TEXT+KRITIK: Franz Fühmann – Heft 202/203

Mashup von Juliane Duda zum Buch

TEXT+KRITIK-Franz Fühmann – Heft 202/203

WARUM FÜHMANN LESEN?

– Eine Umfrage. –

Franz Fühmann, der gebogene Mensch

Franz Fühmann lesen – weil er womöglich, würde er heute noch leben, als 90-jähriger, dementer, also jeglicher Gestaltungsmacht über seine Erinnerungsvorgänge beraubter Pflegeheimbewohner bei jedem Geräusch zusammenfahren würde: Jetzt kommen sie ihn holen. Aber wer – sie? Und wen – ihn? Ihn, den gebogenen Menschen, das ganze hässliche 20. Jahrhundert. Jetzt.
Franz Fühmann lesen – weil er in jeder Lebensphase ungeheure Energie darauf verwandte, Vergangenes abzustreifen und zugleich aus dem Bewusstsein seine Arbeitsenergie bezog, dass sich davon nichts abstreifen lässt, sondern Vergangenes samt der Versuche, es abzustreifen, sich unweigerlich im Körper ablagert, als Geschichte, in jeder Zelle, wie Medikamentenreste.
Franz Fühmann lesen – weil sein Werk an seiner Person ablesbar ist, auf allen Bildern, den selbst entworfenen und den Fotografien, bis zuletzt: Der Jugendliche in seiner SA-Reiteruniform, die schmalen Lippen und Augen, das Kinn erhoben, mit durchgedrücktem Rücken auf dem Pferd (aber wo will ich dieses Bild gesehen haben?). Anfang der 1950er Jahre Franz Fühmann beim Schaufeln in Trümmerbergen (nein, mit der Spitzhacke wild und versunken in den Trümmern wühlend). Das traurige Funktionärspaket, wie es im Laufe des Jahrzehnts immer mehr Gewicht zulegt (übergewichtige Männer in Führungspositionen, war das nicht ein West-, ein Wirtschaftswunderbild? Aber ein Mann der DDR, in der verlängerten Nachkriegszeit, vor der Konsumoffensive? Man sieht eindeutig, hier isst nicht einfach jemand große Mengen, hier schaufelt jemand viel Mist in sich hinein, schiebt fressend seinen Stress beiseite). Dann das traurige Ex-Funktionärspaket mit fettigem Haar und glasigem Blick (er schaufelt weiter nach dem Ende seiner Parteikarriere, die ganzen 1960er Jahre lang, schaufelt nicht nur tellerweise ausgelassenen Speck und Kartoffeln, sondern schüttet, und zwar Bier und Schnaps in sich hinein, um bald so auszusehen, als schaufelte er Tag und Nacht Tabletten, der schreibende Apothekersohn, der bald den schreibenden Apotheker Georg Trakl für sich wiederentdecken wird). Anfang der 1970er Jahre ist Schluss (mit den Kartoffeln, mit Bier und Schnaps?), und Franz Fühmann steht, völlig abgemagert, 1972 mit einer Schaufel in der Hand über einem Sandloch (die Phase der abgebrochenen Schreibvorhaben setzt ein, und sie soll bis zum Ende andauern), er schaufelt jetzt im brandenburgischen Nirgendwo, mitten auf dem letzten deutschen Kriegsschauplatz des Zweiten Weltkriegs, er schaufelt nur zum Spaß, gräbt ein Sandloch, schüttet es wieder zu, gräbt es erneut. Alles Speckige schwindet aus seiner Gestalt, Franz Fühmann wird papieren. Und sitzt, der gebogene Mensch, unter Kindern (immer ein wenig unheimlich: Warum will er, der SA-Reiterstaffelmann, im Alter unbedingt inmitten von Kindern am niedrigen Schultisch sitzen, absonderlich lächelnd, wenn der Fotograf abdrückt?).
Franz Fühmann lesen – weil er Anfang der 1970er Jahre in seinem Ungarntagebuch geschrieben hat: „Einer beteuert: ,Ich war ein junger Faschist‘, und er meint und interpretiert seine Meinung folgendermaßen: ,Ich war jung, ich war glühend, ich war begeistert, ich war entflammt, ich war opferbereit, ich war einsatzfreudig, ich war voll Hingabe an Vaterland, Nation und Ehre, ich war gläubig, ich war mutig, ich war gehorsam, kurzum: ich war alles, nur das, was einen Faschisten zum Faschisten macht, das war ich nie, als ich Faschist war‘“. Woraus er, auf sich selber bezogen, folgert: „Du hättest in Auschwitz vor der Gaskammer genauso funktioniert, wie du in Charkow oder Athen hinter deinem Fernschreiber funktioniert hast: Dazu warst du doch da, mein Freund.“ (Er formuliert diese Selbsterkenntnis an einem Punkt, als eben das Zeitalter des internationalen Terrorismus angebrochen ist, in München, während der Olympischen Spiele 1972, als palästinensische Attentäter in das Mannschaftsquartier der israelischen Sportler eindrangen.) Eine Selbstbeobachtung, wie man sie bei keinem anderen deutschsprachigen Schriftsteller in dieser Schärfe (oder Klarheit?) lesen kann. Jemand, der so etwas von sich sagt, von sich weiß, der muss ja Schnaps und Bier schütten, und schaufeln, Nachkriegs- und Wohlstandsfraß und dann brandenburgischen Sand, als erwarte er, irgendwann dabei auf Kameradenknochen zu stoßen.
Franz Fühmann lesen – weil er offenbar Zeit seines Lebens ein Anhänger der Vorstellung war, die Sprache führe ein Eigenleben. Weil er durch Gedichte gegangen war, als er zur Prosa kam. Weil er Erzählformen nicht als gegeben ansah. „Das Grundübel des Realismus!!! Er hat die Lit. versaut!!“, lautet eine Arbeitsnotiz zum Bergwerkprojekt (und Franz Fühmann wäre der Erste gewesen, der bei Franz Fühmann nachgefragt hätte: Bitte was ist ein „Grund  übel“, woher stammt dieser Begriff? Warum wird „Realismus“ ausgeschrieben, die Literatur aber muss sich mit der Silbe „Lit.“ begnügen? Und was, nebenbei, hat es auf sich mit dem „versaut“?).
Franz Fühmann lesen – weil er sich zwar auf den Sozialismus, nicht aber auf dessen simples Menschenbild eingelassen hat. Trivialen Vorstellungen von der Natur des Menschen konnte er einfach nichts abgewinnen (wie auch, mag man fragen, wenn einer so viele unterschiedliche Personen in sich vereint wie Franz Fühmann), es war ihm schlicht unmöglich, den Menschen als eindimensionales Wesen zu betrachten. Ob er sich damit der herrschenden Doktrin (sei es sozialistischer, sei es behavioristischer Natur) widersetzte, musste er ignorieren, wenn er sein Schreiben (Schreiben: der Mensch in allen seinen Facetten, ganz gleich, ob sie als Vorlage für angenehme Bilder taugen oder nicht) vorantreiben wollte. So stieg Franz Fühmann schreibend in den Berg hinab, wie Sigmund Freud schreibend in den Menschen hinabgestiegen war (der aufgeschlagene Freud-Band auf seinem Arbeitstisch: als stehe Franz Fühmann noch heute daneben, um uns zu sagen: „Das Unbewußte, das gibt es eben, und die Sprache arbeitet in uns.“).
Franz Fühmann lesen – weil hundert Seiten abgebrochenes Bergwerkprojekt nicht nur zahllose Seiten anderer Lektüre überflüssig machen, sondern auch ein Leseleben lang halten (die Sprache arbeitet in uns, und sie arbeitet im „Bergwerk“).
Franz Fühmann lesen – weil derjenige, der ihn liest, von Franz Fühmann, also von seinem Werk und vom 20. Jahrhundert, träumen wird.

