Andreas Thalmayr: Das Wasserzeichen der Poesie

Mashup von Juliane Duda zu dem Buch von Andreas Thalmayr: Das Wasserzeichen der Poesie

Thalmayr-Das Wasserzeichen der Poesie

DAS EINE BUCH

Ich sah, wie die schwarzen Veden,
wie Koran und Evangelium
und die in Seide gebundenen
Bücher der Mongolen
hingingen und
aus dem Staub der Steppen,
aus duftendem Trockenmist
− nach Art der Kalmückenfrauen
bei Tagesanbruch −
einen Scheiterhaufen errichteten
und sich drauflegten, zuhöchst.

Weiße Witwen hüllten sich ein in Rauchgewölk,
auf daß beschleunigt sei die Heraufkunft
des Einen Buches,
des Buches mit den Seiten, die größer sind als das Meer,
die da beben mit Blaufalterflügeln,
des Buches mit dem Seidenfaden
als Lesezeichen an
der Stelle, wo
der Blick des Lesenden stehenblieb.

Es kommen die Flüsse, es kommen die großen
geströmt, eine tiefblaue Flut:
die Wolga, wo nachts die Lieder von Rasin erklingen,
der Gelbe Nil, wo sie beten zur Sonne,
der Jangtsekiang mit der dicken Jauche von Volk,
und du, Mississippi mit deinen Yankees,
die sich den Sternenhimmel an die Hosen nähn,
die ihre Beine in Himmelstuch wickeln,
und Ganges, du,
mit deinen dunklen Menschen – den Geist-Bäumen,
und die Donau, wo weiß im Weiß
Weißhemdige stehn überm Wasser,
und der Sambesi, wo die Menschen schwärzer sind als der schwärzeste Stiefel,
und der stürmische Ob, wo sie den Götzen geißeln
und mit den Augen zur Wand stellen,
wenn Fettes gegessen wir,
und die Themse mit ihrem Grauspleen.

Das Geschlecht der Menschen ist dieses Buches Leser.
Auf dem Umschlag, geschrieben
von des Schöpfers Hand:
mein Name, in hellblauen Lettern
Jaja, du bist nicht achtsam beim Lesen −
sieh näher hin, schärfer,
zerstreut, das bist du, du liest mit Tagedieb-Augen.
Gleichwie
Lektionen in Gottes Gesetz
sind diese Gebirgsketten, diese
riesigen Meere.
Dies Eine Buch:
bald liest du’s, bald.
In diesen Seiten schnellt der Wal,
der Adler umsegelt das Eckblatt und kommt
niedergeschwebt auf die Wellen des Meers, auf die Brüste der Meere,
um auszuruhn auf des Seeadlers Bettstatt.

Velemir Chlebnikov
übersetzt von Paul Celan

 

 

Wenn es nach der Zahl der Produzenten ginge,

wäre die Poesie ein Massenmedium. Das Verlangen, Gedichte zu schreiben, ist ungebrochen: ein heimliches Laster, das nach Öffentlichkeit giert. Welcher Lektor, welcher Redakteur wüßte nicht ein kummervolles Liedchen von den Manuskripten zu singen, die ihm auf den Tisch gestreut werden! Er seufzt, er wünscht die unglücklichen Einsender zum Teufel. Das Publikum teilt seine Abneigung. Vielen Dichtern geht es ähnlich, sie geben es nur nicht zu. Schreiben wollen sie alle, aber lesen?
Es ist etwas Geheimnisvolles an diesem zähen, stummen, entschlossenen Widerstand. Schließlich gibt es kaum etwas harmloseres als diese dünnen Bändchen, diese schwarzgeränderten Kästchen in der Samstags-Zeitung, diese wohlmeinenden Anthologien. Früher hießen sie Ewiger Vorrat oder Erfülltes Dasein, heute vielleicht Bingo oder Crash. Aber sobald die Zeilen nicht über die ganze Seite laufen, ist gewöhnlich auch der fetzigste Titel für die Katz. Umsonst die gutmütige Anzeige des Verlegers, der Platz auf der Bestenliste, die dringende Ermahnung des Kritikers. Selbst die Krücken der Interpretation, die uns die einschlägige Wissenschaft reicht, helfen der Behinderung nicht auf. Sie bewirken eher das Gegenteil.
Die Lust, Gedichte zu lesen, ist uns einfach abhanden gekommen. Vielleicht sind die Dichter schuld? Vielleicht haben wir sie satt, mit ihren Tiraden, ihrem Grimm, ihrem Ekel, ihrer Emphase, ihrem ewigen Narzißmus?
Oder liegt es an uns?
Warum kommt es uns manchmal so vor, als haftete der ganzen Sache, der „Lyrik“, etwas Trübes, Zähes, Dumpfes, Muffiges an?
Aber war da nicht irgendwann, irgendwo was Anderes? Ein Lufthauch? Eine Verführung? Ein Versprechen? Ein freies Feld?
Ein Spiel?

