Elke Erb: Gutachten

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Elke Erb: Gutachten

Erb-Gutachten

DIE DICHTER WOHNEN IN DEN JAHRHUNDERTEN

Die Dichter wohnen in den Jahrhunderten,
Dieser in jenem, jener in diesem, einer lappt über,
Der andere mittendrin wie der andere, der auch
aaaaamittendrin wohnt
Schön und gut. Endler erstreckt sich von 30 bis 90 in
aaaaaseinem.
Sonst wohnen auch die Dichter in Wohnungen wie dieser,
Die z.B. der Endler besitzt, Quartierchen fünfter Stock,
Badlos, Hinterhaus, Außenklo, aber mit Sonne.
Wenn der Dichter Endler seinen Kopf zum Fenster rausstreckt,
Sieht er nach, ob die Müllkübel leer sind.

 

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Nachsatz

Wiepersdorf siebter Abend

I

Ich sitze im Schloß – Edi und Elke
In ihrer Mühle. Abends
Haben sie und auch ich
Diese verstiegenen Falter
Seltsamer Farbe und Zeichnung
In unsern Räumen. Ich liege
Auf einem Biedermeiersofa, Edi
Gewiß auf dem Feld-Bett, die älteren Dichter
Wälzend und prüfend. Und Elke
Geht mit ihren verblichenen Schuhen
Noch um das Haus. Da sieht sie
Heute der Sperber an, da denkt sie
An mich hier in diesem
Volkseignem Schloß wo private
Unken Kummer mir vorschrein.

 

II

… Das Nachwort für Elke ist noch immer nicht fertig. Je öfter ich die Texte las, desto schwerer erschien mir die Absicht, und nun meine ich, daß ein überragendes Buch keines Nachworts bedarf. Leider zeichnet sich die Reihe, in der dieser Band erscheint, durch längere und kürzere Nachworte aus. Und wenn ich dem Verlag nicht endlich eins schicke, verspätet sich die schöne Erscheinung. So muß ich mich schnell daranmachen, eigentlich aus der hölzernen Wanne heraus, in der ich hier meistens sitze, und weshalb mir auch Schwimmhäute wachsen. Ich kann dieses Buch den Lesern nur empfehlen, und ihnen versichern, daß sie eines erworben haben, das berühmt werden wird. Könnte ich schreiben. Oder ich lasse Elke einfach nachts mit dem Maler Bachmann übers schroffe Gebürge gehen, den Kaufvertrag vom Mühlengrundstück fix und fertig in der Tasche, Sturm in Saus und Braus. Anderntags bringt er von den wendischen Schrottplätzen merkwürdige Dinge, auch eine alte Küchenwaage, in goldenen Löwenköpfen die Zünglein.
Du bedaure mich bei meiner schwierigen, nutzlosen Unternehmung, den schönen Stücken was beizufügen. Ich sehe uns in der Rheinsberger Straße, um den schwarzen Tisch sitzen, jeder einer der vier Winde, und Elke liest die Geschichte vom Feuermal. Nun sind wir zerstreut, jeder in eine andere Richtung, aber nur vorläufig.

Sarah Kirsch, Nachwort, Mai 1974

 

Beiträge zu diesem Buch:

Jan Albrecht: Elke Erb: Gutachten
Sonntag, Heft 3, 1976

N. N.: Das Debüt
Berliner Rundfunk, 7.3.1976

Renata Berg-Pan:
World Literature Today, Heft 4, 1977

J. S. G.: Poesie und Prosa
Die Weltbühne, 17.10.1976

 

Beginnen, gewinnen

AUF M.

Das Labyrinth in Schutt
Der Schuttberg Labyrinth
Gekichert ist geschluchzt
Wer klagt frißt Wind.

(aus der Anfangszeit, ungedruckt)

Es tat mir nicht gut, in meinen Notizbüchern zu lesen. Wieder war das Grauen vor aller Vergangenheit, aller Verfehlung da.
Gehe ich in der Zeit zurück, bis dorthin, wo es noch keine gedruckten Texte von mir gab, in die Zeit meiner ersten Schreibversuche, wird aus dem ,wieder‘ (,wieder war das Grauen da‘) ein ,immer wieder‘:
Ein in die Flucht treibendes Grauen immer wieder, ein panisches Grauen jedesmal, und nach 14 Tagen schon, beim Lesen, nach einem jeden dieser Versuche, ihnen also fast auf dem Fuße folgend, jedesmal, immer wieder.
Die Lebenszeit dieser kurzen Proben wurde mit der Zeit länger. Ich gewann einen Spielraum für die Arbeit, in welchem das Grauen sich bis zum Verwerfen mildern konnte (!), oder, wenn ein Text nicht verwerflich schien, in ein zähes Bemühen verwandelt war (!), diesen überlebenden Lebensreiz der Notiz zu retten.

Erst nach etwa zehn Jahren entstand der erste nicht mehr grauenerregende Text, der die Reihe der anderen aber nicht etwa abbrach, sondern sich absonderte, einfand in einer Sammlung von 30 ,Proben‘, die es miteinander unternahmen, ein Manuskript zu werden.