Marcel Beyer

 

Leben mit Verletzungen

Bis zu meinem 14. Lebensjahr waren neben den üblichen Jugendbüchern Karl May, deutsche Klassiker und die großen spannenden Romane des 19. Jahrhunderts meine Lektüre. Da ich keine der oberen Schulen des Landes besuchen durfte, verließ ich die DDR, haute in den Westen ab, wie man damals sagte. Erst auf dem Gymnasium in Westberlin begann ich neuere Literatur zu lesen, interessierte ich mich für die Produktionen der Zeitgenossen, und das bedeutete in der „Frontstadt“ Westberlin: Man empfahl dem Jugendlichen politisch anständige Literatur, die Welt östlich von Westberlin bis ins ferne Sibirien hatten die Schüler zu ignorieren, ein Brecht galt in Wilmersdorf als ein roter Parteischreiberling.
Durch eine nicht ganz legale Ferienreise nach Dresden und den Mauerbau wurde ich genötigt, zum vierten Mal meine Staatsbürgerschaft zu wechseln. Erst jetzt nahm ich den ostdeutschen Landesteil wahr, das andere politische System und auch die andere Literatur, die Bücher, die in der DDR entstanden.
Ich lernte den Lyriker Bobrowski kennen, der in jenem Jahr Levins Mühle schrieb, und Hacks und Heiner Müller, ich las Bieler, de Bruyn, Kunert, Wolf und Fühmann. Um etwas über jenen Staat zu begreifen, der, nur um mich wieder einzufangen, eine gewaltige Mauer errichtet hatte, nahm ich auch Bücher in die Hand, die nach der offiziellen Kunstdoktrin die neue und fortschrittliche Literatur sein sollten, und der 18-Jährige bestaunte verwundert Werke wie Die Westmark fällt weiter oder eine Kantate auf Stalin. Eine neue Welt eröffnete sich mir, von der man jenseits der Mauer nichts wusste.
Ein kleines Taschenbuch von Fühmann mit drei Erzählungen und einem großen Gedicht, einem Lehrgedicht, wie ich es nur von den Autoren der Antike kannte, fiel mir noch in dem Jahr, in dem ich zwangsweise repatriiert wurde, in die Hände und machte mich zu seinem treuen Leser. Mit Böhmen am Meer und Das Judenauto folgte ich weiter dem Wehrmachtssoldaten Fühmann und dessen Verstrickungen in einen Krieg und ein blutiges Regime. Er legte Kinderbücher vor, Nacherzählungen von Mythen und der Weltliteratur mit einer auch den Erwachsenen fesselnden Naivität. Aber trifft „Naivität“? Im „Prometheus“ etwa wird ja auch von einer verratenen Revolution und der Inthronisierung eines neuen Diktators erzählt… Und dann entstanden der großartige Reiseessay Zweiundzwanzig Tage und sein Trakl-Buch Vor Feuerschlünden, zwei Lebensbücher und Lebensbeichten, die an die Arbeit und Qualität eines Michel de Montaigne erinnern, an die große moderne polnische Literatur, an einen Kazimierz Brandys, Czesław Miłosz, Tadeusz Borowski. Das war, das ist große Literatur, bewundernswert, beispielhaft für mich, auch in ihrer Radikalität. Fühmann gehörte fortan zum Kanon meiner Literatur und Bildung.
Erst sehr viel später erahnte und begriff ich die Tragik seines Lebens: Verführt von den Nazis war er zu einem gläubigen Faschisten geworden, kam in Kriegsgefangenschaft, wurde in einer Antifa-Schule in der Nähe von Moskau zu einem gläubigen Sozialisten erzogen und begriff erst Jahre später die beiden Irrungen seines Lebens, sah entsetzt die plötzlich demaskierte blutige Sonne, die ihn zweimal in Versuchung führte und täuschte. Und er litt darunter. Litt darunter lebenslang. Wurde misstrauisch, misstraute vor allem sich selbst. Er lebte und schrieb mit dem Wissen um seine Schwächen, seine Irrtümer, die für ihn nicht zu tilgende Verfehlungen waren. Ein wenig sehr katholisch, gewiss, aber für mich beispielhafter und menschlicher als die gängige und übliche Haltung all der anderen, die bei Bedarf und entsprechend der politischen Wetterlage ihren Gott wechselten, aber nicht ihre Gläubigkeit, die nach wie vor mörderisch werden konnte für andere, die einen Hitler loswurden, nicht aber ihre eigene, alles endlösende Haltung, die sich von einem Stalin verabschiedeten, doch nicht von ihrem ins Fleisch gewachsenen Stalinismus.
Fühmann lag tödlich erkrankt in der Charité von Berlin, als er mich kennenlernen wollte und darum bat, ihn zu besuchen. Ich ging zu ihm und traf im Krankenzimmer einen alten Mann an, einen Mann, dem sein eigener Körper zur Last geworden war, einen Mann von großer Trauer und Melancholie. Und einen so sensibel wirkenden Mann, wie ich nie wieder jemanden erlebte.

