8.
noch ne geschichte von liebe
als letzten schluck um
den anschluss nicht zu verpassen
der autor hat einen preis
ein preisgeld
etwas ruhm eine schöne
eine geschichte von rivalität
in der liebe sie endet
schlecht
das leben ist wirklich
mies das buch ist
ein spiegel ein
treuer ’n treuer
spiegel
von dem was ist das eben ist das ist
nicht zu leben das schreiben
kann nichts
dafür aber
der preis verlangt
zwischenfälle die verderben das schreiben
das daran
nichts ändern
kann der preis er kann
alles.
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ÜBERSETTRADUCTIONZUNG
1.
Nichts lässt sich nun noch ändern. Wort für Wort untersuchten wir darauf, wie es sich in anderer Lautung wieder verwenden lässt. Alles haben wir gegengelesen. Nahezu alles ist, einmal bezweifelt, wieder zu sich gekommen.
2.
Was heißt dann zu sich kommen? Die Worte haben keinen Gehalt, es sind Echos von Sinn, Laute, hypothetisch, ungreifbar. Was sage ich? Ja, ungreifbar, aber übersetzbar, von Echo zu Echo, von Sinn zu Sinn, ohne Doppelsinn.
Ein Wort ist ein Wort ist ein Wort.
Unsinn natürlich, aber wir glauben gern, dass eine Blume die andere wert ist, dass sie weiterblühen, die Rosen von damals.
3.
Lass sehen – hier eine Dichterin, die ganz streng ist, eine Feindin des Überflüssigen, die sich ganz schön was erlaubt, die glaubte / halt / halt gut zu handeln – dort ein Dichter, der sich das Recht auf Widerspruch vorenthält, gegen ihre Worte und die Brüche zwischen diesen Worten und der mit jedem Wort dem widerspricht, was sie ihm diktiert – weil jedes seiner Worte ein Widerspruch ist, einen Widerlaut erzeugt, der überwiegt, ohne ein Widersinn zu sein, nein, noch nicht.
4.
Die Übersetzung war in diesem Fall kein Spiel mit der Einsamkeit. Ein Geduldsspiel schon, vor allem für die Dichterin, die Schritt um Schritt, Wort für Wort folgt und alles entschlüsselt, was ihr möglich ist. Sie ist wachsam. Er kündigt ihr Fallen an und sie erkennt andere, intuitiv. Es kommt ein Text heraus, der janusköpfig ist.
5.
Sie muss jedes Wort neu überdenken und abwägen, was irritierend ist. Sie setzt sich einem solchen Spiel nicht allzu oft aus, da bin ich ganz sicher. Sie sieht ihren Text sich, übersetzt, erschöpfen.
Ich verstehe, dass es nicht leicht ist, eine solche Übersetzung als notwendig hinzunehmen, statt die Notwendigkeit hinzunehmen, sich um den Widersinn nicht zu scheren, der sonst herauskommt.
6.
Der Übersetzer kann grundsätzlich nicht fragen, was die Verfasserin sich gedacht hat.
Die Verfasserin weiß es nicht mehr, zum Beispiel weil sie sich schon anderen Texten widmet. Oftmals aber weiß sie eine Antwort zu geben, wenn ihr erlaubt, was auf der Hand liegt. Manchmal schwimmt sie, aber das muss sie nicht zugeben.
7.
Wiederholen, was wir hier zusammen gemacht haben? Nein.
Der Text bleibt janusköpfig.
Das ist alles und das ist nichts und das ist ein Ganznichts, das uns erstaunt, beide.
Nichtsdestotrotz –
G. H. H., Nachwort
Fakten und Vermutungen zur Autorin + Instagram
Die ,freien‘ Klänge des Französischen: Treffen mit Valère Novarina und Isabelle Sbrissa 18.3.2014 in Maison Rousseau et Littérature.








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