Einen von ihnen verdrängte er. Auch diese 30 hatten die Reihen der anderen gelichtet, und mit ihrem Manuskript war es so, daß die bisher dauerhaftesten von noch dauerhafteren neuen verdrängt wurden, immer ein neuer dort einen älteren fortschob.
Ich lernte, Wortfolgen, die mich vordem gegraut hätten, – fühllos gegen das Grauen, mit Geduld, als überwindbare Fehler anzusehen, als Stellen, die nicht ,durch‘ waren (jedes ihr Durchgekommensein war mein Durchgekommensein).
Ich erschloß das Verfehlen nicht. Ich umging, vermied, überlistete es. Es entstand kein Wissen, das dem Grauen hätte erwidern, standhalten können, kein Wissen, so unwiderleglich, wie das Grauen spricht. Kein Bewußtsein.
Unerschlossen, dem Bewußtsein verschlossen, blieb das Gelingen wie das Verfehlen. Ich habe ebensowenig von mir selbst wie von anderen lernen können.
Nur wenige Texte von anderen habe ich in einem fühlbaren Kontakt zu meinem eigenen Schreiben gelesen:

Boris Pasternak. Ihn hatte ich nicht gelesen, sondern übersetzt: ein paar Seiten aus seinem „Schutzbrief“, im Sommer ’67 – Wie er dem Wirkenden – Individualität zuerkannte, es zum Subjekt seiner Sätze machte, welche ich, weil ihnen die gewohnte Art von Subjekt fehlte, verblüfft ,kopflose Sätze‘ nannte, war eine bestärkende Offenbarung für mich.

Marina Zwetajewa: Auch sie habe ich nicht gelesen, sondern übersetzt: 40 Seiten Prosa, „Puschkin und Pugatschow“. – Die Arbeit währte ein Dreivierteljahr. Sie war mein Gesellenstück. – Das Beharrende der Wendungen, das beharrend Eindringende, die rückhaltlose Gleichheit (nicht etwa nur Einhelligkeit) der Bewegung der Schreibenden – mit der Sprache, und zugleich (und dennoch, und deshalb) das absolut Instrumentäre ihres Wortlauts (ein Pflug im Acker?).
Sie ist die einzige, von der ich in meiner eigenen Schreib-Sprache einmal etwas wiedererkannte, wieder traf (verwirrt, verlegen: das ist doch sie!) – während ich sprach.

Robert Walser entzückte mich beim ersten Lesen mit seiner Geschmeidigkeit. Wie mir jetzt klarer vor Augen tritt, war der Grund der Begeisterung, Walsers Effekt: daß er mir vorspielte, wie ein Thema von seinem Feld her sprach, und mir, die einen Weg durch die Unwirklichkeit und aus der Unwirklichkeit suchte, das Vorspiel einer zauberischen Hörigkeit, Gehörigkeit und Zusammengehörigkeit des sprachlichen Logos gab.

Der vierte ist Konrad Weiß, seine leidenschaftliche, vehemente deutsche Prosa (ich fand eine Probe von ihr in einer Zeitschrift) schien die entselbstende und entwirklichende Prosa des Nachfahren-Deutsch (und das meine hatte die Katastrophe des Nazismus in den Knochen!) nicht zu spüren. Sie ließ unterschwellige Wahrnehmungen, unterbewußte Wirkungen aufleuchten im Bewußtsein und verwob, verband, vereinigte sie zu einem nie erlebten unmittelbarer Fluten.

Ich habe die vier in der Reihenfolge genannt, in der ich mit ihnen bekannt geworden bin. Ich habe sie als Leserin gelesen trotz allem, nicht als Autorin (!).

Ich hatte keine bewußte Arbeitserfahrung. Erfahren – als irfaran – ist durchwandern. Also: Eins nach dem anderen. Additiv, nicht potenziert / (wie es der Vorwitz, die Gier des Fortschritts will).
Durch alles mit allem, nicht nur mit dem Bewußtsein.
Ich graute mich nicht vor dem Grauen. Es war einfach nicht da, wenn es nicht da war. Leichtsinn? Verdrängung? Das Gute von beidem.
Denn wie – ohne Leichtsinn – hätte ich zu schreiben beginnen können. Zu gewinnen glauben können jedesmal wieder, wo jedesmal wieder das Grauen an die Stelle jeden geglaubten Gewinns trat? Da es – wie ein Hohn – jeden vermeinten Gewinn tilgte, ihn nicht gelten ließ, wie hätte es mich gelten lassen können?
Bewußtlos, erfahrungslos. Leichtsinn, Hochmut. Hochgemut nie wurde der tödliche Grund bebaut.
Wir kamen ja aus. Ich gewann ja den Spielraum, er wurde ja größer. Ich hatte zu tun.
Ich vertrieb das Verfehlen, nicht das Grauen. Es blieb ja. Draußen. Bei dem Verfehlten.
Aber ich wollte nach draußen, das weiß ich. Denn als ich mein erstes Bändchen zusammenstellte, überraschte mich dieses Streben als ein seinen Texten gemeinsamer Zug: Sie sind alle nach draußen gerichtet, empfand ich.
„Draußen“ hätte ich den Band nennen können, statt „Gutachten“.

Nachzusetzen wäre noch ein späteres Fazit: Jeder Fehler war eine Bleibe, nämlich ein Kerker. / Jede Bleibe war – ein Fehler, nämlich ein Kerker.