Christoph Hein

 

Eine Abschweifung

Die Frage, so gestellt, weckt Widerstände in mir: Einerseits führt sie ohne Umschweife in einen Partikularismus, spielt eine Lektüre gegen die andere, einen unverschuldet mehr oder weniger in Vergessenheit geratenen Autor gegen den anderen aus. Lautet die zu Ende gedachte Frage nicht: Warum lesen? Und zum anderen irritiert mich an der Frage „Warum Fühmann lesen?“ eine leise rauschende Unterströmung. Jener missionarisch insistierende Ton, der, schon im Bewusstsein seiner Vergeblichkeit, um Aufmerksamkeit und Beachtung wirbt. Nicht unähnlich Fühmanns eigenen, quälend gescheiterten Überzeugungsbemühungen, mit denen er, bis an oder auch über die Grenze der Verzweiflung und Selbstdemütigung, den Greisen aus dem Politbüro beizubringen sich anstrengte, wie gut sich Poesie und Sozialismus in Wahrheit vertrügen. Nein, mir liegt wenig an einem Eifer, der, hätte er die Macht, das Werk von Fühmann sofort dem Kanon zuschlüge und die Jugend zwänge, es zu lesen.
Wer Fühmann liest, kann beispielsweise Anteil nehmen an der Erfahrung, mit welcher Wucht die Dichtung, etwa in Gestalt der Verse von Georg Trakl, in eine Existenz einzuschlagen vermag und sie über sich selbst belehrt; und dass Poesie Zauber, Ich-Ferne und Erkenntnisinteresse zugleich sei. Als ein exemplarisch Anfälliger für ideologische Verheißungen und als ein lebenslang darunter Leidender, der Fühmann gewesen ist, hat mich, in einem elenden weltfremden Gehege namens DDR, die Begegnung mit seinem Werk frühzeitig hellhörig gemacht, wie es der Individualweltmacht Literatur glücken kann, hermetische Horizonte zu perforieren. Dass die Form, nicht der Stoff, und schon gar nicht der Sinn einem Text poetische Würde verleiht, habe ich, als ich ein Leser wurde und während mich die Schule mit den Geboten des Sozialistischen Realismus malträtierte, bei Fühmann entdeckt; Schiller kam später.
Es findet sich bei Franz Fühmann übrigens auch „Jugendquark“ (so Wilhelm Raabe über sein Frühwerk, von dem er sich später distanzierte); aber das schreckt einen Leser nicht.
„Nur so, durch das Üben zur Fähigkeit der Ambivalenz, bewahrt die Seele ihre Gesundheit“, notierte einst der fast vergessene Albert Paris Gütersloh. Ähnlich hätte es auch Fühmann formuliert haben können. „,Der Verlust von Scham ist das erste Zeichen von Schwachsinn‘ (Freud; sinngemäß). Ich will keine schwachsinnigen Bücher“, heißt es in Fühmanns ungarischen Reiseaufzeichnungen Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens.
Ein guter Einstieg für Leser in die Fülle des Fühmann’schen Werkes, dieses Kompendium aus Wahrnehmungspartikeln, Reflexionen, Kurzessays, Versatzstücken aus Konkreter Poesie…
Buchkunden dürfte es allerdings schwer fallen: kein Roman, nirgends.