Zugegeben, es ist nie ein simples, es ist schon immer ein höchst verwickeltes Spiel gewesen, das die Dichter und ihre Leser trieben. War das alles ernst gemeint? Oder war es nur eine Parade von Kunststücken, eine Vorstellung von glänzenden Tricks, sonderbaren Gemütsbewegungen, atemberaubenden Fertigkeiten? Und wenn es ein Spiel war, nach welchen Regeln wurde es gespielt?
Nut die wenigsten wüßten das zu sagen. Dabei hat sich eine gewisse Sorte von Leuten über zweitausend Jahre lang mit dem größten Eifer solchen Fragen hingegeben. Heute erinnern nur noch ein paar verstaubte Bücher an diesen exquisiten Zeitvertreib: das Dictionnaire de la poetique, das Handbuch der literarischen Rhetorik, On Rhetoric and Oratory. Wir wissen kaum mehr, was diese Wörter bedeuten.

Wie wäre es, wenn wir von vorne anfingen? Mit einem Kompendium, aus dem zu erfahren wäre, was man mit ein paar Worten alles anfangen kann? Einem Lehrbuch der Poetik?
Das wäre vielleicht zu hoch gegriffen. Wir gäben uns schon mit einem Gedichtbuch zufrieden, das uns unterhielte, statt uns zu quälen. Wir würden uns gern von einer Art zu lesen verabschieden, die uns in Schüler verwandelt, so als hätten wir ein Abitur vor uns. Warum zum Beispiel verspricht man uns immerzu die schönsten, die wichtigsten, die besten Gedichte? Warum sollten wir neben den berühmten nicht die obskuren, neben den tiefsinnigen nicht die zweifelhaften, neben den ergreifenden nicht die hanebüchenden Verse lesen? Ist es denn so leicht, von vornherein und ein für allemal zu unterscheiden, was die einen sind, und was die andern?
Die einzig richtige Art, ein Gedicht zu lesen, gibt es nicht. Sie ist nur ein pädagogisches Phantom. So viele Köpfe, so viele Lesarten, eine richtiger als die andere. Damit soll nichts gegen die Arbeit der Philologen gesagt sein und gegen die zuverlässigen, die kritischen, die „gesicherten“ Texte, die sie verspricht; ganz im Gegenteil.
Aber ihre Treue ist nur eine unter den vielen Möglichkeiten, die wir haben, einen Autor beim Wort zu nehmen. Man kann ihn auch nacherzählen, oder rückwärts lesen, oder verspotten, oder bestehlen, oder weiterdichten, oder übersetzen … Lesen heißt immer auch: zerstören – wer das nicht glauben will, möge die Gehirnforscher fragen −; zerstören und wieder zusammensetzen. Dabei entsteht allemal etwas Neues. Ein Klassiker ist ein Autor, der das nicht nur verträgt; er verlangt es; er ist nicht totzukriegen durch unsere liebevolle Roheit, unser grausames Interesse.

Ein Spiel also, eine Schnitzeljagd, ein Vergnügen. Mehr nicht? Oh, es wäre schon einiges gewonnen, wenn wir wieder lesen könnten, ohne zu gähnen. Der Rest ist Kunst. Was die Kunst betrifft, so brauchen wir uns ihretwegen keine Sorge zu machen. Das Wasserzeichen verschwindet nicht so leicht. Wer Lust hat – ohne Lust geht es nicht -, der braucht die Wörter nur gegen das Licht zu halten. Unter jedem Text findet sich ein anderer, finden sich viele andere, mehr als die Weisheit des Lesers und des Schreibers sich träumen lassen.

A. T., Vorwort

 

Darauf haben wir gewartet:

Das Buch für jede Stunde, jede Stimmung. Schmöker und Lehrbuch. Eine ganze Bibliothek zwischen zwei Buchdeckeln. Ein Buch nicht fürs Regal, sondern für Nachttisch oder Reisetasche, zu täglichem Gebrauch – und Genuß.
Das ideale Geschenkbuch – das man am liebsten selber behalten möchte. Und wie aufregend wird das Buch, wenn wir es verschenken: Was machen die lieben Menschen damit, denen wir es in die Hand legen? Lesen sie es brav von Seite 1 bis 486 als noch eine Gedicht-Anthologie oder erkennen sie dieses Lehrbuch der Poetik auch als Spiel-Angebot zu schöpferischem Lesen, zu reichem Leben? Das Sachbuch als Lockruf in ein Lese-Labyrinth.
Endlich ist es da, das Buch, das nicht die 100 oder 999 schönsten/besten Gedichte aus aller Welt auf einem Altar präsentiert, vor dem Leser in die Knie sinken sollen, sondern das Buch, das mit schöner Schamlosigkeit auch grotesk misslungene und hanebüchende Verse einschmuggelt. Hier werden einmal alle Gesetze außer Kraft gesetzt, Normen befragt, Maßstäbe zerbrochen.

