die durch aphoristische Zuspitzung zum Einhalten und Nachdenken zwingen, wenige, die als strukturiertes dichterisches Produkt unmittelbar überzeugen.

Felix Philipp Ingold, Volltext, Heft 5, 2010

Aber sicher ist er sich nicht

– Die extravaganten Wege der Vernunft: Der Verleger Michael Krüger hat neue Gedichte bei Suhrkamp veröffentlicht. „Ins Reine“ heißt der Band, aus dem er am Dienstag in Frankfurt liest. –

Es gibt einen Widerstreit von Anmutung und Vernunft. Der polnische Dichter Adam Zagajewski spricht von Lyrikern, „deren Werk nicht nach Rosen duftet, sondern nach Verstand“. Auch sein deutscher Hanser-Verleger Michael Krüger kann ihnen zugerechnet werden.
In Krügers Gedichtband Ins Reine bleibt die Präsenz einer scharfen Vernunft unbetont, sie ist mit einer „Witterung für das Falsche“ einfach da, ungeachtet aller der Natur entnommenen Bilder. Ein Gedicht ist hier der extravagante Umweg der Vernunft, eine vieldeutige Verbindung zum Zweifel und zu jenem Rest, der sich dem Verstande nicht beugt. Alles hinter sich lassend, was Absicht sein kann, raffiniert, aber ohne Vorsatz. Doch auch die Vorzüge der Absichtslosigkeit sind dem Widerstreben von Erkenntnis und Naturbild ausgesetzt:

Ich sage: Mein Nussbaum!
So wie ich sage: Meine Überzeugung
oder: Mein Leben. Aber sicher
bin ich mir nicht.
Dieses Jahr gibt es keine Nüsse.

Im Widerspruch von Anmutung und Gedanken bekommen selbst Naturbilder einen polemischen Sinn.
Das ungebundene Ich bleibt allgegenwärtig, aber Natur und Landschaft sind überall anders. Gegen die eigene Lähmung wird die sich ständig verändernde Natur zum Zeugen. Dabei muss nichts so sein, wie es scheint. Die Natur widerstrebt ihrer Nachahmung. Mit dem nächsten Gedicht beginnt alles von vorn.

Wieder lese ich, gegen meinen Willen,
von der Gleichgültigkeit der Natur
und stürze in den zerzausten Garten,
um mich, mit den Vögeln,
in Zorn und Rage zu reden.

Verfehltes Verlangen, verhallte Vernunft. Die Pointe wird in das Gedicht „Saeculum obscurum“ verschleppt:

Im Wald übt man
die Vogelpredigt,
da gehören wir hin.

Krüger vermag auch Wiederholung mit Differenz aufzuladen. Auch bei den „Krähen von Corbara“ zeigt sich eine Gleichzeitigkeit des Verschiedenen.

Ja, die Krähen von Corbara, halb dem Land,
und halb dem Meer zugehörig, demonstrieren sie
über der Steilklippe das Gleichgewicht der Welt.
Und wir, mit unserer Witterung für das Falsche,
aufrecht und verletzbar, schauen glotzend zu.

Ein Gleichgewicht der Welt bleibt ein Ideal poetischer Naturnachahmung, von dem man weiß, dass es im Leben nicht gelingen kann. Aber wo man keine Fragen mehr hat, geht das Dichten nicht weiter. Krüger bewegt sich mit Vorliebe aus vorgefundenen Zusammenhängen heraus.

Man muss nur einen Stein aufnehmen,
der lange im Gras gelegen hat,
um der Großen Stimme zu misstrauen.

Aber als Dichter fällt er nicht aus der Zeit. Neben einem individuellen Geflecht von Bedeutungen finden sich auch Einschlüsse eines biografischen Gedächtnisses.

Als die Kindheit zu Ende war,
hörte das Staunen auf.

In der Linde, älter als Krieg
und älter als Frieden,
hing der Bürgermeister und hörte,
kopfunter, den Bienen zu.
Er hatte es nicht so gewollt.

Welche Kindheit öffnet sich für einen vom Jahrgang 1943 hinter solchen Versen. Aber Ursprung gibt es auch in der Vieldeutigkeit von Ding und Wort. Im titelgebenden Gedicht „Ins Reine“ heißt es:

Wir haben meine Kindheit nachgestellt
mit unscheinbaren Dingen.

Ein Apfel rollt traurig vom Tisch
und bricht, wie Wörter brechen,
wenn man sie lange nicht benutzt.