Wolfgang Hegewald

 

Warum Fühmann lesen?

Weil er in der Erzählung, im Essay, in der Nach- und Neuerzählung mythischer Stoffe, in den fortgesponnenen Traumnotaten wie in seinen schwarzen Parabeln das erreicht hat, was ich am liebsten Vollendung nennen würde. Vollendung deshalb, weil sich einerseits Meisterschaft und Perfektion mit dem Lebendigen, Suchenden, Unabgeschlossenen verbinden und andererseits Franz Fühmann in den verschiedenen Gattungen, in den verschiedenen Ausdrucksarten auch immer wieder an einen Endpunkt gekommen zu sein scheint. Er musste Erprobtes und Bewährtes aufgeben und sich ins Ungewisse wagen, wollte er weiterschreiben.
Als Kind bekam ich seine Nach- und in gewisser Weise Neuerzählung der Ilias und der Odyssee vorgelesen, die in mir die Lust auf die Welt der griechischen Mythen weckten und mir zugleich ein kritisch distanziertes Verhältnis gegenüber Göttern und Heroen mit auf den Weg gaben. Indem Fühmann die sozialen und ökonomischen Aspekte zurück in den Mythos bringt, differenziert er die Figuren und verleiht ihrem Handeln eine überraschende Notwendigkeit. In Prometheus entdeckt Fühmann eine Figur, die Aufstieg und Fall verschiedener Zeitalter verbindet. Der Menschenfreund Prometheus wird zum Protagonisten eines Machtkampfes, in dessen Schilderung Fühmanns Erfahrungen von Faschismus, Stalinismus und Kaltem Krieg eingehen. Fühmann befragt den Prometheusmythos und entfaltet diesen dabei als Parabel auf das 20. Jahrhundert.
Seine Erzählungen, die zum Großteil die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges zum Hintergrund haben, sind die einzigen, die ich kenne, die den Wehrmachtssoldaten zugleich als Opfer und Täter beschreiben. Je näher Fühmanns Erzählungen aber dem DDR-Alltag kom  men, umso ungeeigneter scheint dieser realistische Blick zu werden. Die „Drei nackten Männer“ müssen schon ins Surreale abheben, um die Erzählung zu einem glaubwürdigen Schluss zu führen.
Wo Fühmann an die Grenzen des realistischen Erzählens stößt, beginnt bei ihm eine Art von essayistisch-erzählerischer Prosa. Ein anderer, gleichzeitiger Weg führt zur Traumprosa.
Seine Essays, wie die über E.T.A. Hoffmann oder über das „Mythische Element in der Literatur“, haben mein literarisches Denken geprägt. Mit seinem Ungarn-Tagebuch Zweiundzwanzig Tage oder die Hälfte des Lebens und dem großen Trakl-Essay Vor Feuerschlünden schreibt er im Grunde Teile seines Lebensromans. Fühmann glaubte wenige Monate vor seinem Tod, mit seinem Bergwerksroman gescheitert zu sein. Doch was wir heute als Romanfragment „Im Berg“ lesen, enthält in nuce das Ganze. Denn so, wie Fühmann diesen Roman geplant hatte, hätte er wohl die Kräfte eines jeden überstiegen. Für mich fügt sich dieses Fragment gerade in seiner Unvollendetheit wie ein Schlussstein in Fühmanns vielgestaltiges Werk. Es geht nicht nur darum, Fühmann zu lesen, man sollte alles von ihm lesen, auch seine Briefe. Denn daraus entsteht, offenbar ohne dass es Franz Fühmann bewusst war, der angemessene Roman über sein 20. Jahrhundert.

Ingo Schulze

 

Oh, Fühmann!