Rolf Michaelis, Die Zeit

Lyrisches Riesenspielzeug

Ein Buch, das dort gar nicht ausgestellt war, hat sich auf der Frankfurter Buchmesse als einer der anregendsten Gesprächsstoffe erwiesen: Das Wasserzeichen der Poesie oder Die Kunst und das Vergnügen, Gedichte zu lesen. In 164 Spielarten vorgestellt von Andreas Thalmayr. Auf 490 Seiten wird, quer durch Epochen und Sprachen, eine Poetologie voll Witz und Boshaftigkeit ausgebreitet: Gedichte als Kunst-Stücke, Spielsachen, Rätsel-Objekte, Scherzartikel, Lyrik als Klang- und Bildspiel, als typographische Fallenstellerei, als parodistisches Abenteuer. Wo beispielsweise ein Serenus M. Brezengang die George-Zeilen vom Geschlecht, das sich einst von Schande gereinigt haben soll, „profaniert“, ist das Original für alle Zukunft lächerlich gemacht: „Wenn einst dieser herd sich gereinigt von sosse …“ Das Buch ist ein Puzzle, so ernst wie unernst, schlau, preziös, snobistisch, köstlich, und von den unzähligen Fragen, das es aufwirft, ist nur eine müßig: Ob sich denn hinter dem eulenspiegelhaften Serenus M. Brezengang (kräftig schütteln!) oder dem ominösen Andreas Thalmayr wirklich Hans Magnus Enzensberger verbirgt. Denn der hat als Herausgeber von Franz Grenos Anderer Bibliothek, in der Das Wasserzeichen der Poesie (25 Mark) erschienen ist, ohnehin die Verantwortung für diesen erlesenen Streich. Und wer auf der Messe in Frankfurt noch darüber rätselte, mußte nur in den Himmel schauen. Da ließ Verleger Greno drei Flugzeuge mit Enzensbergers Namen im Schlepptau über dem „Bücher-Babylon“ ihre Kreise ziehen.

Der Spiegel, 21.10.1985

Mit von der Partie sind aber auch der Setzer und Drucker,

die alle ihre Künste aufbieten, ihre ganze handwerkliche Logik, um sie in den Dienst der Sache zu stellen. Es ist auf diese Weise nicht nur ein schön gedrucktes Buch entstanden, sondern ein Opus, das alle optischen Mittel der Satztype und der Druckfarben nutzt und als graphisches Signal einsetzt, Strukturmerkmale und sonstige Eigenarten von Texten wirklich ins Auge stechen zu lassen.

Frankfurter Rundschau

Das alles hält ein Gedicht mühelos aus

– Enzensbergers gelungener Poesie- Transfer. –

Am Anfang stand eine Erfahrung: Gedichte schreiben – das tun viele (mancher heimlich, mancher unheimlich); einige finden dafür sogar einen Verlag, und sollten sie ihn vorher selber gründen müssen. Aber dann ist auch Schluß. Denn: Gedichte lesen – das tut kein Mensch, höchstens ein Rezensent. Wer ein Buchbedürfnis verspürt, liest Romane. Lyrik nicht. Die interpretiert man in der Schule. Das reicht meist fürs Leben.
Nicht mal Lyriker lesen gern Gedichte. Abgesehen von den eigenen.
Dieser Zustand könnte sich allerdings bald ändern. Denn die geschilderte Erfahrung veranlaßte, daß jetzt in Grenos handgewirkter Anderer Bibliothek ein Kompendium erschienen und prompt zum „Buch des Monats“ promoviert worden ist (es ist aber das Buch des Jahres), in welchem handgreiflich demonstriert wird, daß die Einverleibung von Gedichten nicht bloß eine gute erlernbare Kunst darstellt, sondern auch ein unglaubliches, alle Sinne versorgendes Vergnügen. Das Wasserzeichen der Poesie heißt dieses schöne Buch.
Aufs erste Durchblättern hin scheint es noch eine (relativ) normale Lyrik-Anthologie zu sein, wenig unterschieden von vertrauten „Hausbüchern“ dieser Art. Autoren wie Uhland oder Chamisso, Rückert oder Brecht führt der altbewährte, immer fortgeschriebene „Echtermeyer“ schließlich auch. Übrigens nennt sich dessen junger Nachfolger und Konkurrent ganz ähnlich: Andreas Thalmayr. Aber wie dieser Thalmayr mit den Klassikern umspringt (liebevoll und respektfern), wie er ihre Verse arrangiert und präsentiert und verwertbar macht – das löscht sämtliche Traditionen aus.
Thalmayrs Einleitungs-Essay erinnert beiläufig auf das Artigste an jenen legendären Vortrag, in dem ein gewisser H.M. Enzensberger (n.b. der Herausgeber der Anderen Bibliothek) furchtbar gegen die schulischen Interpretationsverfahren von Lyrik gewittert hat. „Die einzigrichtige Art, ein Gedicht zu lesen“, sagt jetzt auch Thalmayr, „gibt es nicht; sie ist ein pädagogisches Phantom.“
Doch was macht er selber in seiner – ja nun keineswegs unpädagogischen – Fallsammlung so neu und so anders? Einfache Antwort: er spielt. Und animiert andere, durchaus ernsthafte Leute zum Mitspielen. Spiele jedoch, das weiß man, benötigen nun einmal ein paar Regeln. Die lernt man bei ihm leicht mit.
Und zwar so. In einem „Räsonierenden Inhaltsverzeichnis“, das sich hübsch altmodern in neun „Hauptstücke“ gliedert (statt in „Kapitel“, was aber dasselbe wäre), sind gute 150 poetologische oder rhetorische Fachausdrucke aufgeführt und trickreich erläutert. Also eben jene Termini vom Schlage „Apokope“, „Metrisches Schema“ oder „Parataxe“, durch die sich deutschunterrichtsgeschädigte Leser (mithin: alle) immer so ausgestoßen vorkommen. Begriffe, die aber trotzdem helfen, einen Text aufzuschließen.
Didaktiker Thalmayr nimmt ihnen deshalb erst einmal den Schrecken, indem er sie verheißungsvoll, bisweilen auch ketzerisch verklart. SPALTVERSE etwa kämen „so selten vor, daß man sie gleich wieder vergessen kann“. Anderes, wie STICHOMYTHIE, merkt man dann wieder gern, weil die Sache selbst so überzeugend wirkt: das ganze Buch ist nämlich so aufgebaut, daß auf jeden dieser Begriffe ein exemplarischer, verblüffend zugeschnittener Beleg paßt.
Für PLEONASMUS funktioniert das wie folgt. Zuerst der Kommentar: „Es gibt sogar eine Poesie des Überflüssigen. Mancher Autor erreicht seinen Zweck gerade dadurch, daß er uns auf die Nerven geht.“ Sodann das schöne Beispiel: Daniil Charms, „Variationen“.