Solche Gedichte schreibt man nicht im Handstreich. Erst Intervalle geben sie frei. Dabei gewinnt selten ein Moment der Spracherregung die Oberhand, alles bleibt beherrscht. Überschießende Modernität ist nicht das Ziel. Michael Krüger zeigt sich als Suchender und Skeptiker, zwischen Anmutung und Vernunft, schlechthin Idylliker ist er nirgends. Als Dichter überrascht er mit inhaltlicher Weite bei ästhetischer Strenge.

Jürgen Verdofsky, Frankfurter Rundschau, 29.11.2010

Draußen sind wir zu finden

– Gleiche Gewichte: Michael Krüger möchte durch seinen neuen Gedichtband mit sich und der Welt ins Reine kommen. Er beharrt gegen die technologische Ratio auf der Bedeutung des Sichtbaren und liest in der Natur. –

Die Metapher der Lesbarkeit der Welt hat Hans Blumenberg zufolge in der Moderne kritisches Potential freigesetzt, weil sie unwillkürlich mit dem Wunsch verbunden ist, die sichtbare Welt möge mehr Bedeutung für den Menschen zeigen, als vernünftigerweise von ihr erwartet werden kann. Schon bei Charles Baudelaire zeigt sich die widersprüchliche Angewiesenheit des modernen lyrischen Subjekts auf die Anschauung der Natur. Ihre nichtmenschliche Sprache scheint stumm und soll doch mit menschlichen Mitteln zum Ausdruck kommen, um der Zerstörung des Herzens im naturbeherrschenden Fortschritt durch Eingedenken des Verlorenen zu trotzen.
Auch das Ich, dass in Michael Krügers neuem Gedichtband mit sich und der Welt ins Reine kommen möchte, beharrt gegen die technologische Ratio auf der Bedeutung des Sichtbaren.

Wieder lese ich, gegen meinen Willen,
von der Gleichgültigkeit der Natur
und stürze in den zerzausten Garten,
um mich, mit den Vögeln,
in Zorn und Rage zu reden.

Wie ein moderner Franziskus sucht es die Kontemplation im Gespräch mit den Gefiederten. Auch Baudelaires einsamer Dichter erblickte im Vogelflug die Freiheit der Gedanken und verglich sich mit dem Albatros, der am Boden unbeholfen und von den Menschen verspottet im Blau des Himmels zum König wird. Ähnlich hält es Michael Krüger gegen deren schlechten Ruf mit den Krähen.

Es mag Ihnen seltsam vorkommen,
aber auch Krähen haben ein Herz.

Die Erinnerung an die Krähen von Corbara, die dem menschlichen Zuschauer „über der Steilklippe das Gleichgewicht der Welt“ demonstrieren, stellt sich nicht zufällig bei der Frage ein, welche Welt man einst zu haben können glaubte, in der Reflexion über die unleserlicher werdenden lebensgeschichtlichen Wunschzettel, „wenn man einsehen muss, / dass der eingeschlagene Weg den Verzicht / auf alle anderen Wege bedeutet“. Die Erfahrung der Natur aber vermittelt nach der Hoffnung des Subjekts eine Kraft, welche „die vielen Worte für Unglück“ vertreibt. Diese Kraft aber stellt sich erst im energischen Schauen und der Verständigung mit der Bewegung des Meeres ein: „Wir pochen auf das Sichtbare.“
In einer beharrlichen Kultur des Auges wird die Welt gegen die wissenschaftlichen Vorurteile und jenseits des Begrifflichen wieder lesbar, aber nur für flüchtige Momente. Die Wellen „führen Buchstaben mit sich, / die ein Wort formen wollten“. Das aber ist bei Krüger keine nostalgische Rückkehr zu einer zukunftsfreudigen romantischen Poetik. Die Antworten der Dinge fügen sich nicht zur Anschauung eines Ganzen der Erfahrbarkeit. „Deshalb wenig Zukunft, / auch wenn der Vogelflug anderes verheißt.“ Kein Gott wird sich zeigen, um Erbarmen zu fordern „für den Glanz auf den Dingen“. Das ist dem Dichter aufgegeben im Bewusstsein der Vergeblichkeit. Bald werden ihm die Worte fehlen für das Licht. Bis dahin aber gilt es anfällig zu bleiben „wie der bleiche Bach, / der sich ständig erneuert / in einer anderen Sprache“.
Den verlorenen Schlüssel zur Natur, den Code ihrer Entzifferung mögen die Vögel kennen, für den Menschen ist er unwiederbringlich. „Und das Licht kann nicht siegen, wenn das Geheimnis verbraucht ist.“ Die Dinge enthalten die Lebensgeschichte, aber sie auszulegen, ins Geschick zu bringen, wie Michael Krügers Vor-Leser Johann Georg Hamann gegen die aufklärerische Zweckrationalität forderte, gelingt nicht dauerhaft, der Zusammenhang von Reden und Sehen scheint durchtrennt.
Michaels Krügers neue Gedichte fügen sich zu einer großen Elegie auf die schwindende Sichtbarkeit der Welt, die gebrochen, aber nicht resignativ an eine große Tradition der Naturlyrik anknüpft, sich aber zugleich immer wieder als eine sehr persönliche Klage um versäumtes Leben darstellt. „Ins Reine“ zeigt den Lyriker auf der Höhe seiner Kunst. Die aber strebt nicht zu eisigen Gipfeln, sondern zielt nur so hoch, wie die Vögel fliegen. Aufmerksame Naturbetrachtung erscheint darin als ein Mittel der Distanzierung von der beschleunigten Welt, in der wie immer flüchtig und melancholisch getönt Vorstellungen von gelingendem Leben aufscheinen, die dem Leser zu Herzen gehen.

Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.9.2010

Wo der Irrtum beginnt

– Michael Krügers neue Gedichte der Ungewissheit und Unsicherheit, die einen schwer loslassen. –

„Lyrik“, so hat es einmal Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky gesagt, „schult einen enorm in Unsicherheit und Ungewißheit.“ Als Motto passend zu jedem Gedichtband von Michael Krüger, Verleger und Freund von Brodsky. Nehmen wir das Titelgedicht seines neuesten Bandes als Beispiel:

Wir haben meine Kindheit nachgestellt
mit unscheinbaren Dingen.
Einem Tannenzapfen, Brotkrumen,
Schlüsseln, einem schwarzgeäderten Stein,
alles, was zur Hand ist und beweglich.
Nur haben die Dinge die Neigung,
nach eigenem Belieben zu handeln,
und die Bahn, die ich auslegen wollte,
neigt sich ständig vor und zurück.
Ich sehe das, was ich nicht mehr bin,
aber ich sehe nicht mich.
Ein Apfel rollt traurig vom Tisch
und bricht wie Wörter brechen,
wenn man sie lang nicht benutzt.
Überlaß es den Vögeln, das Gekrakel
ins Reine zu schreiben, auf sie ist
Verlaß.

Immer ist da in den Gedichten von Krüger eine kleine Geschichte verborgen. Sie wird fast in einem Erzählton angeschlagen. Hier ist es die Erinnerung an die Kindheit des Schreibenden. Handelt es sich um die Kindheit von Krüger? Es bleibt vollkommen offen. Zum Verständnis des Gedichts ist die Frage letztlich auch irrelevant. Dinge werden genannt, die den Autor, vielleicht auch den Leser an seine Kindheit erinnern. Tannenzapfen, Brotkrumen, Schlüssel, ein wunderbarer Stein. Ein Ton von fast schon romantischer Nostalgie. Aber dann wird der ruhige Erzählfluss unterbrochen. Nicht immer abrupt. Hier bleibt es nur bei einer Neigung der Bahn, auf der die Dinge eine andere als die vorgesehene Richtung einschlagen. Alles wird im Sinne von Brodsky unsicher und ungewiss. Das Ich wird sich seiner selbst fremd.

Ich sehe das, was ich nicht mehr bin,
aber ich sehe nicht mich.

Wörter, das Grundnahrungsmittel, das Brot jedes Dichters, brechen, rollen vom Tisch wie ein Apfel. Man findet keine Worte mehr, um die Geschichte, die Erinnerung an die Kindheit weiterzuschreiben. Und dann, zum Schluss des Gedichts folgt eine seltsame Aufforderung. Man sollte das „Gekrakel“, die schlecht, nur so rasch ins Notizbuch geschriebenen Aufzeichnungen den Vögeln überlassen. Sie würden es schon „ins Reine“ schreiben. Auf sie sei immer Verlass. Mit diesem Schluss des Titelgedichts komme ich nicht klar. Wie können Vögel eine krakelige Schrift entziffern und dann auch noch in eine reine Form übertragen? So geht es mir bei fast jedem der zuletzt erschienenen Gedichte von Michael Krüger. Es ist – fast immer – leicht, in das Gedicht einzusteigen.
In dem Gedicht „Konfirmation“ wird zunächst von einer Pfarrerin erzählt, die in ihrer Predigt gerne an Früher erinnert, zum Beispiel an die Zeit, als „alle Protestanten Nazis waren / fast alle … /“ Dann folgt ein angedeuteter Zweifel an dem Glauben, von dem man nicht weiß, ob ein gläubiger Christ an seinem Glauben zweifelt oder ein Nichtgläubiger sich dem Glauben (wieder) annähert.