Als Studentin im thüringischen Jena verfügte ich von 1976 bis 1979 über ein halbes, nach der Geburt meiner Tochter über ein ganzes Wohnheimzimmer von zwölf Quadratmetern. Ich besaß ein einen Meter breites Bücherregal und den Wunsch, es gut zu füllen. Es gab viele Bücher, die man für wenig Geld hätte kaufen können, aber die konnte man auch in Bibliotheken ausleihen. Ich war gerade dabei, zu begreifen, dass nicht alle Autoren, die ich schätzen gelernt hatte, in der DDR verlegt wurden, und wenn doch, dann oft in geringer Auflage. Gute Bücher waren Bückware, also etwas, was ein Buchhändler unter dem Ladentisch hervorzog, wenn man ihn gut kannte. Mithin nutzte ich die Bekanntschaft einer Angestellten der Jenaer Universitätsbuchhandlung, mein schmales Regal ausgesucht zu füllen. „Fühmann gehört unbedingt hinein“, sagte sie, als ab 1977 eine Werkausgabe bei Hinstorff Rostock anstand. Oh, Fühmann! Ich hatte ihn zum ersten Mal mit 16 gelesen, in Sinn und Form war die Geschichte „Drei nackte Männer“ abgedruckt gewesen, die ich nach vielmaligem Lesen beinahe auswendig kannte und die ich im Nachhinein als meinen wirklichen Einstieg in die Welt der Literatur bezeichnen kann.
Ja, Fühmann wollte ich unbedingt haben. Zunächst erschienen Erzählungen aus den Jahren 1955–1975, im Jahr darauf, 1978, Gedichte und Nachdichtungen, und wiederum ein Jahr später ein Band, der Das Judenauto, Kabelkran und Blauer Peter und Zweiundzwanzig Tage oder Die Hälfte des Lebens enthielt. Leider verließ die Buchhändlerin Anfang 1980 Jena, sodass es damals bei diesen drei Bänden blieb. Sie hatten es ins sich. Ich las Das Judenauto im gleichen Jahr, in dem die ARD die „Holocaust“-Serie aus den USA ausstrahlte und ich mir zunehmend der Tatsache bewusst wurde, dass das Verbrechen der Deutschen an den Juden mir bislang nicht als Völkermord ins Bewusstsein gedrungen war. Zwar hatte ich als 14-Jährige beim obligatorischen Buchenwaldbesuch jenen Film gesehen, in dem Leichen mit Baggern zusammengeschoben und dann verscharrt wurden, aber in meinem Kopf waren die Opfer Kommunisten gewesen, auch Sowjetsoldaten, die in Hitlers Fänge geraten waren. Und in der Tat war Buchenwald keines der großen Vernichtungslager im Osten gewesen. Durch die mit dem Film aufkommenden Debatten veränderte sich genau 1979 meine Sicht auf das „Dritte Reich“, und so atem- wie sprachlos ich mich mit dem Genozid an den Juden zu beschäftigen begann, so beklommener wurde ich, was dieses Thema anging.
Franz Fühmanns autobiografische Erzählung Das Judenauto spielt im Jahr 1931 und berichtet in nichts erklärender, konstatierender Sprache davon, wie ein Neunjähriger dazu kommt, „Juden zu hassen“. Ein Mädchen aus seiner Klasse erzählt den staunenden, entsetzten, Anteil nehmenden Mitschülern, wie es das Judenauto gesehen hat, ein gelbes, mit vier messerschwingenden Juden besetztes Gefährt auf der Jagd nach Mädchen, vier seien schon geschlachtet worden. Das Blut vermischten sie mit Nullermehl und verbüken es zu Brot, das sie in einem schauerlichen Mitternachtsmahl bei Kerzenschein zu sich nähmen. Der Junge ist zum ersten Mal verliebt und träumt in der Schule vor sich hin, das Auto jage seine Angebetete, aber er, der Held, schaffe es, die Juden zu überwältigen. Er will sich dem vor ihm liegenden, ohnmächtigen Mädchen zuwenden, als ihm der Lehrer das Lineal über den Handrücken zieht. Dieser lässt ihn zwei Stunden nachsitzen, wegen Schlafens im Unterricht. Der Junge traut sich nach dem Nachsitzen nicht gleich nach Hause und sucht Ausreden, bis ihm einfällt, er könne ja erzählen, dem Judenauto nachgeforscht zu haben. Er biegt von der Hauptstraße ab aufs Feld und gerät angesichts der ihn umgebenden, auf einmal schamlos wirkenden Natur und der zudringlichen Erinnerung an das Mädchen in einen verwirrten Zustand, als er ein braunes Auto den Weg herunterkommen sieht, und je näher es kommt, umso mehr ändert sich seine Farbe in grelles Gelb. Dass nur drei Personen darin zu sehen sind, führt er darauf zurück, dass ein Vierter sich ducke. Der Junge schwitzt Angstschweiß, das Auto fährt Schritt hinter ihm, und als ihn einer der Insassen anspricht, läuft er nur noch davon. Am nächsten Tag erzählt er in der Klasse, er wäre stundenlang vom gelben Auto gejagt worden. Er wiederholt das schließlich auch vor dem Lehrer, der ihn nach genauem Ort und präziser Zeit fragt, als das angehimmelte Mädchen plötzlich sehr ruhig sagt, gestern um diese Zeit sei sein Onkel mit zwei Freunden im braunen Auto zu Besuch gekommen, und der Onkel habe einen Jungen am Wiesenrand nach dem Weg fragen wollen, aber der Junge sei schreiend davongestürzt, er habe genau so grüne Lederhosen getragen wie der Held, und schließlich, als dieser Held schon eine ganz Weile versucht hat, sie der Lüge zu bezichtigen und seine Geschichte aufrechtzuerhalten, sagt sie mit ruhiger Stimme, sie habe ihn ja selbst vor dem Auto davonlaufen sehen. Vor dem nach kurzer Pause einsetzenden Gelächter rennt er davon, aufs Klosett, weint, tobt, und sein ganzer Schmerz entlädt sich in dem Schrei „Juden! Juden! Juden!“. Die Geschichte endet mit den Sätzen „Sie waren dran schuld. Ich hasste sie.“
Ich schlug sprachlos das Buch zu. So etwas hatte ich noch nicht gelesen. Und plötzlich entlud sich in einem Lachen, in dem nicht geringe Verzweiflung mitschwang, die in der Geschichte aufgebaute Spannung, ich lachte und lachte und lachte und lernte auf der Stelle, dass Lachen und Verzweiflung durchaus in eins gehen können im menschlichen Leben, und damit war ein weiterer wichtiger Grundstein meiner eigenen literarischen Arbeit ins Rollen gekommen. Ich fühlte, dass diese Geschichte mich anging, weil sie mir eine Ahnung davon verschaffte, wie gesellschaftliches Klima in die Erziehung eingreifen kann und vor Kindern nicht haltmacht, die völlig unschuldig sind, wenn sie „Juden hassen“. Die aber schuldig werden können zehn, zwölf Jahre später… Fühmann verhandelte das alles fernab jeglichen Moralisierens, er relativierte nichts, er beschuldigte aber auch nicht. Das Fehlen des Schuldgedankens führte womöglich, in dieser begrenzten, außerordentlichen Lesesituation, zu jenem befreienden, wenngleich verzweifelten Lachen, das mir natürlich bei der staatlich verordneten Zwangsbesichtigung des KZs Buchenwald niemals hätte in den Sinn kommen können, auch völlig fehl am Platze gewesen wäre. Wenige Wochen nach der Lektüre fuhr unsere Studentengruppe für eine Woche nach Krakow in Polen. Mit zwei Kommilitoninnen besuchte ich Auschwitz, es war ganz selbstverständlich für mich, sodass ich mich wunderte, dass die meisten anderen das nicht auf der Agenda hatten. Auch Franz Fühmann hatte mich ein gutes Stück vorangebracht, meine Vorfahren und mich selbst räumlich und zeitlich in Beziehung zu setzen zu den Judenverfolgungen im „Dritten Reich“ und sie nicht als etwas völlig Fremdes, Abzuwehrendes, nichts mit mir zu tun Habendes wahrzunehmen. Ich tat das in der Phantasie, spielte mögliche Szenarien durch, denen meine Urgroßmutter zuschaute oder in die mein Onkel verwickelt war. In meinem Roman Die Gunnar-Lennefsen-Expedition finden sich Spuren davon.
Mein Dank an Franz Fühmann und das damit zusammenhängende An  mahnen, ihn wieder und wieder zu lesen, beziehen sich, neben natürlich vielen inzwischen hinzugekommenen Gründen, zuallererst immer auf das Herunterbrechen markanter Daten üblicher Geschichtsschreibung auf sehr persönliches Erleben. Seine Art des Erzählens macht es möglich, dass im eigenen Kopf Schranken fallen und man Kategorien wie Moral und Schuld beiseitelassen kann, auch beim durch die Lektüre womöglich ausgelösten eigenen Erinnern. Es ist ungeheuer befreiend, über etwas lachen zu können, was einem bislang nur als Albdruck begegnet war. Dass Denken nicht um Erlaubnis fragen muss, verdanke ich zu einem guten Teil der Literatur Fühmanns. Seine besten kurzen Erzählungen ähneln unter diesem Aspekt sogar denen der Alice Munro: Beide Autoren lassen alles zu, was denkbar ist, und wenn sie überhaupt etwas bewerten, dann nur, wo sie als Erzähler selbst auftauchen in ihren Geschichten, und auch dann nur in Bezug auf die eigene, unmittelbare und auf den Moment bezogene Befindlichkeit. Nun ist es seit dem Herbst 2013 zum Glück überflüssig geworden, zur Lektüre einer Alice Munro aufzufordern. Aber die Gelegenheit, das für Franz Fühmann zu tun, lasse ich nicht ungenutzt vorüberziehen.