Elke Erb, aus: Renatus Deckert (Hrsg.): Das erste Buch, Suhrkamp Verlag, 2007

Zu den Versen und der lyrischen Prosa von Elke Erb

− Der nebenstehende Text wurde als Verlagsgutachten verfaßt. −

Das Gedicht „Wie doch, als wir schliefen…“ ist vielleicht das schönste Stück der Anthologie Auswahl 68 (Verlag Neues Leben). Wie da Traum, Traumbild (wie riesige Rose) und einfache Wirklichkeit (zwei fallende Äpfel) ineinander verwoben sind – das stellt ziemlich genau diese Atmosphäre dar zwischen geträumter Abwesenheit und bewußter Anwesenheit, die jeder kennt und die so schwer zu treffen ist; wenn man sie schreiben will. Das Gedicht schlägt aus der sicheren Konstatierung ständig in die große Vision (Rose und Meduse sind da eigentlich keine künstlichen Zutaten); die eine Momentszene erst bedeutend, weil deutlich macht, ihr aber nie die persönliche Geste nimmt, daß sie zugeich wahrhaft lebendig bleibt. So etwas wird nur selten in einem Gedicht erreicht. Es ist für mich zwar nach: „So schliefen wir aus und erwachten“ zu Ende, denn die folgende Replik ist schon eine Spur zu bewußt auf Aussage hin forciert – aber das stört nicht die Wirkung dieses ja in seinem Symbolwert wichtigen Gedichts, das ich nicht nach seinem Vorhaben hin zu interpretieren brauche. Man könnte allerdings bei einer Interpretation gern Zeit darauf verwenden, wie, durch eine intuitive oder sehr kunstbewußte (wer will das da unterscheiden?) Überblendung, Möglichkeiten der Überschneidung von Raum und Zeit erfolgen, die uns wohl erst in neuester Zeit so möglich zu vollziehen sind. Man empfindet das Gedicht auch von daher im besten Sinne als ,modern‘ – ein Wort, vor dem man ja keine Angst zu haben braucht, weil es nur ausdrückt, was an Errungenschaften zur Zeit möglich ist.
Alle diese Züge, hier in einem Gedicht schon vollendet vorgeführt, finden sich mehr oder weniger ausgeprägt auch in den anderen Arbeiten von Elke Erb wieder, die damit neben Inge Müller und Sarah Kirsch als wesentliche Lyrikerin ihren Platz in unserer Literatur hat. Mit ihnen ist – auf sehr verschiedene aber irgendwie verwandte Weise – etwas in unsere Lyrik gekommen, was sie bis dahin kaum hatte: die Fähigkeit, in den bewußten Versen etwas Traumhaftes, Un- oder Vorbewußtes miteinfließen zu lassen (nicht durch Erinnerung wie bei Bobrowski oder durch Bildung und Montage wie bei Mickel); das uns durch seine Unmittelbarkeit von dem Prozeß vermittelt, der im Lyriker beim Verseschreiben vor sich geht: spontanes Empfinden. Früher hat man das manchmal auch Gesichte genannt, eine traumhaft sichere Phantasie, die bruchstückhaft vorwegnimmt oder nachholt in Gefühl und Ahnung, was erst später vernunftmäßig deutlich wird. Nennen wir es: mit dem inneren Auge sehen. Denn natürlich werden auch Vorgänge ausgedrückt, die schon zuvor gedacht waren, aber die Verse haben nicht den Stempel der Gedankenblässe. Wenn in der Lyrik unserer jüngeren Leute oft stört, daß sie ihr ideologisches Programm so sichtbar gelenkt vor unseren Augen drapieren (sei es durch Landschaft oder Liebe), so also in Erlebnishälfte und Absicht zerfallen lassen, so kommt das hier gar nicht auf, weil das Gedicht von einem spürbaren Gefühl, einer Atmosphäre getragen scheint. Das kann natürlich manchmal dazu führen, daß es an letzter logischer Konkretheit fehlt – aber selbst das nimmt man in Kauf, da uns die Bild-Logik besser überzeugt, als ein schlecht verkleidetes Argument.
Damit ist grundsätzlich schon einiges zu den hier vorliegenden Arbeiten gesagt. Sicher kann Elke Erb ihre Anlagen in den in letzter Zeit in Anthologien publizierten Gedichten am glücklichsten realisieren: „Das Flachland vor Leipzig“, „In dem Sommer“, „Vorstadt-Begräbnis“, „Porträt A. E.“ (es variiert sehr original den Satz Mickels aus Dresdner Häuser: „Ich selber will ein Haus sein…“), „Ein Lamm weidete…“, „Ehe du herkommst…“ Man könnte aus diesem Manuskript dazu stellen: „Georg, du siehst…“, „Mutter, du mußt gegangen sein…“, „Tod, Erdbeere“, „Wie ein Fluß…“ (ähnlich die Beziehung zwischen einem Gegenstand und Person wie bei dem Haus in „Porträt A. E.“) Traum, und bestechend durch Knappheit: „Papierdrachen“ und „Rosenbaum“. Das sind alles meist kürzere Gedichte, die mehr oder weniger von einem poetischen Einfall leben, während die größeren ein Motiv mit dem anderen verweben. Vielleicht ist diese Fähigkeit, das Motiv zum Komplex auszuweiten erst in den Gedichten seit 1966 spürbar.