Der Herr ist oder sei mein Hirte?
Und ich bin oder wäre das Schaf?

Wunderbar das Gedicht mit dem Titel „Das Violinkonzert von Dvoràk“. Ein Bettler hört jeden Morgen aus dem Transistorradio das Konzert von Dvoràk. Das schreibende Ich begrüßt den Bettler jeden Morgen aufs Neue und wirft auch immer eine Münze in seine Büchse. Der Bettler bittet den wohltätigen Passanten, dereinst an seinem Grab die Rede zu halten. Begraben wollte er dort sein, „wo der Irrtum beginnt… und laß bitte etwas Schönes über die Liebe fallen, ruft er mir nach, wie jeden Morgen. / Wahrhaftig, er hatte eine unanfechtbare / Vorstellung von unserer gemeinsamen Welt“. Es gibt etwas, was den Bettelnden und den Gebenden, den Armen und den Reichen zusammenhält: die Liebe, die Schönheit, der Tod.
Man könnte noch eine Reihe an Gedichten aus diesem Band anführen, die den Lesenden schulen in Ungewissheit und Unsicherheit. Man wird mitgenommen auf Reisen nach Sofia, Leipzig, Köln.

Ich kaufe eine Zeitung, die ich nicht lesen kann,
und teile mein Geld mit einem Zigeuner.
An jeder Ecke sehe ich mir selber zu,
und dann beginnt das wirkliche Leben.

 

(aus „Sofia, im Februar“).

Was ist „das wirkliche Leben“ in Bulgarien? Das Gedicht lässt diese Frage offen. Es bleibt Ungewissheit. Erstaunlich auch bei Michael Krüger, im Brotberuf Verleger und ein urbaner Mensch vom Scheitel bis zur Sohle, die große Nähe und Empfindsamkeit gegenüber allem Leben in der Natur. Immer wieder Jahreszeiten, Tageszeiten, Wetterphänomene, Bäume und Gestrüpp, große und kleine Viecher. Aber dann auch wieder Gedichte über die Malerei, die Musik, die Dichtung. Und, der Dichter wird älter, mehren sich auch die Gedichte über das Abschiednehmen.

Bald werden andere in diesem Haus leben.
Sie werden neue Fenster einsetzen
und einen Teppich über die Dielen legen.
Auch das Netz unterm Dach, in dem die Spinne
den Abend belauert, darf nicht bleiben.
Keiner soll wissen, wer hier gelebt hat.

Michael Krüger schreibt Gedichte, die den Leser „enorm verunsichern“. Und gerade deshalb kommt man von ihnen so verdammt schwer los.

Carl Wilhelm Macke, culturmag.de, 8.12.2010

Weitere Beiträge zu diesem Buch:

Felix Philipp Ingold: Der Dichter von der traurigen Gestalt
literaturkritik.de, November 2010

Hans-Dieter Schütt: Vögel, Tod, Licht
Neues Deutschland, 28.9.2010

Dorothea von Törne: Traum und Skepsis
Literarische Welt, 11.12.2010

Hans-Dieter Fronz: Ins Offene und zurück nach Arkadien
Mannheimer Morgen, 20.1.2011

 

Fünfeinhalb Gemeinplätze einen Verleger betreffend

– Am Beispiel Michael Krügers. –

1. Wie aus dunkler Materie
Manche Kinder gibt’s, die möchten, wenn sie einmal groß sind, gerne Lokomotivführer, Löwenbändiger, Astronaut oder Tiefseetaucher sein; du, glaube ich, wolltest immer schon der liebe Gott werden. Wahrscheinlich komme ich darauf, weil ich dich stets für einen großen Schauer gehalten hab – einen, der die Dinge so in sich hineinsieht, daß er mittlerweile ein ganzes Universum im Bauch hat.
Und dem die leicht erhobenen Brauen etwas ebenso Durchdringendes wie Zweifelndes verleihen – eine konzentrierte Strenge, der nichts ferner zu sein scheint als Ironie. Ein sichtbares Dunkel, das diesmal von dir selbst ausstrahlt.
Anders als die allermeisten Schriftsteller und Verleger (und der liebe Gott) gehst du ja nicht mit deiner Biographie hausieren. Es quillt dir eben nicht im Singularis majestatis über die Lippen wie sonst bei Selbstdarstellern. Statt dessen gibt es all diese Geschichten, die du im Mund, und die Gedichte, die du im Schild führst. Nein – die du als Schild führst.
Ich weiß noch, wie du an irgend einem Nachmittag vor ein paar Jahren zu einer Lesung deiner Gedichte in der Literaturwerkstatt abgehetzt ankamst, vom Flughafen mitten hinein in diese museale DDR am Majakowskiring, und halb im Niedersitzen bereits mit einer Geschichte begonnen hast – die mit dir als Junge in der Bettritze zwischen deinen Großeltern endete, daß ich jetzt noch das knarzende Holz höre und deine Großmutter vor Augen habe.
Da habe ich zum ersten Mal verstanden, daß erzählen auch heißt: sich vor allem bewahren, was drängend um einen herumsteht und fordert, um das Eigene zu wahren, unversehrt. Und daß es ein Außen und ein Innen hat, das Erzählen. Wie bei einem Haus, dessen Türen ins Nichts gehen.