Kathrin Schmidt

 

„Canto ami et non mourier“

„Ein Lied der Freundschaft und nicht des Sterbens“ – diesen Satz schrieb HAP Grieshaber für Franz Fühmann als Widmung in den Basler Totentanz. Im September 1973, bei ihrer zweiten Begegnung in Rostock. Daran erinnerte sich Fühmann, als er für Grieshabers Reihe „Engel der Geschichte“ den „Engel der Behinderten“ herausgab und mit einem Aufsatz begleitete. In ihm gibt er wunderbar anschaulich Gespräche mit Behinderten in den Anstalten Stetten und Fürstenwalde wieder.
Von diesen Erfahrungen hatte ich keine Ahnung, als wir uns in Berlin trafen und er mich – was mich überraschte – auf ein Kinderbuch ansprach: „Das war der Hirbel“. Wie ich darauf gekommen sei, wollte er wissen, ob Hirbel ein Vorbild in der Wirklichkeit habe? Ich erzählte ihm von dem Kind im Übergangsheim in Stuttgart-Sillenbuch, wo meine Frau als junge Psychologin gearbeitet hatte. Sein dringliches, drängendes Interesse ging mir nach, bis ich von einem Buch erfuhr, das er gemeinsam mit dem Fotografen Dietmar Riemann herausgegeben hatte: Was für eine Insel in was für einem Meer – Leben mit geistig Behinderten.
Es sei vergriffen, wurde mir mitgeteilt. Aber einer der Lektoren des Hinstorff Verlags, Thomas Gallien, sah ein, dass ich es ,brauchte‘ und beschenkte mich damit. Nachdem ich die Bilder angeschaut, Fühmanns Vorwort gelesen hatte, begriff ich seine Nähe zum verstörten Leben, die keinen barmherzigen Grund hat, sondern einen erlittenen. Fürstenwalde könnte, sagte ich mir, ein Stollen, eine Kammer seines „Bergwerks“ sein, jener großen und tief gedachten Ansicht seiner Poesie. Die Menschen, die er in Fürstenwalde, in der Samariteranstalt, kennenlernte, fragen nicht nach dem Sinn des Lebens, sie sind von Anfang an, ins Leben verstrickt, mit seinen Ende verbunden. So bleiben auch die Blätter von Grieshabers Basler Totentanz gegenwärtig. Vielleicht wissen die „Behinderten“ mehr vom Leben, mehr über die Angst, mehr über die Freude, da sie einen Schritt weit oder mehr über die Grenze hinaus sind, die uns Furcht einflößt. Unlängst fragte mich ein Elfjähriger in der Schule der Anstalt Riedstadt, warum der Mensch sterben müsse. Auf diese Frage, die mir nie von Schülern gestellt wurde, war ich nicht gefasst. Und wir einigten uns, dass jede Geschichte einen Anfang und ein Ende haben müsse; das Leben auch. Ich dachte an Fühmann, schlug, nach Hause gekommen, sein Buch auf und las dort, meinem Frager und mir zum Trost: „Wer nicht bereit ist, von ihnen (den Behinderten) zu lernen und ihre Leistung zu achten, belästige sie nicht mit Mitleid und Trost. Wie viele von ihnen mussten zu tragen lernen, dass ihre Eltern sie verleugnen, dass ihre sexuelle Sehnsucht zumeist unerfüllt bleibt, dass ihnen in einer für sie nicht geschaffnen und weitgehend unbenutzbaren Umwelt Kränkung, ja Feindseligkeit widerfährt, auf den Ämtern, in den Verkehrsmitteln, auf der Straße, im Laden; ein Jahr Heuchelei der Hilfsbereitschaft ändert daran nicht viel. Der sie begleite, sei ein Engel des Zorns. Grieshaber hätte ihn für sie geschnitten, das Blatt bleibt vakant. (Der „Engel der Behinderten“ erschien 1982. Grieshaber starb ein Jahr davor.) Vielleicht wird das Kind seines Totentanzes einmal zu solch einem Engel reifen: Es trägt schon Flügel; sein Fuß ist noch schwer… Möge es endlich dem Engel begegnen, der als Sturm durch die Geschichte braust.“ Das las ich und wünschte dem fragenden Kind den Engel Fühmanns.