In den früheren „Doch da du blind bist“ und „Licht vor den Blöcken“ wird eigentlich nur eine Stimmung mehr oder weniger halluzinatorisch durchgehalten. Man hat etwas das Gefühl des Künstlichen, weil die Realien allgemein erscheinen und nicht spürbar von ganz subjektiven Einfällen getragen werden. Zu weit weg von wirklich nachspürbaren Beziehungen ist auch das Gedicht „Abrede“ (67), es führt Haltepunkte zu fragmentarisch ein, man wird nicht in den Bann des Bildes, der poetischen Vorgänge gezogen. Vielleicht ist an diesen Gedichten noch weiter zu arbeiten, das gilt auch für „Montag: Vögel…“ und „Straßenbahn“ – da ist mir einfach zu wenig da.
Manchmal behilft sich die Autorin auch mit volksliedhaften Motiven („Die Lilien auf dem Felde“) und stilisiert sie mit guter Einfühlung, aber man wird da den Eindruck des Angelesenen nicht ganz los. Vielleicht behagen mir die ausgesprochenen ,Einfälle‘: „Anpassung“, „Die Epigonenuhr“, „Die Straßenbahn“ (Grandseigneur…) bisher am wenigsten, weil sie sich auf die sprachliche Floskel verlassen, die man dann abnehmen kann oder nicht. So witzig ist das nicht. Wenn ich die lyrischen Prosa-Stücke gesondert von den Versen betrachte, so nur, um sie deutlicher abzuheben. Sie stehen in sehr engem Kontakt zu den Versen, das Prosaische ist mehr Attribut denn Ausgangssituation, es wird da nichts erzählt. Hingegen tritt die somnambule Atmosphäre in den Vordergrund – das sind eigentlich durchweg fast Traumszenen, in surreale Bereiche gesteigerte Vorgänge.
„Das macht das Gehen“ erscheint noch mehr als Versuch dazu. „Wir haben in dem großen Saal einen Ofen“ steigert die Beschreibung schon in das Ding Ofen so hinein, daß er die Szenerie beherrscht. Natürlich hat sie parabelhafte Züge, wenn auch mehr parabolisch für eine erfühlte Situation, nicht für einen Prozeß, wie in „November“ oder zu bewußter Aussage hin gesteigert in „Berliner Winter 67“, wo die Szene schon für etwas Größeres steht. Manches liest sich wie ein freundlicher Kafka: „Am Tage der Heiligen drei Könige“ – man weiß nicht, wo und wann das spielt und die Verallgemeinerungen sind ein bißehen nebulös („so recht wir Menschenkinder“), wenn auch für meinen Geschmack durchaus in einer freundlichen Ironie dazu aufgehoben. Aber da ist Raum für entsprechende Einwände andererseits, sie sollten nicht möglich sein, wenn das Manuskript abgeschlossen und komponiert erscheint.
Ich glaube, daß Elke Erb da ihre Möglichkeiten auch noch zu wenig nutzt, irreale Geschichten zu erzählen, die etwas sehr Reales meinen. Vielleicht kann sogar an„ Orthodoxe Admonition…“ noch etwas getan werden? Die wirkungsvollsten Beziehungen zwischen der hübschen Weißfischgeschichte und den montierten historischen Daten sind wohl noch nicht gefunden, mir gehen sie jedenfalls noch nicht recht auf. Es wäre gut, wenn zwischen Versen und lyrischer Prosa in der Komposition des ganzen dann auch Beziehungen hergestellt würden. Damit scheint durchaus der Grund gelegt für einen Lyrik-Band, dem man nur wünscht, daß er sich bald weiter anreichert, auch durch weitere größere Gedichte. Elke Erb beherrscht das knappe Bild in knappen Versen, auch das sinnreich verwobene, sich vor unseren Augen total entfaltende lyrische Gebilde.
Sie sagt deutlich, was sie heute und hier bewegt – nicht mit den üblichen Worten, nicht in der üblichen Konfrontation zu Tagesvorgängen – aber in der Aufnahme von Zeit-Szenen und Zeit-Geschehen, durchaus von dieser Wirklichkeit bei Leipzig oder in einem Haus unserer Städte. Das wünscht man sich ausgeführt, ohne demonstrierende Zutat, aber auch nicht verschwommen in wiederum allgemeiner Ausspinnerei („Es ist nicht so, daß die Landschaften…“ spielt mir zu sehr mit Begriffen wie ,Zeit‘ – ,Lüge‘ – ,Angst‘, als daß sie recht lebendig würde).
Niemand wird die eigene Handschrift vermissen, man wünscht sie weiter ausgeschrieben und ausgebildet.