VARIATIONEN

Im bloßen Hemd umringt von Gästen
tief in Gedanken stand Petrov.
Die Gäste schwiegen. Am Kamin
aus Stahl ein Thermometer hing.
Die Gäste schwiegen. Am Kamin
Ein Jagdhorn hing nicht ganz geheuer.
Petrov stand. Und es schlug die Uhr,
es krachte im Kamin ein Feuer.
Die finstren Gäste schwiegen nur.
Petrov stand. Im Kamin das Feuer.
Die Uhr schlug acht. Acht schlug die Uhr.
Aus Stahl das Thermometer blitzte.
Im bloßen Hemd umringt von Gästen
Petrov tief in Gedanken schwitzte.
Die Gäste schwiegen. Am Kamin
ein ungeheures Jagdhorn hing.
Geheimnisvoll schwieg auch die Uhr.
Es tanzte im Kamin das Feuer.
Petrov sich in Gedanken setzte
auf einen Hocker… Da zerfetzte
die Luft ein Klingeln ungeheuer,
das Schloß sprang auf, das immer feste,
Petrov sprang auf, und auch die Gäste.
Das Jagdhorn dröhnt, es klingt wie Spott.
Petrov stöhnt: „O mein Gott, mein Gott!“
und fällt zu Boden und ist tot.
Die Gäste weinen, heulen, zetern,
sie schütteln wild das Thermometer,
sie hasten hin und her und schrein,
dann tragen sie den Sarg herein.
Der Sarg wird zugekorkt vernagelt,
der Abend ist total verhagelt.
Und so verlassen sie das Haus
und rufen: „So, Schluß, fertig, aus!“

Daniil Charms

Eine einzige Fundgrube
Und nun ist der Leser dran. Seinen Weg durchs Buch bestimmt er selbst. Er könnte sich der Abfolge der „Hauptstücke“ anvertrauen, aber genausogut auch bei den „Quellen und Scholien“ einsetzen (die gleichfalls ein paar superbe Untiefen aufweisen). Oder auf Systematik verzichten, einfach mittendrin losschmökern, sich von Fall zu Fall die notwendigen sachdienlichen Hinweise holen – und so beispielsweise erfahren, daß Ernst Jandls herrliche „etude in f“ ein typischer Fall von „Metaplasmus“ ist. Denn dieser Wälzer ist eine einzige Fundgrube, deren Reiz sich erhöht, je mehr man – auf ganz unmerkliche Weise – gelernt hat. Auf einmal kriegt man dann sogar Sinn für den artistischen Übermut eines Barock-Gedichts oder hängt den Übersetzungsproblemen bei Shakespeares Sonetten nach (12 Dolmetsch-Proben: so schön gesetzt, daß man sie ohne lästiges Zurückblättern allesamt erfassen kann).
Und getreu der Ausgangs-These, daß der Leser die absolute Verfügungsfreiheit über einen Text besitze, gibt Thalmayr reichlich Anleitung zu Widerspruch oder spielerischer Umwidmung: ob er nun Matthias Claudius’ berühmten Nonsens-Vers über die Sprache der Stummen ins Taubstummen-Alphabet transkribiert oder ein einschlägiges Mörike-Gedicht (welches wohl?) in Flaggen-Signalsprache niederschreibt (natürlich das von dem flatternden Band des Frühlings), ob er Chamissos „Russisch Lied“ zwar in deutschen Wörtern, doch kyrillischen Lettern wiedergibt oder Friederike Kempners Original-Poesie in französischer resp. englischer Aussprache – stets rückt uns durch solch unseriöses Treiben der Text ein bißchen näher.
Das alles hält ein Gedicht also nicht bloß aus: es lebt unter dieser Anwendung geradezu auf. Und wer die Mär aufgebracht hat, Lyrik sei nicht übersetzbar, der vertiefe sich in die virtuose Anglisierung jener vielrezitierten Morgenstern-Ode:

FISCHES NACHTGESANG


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∪ ∪ ∪ ∪
– – –
∪ ∪ ∪ ∪
– – –
∪ ∪ ∪ ∪
– – –
∪ ∪ ∪ ∪
– – –
∪ ∪

Christian Morgenstern

FISH’S NIGHT SONG


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– – –
∩ ∩ ∩ ∩
– – –
∩ ∩ ∩ ∩
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∩ ∩ ∩ ∩
– – –
∩ ∩ ∩ ∩
– – –
∩ ∩ ∩

Christian Morgenstern / N. N.