 

2. Gutenbergschen Galaxien
In deinen vielen Häusern öffnen sie sich auf ganze Gutenbergsche Galaxien. Was jetzt natürlich augenblicklich zum Lob deiner nebenberuflichen Arbeit als Verleger führt – denn daß es keine bessere Garantie für gute Bücher gibt als einen hauptberuflichen Dichter als Verlagsleiter, hat ja schon T.S. Eliot bewiesen.
Da hast du eben den richtigen Riecher, Geschmack, Intelligenz und vor allem einen Enthusiasmus, der sich auch nicht zu schade ist, sich die Schuhe dabei abzulaufen – mit einem Wort: eine gute Nase. Eine, wie sie nach landläufiger Vorstellung auch Gottvater ziert. In deinem Fall jedoch einen wohl konfessionslosen.
Denn welche Religion gibt’s, wo der Herrgott von so vielen Weibsbildern umgeben ist? Von geschlechtslosen Engeln, ja – aber das sind sie ja beileibe nicht, all die Frauen rund um dich. Wobei wahrhaftig nichts dagegen zu sagen ist, daß du deine Arbeitszeit in diesem Frauenhaus in der Vilshofener Straße zubringst; der Große Alte mit dem Rauschebart würde das wohl auch, wenn er dürfte…
Deine eigentliche Schreibarbeit erledigst du jedoch, wie du sagst, morgens, wenn’s gerade hell geworden ist, in deinem eigenen Haus. Von innen so klar und weiß wie ein Bauhaus, stehen da vor quadratischen Fensterfronten an den Schmalseiten rechts und links zwei Schreibtische. Einer zum Schreiben, der andere zun Lesen. Von beiden ein ungebrochener Blick auf Bäume, grad so, als säße man in einem verglasten Baumhaus. Wo dieses Rechts und Links mehr sind als nur Seiten. Oder Himmelsrichtungen. Doppelungen vielmehr. Die du jeden Morgen signierst wie ein Bild von Magritte:

Ceci n’est pas un arbre, cela n’est pas une fenêtre.

Auch der Protagonist von deinem Mann im Turm steht zwischen Staffeleien voller Leinwände, die angesichts der Vielfalt der Erscheinungen, der Unendlichkeit sich vor ihm auftuender Räume, weiß bleiben. Weil die Welt sich, trotz der Schönheit aller Skizzen, die sich von ihr anfertigen lassen, jeder Abbildung verweigert. So daß dieser Mann im Turm befangen bleibt in diesem Unentschiedenen, weder nachgibt noch aufgibt, wie Buridans Esel zwischen den zwei sprichwörtlichen Heuballen. Nur daß er trotzdem etwas zustande bringt: nämlich etwas anderes.
Dann wiederum steht er in einem Villenviertel- wie ein Erkannter, schreibst du – einen unendlich langen Moment wie angewurzelt am Trottoir vor dem Falschen Haus, unschlüssig, ob er über den Rasen des Grundstücks hinauf- oder besser weitergehen soll. Das Gartentor, das für ihn einer Schwelle gleichkommt, die man nicht übertritt, will nun nicht die undeutlichsten Stellen, die man von sich hat, auch noch verlieren.

 

3. Einem Necker-Würfel
Dein Falsches Haus hat mich heute bis vier Uhr früh wach gehalten. Ich konnte nicht aufhören, es gab kein Ende darin, die Figuren traten weiter aus dem Grund hervor und nahmen Gestalt an, um mir vor Augen zu stehen: alles paßte in diesem Tableau zusammen, die Sätze griffen ineinander, die Passagen verschränkten sich, und doch war alles ein Rätsel, in dem wieder ein Rätsel steckte, wie so viele Welten ineinander: ein Erzähler, der vorgibt, sich lieber entscheiden zu lassen, statt es selbst zu tun, und doch alle Fäden in der Hand hält; eine Frau, die nahe ist und fern; ein Kind, das mehr von einem Erwachsenen hat. Wie alle Figuren in deinem Haus besitzen sie ein Janusgesicht. Und trotzdem deckt sich jedes einzelne von ihnen mit den harten Umrissen eines Gedankengebäudes: und so vexierend war es für mich, daß ich immer noch daran herumkopfe wie vor einem Necker-Würfel, bei dem einmal die Kante vorn steht, dann wieder nach hinten kippt, ohne daß nun zunächst begriffe, wie.
Worauf du vor einer halben Stunde per E-Mail geantwortet hast:

Guten Nachmittag, lieber Raoul, hier spricht der unverständliche Schriftsteller. Ich dachte immer, ich sei klar wie Leitungswasser am Munde des Philosophen, aber offenbar… In Müdigkeit dagegen kenne ich mich aus. Im Moment z.B. leide ich wie ein Schwein unter der zu vielen Arbeit und würde mich am liebsten aufs Ohr hauen. Aber meine preußische Kindheit hat mich an den Schreibtisch gekettet. Ein trauriger Anblick, während draußen alles ausschlägt. Salve, Michel

Irgendwie habe ich beim Lesen dieser Zeilen dann das Gefühl gehabt, es läge darin irgendwo der Schlüssel zu diesem Haus versteckt, die Lösung für den Rebus aller Geschichten, ohne aber, daß ich noch darauf stieß. Also bin ich wieder zurück zu deinen Gedichten gegangen.

 

4. Und Rubinschen Figuren
Von den Lebenden, dem halben Dutzend, die sich die Berufsbezeichnung ,Dichter‘ verdienen, bist du mir immer als der Anschaulichste und darob Menschlichste erschienen. Anschaulich ob der Leichtigkeit, mit der bei dir Begriffliches körperhaft wird, allegorisch, zu Stimmen findet, die dir etwas zeigen: wie der Sommer niederkniet und einen letzten langen Schluck nimmt vom See. Und menschlich, weil du all dies nicht in zeitlos starren Reliefs ,reiner Kunst‘, zu keinem auf platonischen Prinzipien beruhenden Fries formst, sondern zu Bildern des Scheiterns und neu Ansetzens.
Sind das nur noch Worte, die wir kurz bewohnen und sofort wieder aufgeben, weil sie uns nichts bedeuten? Diese Frage taucht überall in deinen Gedichten auf; und sie scheint wirklich so klar wie dieses „Leitungswasser am Munde des Philosophen“, weil das unlösbare Rätsel den ewigen Universalienstreit immer wieder von neuem stellt: ob die Wahrheit hinter den Dingen, in ihnen oder in unseren Köpfen steckt.
Mit einem Mal aber fiel mir dann das Stichwort ein, mit dem sich den Kippbildern deiner Poetik vielleicht beikommen läßt. Ähnlich wie beim berühmtesten Beispiel einer optischen Täuschung, der Rubinschen Figur – jenem weißen Becher, der vom schwarzen Scherenschnittprofil zweier Gesichter gebildet wird –, sieht man die Figur nur so lange, bis der Grund wieder hervortritt. Und umgekehrt. Genauso, wie auch die Lösung zu dem Bilderrätsel, das deine Romane sind, immer schon zwischen den Zeilen versteckt lag: Buridans Esel nämlich.
Der Grund, weshalb ich’s so lange übersehen habe, lag darin, daß das Beispiel das falsche war: und doch das rechte.
Denn das Beispiel mit den zwei gleich großen Heubündeln, zwischen denen der Esel verhungern muß, weil er sich für keins von beiden entscheiden kann, ist keines, das sich überhaupt nicht in Buridans Schriften findet. Es wurde ihm bloß später untergeschoben, von jemandem, der gleich wie ich nicht begriffen hatte, was Buridan unter der Maxime liberum arbitrium indifferentiae – ,der Freiheit der Gleichgültigkeit‘ – eigentlich verstand: nämlich die grundlegende Einsicht, daß die einzige Willensfreiheit, über die wir Esel verfügen, bloß in der Bedenkzeit liegt, die wir unseren Überlegungen einzuräumen imstande sind, bevor unsere Gedanken dann doch die eine, unausweichlich von Beginn an festgelegte Richtung nehmen.
Ockhams Rasiermesser in der Hand, beschnitt Buridan damit ein für allemal unsere Illusionen über Selbstbestimmung und Autonomie; und mit derselben und immer noch scharfen Klinge läßt auch du im Ende des Romans einen Autor sein 8oo-Seiten-Opus schließlich auf einen verschwindend kleinen Rest zusammenschneiden, oder einen Dichter offen eingestehen, daß sich die Anrufung seiner Freiheit nicht im Gedicht realisieren kann, nicht einmal im Bruch der Zeilen.