Peter Härtling

 

Darum Fühmann lesen!

Um das Werk eines großen deutschen Nachkriegsschriftstellers kennenzulernen.
Um sich an einem Erben der Romantik zu begeistern, der das Zeug zum Klassiker hat.
Um mit seinen Erzählungen aus Kindheit und Sagenwelt, aus Zukunft und Gegenwart durch Zeiten und Welten zu reisen und zu lachen und zu weinen, wie es sich bei guten Geschichten gehört.
Um anhand seiner Selbstbefragung ein Zeitalter besser zu verstehen, in dem der Geist und die Macht tödliche Allianzen eingingen, gegen die dennoch auch etwas sehr Zartes Widerstand leisten konnte, weil sich in ihm Wahrhaftigkeit und Schönheit nicht trennen ließen: das Gedicht.
Um einem faustischen Geist nahe zu sein und sich wie er nicht klein machen zu lassen von tyrannischer Dummheit.

Uwe Kolbe

 

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Inhalt

Warum Fühmann lesen? Eine Umfrage. Marcel Beyer, Christoph Hein, Wolfgang Hegewald, Ingo Schulze, Kathrin Schmidt, Peter Härtling, Uwe Kolbe

Jürgen Krätzer: „… das Stocken des Widerspruchs treibt Monstren heraus“

Christian Lehnert: „… aus Kot geschaffen und Gott gleich im Erkennen von Gut und Böse –: das also hieß Menschsein“. Franz Fühmanns Zugänge zur Bibel

Brigitte Krüger: Der Traum vom „Buch der Träume“. Franz Fühmanns Traumkonzept

Klaus Rek: Eine Wahlverwandtschaft. Franz Fühmann und seine Rezeption E.T. A. Hoffmanns

Werner Nell: Selbstporträt als fremder Mann. Franz Fühmanns „Zweiundzwanzig Tage“. Befremdung als Selbsterkundung – Schreiben als Übersetzen

György Dalos: Heimisch in der dritten Sprache. Franz Fühmann und die ungarische Lyrik

Franz Fühmann: Kleine Praxis des Übersetzens unter ungünstigen Umständen

Andrea Jäger: „War denn mein Schreiben überhaupt Arbeit?“. Franz Fühmanns Sinnsuche in der Arbeitswelt der Werften und Bergwerke

Martin Straub: Barlach in Güstrow

Franz Huberth: Emanzipation durch Sprache. Franz Fühmanns späte Ankunft im Gegendiskurs

Adolf Endler: „…  und wieso nur ’n ,Büchlein‘?“

Matthias Braun: „Die Anthologie von den jungen Leuten lässt mich nicht mehr schlafen“. Der Mentor Franz Fühmann

Eberhard Sauermann: Fühmanns Trakl-Essay

Uwe Kolbe: Feuerschlünde oder Der lange Weg zur beinahe vollständigen Veröffentlichung eines langen Nachworts

Jürgen Krätzer: Auswahlbibliografie Franz Fühmann

Notizen

 

 

