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Plötzlich sehe ich Laure als jene schmale Blonde, eine junge Frau, wie sie in Begleitung ihrer grauen Tante oder Mutter durch die Dresdner Gemäldegalerie geht … den Kopf hat sie hoch erhoben, an allen Bildern schaut sie souverän vorbei, auch für ihre matronenhafte Begleiterin, der sie bald zu folgen, bald vorauszugehen scheint, hat sie keinen Blick; sie trägt einen engen Schlauchrock aus billigem, schlecht vernähtem Trikot, der ihr bis zu den schmalen, leicht nach innen eingeknickten Knöcheln reicht und auf dessen Schultern und Rücken vereinzelte goldblonde, fast weiße Haare aus ihrer straffen Kurzfrisur sich verhakt haben; fast weiß ist auch ihr Gesicht, fast weiß sind ihre Hände, die sie jetzt wie Kerzen vor sich herträgt und mit denen sie die Besuchermenge, die sich vor so manchen Bildern staut, zu zerteilen scheint.

 

aus: Felix Philipp Ingold: Freie Hand
Ein Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder

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Mädchen

Dämchen. – Nächte, Mächte möchten Dächer; echte Nähte – auch ein Märchen…

Michel Leiris ・Felix Philipp Ingold

– Ein Glossar –

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