 

Buridans Prämissen werden
Das einzige, was Buridan je mit irgendeinem Esel zu tun hatte, war der pons asinorum, den er für so begriffsstutzige Personen wie mich baute, um ihnen zu helfen, eine ,Eselsbrücke‘ zu finden, d.h. den richtigen Mittelbegriff für einen Syllogismus nach dem Muster:

a) Platon ist ein Mensch;
b) Menschen sind sterblich; daraus folgt
c) selbst Platon ist sterblich.

Was logisch schon deshalb richtig ist, weil sich alle Philosophie erst über den Tod mit dem Menschsein verbindet.
Nur daß man jeden Menschen dauernd daran erinnern muß. Wie es, lieber Michel, dein ganzes Schreiben tut, wenn es immer von neuem aufzeigt, wie wir von Prämissen zu unseren Konklusionen gelangen, ohne recht zu wissen, wie uns dabei geschehen ist. Wir längst von A nach B gegangen sind, und doch dabei geglaubt haben, zwischen links und rechts gewählt zu haben. Zwischen Seiten, die keine sind, bloß Doppelungen, Worte, wie du schreibst, die sich weigern, ihre Wahrheit preiszugeben, als wüßten sie nicht, wie Anschauung, Wissen, in Sprache übersetzt wird.
Jean Buridan lehrte, daß in seiner nominalistischen Welt nur einzelnes existiert, vereinzelte Dinge und Individuen – und deshalb kommt unseren Begriffsbestimmungen auch keine Wirklichkeit zu, sind sie nur willkürlich umrissene Bedeutungsinhalte des Denkens, nur Namen für Dinge, die einander manchmal mehr, manchmal weniger ähnlich sehen.
Wie auch unser Ich etwas ist, dem wir manchmal mehr, manchmal weniger ähnlich sehen. Es nur imaginieren wie die Sinnhaftigkeit einer Autobiographie. Wo wir uns in der Erinnerung begegnen, als Kind, Jugendlicher, Greis, und uns oft genug grüßen wie einen Fremden. Als wäre man selbst nur erfunden worden in Geschichten, die andere über einen schreiben. Biographien, die andere einem auf den Leib schreiben. In denen das Fiktive dann zum Faktischen wird. Weil alles für sich steht, allein, ebenso wie es auch in einem Universum kein Oben und Unten gibt, weder ein Rechts noch ein Links.

 

5 Und daraus eine moderne Himmelsmechanik
Alle Kinder möchten, wenn sie einmal groß sind, gerne Lokomotivführer, Löwenbändiger, Astronaut oder Tiefseetaucher sein; nur du und Buridan, ihr wolltet es immer schon dem lieben Gott gleichtun. So kam Buridan schließlich auch zu der Theorie, der zufolge Gott ursprünglich die Himmelskörper angestoßen und ihnen damit einen Impetus eingepflanzt habe, weshalb sie sich – da ja jeder Widerstand im Weltenraum fehlt – immerfort in vollem Gleichmaß weiterbewegen werden: und wurde damit zum Propheten der modernen Himmelsmechanik.
Und du? Na, du kannst als lieber Gott eine Welt betrachten, deren Big Bang im Kreis Zeitz, Wittgendorf, heute genau sechzig Jahre zurückliegt. Dich nun hemdsärmelig zurücklehnen, die Schuhe auf den Schreibtisch legen, die Hände hinterm Kopf verschränken, die Augen schließen und auf dein Werk herabschauen: auf die Roten Zwerge, Weißen Riesen und was es da sonst noch alles an Sternen und Sternchen gibt. Voller Genugtuung darüber sein, daß die Planeten gleichmäßig weiter bis in alle Ewigkeit kreisen, weil dir nun endlich keiner mehr irgendeinen Widerstand entgegensetzt. Und auch der Impetus immer noch der alte ist, wie du zufrieden, Venus vor Augen, an deiner schenkelweiten weißen Hose zupfend feststellst. Im Ohr ein angenehmes Hintergrundrauschen noch vom Anbeginn der Zeit in einem, wie man zuletzt lesen konnte, zum weitaus größten Teil noch unerschlossenen Universum voll dunkler Materie. Das dir noch reichlich Stoff abgeben wird.

(„Fünfeinhalb Gemeinplätze einen Verleger betreffend“ war ein Geschenk für Michel Krüger zum 60., meine Lesart seiner Person als hauptberuflicher Dichter, abseits aller Küngeleien und Klüngeleien, die man einem Verleger – der als Schriftsteller ja bestens die Literatur vertreten kann – nur deshalb zuschreibt, weil man ihm in erster Linie eine Machtfunktion zuschreibt.)

