LA TORCHE DU PRODIGUE
Brûlé l’enclos en quarantaine
Toi nuage passe devant
Nuage de résistance
Nuage des cavernes
Entraîneur d’hypnoses
DIE FACKEL DES VERSCHWENDERS
Niedergebrannt die Einfriedung in Quarantäne
Du Wolke zieh’ voraus
Wolke des Widerstands
Wolken der Höhlen
Schrittmacher des hypnotischen Traums
In diesen Versen, in welchen Char „die Themen und Motive seines dichterischen Gesamtwerks der folgenden sechzig Jahre wie eine Ouvertüre an den Anfang“1 setzt. Die niedergebrannte Einfriedung in Quarantäne erinnert an eine Kriegsszenerie. In den Versen der nächsten Strophe ist nun von „Résistance“ die Rede, von einem „entraîneur d’hypnose“.2 In diesem Gedicht ist schon die Rede von Widerstand (den Char übrigens in Fureur et Mystère auch in Bezug auf die Widerstandskämpfer „La-France-des-cavernes“ nennt) und von einem „entraîneur d’hypnose“. Das lyrische Ich spricht sich hier als „nuage“ an. Insofern ist das Lexem „nuage“ in den folgenden Versen sowohl als Selbstbezeichnung des lyrischen Ichs zu verstehen, als auch als Prädikate der Substantive „résistance“ und „caverne“. Das Lexem „nuage“ lässt sich in diesem Zusammenhang interpretieren als die Irrealität eines eben bloß geahnten Widerstandes. Es ist nur die Rede von einer „Wolke“ des Widerstands und nicht von Widerstand als realer Situation. Das Lexem „nuage“ indiziert diesen Aspekt der Ahnung, welche als Vorstellung zwar wirklich ist, jedoch keiner bestimmten Realität entspricht. In seiner späteren Dichtung wird Char öfters das Lexem „nuage“ oder die Bezeichnung des Rauches im Zusammenhang mit der „résistance“ gebrauchen. So ist z.B. in dem Gedicht „Cette fumée qui nous portait“ von rauch bezüglich der „Résistance“ die Rede:
Cette fumée qui nous portait était soeur du bâton qui dérange la pierre et du nuage qui ouvre le ciel.3
Der Ausdruck „entraîneur d’hypnose“ evoziert die Ahnung derjenigen politischen Figur, von der das Übel zwischen 1933 und 1945 schließlich ausging. Der „entraîneur“, als Person, die Menschen für sich einnimmt, ist hier ein „entraîneur d’hypnose“, d.h. eine Person, deren Wirkung eben auch eine betäubende ist, auf Betäubung beruht. Schon im ersten Gedicht ist also die erwähnte Sprechsituation einer Ahnung kommenden Schreckens semantisch erkennbar. Sie schlägt sich auch auf die schon im ersten Gedicht besondere Metaphorik nieder, welche durch ästhetische Negativität gekennzeichnet ist und eine „lebendige Metaphorik“ im Sinne Ricoeurs ist. Die ästhetische Negativität dieser Metaphorik, die sie wiederum lebendig macht, besteht vor allem in der prädikativen Impertinenz, welche die syntagmatische Ebene (den Code der parole) und die paradigmatische Ebene (den Code der langue) verletzt (z.B. im Gegensatzpaar nuage/résistance erkennbar). Diese prädikative Impertinenz bewirkt nun selbstwidersprüchliche Metaphern, die in ihrer Selbstwidersprüchlichkeit doch bedeutungsvoll sind. Aus dem Scheitern der wörtlichen Aussage heraus entsteht die metaphorische Aussage. Darin besteht nun die mit der doppelten Ästhetik verbundenen ästhetischen Negativität. So sind die Metaphern „Nuage de résistance / Nuage des cavernes“ durch diese ästhetische Negativität charakterisiert.
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Einleitung
Die Vielzahl der Publikationen über René Char seit der Nachkriegszeit bestätigt den maßgebenden Stellenwert der Dichtung Chars im zwanzigsten Jahrhundert. Die Bedeutung dieses Werkes hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass es von den europäischen Ursprüngen des Dichtens und Denkens ausgeht und, von der Kraft der Tradition schöpfend, zugleich alle wesentlichen künstlerischen Erneuerungen des 20 Jahrhunderts aufnimmt und auf eigene Weise verarbeitet. Daraus entspringt auch die Vielschichtigkeit der Dichtung Chars und das Moment ihrer Offenheit.