Das Wasserzeichen der Poesie ist ein Spielbuch – mit schwererschöpflichen Möglichkeiten zum Selber-Weiter-Machen: im Falle unseres Schiller (das ist der mit den „Horen“) wird sogar ein Reimlexikon beigegeben, um die klassischen Strophen in alter Machart, aber neuem Wortmaterial frisch aufzuputzen.
Dank somit an Andreas Thalmayr, der auch als Wortmetz – z.B. in formkundigen Variationen eines Radwechsels – die Sprache behandelt wie außer ihm nur noch einer in unserer Gegenwartsliteratur. Dieser Thalmayr wurde, wie es heißt, 1943 in Meran geboren, lebt übersetzend in Milano, und wer will, soll daran zweifeln, aber warum sollte man es wollen. Serenus M. Brezengang hingegen, der gleichfalls „passim“ (d.i. „hier und dort“) unter den Beiträgern auftaucht, etwas als George-Profanierer – sein Name will uns irgendwie bekannt vorkommen. Schaun wir doch gleich mal im „räsonierenden“ Teil unter „Anagramm“ nach: „Aus einem gegebenen Vorrat von Buchstaben läßt sich vieles machen, vielleicht sogar ein Gedicht.“ Oder ein Name. Den kennt der Leser aber sicher längst.

Heiko Postma, die horen, Heft 140, 4. Quartal 1985

 

Schmuggler, Torwächter, Virtuose

– Hans Magnus Enzensberger als Vermittler. –

Im Postskriptum zu dem von ihm herausgegebenen Kompletten Nonsens von Edward Lear schreibt Hans Magnus Enzensberger, einige Balladen hätten „seinen Künsten widerstanden“. Er fährt fort:

Das ist insofern nicht verwunderlich, als es sich hier um ein durch und durch unübersetzbares Œuvre handelt. Ich habe deshalb meine Arbeit als die eines Schmugglers aufgefaßt, dem auch Schleich- und Pascherwege recht sein müssen, Hauptsache, er bringt das eingeschwärzte Gut ans Ziel.

Und so heißt es denn auf der Titelseite: „Ins Deutsche geschmuggelt von Hans Magnus Enzensberger“. Lesen wir, mit wachsender Bewunderung, diesen deutschen Nonsens, so fallen uns zwei Eigenschaften des Übersetzers auf: höchste Findigkeit und grenzenlose Bedenkenlosigkeit. Mit „Bedenkenlosigkeit“ meine ich die bewußt in Kauf genommene Untreue, die Ferne zum Text, wenn nur am Ende alles wieder stimmt, sich alles wieder zusammenreimt. Eine solche Bedenkenlosigkeit ist nur möglich, wenn man ein Spieler ist und Vergnügen am Risiko hat. Enzensberger spürt man sein riesengroßes Vergnügen in jeder Strophe an, wenn er äquivalente Rhythmen, Hebungen und Senkungen, Bilder und Reime findet. Es kommt ihm dabei seine stupende Kenntnis deutscher Balladen, Knittelverse, Abzählreime und Kinderlieder zugute. Nicht wenige meinen, hier – beim „deutschen“ Lear – habe Enzensberger sein Meisterstück als Übersetzer geliefert.
Es gilt aber ganz Ähnliches für das Schmuggeln von Wallace Stevens’ The Man with the Blue Guitar ins Deutsche, einem Langgedicht, das in seiner Durchdringung dreier Ebenen – der musikalischen, der philosophischen und der – metaphorischen – in meinen Augen als fast noch unübersetzbarer als Lear zu gelten hat. Die 1995 erschienene Ausgabe zeigt – neben dem Originaltext und einer Interlinearversion – eine von Hans Magnus Enzensberger gemeinsam mit Karin Graf erstellte freie Übersetzung, die das Diktum von Robert Frost, „Poesie ist das, was in der Übersetzung verloren geht“, Lügen straft.
Ein Beispiel:

XXII.

Poetry is the subject of the poem,
From this the poem issues and

To this returns. Between the two,
Between issue and return, there is

An absence in reality,
Things as they are. Or so we say.

But are these separate? Is it
An absence for the poem, which acquires

Its true appearances there, sun’s green,
Cloud’s red, earth feeling, sky that thinks?

From these it takes. Perhaps it gives,
In the universal intercourse.

Kann ein Dichter etwas zugleich Abstrakteres und Sinnlicheres über die Beziehungen von Wirklichkeit und Imagination sagen? Die deutsche Fassung lautet:

Dichtung ist das Thema des Gedichts.
Aus ihr wächst das Gedicht und kehrt

zu ihr zurück. Und zwischen beidem,
Ausgang und Wiederkehr, Abwesenheit:
Das was da ist,
ist nicht mehr da. So heißt es.

Doch gibt es diese Trennung? Ab-
wesenheit für das Gedicht, das sich

den wahren Schein dort holt, wo grün
die Sonne, rot die Wolke ist,

die Erde fühlt, der Himmel denkt? Es nimmt davon,
und davon teilt es aus, im Tausch der Welt.

