Das Zuviel

Daß die Menschen, allesamt, bloß als Männchen zur Möblierung der machtvollen Architektur gedacht waren, zeigt sich jetzt, da das Gemälde merklich verblaßt und fast schon durchsichtig geworden ist, etwa darin, wie die Stufen der monumentalen Treppe die nur noch in Umrissen erkennbaren Körperformen waagrecht durchstoßen. Und wie das stört! In der Kunst ist der Mensch des Guten zuviel; er ist das Zuviel, schlechthin.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Haupts Werk Das Leben
Ein Koordinatenbuch vom vorläufig letzten bis zum ersten Kapitel.

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