Gez. G. Wolf, 5.4.1969

Richard A. Zipster: DDR-Literatur im Tauwetter. Band III. Stellungnahmen

Die Gesänge der Pessimisten

Manfred Rothenberger: Du hast einmal gesagt: Ich kann die Gesänge der Pessimisten nicht ertragen.

Erb: Ja.

Rothenberger: Du warst nie pessimistisch?

Erb: Lohnt sich doch nicht, oder? Was kommt denn dabei raus?

Rothenberger: Melancholiker sind mir verdächtig, sagst du, das sind Schmarotzer des Lebens.

Erb: Ja, weil die Melancholiker trauern, anstatt zu tun. Sie suchen nur nach Belegen für ihre Abwesenheit von allem.

Aus Tanzende Ordnungslust. Manfred Rothenberger im Gespräch mit Elke Erb, starfruit publications, 2024

Die Dichter wohnen in den Jahrhunderten

Manfred Rothenberger: 1966 bist du nach Berlin gegangen.

Elke Erb: Ich bin in einem Dorf am Stadtrand von Berlin auf einen Dachboden gezogen, den hatte man ein bisschen eingerichtet mit einem Bett und einem Tisch und einem Sofa.
Gegenüber war eine kleine Straße mit einem grauen Haus, in dem lebte eine Frau, die hatte dort während des Krieges Juden verborgen. Darüber habe ich einen Text gemacht. Und dann meinte einer, ich hätte das erfunden. Das musst du dir mal vorstellen! Ich habe so was nie erfunden, ich habe es immer genau so aufgeschrieben, wie es war.

Rothenberger: Von was hast du in dieser Zeit gelebt?

Erb: Ich habe mich erst mal als Rezensentin versucht, und wieder Gutachten verfasst – über russische Dramatik und Belletristik, für einen Verlag, in dem eine Freundin von mir arbeitete.
Ich habe Kontakt zu verschiedenen Autoren aufgenommen und Erich Arendt, Karl Mickel und Fritz Mierau kennengelernt. Arendt war Spanienkämpfer, Emigrant nach Südamerika, und später in der DDR genauso politisch an den Rand gedrängt wie mein Vater. Mickel war ein Garant für ordentliche Arbeit, für gute Arbeit. Wir waren lange befreundet. Kurz bevor er starb, hat er mich angerufen und ich habe ihn noch einmal besucht. Da sagte er zu mir: Der Wein, der muss nun getrunken werden. Mickel hatte Krebs. Das war wirklich eine tapfere Generation.

Rothenberger: 1967 hast du Adolf Endler kennengelernt.

Erb: Ich habe ihn mal besucht. Autor ist Autor, da kann man doch mal hingehen, nicht?

Rothenberger: Ihr habt euch ineinander verliebt.

Erb: Ja, das war richtige Liebe, das war irre.
Aber Endler war noch mit einer anderen Frau verheiratet und kam und kam nicht wieder. Da ging ich in dieses Dorf, wo er wohnte, und als keiner die Tür aufmachte, bin ich mit der Faust durch das Fenster geschossen, irgendwie in das Haus rein und habe Rabatz gemacht. Endler war da und lag mit dieser Frau im Bett. Ich weiß noch, dass ich ihren Körper fühlte.
Da habe ich ihn da liegen gelassen und bin wieder nach Hause gewandert. Einige Zeit später haben sie sich getrennt.
Aber die Hauptsache war, dass der Endler so kleine Stirnhöcker hatte, da habe ich immer drübergestrichen, so geschah die Bindung. Man kommt da vom Hundertsten ins Tausendste, nämlich: Die kleinen Stirnhöcker rechts und links siegten, weil lange vor ihnen in unserem Haus in der Eifel ein Nest mit Kätzchen auf dem Dachboden war. Ich stieg die Leiter zum Heuboden hinauf, um die Kätzchen zu streicheln, dann fiel mir ein, sie mit nach unten zu nehmen. In einem Kellerraum hatten wir Liegestühle, ich klappte einen von ihnen auf, holte die Kätzchen, legte mich in den Liegestuhl, die Kätzchen auf mich drauf, und streichelte die kleinen, runden Schädelchen innig der Reihe nach. So verband sich dann innig mit innig.
Später, ich lebte also auf meinem Dachboden, da hörte ich einen Plumps und wusste, jetzt kommt der Endler zu mir. Er ist immer über den Zaun gesprungen, wenn die Pforte verschlossen war. Und dann haben wir versucht, zusammenzuleben.

Rothenberger: Habt ihr auch zusammengearbeitet?

Erb: Wir haben für das Kindertheater und die Puppenbühne gearbeitet, und für das Theater der Freundschaft ein Kinderstück gemacht, das war eine sehr schöne Aufführung. Mich hat allerdings gestört, dass die Schauspieler nur in Rollen auftreten und nicht die ganze Zeit auf der Bühne sind.
Puppenspiel fand ich schon immer ganz toll. Ich bin einmal fast vor Freude gestorben, als sich eine Puppe ganz sanft auf einem Stuhl niedergelassen hat. Das war wie die direkte Fortsetzung des Lebens, da habe ich geweint vor Entzücken.

Rothenberger: 1970 bist du das erste Mal in Wuischke gewesen?

Erb: Ja, dort haben Endler und ich ein altes Mühlenhaus gekauft, für 1.700 Mark. Diesen Betrag verbrauchten andere im Urlaub am Plattensee, so viel war mir noch klar. In Wuischke habe ich von da an immer den Sommer verbracht, von April oder Mai bis September, Oktober. Früher in der alten Mühle, und jetzt in einem anderen Haus, weiter oben am Berg.
Endler und ich lebten damals in einem Berliner Hinterhaus. Aber das hältst du nicht lange aus als Schriftsteller, wenn du da Tag um Tag sitzt und arbeitest. Du bist ja sehr in Aktivität genommen mit der Arbeit, aber immer im Sitzen und immer der Blick auf eine Wand…
Ich war ziemlich nervös in diesem Hinterhofhaus, wir lebten im vierten Stock und der ganze Lärm verstärkte sich nach oben. Wenn unten jemand ein Bad nahm, hast du das bei uns ganz laut gehört. Ich wurde wirklich hysterisch. Diese neue Herausforderung, das Schreiben, das hat mich so hochgezogen und hochgeputscht, dass ich den ganzen Lärm um mich nicht mehr ertrug.
Da hat uns ein guter Freund, der Kito Lorenc, von der „grünen Lausitz“ erzählt. Und plötzlich stand dieses Wort bei mir ganz hell zwischen den Schulterblättern, und ich wusste, da will ich hin.