Franz Fühmann (1922–1984)

schrieb grandiose Prosa und Essays. Stets werden seine Texte zitiert, wenn es um die Nachkriegsliteratur und ihre Auseinandersetzung mit Krieg und Faschismus, um den „Bitterfelder Weg“, die Rezeption von Romantik, Expressionismus und Mythos sowie die kulturpolitischen Auseinandersetzungen des Kalten Krieges und den „Literaturstreit“ um Stasi, Staat und Dichter geht.
Dennoch zählt Fühmann zu den kaum Bekannten unter den großen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Das hat verschiedene Gründe: eine vertrackte, doch kaum schlagzeilentaugliche Biografie, poetologische Brüche, Abbrüche und Umbrüche – vor allem aber: es gibt keinen Roman.
Das Doppelheft lotet zahlreiche Facetten seines umfangreichen Werks aus, in einzelnen Analysen und in sehr individuellen Antworten von Schriftstellern auf die Frage „Warum Fühmann lesen?“ – als Einladung zur Lektüre sowohl dieses Bandes als auch der Werke Franz Fühmanns.

edition text + kritik, Klappentext, April 2014

 

Fakten und Vermutungen zu TEXT+KRITIK

 

Fakten und Vermutungen zum Herausgeber

 

Uwe Wittstock: Kindheitsmuster, Herkunftsmonster. Eine Lange Nacht über Christa Wolf und Franz Fühmann und ihre deutsche Vergangenheit

 

Vajswerk Häutungen Franz Fühmanns. Eine Spurensuche

Alexander Cammann: Aus Feuerschlünden, Die Zeit, 29.12.2021

 

Zum 70. Geburtstag von Franz Fühmann:

Hans Richter: Ein verlorener Sohn Böhmens
Sinn und Form, Heft 4, Juli/August 1992

Zum 95. Geburtstag von Franz Fühmann:

Walter G. Goes: Versuche über Literatur
Ostseezeitung Rügen, 14.1.2017

Zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann:

Alexander Cammann: Aus Feuerschlünden
Die Zeit, 29.12.2021

Cornelia Geißler: Annett Gröschner, welche Bedeutung hat Franz Fühmann für Ihr Schreiben?
Berliner Zeitung, 2.1.2021

Lukas Betzler: Erfahrungen und Widersprüche – Zum hundertsten Geburtstag Franz Fühmanns
54books.de, 13.1.2022

Im Gestrüpp von Für und Wider: Franz Fühmann zum 100. Geburtstag mit Anja Kampmann, Joachim Hamster Damm und Ingo Schulze
mdrKULTUR, 11.1.2022

Thomas Schmidt: Die Leben des Franz Fühmann
schmidt.welt.de, 15.1.2022

Uwe Wittstock: Jedes Buch war für ihn Bekenntnis
literaturkritik.de, Januar 2022

Ulf Heise: Franz Fühmann: Ein Leben als wilder Gebirgssteig
Freie Presse, 14.1.2022

Gunnar Decker: Er wollte anders sehen lernen
nd, 14.1.2022

Gunnar Decker: Mit ernster Fantasie
der Freitag, 2.2.2022

Kai Köhler: Ins Ich verbissen
junge Welt, 15.1.2022

Märkisch Buchholz: So lebte Franz Fühmann im Schenkenländchen
Märkische Allgemeine, 15.1.2022

Ein Leben voll drastischer Wendungen: Vor 100 Jahren wurde Autor Franz Fühmann geboren
Märkische Allgemeine, 15.1.2022

Klaus Hanisch spricht mit Paul Alfred Kleinert: Grundthema: Heimkehr
Prager Zeitung, 15.1.2022

Karin Großmann: Wie ein SA-Mann in der DDR gefeiert und verfolgt wird
Sächsische Zeitung, 15.1.2022

Hans-Jürgen Schmitt: Der Eremit von Märkisch-Buchholz
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.1.2022

Thorsten Hinz: Die doppelte Verführung
Junge Freiheit, 15.1.2022

Lothar Müller: Wie leicht man schuldig werden konnte
Süddeutsche Zeitung, 19.1.2022

Claudia Roth: – Es gilt das gesprochene Wort –
bundesregierung.de, 18.1.2022

Ute Wegmann im Gespräch mit Ingo Schulze: Zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann mit Pod
Deutschlandfunk, 15.1.2022

Isabel Cole: Worte, Wörter, Wandlungen
lyrikkritik.de

Audiosammlung von mdr KULTUR zum 100. Geburtstag von Franz Fühmann

 

Roland Berbig: Franz Fühmann – Lebens- und Schreibblätter (1922–1984)

 

„Staunendes Begreifenwollen“. Autor:innen über ihr Verhältnis zu Franz Fühmann

 

„Dem Menschen das Ertragen der Wahrheit zutrauen“. Ausgewählte Texte Fühmanns. Mit Corinna Harfouch

 

Fundsache Original – Franz Fühmann zum 100. Geburtstag. Isabel Fargo Cole, Anja Kampmann und Roland Berbig. Moderation: Matthias Weichelt.

 

Franz Fühmann – Haltepunkte in Märkisch Buchholz

Franz Fühmann – Rebell im Schatten Film von Simone Unger

 

Fakten und Vermutungen zu Franz FühmannFilou + InstagramKLGIMDbKalliope + Archiv 1 & 2Internet ArchiveIZA
Porträtgalerie: akg-images + Autorenarchiv Isolde Ohlbaumdeutsche FOTOTHEK + IMAGO + Keystone-SDA
Gedenkartikel: Uwe Wittstock, Max Walter Schulz, Christa WolfUlrike Almut Sandig, Dietmar Riemann, Christian Klötzer, Wieland Förster, Ursula Püschel, Günter Deicke

„Dieser Text ist verschwunden.“

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Interviews: mit LehrerInnen, mit Hans-Georg Soldat

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