Angesichts blutüberströmter Opfer von Terroranschlägen und andern Gewaltverbrechen wird immer wieder − in Filmen wie in Wirklichkeit − die Frage gestellt: Wer macht sowas? Welcher Mensch ist zu sowas fähig? Ist das denn menschenmöglich?
Gestern in den TV-Nachrichten ein Sexualmaniak und Kindermörder auf dem Weg zur Gerichtsverhandlung; sein Kopf ist mit einem schwarzen Tuch verhüllt. Von Gaffern und Klägern wird der Mann grob beschimpft, man wünscht ihm den Tod. Bis er plötzlich unter seinem Tuch aufschreit:
„Bin ja auch nur ein Mensch!“
Und genau so ist’s – ausser einem Menschen würde niemand „so etwas“ tun, kein Tier, kein Gott. Doch was ist mit dem Teufel, der in jedem von uns hockt und ohne dessen Anteilnahme auch der Gutmensch keine Chance hätte!
&
Schönste Menschen sind für mich (im 20. Jahrhundert) Wittgenstein, Beckett, Giacometti, Lispector, Cortázar; man könnte sie − alle − auch hässlich finden.
aus Felix Philipp Ingold: Endnoten
Versprengte Lebens- und Lesespäne








0 Kommentare