Raoul Schrott, aus Raoul Schrott: Handbuch der Wolkenputzerei, „Dieser Text ist verschwunden.“, 2005

Carl Hanser Verlag, 2005

 

 

ERWARTUNG

für Michael Krüger

Die Schiffe fahren ohne mich aus.
Ich bleibe auf den Landungsstegen zurück,
umzingelt von Möwen.

Sie öffnen die Schwingen
wie Fenster,
durch die ich das Meer
mit anderen Augen sehe.

Langsam entfaltet der Himmel
ein mächtiges Segel
über dem Steg.
In der Abendbrise
beginnt die Fahrt
auch für mich.

Wolfgang Bächler

 

 

Welche Poeme haben das Leben und Schreiben von Karl Mickel und Volker Braun in der DDR und Michael Krüger in der BRD geprägt? Darüber diskutierten die drei Lyriker und Essayisten 1993.

 

Das Werk: Michael Krüger am 14.6.2004 im Literarischen Colloquium Berlin

 

 

Frank Wierke: Verabredungen mit einem Dichter – Michael Krüger

Volker Weidermann: Küsse, Nasenküsse, Ringkämpfe. Abschiedsfest für Michael Krüger.

Ein Abend für Michael Krüger. Michael Krüger ist eine Legende des Literaturbetriebs. Am 16.1.2014 sprach er in der Literaturwerkstatt Berlin mit Harald Hartung über seine Arbeit als Verleger, Herausgeber, Autor und Übersetzer.

 

 

Literaturgeschichte aus erster Hand. Michael Krüger liest und spricht mit Jan Bürger am 20.1.2026 über seine Jahre als Buchhändler, Dichter und Verleger im Deutschen Literaturarchiv Marbach

 

Zum 70. Geburtstag des Autors:

Gregor Dotzauer: Das unbändige Leben der Agaven
Der Tagesspiegel, 9.12.2013

Volker Isfort: Er wird noch gebraucht
Abendzeitung München, 8.12.2013

Thomas Steinfeld: Herr K. tritt ab
Süddeutsche Zeitung, 9.12.2013

Charles Simic: Der Regenmantelmann
Neue Zürcher Zeitung, 9.12.2013

Norbert Gstrein: Der leere Raum
Neue Zürcher Zeitung, 9.12.2013

Cees Nooteboom: Der andere Atem
Neue Zürcher Zeitung, 9.12.2013

Peter von Matt: Der Freund auf der Kommandobrücke
Neue Zürcher Zeitung, 9.12.2013

Hans-Dieter Schütt: Warum fallen Sterne nicht herab
neues deutschland, 9.12.2013

Mara Delius: Nach draußen, hinein ins Buch
Die Welt, 9.12.2013

David Grossman: Unser Verleger
Die Zeit, 5.12.2013

Jenny Schon: Hundert Schritte

 

Zum 75. Geburtstag des Autors:

Britta Schultejans: Michael Krüger wird 75
Abendzeitung, 7.12.2018

Georg Reuchlein: Michael Krüger (75)
BuchMarkt, 9.12.2018

Zum 80. Geburtstag des Autors:

Gerrit Bartels Interview mit Michael Krüger: „Gott ist ein Melancholiker“
Der Tagesspiegel, 7.12.2023

Willi Winkler Interview mit Michael Krüger: „Ich habe mich der Literatur höflich genähert“
Süddeutsche Zeitung, 7.12.2023

Arno Widmann: Der virtuose Gesang und der Schrei
Frankfurter Rundschau, 9.12.2023

Andrea Köhler: Kaum einer hat so viele Literaturnobelpreisträger in seinem Verlag versammelt wie Michael Krüger
Neue Zürcher Zeitung, 8.12.2023

Hannes Hintermeier: Schwimmer im Meer der Gedichte
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.12.2023

Hans-Dieter Schütt: Wie kommen Sterne an den Himmel?
nd, 8.12.2023

Leander Berger: Lesen als Lebensmittel
Badische Zeitung, 9.12.2023

Quh: Freund der Ziegen
quh-berg.de, 9.12.2023

Martin Schult: „Danke“
Börsenblatt, 8.12.2023

 

 

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shi 詩 yan 言 kou 口

 

Beitragsbild von Juliane Duda zu Richard Pietraß: Dichterleben – Michael Krüger

 

Michael KrügerLebenselixier Literatur im Gespräch mit Norbert Bischofberger, SRF 22.9.2013.

 

Michael Krüger erinnert sich an das erste Buch in seinem Leben, das ihn besonders beeindruckt und geprägt hat.

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