Insofern lässt sich zunächst in Bezug auf Chars Dichtung von einer Poesie der Offenheit und Präsens sprechen.
So bildete sich berechtigterweise ein wesentlicher Interpretationsansatz der Forschung ausgehend von der Seinsphilosophie Heideggers heraus. Nach ihm besteht die Besonderheit der Dichtung (die Heidegger sogar als Wesen der Kunst überhaupt denkt) darin, dass sie ein „Seinlassen der Erscheinungen in ihrer Gegenwärtigkeit“4 herstellt, „dass sie inmitten des Seienden eine offene Stelle aufschlägt, in deren Offenheit alles anders ist wie sonst“.5 Diese „offene Stelle“ lässt sich als der Raum der ontologischen Differenz verstehen, als der Raum der Teilung zwischen Seiendem und Sein, die den Charakter eines „Zwischen“, einer „Öffnung“ hat. Dieser Raum ist jedoch nicht statisch, sondern ist die Dynamik eines Streits, einer Lichtung des sich verbergenden Seins, die als Kehre, als Ereignis zu verstehen ist, und den Charakter einer Epiphanie hat. In dieser Perspektive hat ein wesentlicher Teil der Forschung Chars Dichtung interpretiert und diese unter den Gesichtspunkten des Streits, der Epiphanie, des Fragments oder des Ursprungs analysiert.
Die Mehrzahl der Publikationen lässt sich dieser Forschungsrichtung zuordnen. Fruchtbar ist dieser Interpretationsansatz, insofern er den Raum der Differenz auslotet, der Grenzenlosigkeit dieses Zwischenraums poetischer Epiphanie gerecht wird, und damit die Komplexität und die Perspektivenvielfalt der Dichtung Chars nicht nur respektiert, sondern auch zur Geltung bringt. Diese Interpretationsperspektive berücksichtigt in angemessener Weise die „Multiplizierung und Ambivalenz der Sinnangebote“6 der Lyrik Chars und bringt ihren Reichtum zur Erscheinung.
Maßgebend in der Char-Forschung bleibt nach wie vor die detaillierte, von den Errungenschaften der Linguistik und des Strukturalismus schöpfende Studie von Jean-Claude Mathieu, die mit einem breiten Interpretationsinstrumentarium die semantische Vielschichtigkeit der Dichtung Chars aufgedeckt und untersucht hat. Gewinnbringend ist diese Studie nach wie vor, insofern sie die Vielfalt des semantischen Gehalts der Dichtung Chars herausgestellt hat.
Ein weiterer Interpretationsansatz, der der Bedeutung des Tragischen in der Lyrik Chars nachgeht, wurde von der Forschung bislang nur angedeutet und nicht vertieft. Auf diese Perspektive hat Paul Veyne in seinem biographischen Kommentar „René Char en ses poèmes“ in dem Kapitel „Héraclite, Heidegger et Nietzsche“ zum ersten Mal hingewiesen:
René, qui affirmait ne rien devoir à Heidegger, proclamait bien haut sa dette envers Nietzsche; „,L’Origine de la tragédie‘ est pour moi le livre fondamental“ me dit-il avec le propos déclaré d’orienter mon enquête.7
Bengt Noven hat in seiner auf Vielfalt verschiedener Fragestellungen ausgerichtete Studie René Char, interpretations, interrogations diesen Aspekt kurz in tiefgreifender Weise erörtert. Der Verfasser erwähnt die ästhetische Struktur des Dionysismus bei Char,die sich in seiner Lyrik am prägnantesten in der Figur des „cœur brisé“ manifestiere:
La vision dionysiaque correspond à la perception tragique de la vérité originelle et cette vision se manifesterait concrètement chez Char sous la figure du „cœur brisé… Un cœur est placé au centre, un cœur brisé qui rappelle parfàitement le concept du tragique nietzschéen. La douleur dionysiaque se situe au „cœur“ de la vérite poétique, conformément au modèle génétique proposé par Nietzsche.“8
