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Draußen im frühen Märzlicht, ich seh’s von der Küche aus, die mir hier seit ein paar Tagen als Wohnraum und Schreibstube dient, steht aufrecht und fast unbewegt die stämmige Nachbarin inmitten einer bimmelnden Herde von Schafen. So steht sie lange da, ihr Atem dampft in unregelmäßigen Stößen, manchmal bellt der Hund, er sieht aus wie ein Eisbär.
Vor ihrer Brust hält die Hirtin, ich bemerke es erst jetzt, ein rosarotes Strickzeug, manchmal blitzt durch die feuchtkalte Luft eine Nadel. Und aber jetzt beginnt die Stämmige zu schwanken. Oder wiegt sie kaum merklich die Schultern, die Hüften, vielleicht summt sie dazu ihr Lied, In ihrem dickwattierten Overall mit der hochgeschlagenen Kapuze sieht sie aus wie eine Astronautin; eben gelandet auf einem andern Stern.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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