Es gibt viele Mittlerrollen im Literaturbereich. Die Rolle des Übersetzers ist die unmittelbarste. Enzensberger hat immer wieder, auch als er schon berühmt war, die Fron – oder: den Liebesdienst – des Übersetzers auf sich genommen. Es spannt sich ein weiter Bogen von den Übersetzungen in der wundervollen, immer noch vorbildlichen zweisprachigen Reihe Poesie im Suhrkamp Verlag, zum Beispiel von Franco Fortini, von der bahnbrechenden W.C. Williams-Übertragung Die Worte, die Worte, die Worte, von den in Zusammenarbeit mit Michael Hamburger entstandenen Übersetzungen der eigenen Poesie ins Englische bis hin zu Charles Simic, dem in Belgrad geborenen amerikanischen Dichter, den Enzensberger für uns entdeckt hat und mit dem er im demokratischen Gestus, in der Lakonie, auch im Faible fürs Fabulieren und Märchenhafte eine Reihe von Vorlieben teilt.
Da gibt es in Simics Ein Buch von Göttern und Teufeln (1993) das Gedicht „Frightening Toys“, dessen erste Strophe so lautet:

History practicing its scissor-clips
In the dark,
So everything comes out in the end
Missing an arm or a leg.

Die ersten beiden Zeilen vor allem bereiten beim „Eindeutschen“ große Schwierigkeiten. In einem ersten Anlauf ist wohl jeder Übersetzer versucht zu notieren:

Die Geschichte geht im Dunklen
ihrem Scherenhandwerk (oder: ihrem Geschäft des Scherenklapperns??) nach.

Bei Enzensberger liest sich die ganze Strophe so:

Die Geschichte probiert ihre Schere
im Dunkeln aus, so
daß am Ende allem und jedem
ein Arm fehlt oder ein Bein.

Das ist überraschend einfach, trifft das Original und ist letztlich – selbst in seiner Beklemmung – viel eleganter als das Original.
Zur Figur des Vermittlers zwischen Sprachen, zwischen Literaturen gehört auch die des Herausgebers. Hier hat Enzensberger, mit Blick für die Rezeption ausländischer Lyrik im deutschsprachigen Raum, Immenses geleistet. Die erste große Tat war gewiß Das Museum der modernen Poesie, das 1960 erschienen ist und immer noch nachwirkt. Ich erinnere mich, wie ich 1986 und 1987 des öfteren nach Ostberlin gefahren bin und in den Zirkeln des Prenzlauer Berges von vielen jungen Dichtern erfahren habe, was für einen entscheidenden Einfluß das Museum dort hatte, als Schmuggelware zirkulierend, eine Bibel für angehende Poeten in der DDR. Das Museum leistete dort, auch noch 35 und 40 Jahre nach seinem Erscheinen im Westen, den Anschluß an die Moderne, weil es, wie jede spannende Anthologie, die kulturelle Kohärenz einer Zeit reflektierte und durch ganz bewußtes, „normatives“ Sammeln auch kanonisierend wirkte. Auch in meinem 1995 erschienenen Atlas der neuen Poesie habe ich dem Museum meine Reverenz erwiesen; ohne das Museum, ohne die Auseinandersetzung mit ihm wäre der Atlas gar nicht denkbar gewesen.
Walter Benjamin hat in einer Rezension von 1926 drei Arten von Anthologien unterschieden:

Die ersten sind Dokumente der, hohen Literatur, machen jedenfalls darauf Anspruch: Auswahlsammlungen, die von einem mehr oder minder berufenen Literaten nach Grundsätzen gemacht sind, die, eingestandenermaßen oder nicht, einen normativen Charakter haben. Solche Sammlungen können großes Interesse besitzen. Man braucht nur den Namen des deutschen Dichters Rudolf Borchardt zu nennen, um anzudeuten, in welchem Grade sie eigentliche literarische Dokumente darstellen können und als solche der Kritik ausgesetzt sind. Die zweite und seltenere Gattung setzt sich rein informatorische Ziele. Ihr ist gemäß, daß der Herausgeber anonym bleibt, wenn man es nicht überhaupt mit einer größeren Gruppe von Editoren zu tun hat. Die häufigste, aber unerfreuliche Gattung ist die dritte; ein undeutliches Ineinander eklektischer und informatorischer Gesichtspunkte sucht das nutzlose Spiel eines Unberufenen dem Publikum gegenüber interessant zu machen.