Von dieser Seite wollen wir uns der Dichtung Chars annähern und die Analyse des Aspekts des Tragischen vertieft analysieren. Bei Befolgung von Chars Hinweis und bei näherer Betrachtung seines Werkes unter diesem Gesichtspunkt wird erkennbar, dass Chars Dichtung in hohem Maße eine tragische Lyrik ist und in fruchtbarer Weise ausgehend von der in Nietzsches Schrift Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik formulierten tragischen Ästhetik analysiert werden kann. So steht Chars Lyrik zunächst in der Tradition einer doppelten Ästhetik, die Nietzsche als Verschränkung von Dionysischem und Apollinischem denkt. Die neue ,tragische‘ Auslegung der doppelten Ästhetik besteht darin, dass Nietzsche das Schöne und das Erhabene als Kunsttriebe der Natur denkt. In Bezug auf Char heißt dies, dass seine tragische Ästhetik auch eine Ästhetik im Sinne Nietzsches ist, und implizit eine Kritik des Christentums als widernatürliche Lehre enthält. Diese Kritik geht einher mit der Affirmation der tragischen Gesinnung als dionysischer Pessimismus. Die ,tragische‘ Ästhetik der Natur (im Sinne einer Nachahmung der Natur als natura naturans, d.h. als Nachahmung des Lebens als schöpferischer Vorgang) ist eng verquickt mit einer Ästhetik des Willens zur Macht, insofern nach Nietzsche das Leben in seinem Innersten Wille zur Macht ist. Chars Widerstand und Widerstandslyrik entspringen aus seiner Ästhetik des Willens zur Macht. Insofern nach Nietzsche das Urfaktum aller Geschichte der Wille zur Macht ist, ist die Ästhetik des Willens zur Macht eng mit einer Ästhetisierung der Negativität von Geschichte gekoppelt. Überhaupt ist die doppelte Ästhetik als Verschränkung von Apollinischem und Dionysischem im metaphorischen System Chars grundsätzlich durch den Charakter ästhetischer Negativität als Transfiguration der Negativität gekennzeichnet.
Im ersten Kapitel wollen wir diese verschiedenen Aspekte der tragischen Ästhetik erörtern. In einem zweiten Schritt wollen wir untersuchen, inwieweit diese Ästhetik Chars Lyrik prägt. Dabei fragen wir zunächst nach dem Stellenwert des apollinischen Prinzips des Traums. Wir wollen dann das Zusammenspiel zwischen dem Apollinischen und dem Dionysischen erörtern, und dabei vor allem herausarbeiten, wie Char im Sinne der doppelten Ästhetik Negativität transfiguriert. Dabei werden wir unsere Aufmerksamkeit in besonderem Maß auf Chars intertextuelle Bezugnahme auf Sade richten.
Neben den Aspekten des apollinischen Prinzips des Traums und des Zusammenspiels zwischen dem Apollinischen und dem Dionysischen ist ein weiterer Aspekt von Bedeutung, nämlich die Metaphorisierung der tragischen Gesinnung, die Nietzsche mit der Formel des „dionysischen Pessimismus“ kennzeichnet. Auch diesen Aspekt werden wir untersuchen. Dann wollen wir uns dem Aspekt der Ästhetik des Willens zur Macht widmen. Dieser Aspekt betrifft bei Char zum einen den Akt des Dichtens selbst. Zum anderen besteht er im Zuge der doppelten Ästhetik in der poetischen Transfiguration der inkommensurablen Negativität der historischen Periode des Nationalsozialismus, die den extratextuellen Kontext der Lyrik Chars von Anfang an bildet. Zuletzt soll der Aspekt einer Symbolik des Bösen, der eng mit der tragischen Ästhetik verquickt ist, analysiert werden.
