Herbert Achternbusch’ Gedicht „Nichts tun“

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HERBERT ACHTERNBUSCH

Nichts tun

Nichts tun
Nichts sein
Selbst mit dem Gebet
Läuft die Zeit davon
Nur im Herbst eine Pflaume essen
Eine gelbe oder eine blaue

1975

aus: Herbert Achternbusch: Happy oder der Tag wird kommen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 1975

 

Konnotation

Der Filmemacher, Maler und Dichter Herbert Achternbusch, 1938 als Herbert Schild geboren, hat mit seiner subjektivistischen, alle Genres mischenden, bajuwarisch-bizarren Schreib-Kunst alle ästhetischen Konventionen aus den Angeln gehoben. 1964 debütierte Achternbusch als Lyriker (in der Literaturzeitschrift Akzente), daneben entstanden monochrom dunkle Bilder, Radierungen und in ihrer ketzerischen Komik eigensinnige Filme. Ein anarchischer Humor grundiert auch seine Gedichte.
In einigen Miniaturen des Romans Happy oder der Tag wird kommen (von 1975) versucht sich Achternbusch in minimalistischen Gedichten, die sich wenig um Bedeutungsreichtum kümmern, sondern eher seinen Ruf als „größten Darsteller der Egomanie“ (Martin Walser) bestätigen. In fast buddhistischer Manier zieht sich sein lyrisches Ich auf schlichteste Lebensregungen zurück – mit einer kleinen Wendung ins Groteske.

Michael Braun, Deutschlandfunk-Lyrikkalender 2008, Verlag Das Wunderhorn, 2007

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