Das Museum ist ein ziemlich reiner Typ der ersten Gattung. Für einen Lyrikinteressierten in Deutschland, der sich ein Bild vom Reichtum des Dichtens in der westlichen Welt machen wollte und davon bis in die fünfziger Jahre hinein abgeschnitten war, wie geschaffen. Es war damals – 1960 – zum einen eine Bestandsaufnahme mit den großen, alten Namen (Benn, Lasker-Schüler, Pound, W.C. Williams u.a.), zum anderen aber ein Forschungsbericht aus noch unbereisten Gegenden. Enzensberger hat Wert darauf gelegt, neben den „klassischen“ Proben auch viele neue, uns noch nicht Bekannte vorzustellen und dadurch seine Sammlung in ein neues Licht – in die Fiktion einer Weltsprache der Poesie – zu tauchen. Die Anthologien von Harald Hartung und mir haben diese Bestandsaufnahme der Errungenschaften der Moderne in die Gegenwart und in die geographische Weite fortgeschrieben, während Raoul Schrotts Erfindung der Poesie sie vertikal in der Tiefe der Zeit verankert.
Alle diese Kompendien haben, wie Walter Benjamin sagte, einen normativen Charakter. Sie sind jedoch immer auch ein Selbstporträt des Herausgebers. So geschärft seine Wahrnehmung ist, so versiert er sich auskennt und viele, viele Stimmen vernommen hat, so sehr daher seine Sammlung auch objektiven Kriterien zu verdanken ist, so wenig er glaubt, daß der Dichter seine Schule repräsentiert und die Schule die Lyrik ihrer Nation, so unvermeidbar ist doch auch, daß Vorlieben mit hineinspielen, die im Grunde dem Ganzen die Würze geben und Rückschlüsse zulassen auf die Geistesverfassung des Herausgebers, seine Lakonie, seine heitere Moral, sein parodistisches Talent und seine Gabe, den Ernst mit Ironie, den Gram mit Zorn zu tarnen.
Die wunderreichste Anthologie aber, die Enzensberger gemacht hat, das eindringlichste Selbstporträt und – in meiner Sicht – sein schönstes Buch überhaupt ist die Anthologie Das Wasserzeichen der Poesie. Hier ist der Schmuggler, der sich Andreas Thalmayr nennt, der Virtuose, der Verräter, der Spieler in Höchstform zu erleben. Wer sonst kommt schon auf die Idee, uns einen Auszug aus Rilkes „Sonette an Orpheus“ als Lochstreifen-Code und in Spiegelschrift oder Ungarettis „Finale“ im Winker-Alphabet vorzuführen – und damit zu verführen? Wir lernen im Fluge, was ein Spiralgedicht ist, ein Rundgedicht, ein Kalligramm, was Oxymoron, Epiphora oder Stichomythie zu bedeuten haben. Dieser Andreas Thalmayr schlüpft in die verschiedensten Verkleidungen, brennt ein Feuerwerk von Einfällen ab, animiert die Freunde der Poesie zum Mitspiel. Blätternd von Seite zu Seite spüren wir immer von neuem: Hier war einer mit großer Lust am Werke – und einen nicht geringen Teil dieser Lust zieht er aus seinem pädagogischen Eros. Er beflügelt uns, die wir im Fluge lernen. Die Gelehrsamkeit des Herrn Thalmayr ist nie unangenehm, im Gegenteil, sie funkelt, sie ist ein Teil des genüßlichen Spiels – und dies Genüßliche überträgt sich auf den Leser, ist er nur ein bißchen willig und bereit. Am witzigsten ist womöglich der Abschnitt „Übersetzung ins Deutsche“. Hier werden je einer Zeile Original aus einem Shakespeare-Sonett dreizehn Versionen aus ebensovielen verschiedenen deutschen Fassungen zugesellt und ergeben je selbst ein Sonett. Wer einen Beweis benötigt für den poetischen Reichtum in der Welt, er findet ihn in diesen „Wasserzeichen“.
Hans Magnus Enzensberger gebraucht im Gespräch über Vermittlung und Tausch gerne Kafkas Bild vom „Torwächter“. Er meint damit die fünf oder sechs oder sieben Personen, die in einem Land darüber bestimmen, was hereingelassen, hineingeschmuggelt wird. Dieses Bild trifft vor allem auf ihn selbst zu. Er ist der fintenreichste, phantasievollste, wachste Torwächter an der deutschen Sprachgrenze in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts.

Joachim Sartorius, aus Rainer Wieland (Hrsg.): Der Zorn altert, die Ironie ist unsterblich. Über Hans Magnus Enzensberger, Suhrkamp Verlag, 1999

Weiterer Beitrag zu diesem Buch:

Harald Hartung: Der Trichter ins Freie
Merkur, Heft 443, Januar 1986

 

 

Zum 60. Geburtstag des Autors:

Eckhard Ullrich: Von unserem Umgang mit Andersdenkenden
Neue Zeit, 11.11.1989

Zum 70. Geburtstag des Autors:

Frank Schirrmacher: Eine Legende, ihr Neidhammel!
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6.11.1999

Hans-Ulrich Treichel: Startigel und Zieligel
Frankfurter Rundschau, 6.11.1999

Peter von Becker: Der Blick der Katze
Der Tagesspiegel, 11.11.1999

Ralph Dutli: Bestimmt nicht in der Badehose
Die Weltwoche, 11.11.1999

Joachim Kaiser: Übermut und Überschuss
Süddeutsche Zeitung, 11.11.1999

Jörg Lau: Windhund mit Orden
Die Zeit, 11.11.1999

Thomas E. Schmidt: Mehrdeutig aus Lust und Überzeugung
Die Welt, 11.11.1999

Fritz Göttler: homo faber der Sprache
Süddeutsche Zeitung, 12.11.1999

Erhard Schütz: Meine Weisheit ist eine Binse
der Freitag, 12.11.1999

Zum 75. Geburtstag des Autors:

Hans-Jürgen Heise: HME, ein Profi des Scharfsinns
die horen, Heft 216, 4. Quartal 2004

Werner Bartens: Der ständige Versuch der Alphabetisierung
Badische Zeitung, 11.11.2004

Frank Dietschreit: Deutscher Diderot und Parade-Intellektueller
Mannheimer Morgen, 11.11.2004

Hans Joachim Müller: Ein intellektueller Wolf
Basler Zeitung, 11.11.2004

Cornelia Niedermeier: Der Kopf ist eine Bibliothek des Anderen
Der Standard, 11.11.2004

