2007-07-25

Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Gegengabe“

Die Sprache geht den Weg des Atems … Die Sprache, das ist der Atem, ist dosierter Atem zwischen Hauch und Schrei. Autorschaft, das ist Haltung und Geste. (Der Atem kommt vor dem Wort; während des Sprungs atmet man nicht.) Nie will der Autor als erster. Wenn der Autor anfängt zu wollen, hat die Sprache bereits gewollt.

Verrat verweist schon auf Kunst. Man kann keinen Künstler verraten.

Wie kann ich dich lesen; ich lese mich selbst nicht.

Ich bin nicht euer Autor, werde nie ins Leben eintauchen, nie aus ihm schöpfen, um darüber zu berichten; eintauchen nur in die Sprache, schöpfen nur aus ihr.

Das Sei! ist der einzige Imperativ der Kunst.

Kunst in wessen Namen. Amen heisst gewesen sein.

Alles Ungesagte währt. Was währt, wird. Das gilt auch für alles unklar Gesagte. Für den Orakelspruch, die dunklere Poesie.
Hier erreicht Vagheit höchste Präzision.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Gegengabe
zusammengetragen aus kritischen, poetischen und privaten Feldern

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