Rothenberger: Und dann habt ihr das alte Mühlenhaus renoviert.

Erb: Wir haben gar nichts renoviert. Wir waren Städter und Dummköpfe, wie sollten wir etwas renovieren können. Wir haben das Haus eben so genommen, wie es war.

Rothenberger: Ein Jahr später, 1971, kam euer Sohn Konrad auf die Welt.

Erb: Ja, und ich hatte manchmal ein schlechtes Gewissen, dass ich mich wegen meiner Arbeit zu wenig um ihn kümmere. Das Schreiben ist ja auch wie ein Kind, eigentlich wie viele Kinder.

Rothenberger: Hat dir Konrad das nachgetragen, dass du nicht genügend Zeit für ihn hattest?

Erb: Das weiß ich nicht. Das weiß man bei Kindern ja nie.
Ich glaube auch nicht, dass ich übertrieben mütterlich bin. Als Konrad ein Kind war und mal über ein Mäuerchen lief, hielt ich meine Hand immer so weit weg von ihm, dass er sie nicht halten konnte, ich aber schnell nach ihm greifen hätte können, wenn er gestrauchelt wäre.

Rothenberger: Du wolltest ihn loslassen, aber auch beschützen.

Erb: Weißt du, ich wollte mich ihm nicht aufdrängen, ihn nicht mit aller Gewalt behüten. Irgendwie so etwas. Ich wollte, dass das Kind das alleine macht.
Ich habe mir auch versagt, mir Sorgen zu machen, wenn er ewig nicht nach Hause kam. Und dann klingelte es plötzlich, und er stand wieder vor der Tür.

Rothenberger: Nicht einfach – das mit dem Loslassen und Beschützen.

Erb: Ich weiß noch, wie ich Konrad als Baby gewickelt, ihm die Windeln gewechselt habe – da geht mein Blick so an ihm runter, ich sehe die kleinen Zehen und denke mir, na hoffentlich ist er bald sechs Wochen alt.
Offenbar spürte ich dann aber auch, dass das ein sonderbarer Gedanke ist, sonst hätte ich mir das doch gar nicht gemerkt, denn das Generelle ist doch, dass Mütter ihr Kind möglichst lange als Kind behalten wollen.

Rothenberger: Du warst keine ganz typische Mutter.

Erb: Nein, wir waren leider auch immer relativ arm, das heißt, ich habe viele Anziehsachen selber genäht, und wenn ich mal was für uns gekauft habe, dann war das meistens total geschmacklos. Es ist so gewesen.
Aber Konrad war ein toller Junge. Als er etwas größer war, da hatte er einen Roller, mit dem fuhr er immer in seinem Kinderzimmer herum und sagte mal zu mir: Na, wo wohnst du denn, du Friedhofswärter? Solche Sachen fielen ihm immer wieder ein.

Rothenberger: 1975 ist dein erstes Buch, Gutachten. Poesie und Prosa, im Aufbau-Verlag erschienen. Wie waren die Reaktionen darauf?

Erb: Es gab kaum welche. Vielleicht von ein paar Freunden. Keine von anderen Autoren. Ich hatte immer das Gefühl, dass die untereinander viel mehr verbunden waren als mit mir.

Rothenberger: In Gutachten gibt es eine „Nachbemerkung“ von Sarah Kirsch, die für einen Erstling geradezu hymnisch ist. Sie schreibt: „Ich kann dieses Buch den Lesern nur sehr empfehlen, und ihnen versichern, dass sie eines erworben haben, das berühmt werden wird.“

Erb: Ach, berühmt werden. Guck mal, das sind so Nebenbei-Empfindungen. Was ist das überhaupt, Berühmtwerden?
Das Buch ist dann auch gar nicht berühmt geworden.

Rothenberger: Sarah Kirsch muss dich sehr geschätzt haben. Sie wollte deinem Buch wohl etwas Rückenwind geben.

Erb: Sarah akzeptierte und schätzte mich. Ihre Texte hatten so etwas „Stimmiges“. Aber dieses Wort sagt es nicht richtig. Ich war ja bei ihr im Westen. Da sah ich ihre Gartenbeete. Sie konnten mir erzählen von Sarahs Vers-Setzungen. Oder umgekehrt, sah ich die Gartenbeete von ihren Versen her?
Sarahs Gedichte fügten sich immer zu einem harmonischen Beet, wenn auch mit überraschenden Wegen und Fruchtfolgen. Sie gab dem allzu Wohlgefälligen immer auch einen kleinen Fußtritt. Ich spüre das richtig vorne in den Zehen. Ihre Gedichte haben die Formfestigkeit von einem Schuh. Sarah hatte diese feine, kleine… wie nennt man das?… solide Ironie.
Ich habe auch einen Auswahlband in zwei Auflagen von ihr herausgegeben. Im Nachwort von Musik auf dem Wasser, 1977 erschienen, heißt es: „(da ist) eine öffentliche Sprache, die man spricht, wenn man (ich gebe ein Bild von vielen aus dem Leben) die Betten beziehend, sich unterhält – Öffentlichkeit von Gesicht zu Gesicht.“ Intim? Real? Konkret? „In dem weiten offenen Land zwischen Flüstern und ,Wortmeldung‘. Es kann […] von einem trotz des Krieges im Frieden gebildeten und – wie mir scheint – unzerstörbaren Ich keine unpolitischen Gedichte geben, solange die Kommune lebt.“
Die Auswahl ist bei Reclam Leipzig erschienen, obwohl Sarah da schon im Westen war. Und der Verlag gab dann noch eine zweite Auflage heraus, erweitert um Gedichte aus Bänden wie Drachensteigen (1979), Katzenleben (1984) und irrstern (1987). Bravo, nicht wahr? Und schickte mich hin zu ihr. Mein zweites Nachwort ist überschrieben mit 12 Jahre später. Und was die Kommune betrifft: Ich meinte damit nicht den Sozialismus, sondern die trotz des angeblichen „Sozialismus“ weiterlebende Kommune. Und als ich von Sarah wieder wegfuhr, dachte ich, auch die Perspektive „Sozialismus“ – trotz der Erfahrung in und mit der DDR – hat einen Anteil an ihrer Haltung.

