Liebst

Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Gegengabe“

Sich verlieben – sich verlieren an die Liebe und auf diesem kürzesten aller Wege ausser sich geraten; ob’s gerät!

Nicht mich sollst du lieben; du sollst dich lieben durch mich. Als Geliebter bin ich der Beliebige und also ersetzbar und nie zu verliern.

Jenes um eine Wenigkeit grössere Begehren der Geliebten, das die Lust des Liebenden ausmacht; aber auch – Licht aus – zu nichts machen kann.

Als Liebender, als Liebende hast du alles; nämlich alles verloren ausser der Liebe.

Liebe ist das, was als Licht kommt, in sich selber scheint und zu seiner Zeit vergeht.

Nicht der Geliebte, nicht die Geliebte, die Liebe selbst ist Ziel aller Liebe; was übrigens auch für die Angst gilt, deren einzig wahrer Gegenstand die Angst ist.

Der Verzicht auf Interessen (Zinsen) der Liebe ist deren grösster Ertrag.

Es ist ein Leichtes, das Licht, die See, den Wind, diese Landschaft hier, jenes Kunstwerk dort zu lieben; leichter jedenfalls als die Liebe zum Nachbarn, zum Bruder, zur Frau, zum Mann. Denn sie sind sterblich.
Wie übrigens die Liebe auch.

Die aus Liebe aufhören zu sein – Heilige, Mystiker, Märtyrer – machen sich selbst zum Gebet; sie geben, was sie geworden sind und doch niemals hatten.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Gegengabe
zusammengetragen aus kritischen, poetischen und privaten Feldern

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