Scheiße

Titelbild von Juliane Duda zu der Beitragsserie „Felix Philipp Ingold: Haupts Werk“

Wo das Wort »Scheiße« laut wird, kann der Intellektuelle nicht mehr fern sein.

»Scheiße« ist, was stinkt, was stört. »Scheiße«, daß die Frauen nun mal so und nicht anders sind. »Scheiße«, was in Afghanistan, in den psychiatrischen Kliniken, im real existierenden Sozialismus, im Libanon, in unserer demokratischen Gesellschaftsordnung, bei denen und bei uns zu Hause alles so passiert. »Scheiße« auch, was – alles – nicht passiert. Gesammelte »Scheiße«, was der oder jener zusammenschmiert, einfach »Scheiße«, was die da in letzter Zeit rauslassen. »Scheiße«, wenn einer mit einem Problem kommt. Wenn man gefragt ist. Wenn man gefordert wird. »Scheiße«, wenn das Menschliche überhandnimmt. Wenn ein Anruf nicht mehr genügt.

»Scheiße«, hörte ich heute einen Kollegen sagen, nein, er schrie mich an: »Jetzt ist auch noch meine Alte gestorben! Als hätte ich nichts anderes zu tun! Was wird nun aus meinem Termin in New York? Und ich bin doch fast schon unterwegs …«

»Und so fort! …«

 

aus: Felix Philipp Ingold: Haupts Werk Das Leben
Ein Koordinatenbuch vom vorläufig letzten bis zum ersten Kapitel.

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