Rothenberger: Du willst sie und ihre Texte nicht kritisieren.

Erb: Nein.

Rothenberger: Aber deine Welt ist eine andere Welt.

Erb: Wohl. Nachher gab es dann auch Missverständnisse zwischen uns. Sarah war ja rübergegangen. Und nach der Wende kam sie wieder und ich habe begriffen, dass die, die weggegangen sind, mit der Mauer im Herzen weggegangen sind. Während die, die hiergeblieben sind, das irgendwie überwunden haben. Die Generation um Bert Papenfuß zum Beispiel, das war ganz eindeutig. Ich weiß noch, wie ich da stand, denen beim Tanzen zugeguckt habe und dachte: Der, der hier weggeht, das muss aber ein Idiot sein.

Rothenberger: Weil diese Generation…

Erb: … so ergiebig war. Wenn du denen zugucktest, das war so lebhaft. Das war nicht lebhaft, das ist ein Scheißwort, es war einfach ergiebig! Die Musik war wie Metall und es war so eine prickelnde Energie in der Luft. Man konnte unentwegt zugucken. Wobei das auch auf meiner Seite ein ganz spezieller Moment war, wo es auf einmal anfing mit mir. Ich weiß noch, ich fuhr damals mit dem Zug an einem Wald vorbei, ich sah den Wald, ich sah die Bäume, und ich konnte eine Baumreihe vor einem Wald plötzlich als seelische Veranstaltung auffassen. Das hat damals begonnen.

Rothenberger: Noch einmal zurück zu Gutachten – in deinem Debütband findet sich auch dieses wunderbare Gedicht:

DIE DICHTER WOHNEN IN DEN JAHRHUNDERTEN

 

Die Dichter wohnen in den Jahrhunderten,
Dieser in jenem, jener in diesem, einer lappt über,
Der andere mittendrin wie der andere, der auch mittendrin wohnt.
Schön und gut. Endler erstreckt sich von 30 bis 90 in seinem.
Sonst wohnen auch die Dichter in Wohnungen wie dieser,
Die z.B. der Endler besitzt, Quartierchen fünfter Stock,
Badlos, Hinterhaus, Außenklo, aber mit Sonne.
Wenn der Dichter Endler seinen Kopf zum Fenster raus streckt,
Sieht er nach, ob die Müllkübel leer sind.

Erb: Dieses Poem war offen ironisch. Mit dem Dichter Adolf Endler, der von oben schaut, ob die Müllkübel leer sind. Das war meine Antwort auf den damals von der Literatur geforderten Gesellschaftsbezug.
Aber oh weh, „Endler erstreckt sich von 30 bis 90 in seinem“, da hatte ich dauernd Gewissensbisse, weil ich ihm nicht mehr Leben gegeben habe als diese 60 Jahre.

Rothenberger: Wie kamst du denn darauf?

Erb: Na ja, das ist schwer zu beantworten, es war einfach ein Gefühl. Und das Gefühl ist keine Instanz von Unklarheit oder Verschwommenheit, sondern es ist sehr genau. Endler hat immer so starken Tee getrunken, viel geraucht und auch viel getrunken, er war ein richtiger Quartalssäufer. Dazu gab es übrigens das tröstliche Wort: Die Proletarier saufen sich ihre Neurosen weg.
Aber glücklicherweise ist Endler dann doch 78 Jahre alt geworden.

Rothenberger: Also brauchst du dir keine Sorgen machen, du hättest ihm mit deinem Gedicht was hingehext.

Erb: Nein. Ich dachte nur, wenn ich diese Voraussage mache, dann ist das irgendwie nicht recht.
Vorausgegangen aber war, ich erinnere mich dunkel, eine öffentliche Anrede an Endler von Heinz Czechowski: „Öffne dein Fenster“. Einen ähnlichen Sinn hatte eine propagandistische Bemerkung im Ausweis des Schriftstellerverbandes, wir hätten zu schreiben im Zusammenhang mit dem Leben des Volkes, oder so ähnlich.
Geschrieben habe ich „Die Dichter wohnen in den Jahrhunderten“ für eine spezielle Versammlung von Schriftstellern, an der ich nicht teilnehmen konnte. Es hatte wohl eine gewisse Meuterei im Verband gegeben und die Versammlung sollte das klären.
Und das mit den „Jahrhunderten“ ist eine Spitze gegen all die Funktionäre, die in keinem Lexikon überleben werden.

