2007-06-18

Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Gegengabe“

Nicht enden wollende Nacht fast ohne Schlaf; phasenweise ärgerliche Träume (Esoterikseminar, Bergrennen, militärische Musterung usf.); lese zum Morgen hin von Wittgenstein die sog. geheimen Tagebücher aus der Zeit des 1. Weltkriegs, ohne zu erkennen, weshalb diese peinlichen und nichtssagenden Aufzeichnungen «geheim» gewesen sein sollten; aufsässiger Gottgedanke, täglich das Arbeitspensum verzeichnet – nichts gearbeitet, fast nichts getan, wenig gearbeitet, ziemlich viel gearbeitet usf., doch ohne jeden Hinweis auf den Gegenstand der Arbeit; Briefe aus selbiger Zeit weisen W. als einen leicht irritierbaren, unzuverlässigen, auch undankbaren Zeitgenossen aus; keine Spur von Genialität noch Charme. Was mich zumindest ein wenig erleichtert angesichts der Banalität dessen, was ich in meinen eignen Tagebüchern vorfinde.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Gegengabe
zusammengetragen aus kritischen, poetischen und privaten Feldern

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

„Suppe Lehm Antikes im Pelz tickte o Gott Lotte"

Begierde

eh! gib Erde! – Dieb briet Beere. – Bar beriet Geier. – (Trieb:) die rigide Rede biegen. – (Gebärde:) Krieg als Reigen… – Berg gebiert Tiere. – Bier erregt.

Michel Leiris ・Felix Philipp Ingold

– Ein Glossar –

lies Sir Leiris leis

Würfeln Sie später noch einmal!

Lyrikkalender reloaded

Luchterhand Loseblatt Lyrik

Planeten-News

Planet Lyrik an Erde

Tagesberichte zur Jetztzeit

Tagesberichte zur Jetztzeit

Freie Hand

Gegengabe

0:00
0:00