Gudrun Norbisrath: Der Verteidiger des Denkens
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 11.11.2004

Peter Rühmkorf: Lieber Hans Magnus
Frankfurter Rundschau, 11.11.2004

Stephan Schlak: Das Leben – ein Schaum
Der Tagesspiegel, 11.11.2004

Hans-Dieter Schütt: Welt ohne Weltgeist
Neues Deutschland, 11.11.2004

Zum 80. Geburtstag des Autors:

Matthias Matussek: Dichtung und Klarheit
Der Spiegel, 9.11.2009

Michael Braun: Fliegender Robert der Ironie
Basler Zeitung, 11.11.2009

Harald Jähner: Fliegender Seitenwechsel
Berliner Zeitung, 11.11.2009

Joachim Kaiser: Ein poetisches Naturereignis
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2009

Wiebke Porombka: Für immer jung
die tageszeitung, 11.11.2009

Hans-Dieter Schütt: „Ich bin keiner von uns“
Neues Deutschland, 11.11.2009

Markus Schwering: Auf ihn sollte man eher nicht bauen
Kölner Stadt-Anzeiger, 11.11.2009

Rolf Spinnler: Liebhaber der lyrischen Pastorale
Stuttgarter Zeitung, 11.11.2009

Thomas Steinfeld: Schwabinger Verführung
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2009

Armin Thurnher: Ein fröhlicher Provokateur wird frische 80
Falter, 11.11.2009

Arno Widmann: Irrlichternd heiter voran
Frankfurter Rundschau, 11.11.2009

Martin Zingg: Die Wasserzeichen der Poesie
Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2009

Michael Braun: Rastloser Denknomade
Rheinischer Merkur, 12.11.2009

Ulla Unseld-Berkéwicz: Das Lächeln der Cellistin
Literarische Welt, 14.11.2009

Hanjo Kesting: Meister der Lüfte
Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Heft 11, 2009

Zum 85. Geburtstag des Autors:

Arno Widmann: Der begeisterte Animateur
Frankfurter Rundschau, 10.11.2014

Heike Mund: Unruhestand: Enzensberger wird 85
Deutsche Welle, 10.11.2014

Scharfzüngiger Spätaufsteher
Bayerischer Rundfunk, 11.11.2014

Gabi Rüth: Ein heiterer Provokateur
WDR 5, 11.11.2014

Jochen Schimmang: Von Hans Magnus Enzensberger lernen
boell.de, 11.11.2014

 

Zum 90. Geburtstag des Autors:

Andreas Platthaus: Eine Enzyklopädie namens Enzensberger
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2019

Andreas Platthaus: Der andere Bibliothekar
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2019

Peter von Becker: Kein Talent fürs Unglücklichsein
Der Tagesspiegel, 10.11.2019

Lothar Müller: Zeigen, wo’s langgeht
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2019

Florian Illies: Im Zickzack zum 90. Geburtstag
Die Zeit, 6.11.2019

Jörg Später: Hans Magnus Enzensberger wird 90
Badische Zeitung, 8.11.2019

Anna Mertens und Christian Wölfel: Hans Dampf in allen Gassen
domradio.de, 11.11.2019

Ulrike Irrgang: Hans Magnus Enzensberger: ein „katholischer Agnostiker“ wird 90!
feinschwarz.net, 11.11.2019

Richard Kämmerlings: Der universell Inselbegabte
Die Welt, 9.11.2019

Bernd Leukert: Igel und Hasen
faustkultur.de, 7.11.2019

Heike Mund und Verena Greb: Im Unruhestand: Hans Magnus Enzensberger wird 90
dw.com, 10.11.2019

Konrad Hummler: Hans Magnus Enzensberger wird 90: Ein Lob auf den grossen Skeptiker (und lächelnden Tänzer)
Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2019

Björn Hayer: Hans Magnus Enzensberger: Lest endlich Fahrpläne!
Wiener Zeitung, 11.11.2019

Wolfgang Hirsch: Enzensberger: „Ich bin keiner von uns“
Thüringer Allgemeine, 11.11.2019

Rudolf Walther: Artistischer Argumentator
taz, 11.11.2019

Kai Köhler: Der Blick von oben
junge Welt, 11.11.2019

Ulf Heise: Geblieben ist der Glaube an die Vernunft
Freie Presse, 10.11.2019

Frank Dietschreit: 90. Geburtstag von Hans Magnus Enzensberger
RBB, 11.11.2019

Anton Thuswaldner: Der Zeitgeist-Jäger und seine Passionen
Die Furche, 13.11.2019

 

 

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Bild von Juliane Duda mit den Texten von Fritz Schönborn aus seiner Deutschen Dichterflora. Hier „Höhenenzensberger“.

 

Bild von Juliane Duda mit den Zeichnungen von Klaus Ensikat und den Texten von Fritz J. Raddatz aus seinem Bestiarium der deutschen Literatur. Hier „Enzensberger, der“.

 

 

Hans Magnus Enzensberger – Trailer zu Ich bin keiner von uns – Filme, Porträts, Interviews.

 

Hans Magnus Enzensberger Der diskrete Charme des Hans Magnus Enzensberger. Dokumentarfilm aus dem Jahre 1999.

 

Hans Magnus Enzensberger liest auf dem IX. International Poetry Festival von Medellín 1999.

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