Aus Tanzende Ordnungslust. Manfred Rothenberger im Gespräch mit Elke Erb, starfruit publications, 2024

Wenn man mich fressen will

Manfred Rothenberger: Liest du Rezensionen über deine Bücher?

Elke Erb: Selbstverständlich lese ich die, wenn ich sie finde. Eine in der DDR hat mir mal gefallen. Darin stand: „Da hackt sie sich die Beine ab, bloß um zu sehen“ – oder „zu zeigen“, das weiß ich nicht mehr –, „wie gut man hacken kann“.
Das ist gar nicht so schlecht, oder? Diese Zusammenfassung war ’ne echte Leistung von dem, der das geschrieben hat.

Rothenberger: So eine Kritik verletzt dich nicht?

Erb: Ach was. Wenn man mich fressen will, muss man aber auch meine Knochen abnagen.

Aus Tanzende Ordnungslust. Manfred Rothenberger im Gespräch mit Elke Erb, starfruit publications, 2024

 

Gedichtverdachte: Zum Werk Elke Erbs. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung In den Vordergrund sprechen Hendrik Jackson, Steffen Popp, Monika Rinck und Saskia Warzecha über Elke Erbs Werk.

 

Gerhard Wolf: Die selbsterlittene Geschichte mit dem Lob. Laudatio für Elke Erb und Adolf Endler zum Heinrich-Mann-Preis 1990.

Franz Hofner: Hinter der Scheibe. Notizen zu Elke Erb

Olga Martynova: Elkes ABC

Elke Erbs Dankesrede zur Verleihung des Roswitha-Preises 2012.

Elke Erb: Die irdische Seele (Ein schriftlich geführtes Interview)

Im Juni 1997 trafen sich in der Literaturwerkstatt Berlin zwei der bedeutendsten Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartslyrik: Elke Erb und Friederike Mayröcker.

 

 

Klassiker der Gegenwartslyrik: Elke Erb liest und diskutiert am 19.11.2013 in der literaturWERKstatt berlin mit Steffen Popp.

 

Lesung von Elke Erb zur Buchmesse 2014

 

Zum 70. Geburtstag der Autorin:

Steffen Popp: Elke Erb zum Siebzigsten Geburtstag
literaturkritik.de

Zum 80. Geburtstag der Autorin:

Waltraud Schwab: Mit den Gedanken fliegen
taz, 10.2.2018

Olga Martynova: Kastanienallee 30, nachmittags halb fünf
Süddeutsche Zeitung, 15.2.2018

Michael Braun: Da kamen Kram-Gedanken
Badische Zeitung, 17.2.2018

Michael Braun: Die Königin des poetischen Eigensinns
Die Zeit, 18.2.2018

Karin Großmann: Und ich sitze und halte still
Sächsische Zeitung, 17.2.2018

Christian Eger: Dichterin aus Halle – Wie Literatur und Sprache Lebensimpulse für Elke Erb wurden
Mitteldeutsche Zeitung, 17.2.2018

Ilma Rakusa: Mensch sein, im Wort sein
Neue Zürcher Zeitung, 18.2.2018

Oleg Jurjew: Elke Erb: Bis die Sprache ihr Okay gibt
Die Furche, 8.3.2018

 

Annett Gröschner: Gebt Elke Erb endlich den Georg-Büchner-Preis!
piqd.de, 27.6.2017

Zum Georg-Büchner-Preis an Elke Erb: FR 1 & 2 + MOZStZSZEchoWelt + WAZ + BR24 + TTB + MAZ + FAZ 1 & 2 + TS + DPrbb +taz 1 & 2 + NZZ +mdr 1 & 2 + Zeit + JW + SZ 1 & 2 + Hayer +

 

Zur Georg-Büchner-Preis-Verleihung an Elke Erb: BaZBZStZAZ + FAZ + SZ

 

Verleihung des Georg-Büchner-Preises 2020 an Elke Erb am 31.10.2020 im Staatstheater Darmstadt.

 

Fakten und Vermutungen zur Autorin + InstagramKLGIMDbArchivInternet Archive + IZAPIA + weiteres  1, 23 + Georg-Büchner-Preis 1 & 2
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Im Universum von Elke Erb. Beitrag aus dem JUNIVERS-Kollektiv für die Gedenkmatinée in der Volksbühne am 25.2.2024 mit: Verica Tričković, Carmen Gómez García, Shane Anderson, Riikka Johanna Uhlig, Gonzalo Vélez, Dong Li, Namita Khare, Nicholas Grindell, Shane Anderson, Aurélie Maurin, Bela Chekurishvili, Iryna Herasimovich, Brane Čop, Douglas Pompeu. Film/Schnitt: Christian Filips

 

Zur Erinnerung an Elke Erb und Helga Paris. Lesung mit Steffen Popp, Brigitte Struzyk, Joachim Hildebrandt und Peter Wawerzinek am 6.7.2024 im Salon von Ekke Maaß, Berlin. Martin Schmidt: Improvisationen am Klavier

 

Bild von Juliane Duda mit den Übermalungen von C.M.P. Schleime und den Texten von Andreas Koziol aus seinem Bestiarium Literaricum. Hier „Die Elkeerb“.

 

Beitragsbild von Juliane Duda zu Richard Pietraß: Dichterleben – Elke Erb

 

Elke Erb liest auf dem XVII. International Poetry Festival von Medellín 2007.

 

Elke Erb liest bei OST meets WEST – Festival der freien Künste, 6.11.2009.

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