Die Analyse und Interpretation der Dichtung Chars in der Perspektive des Tragischen soll die Analyse und Interpretation orientieren und strukturieren. Obwohl wir die Ansicht vertreten, dass dieser Aspekt die Lyrik Chars in hohem Maße konstituiert, soll jedoch seine Dichtung nicht auf diesen Aspekt reduziert werden. Vielmehr soll durch die Herausarbeitung dieses Aspekts eine Interpretationsperspektive gestiftet werden, die die Lyrik Chars erhellt, und dabei ihre Komplexität und Vielschichtigkeit berücksichtigt und zur Erscheinung bringt.
Christof Renfert, Vorwort
Ausblick
In den Gedichtbänden bis Fureur et mystère wird das Dionysische der Negativität eines heraufbrechenden ungebändigten Willens zur Macht (die heraufbrechende Eroberungs- und Vernichtungswut des Nationalsozialismus) im Sinne einer doppelten Ästhetik dichterisch transfiguriert wird, so kommt ab dem Band Seuls demeurent eine weitere Dimension hinzu, nämlich die Ästhetisierung des Widerstands gegen diese Negativität und damit zugleich die Ästhetisierung des real erfahrenen Schreckens dieser Negativität. Widerstand bei Char geht aus seiner tragischen Ästhetik hervor, der eine Identifizierung von Dichtung und Leben zugrunde liegt. Diese Identifizierung von Dichtung und Leben als Werden hat zur Folge, dass das Dichten nach Char das Machtgeschehen des Lebens als Wille zur Macht selbst ist („au centre de la poésie un contradicteur t’attend. C’est ton souverain. Lutte loyalement contre lui“)9 und dass somit das reale Machtgeschehen einer gewaltsamen Bedrohung (die Eroberungs- und Vernichtungswut des Nationalsozialismus) für Char realen Widerstand bedeutet, d.h. real ausgetragenes Machtgeschehen ist (das wiederum ästhetisiert wird). Die neue ästhetische Dimension ab dem Gedichtband Seuls demeurent besteht also darin, dass nicht mehr nur die Negativität im Sinne eines Zusammenspiels zwischen Schönem und Erhabenem (oder Apollinischem und Dionysischem) transfiguriert wird, sondern dass die im real ausgetragenen Machtgeschehen reale Negativität und der Widerstand gegen diese ästhetisiert werden. So ist z.B. die Besonderheit des Bandes Feuillets d’Hypnos darin, dass dieser aus Notizen besteht, die im Verlauf des Widerstandskampfes niedergeschrieben wurden. Ja man kann sagen, dass diese Notizen aus der Erfahrung des Widerstandes hervorgehen, und von dieser Erfahrung in hohem Maße bestimmt sind. Ihre fragmentarische Form geht daraus hervor, sowie die Schwierigkeit, sie einer Gattung zuzuordnen:
Ces notes n’empruntent rien à l’amour de soi, a la nouvelle, à la maxime ou au roman. Un feu d’herbes sèches eût tout aussi bien été leur éditeur.10
Zudem betont Char, dass die Undurchsichtigkeit der Form auch aus dem erfarenen Grauen hervorgeht:
La vue du sang supplicié en a fait une fois perdre le fil, a réduit à néant leur importance.11
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Dichtung Chars in hohem Maße eine tragische Dichtung ist, und dass ihre poetische Kraft nicht zuletzt auf die Dynamik einer tragischen Ästhetik zurückzuführen ist, die sich der Negativität stellt und diese Negativität zu transfigurieren sucht. Diese poetische Kraft der Lyrik Chars liegt nun darin, dass Char es vermocht hat, dem Kontext einer in kommensurablen Negativität eine gelungene poetische Form zu geben. Diese gelungene poetische Form ist in hohem Maße darauf zurückzuführen, dass Char eine produktive intertextuelle Bezugnahme auf Sade gefunden hat. Mit Sade konnte Char der gefährlichsten Negativität eine Form geben, eine Negativität die dann entsteht, wenn der Wille zur Macht als Selbstzweck, als „bloße Macht“12 in absoluter Weise entfesselt wird, nicht mehr gebändigt wird, nicht mehr „in ein kulturelles Gut umgeschmolzen“13 wird, eine Negativität, vor der Wagner die „Ur-Wala“ Erda den obersten Gott Wotan warnen lässt:
Weiche, Wotan, weiche!
Flieh des Ringes Fluch!
