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Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Haupts Werk“

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KRANKHEIT

 

 

KRITIK

 

 

(vgl. SÜHNE)

 

KOMIK

 

Auch darüber wäre wohl manches noch zu sagen: daß Gogol seine Krankheit als eine Form von Selbsthaß und Selbstkritik kultiviert und bis zum Hungertod durchgehalten hat (»oh, wie notwendig brauchen wir doch die Krankheiten! wären nicht diese Leiden, so würde ich glauben, ich sei bereits, wie ich sein sollte!«); daß Gogol seine Rezensenten weder gefürchtet noch verachtet, sondern, umgekehrt, verehrt und zu möglichst hartem Urteil, ja sogar zu dessen Vollstreckung aufgerufen hat (»oh, wie notwendig brauchen wir unaufhörliche Nasenstüber und diesen beleidigenden Ton, und diese bissigen, durch und durch verletzenden Spötteleien! vor allem aber: Dank für das Todesurteil! oh, du mein wahrer Erzieher und Lehrer!«); daß Gogol alle Komik – wie auch alle Kunst – im Ernst als Ausdruck von Schmerz begriff (»… Euer Excellenz, dieses Lachen ist doch vom Weinen erfunden worden!«), so daß er dem Lachen jede Komik absprechen und es dem Ritual von Waffengängen zuordnen mußte (»und das sagt Ihnen ein Mensch, der andere zum Lachen bringt!«).

 

aus: Felix Philipp Ingold: Haupts Werk Das Leben
Ein Koordinatenbuch vom vorläufig letzten bis zum ersten Kapitel.

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