Wer vertritt das Volk? fragt Lammert im Titel seines jüngsten Buchs; ergiebiger wäre die Frage: Wen vertritt das Volk?
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Hier wird kommendes normales Leben … werden naturgemäss korrekt programmierte Lebewesen aus „triftigen“, wenn nicht gar „guten“ Gründen erbarmungslos abgetrieben.
Dort hegt und hätschelt man − ebenso erbarmungslos − überalterte, vielfach behinderte, des Lebens müde Senioren, die nichts anderes sich wünschen (falls ihnen Wünsche noch gegeben sind), als endlich entsorgt zu werden: von Sorge befreit.
Dabei beklagen Politik und Demographie unentwegt die Überalterung der Gesellschaft, derweil sie, gleichzeitig, deren Verjüngung fordern. Kindergeld, Elternurlaub, Kitaplätze, Schulreformen sollen es richten.
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Zwar bestelle ich weiterhin Buch um Buch, gleichzeitig räume ich nun allmählich meine Bibliothek – 10.000, 15.000 Bände? − aus dem Haus, nur einen kleinen Kernbestand will ich bis zum Gehtnichtmehr bewahren. Dazu gehören vorab und zuletzt die rund 300, 400 Hefte aus Reclams „Universalbibliothek“, darunter besonders viele Titel aus der griechischen und römischen Antike, dem europäischen Mittelalter und der Renaissance.
Meine Entsorgungsaktion verläuft umgekehrt zur Chronologie. Eliminiert werden zuerst die Zeitgenossen, Bestände jüngerer und jüngster Produktion aus Literatur, Philosophie, Humanwissenschaften. Wozu auch meine eigenen Bücher zu zählen wären.
Fort-da? Oder Wahrung der Eigengewächse, des Hausgemachten?
aus Felix Philipp Ingold: Endnoten
Versprengte Lebens- und Lesespäne








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