Rettungslos
Dunklem Verderben
weiht dich sein Gewinn14
Christof Renfert, Nachwort
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Tragische Ästhetik
1.1. Das Prinzip der doppelten Ästhetik
1.2. Tragische Lyrik als Verschränkung von Apollinischem und Dionysischem (Nietzsche)
1.3. Tragische Ästhetik als Ästhetik der Natur und das Prinzip der Reflexivität
1.4. Tragische Ästhetik versus Christentum
1.5. Tragische Ästhetik und dionysischer Pessimismus
1.6. Tragische Ästhetik als Ästhetik des Willens zur Macht
1.7. Tragische Ästhetik und Geschichte
1.8. Tragische Ästhetik und ästhetische Negativität
1.9. Methodologische Erwägungen
2. Tragische Lyrik
2.1. Tragische Lyrik und doppelte Ästhetik als Verschränkung von Apollinischem und Dionysischem
2.1.1. Tragische Lyrik und das Apollinische Prinzip des Traums
2.1.1.1. Traum und surrealistische Dichtung
2.1.1.2. Der récit de rêve
2.1.1.3. Eaux-Mères
2.1.2. Tragische Lyrik als Transfiguration des Dionysischen
2.1.2.1. Die ersten Gedichtbänden Arsenal und L’Action de la Justice est éteinte
2.1.2.1.1. La torche du prodigue
2.1.2.1.2. Possible
2.1.2.1.3. Un levain barbare
2.1.2.1.4. Poème
2.1.2.2. Dichtung und Grausamkeit: Sade in den Poèmes Militants
2.1.2.2.1. La Luxure
2.1.2.2.2. L’Historienne
2.1.2.2.3. Cruauté
2.1.3. Tragische Lyrik und dionysischer Pessimismus
2.1.3.1. Les Asciens
2.1.3.2. Confronts
2.1.4. Tragische Lyrik und Wille zur Macht
2.1.4.1. Dehors la nuit est gouvernée
2.1.5. Tragische Lyrik und Symbolik des Bösen
2.1.5.1. Compagnie de l’écolière
Ausblick
Verzeichnis Abkürzungen
Bibliographie
Diese Arbeit zeigt,
dass der französische Dichter René Char (1907–1988) ausgehend von den ästhetischen Konzepten, die in der Schrift von Friedrich Nietzsche Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik formuliert sind, ein künstlerisches Selbstverständnis begründet, das auf einer tragischen Ästhetik ruht, und dass diese Ästhetik die Dichtung Chars in hohem Maße prägt. In einem ersten Schritt wird das Konzept der tragischen Ästhetik entfaltet, die als Verschränkung der Prinzipien des Apollinischen und des Dionysischen zu verstehen ist. Darauf aufbauend wird untersucht, inwieweit diese doppelte Ästhetik als Tiefenstruktur die Lyrik Chars durchzieht. Abschließend wird das ästhetische Zusammenspiel zwischen Apollinischem und Dionysischem in Chars Dichtung analysiert, das als dichterische Transfiguration der Negativität zu denken ist. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass Chars Lyrik eine ethische Dimension hat, die jedoch in einer tragischen Ästhetik wurzelt, so dass man von einer im Ästhetischen begründeten Ethik sprechen kann, deren Kern die Gerechtigkeit ist.
Peter Lang Verlag, Klappentext, 2005
Pierre Imhasly: Auf der Höhe unserer Zusammenbrüche, Das Wort, Nr. 11, November 1965
Zum 100. Geburtstag von René Char:
Horst Wernicke: Zorn und Geheimnis
Die Furche, 31.5.2007
Horst Wernicke: „Einen Blitz bewohnen“
Neue Zürcher Zeitung, 14.6.2007
Carmela Thiele: Sinnliche Ästhetik des Widerstands
deutschlandfunk.de, 14.6.2007
Fakten und Vermutungen zum René Char + Instagram 1 & 2 + KLfG + Internet Archive + Kalliope
Porträtgalerie: akg-images + gettyimages + IMAGO + Keystone-SDA
Nachrufe auf René Char: Prisma ✝︎ Tumba
René Char: Prometheus und Steinbrech zugleich gelesen von Bruno Ganz.








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