Wolf Wondratscheks Gedicht „Weihnacht“
WEIHNACHT – Weihnacht – / Weltkrieg der Wünsche, / Stichtag für Selbstmörder, / größte Einsamkeit. // Wer lag wo im Stroh?
WEIHNACHT – Weihnacht – / Weltkrieg der Wünsche, / Stichtag für Selbstmörder, / größte Einsamkeit. // Wer lag wo im Stroh?
WENN IM ÖFLEIN S FEUER KRACHT, / winter durch das fenster lacht / wenn die flocken lustig toben,
HINEINGEBOREN – Hohes weites grünes Land, / zaundurchsetzte Ebene. / Roter / Sonnenbaum am Horizont.
Oben, im umgewandelten Postgebäude – Ich hatte den Abschluß vermasselt und fand mich allein / über der Stadt wieder, in einem Lokal, weit und übersichtlich
PAULUS SCHRIEB AN DIE APOSTEL – Paulus schrieb an die Apostel: / „Ich taufe alle Frauen Chrostel!“
Es ist ein Garten, den ich manchmal sehe / östlich der Oder, wo die Ebenen weit, / ein Graben, eine Brücke, und ich stehe
HOFFNUNGEN – Die Sondermarken sind gestempelt, / die Tonbänder überspielt, / Bahnsteigkarten von Sarajevo / sammelt niemand.
WAS WIRD MIR JEDE STUNDE SO BANG? –Was wird mir jede Stunde so bang? – / Das Leben ist kurz, der Tag ist lang.
HANS WALDMANNS ERSTE WORTE – eines tages gab es einen frost. / und hans waldmann sagte: ab die post.
HERR VON GÜNTHER – Herr von Günther / Läuft im Winter / Gerne Schlittschuh / Auf dem Eis,