Felix Philipp Ingolds Skorpioversa – Poesie und Poetik des Namens (Teil 15)

Poesie und Poetik des Namens
Beispiele, Analysen, Kommentare

Teil 14 siehe hier

Mandelstam (bei Celan stets «Mandelstamm») figuriert in «Die Niemandsrose» einerseits als Widmungsname und realer Adressat, andrerseits als ein gewöhnliches Wort, das in vielfacher assonantischer Abwandlung (Mandel, Hand, Machandel, Mandorla) leitmotivisch eingesetzt wird. Man kennt dieses in der Genesis praktizierte Verfahren als «Leitwortstil». Darauf scheint Paul Celan in einem Gedicht der «Niemandsrose» anzuspielen, wenn er – auch hier wortspielerisch – auf die Samenhaftigkeit des Namens verweist, mithin auf dessen Streuungs- und Vermehrungsfähigkeit («Hinausgekrönt»):

                  …

 

Mit Namen, getränkt
von jedem Exil.
Mit Namen und Samen,
mit Namen, getaucht
in alle
Kelche, die vollstehn mit deinem
Königsblut, Mensch, – in alle
Kelche der grossen
Ghetto-Rose, aus der
du uns ansiehst, unsterblich von soviel
auf Morgenwegen gestorbenen Toden.

 

                  …

… Fortsetzung hier

© Felix Philipp Ingold & Planetlyrik

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