Peter Engstler: Manzanita

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Peter Engstler: Manzanita

Engstler-Manzanita

Es galt eine Lösung zu finden Diese bestand im Krieg
Lebewesen immer verbindendes Band Ein Untergang
Dieser Tod muß nicht in Zerstörung gemessen werden
Schlaf eine Lösung Es stolperte unsere Zeit Sie
aaaaaentwickelte
Konturen Maß Rinde Dialektik falsch

 

 

 

Beitrag zu diesem Buch:

Jonis Hartmann: Dialektik ähnelt verlorener Leiter
fixpoetry.com, 20.7.2017

 

ALTHERRENSOMMER IN STOLPE UFF USEDOM
Für Peter Engstler im Geiste 

Drei Stiesel im Sonnenschein unter Deck;
zwei Arztsöhne und ein Seemann, Sproß
eines Bergmanns aus Usedom bei der Wismut,
starren ins Wetter, das vorbeigeht und sich dreht.
aaaaa„Wenn der Ernst des Lebens anfängt,
aaaaamuß man sich wat Neuet überlegen.“

„The night is so black that the darkness cooks“,
wenn sie nicht schon gar ist. – Wir kieken uns Fotos an,
die Zeit ist vorbei, mehr ist wohl nicht drin – jewesen.
P. P. Arnold in schwarzweiß is nich’ zu schlagen.
aaaaa„Wenn der Ernst des Lebens uffhört,
aaaaamuß man sich wat Abjefahrnet überlegen.“ 

Freitag kam noch der Selbstmörder dazu,
dann waren wir schon vier, obwohl der erste schon
abjefahren war. Dreierlei ist einerlei nach Maß,
so jedenfalls sagte Sister Rosetta Tharpe,
aaaaaund schickte Chuck Berry auf die Rolle,
aaaaader Rest war nur noch schnöder Rock.

Im Vergleich zu Assange sind alle Journalisten
Penner, die ein „Narrativ“-Tagespensum erfüllen,
um ihre Käuflichkeit massenbreit zu enthüllen; „krass
entfaltet sich irgendwas mitten hinein in die junge Welt,
aaaaawat frontale Reihung nicht erträgt,
aaaaaaber uns immerhin am Leben erhält,

solange et nich’ vorbei is’ … und weiter wuselt.“1
Die Vergangenheit ist überwältigend, die Zukunft
kurzweilig, obwohl sie sich dahinschleppt.
Bloß nicht verplempern, sondern verausgaben.
aaaaaJetzt, wo die Frauen uns meiden,
aaaaalassen wir jedes Vermeiden bleiben.

Die abjebrochnen Äste zum Hauklotz jeschleift,
und erstma’ ’n Bier uffjemacht; Anjedenken,
Trauer und Wut scheinen uns anjemessen.
Knorrige Reisige und Fußknechte zu Reisig:
aaaaaAn uns ist ein großes Schicksal
aaaaaganz bestimmt vorbeigegangen.

Streich um Streich drei Fliegen erledigt,
die letzte sehnt sich nach der Klatsche.
Vorläufer peitschen die Jugend ins Feld,
die sich ins Stollengewirr verpißt –
aaaaazu einem Gipfeltreffen in den Kaldaunen
aaaaades Schnaps- und Hoschischbergwerks.

Schwadronieren und pokulieren auf kleiner Flamme
läßt den ganzen Hokus auch bloß überkochen –
Anblick entsteht durch Betrachtung der Ungestalt,
die sich formt, zurückzuckt und Stellung nimmt.
aaaaaWir haben einen Tisch reserviert,
aaaaaauf der Terrasse ist es zu kalt.“ –

„Wenn ick erstma Dixieland jut find,
kann ick mir Justav Mahler reinziehen.“
Die Ventile kleckern, die Grube sickert,
den Zausel ereilt ein flotter Hexenschuß.
aaaaaMenschenzerreißen ist Usus
aaaaaim Turbokapitalismus.

Kalt isset jeworden, von ein’ uffn andern;
Hauptsache, die Katzen frieren nich’,
ausjewildert – und hochkant verasselt
wie wir selber – hamse nüscht zu verliern,
aaaaakuscheln sich ins Unterfutter,
aaaaagratulieren der coolen Mutter.

Wenn man Männer ohne Frauen läßt,
bleibt die Mausike auf der Strecke;
Partisanen kämpfen für dieses und jenes,
kaum kann man dazu tanzen –
aaaaaschon entsteht Parallelität,
aaaaadie in die Höhe strebt.

Räucheraal müssen wir noch besorgen
für Florian Günthers Lieblingspolizisten;
jegliche Technologie führt zu Dystopie,
Mantik is’  immer ’n büschen kantig:
aaaaaHier ist der Aal, du Prepper,
aaaaadu kannst ihn dir mal – selber. 

Baltic Health Index auf 2/3 – 5 vor Scheiße;
Kardinalfrage is’: „Wie verabschiedet sich der Dax?“ –
„Er wurde gesprengt, hat sich getrollt, ist getürmt
in die Geschleife, schmort im Kessel des Fristens.“
aaaaaAlle darben wir ab, knapp
aaaaaschnappen wir Frischluft.

Werden die Fluffen reichen? Wat sagt die Katz?
Klüger als ick isse uff jeden allemal: Tja, Frauen…
Man steckt nicht drin, jedenfalls zu selten
und nich’ lange genug, um mitreden zu können.
aaaaaMaskulinität is’ nu’ ma’ toxisch,
aaaaaFelinität erst recht durchtrieben.

À propos Janis Joplin; mit 27 jestorben sind wir alle,
haben’s aber – ohne groß Nachzudenken – überlebt,
jedenfalls die Artikulierenden unter uns, werkeln
seither am Spätwerk, das wie ein Zipperlein ziept.
aaaaaSchlimmer kann’s Peter Engstler auch nich’ gehen;
aaaaawir werden sehen, wenn uns die Augen überlaufen.

Bert Papenfuß

 

 

Fakten und Vermutungen zum Autor

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